Erziehungstipp Hund?

    • (1) 20.06.16 - 09:17

      Hallo Ihr,

      vor zwei Jahren hat mir eine Rütter-Trainerin mit unserer (ängstlichen) Hündin sehr gut geholfen, sie läuft jetzt ziemlich problemlos hier mit, klappt alles gut und es geht ihr auch gut. Bis auf ein Thema: Habe ich sie angeleint bei mir und es läuft ein anderer Hund vorbei (z.B. Fußgängerzone), flippt sie an der Leine total aus und verbellt ihn. Die Trainerin hatte damals geraten, Bogen um andere Hunde zu laufen und unsere Hündin kurz anzusprechen. Das klappt super beim Gassi laufen, aber eben nicht irgendwo, wo ich den Hund evtl. nicht vor ihr sehe. Entspanntes Eisessen beim Gassigehen ist z.B. nicht drin, ich nehm sie einfach nicht gern mit, weil ich immer in Hab-Acht-Stellung bin, ob irgendwo ein anderer Hund ist.

      Kennt das jemand und habt Ihr vielleicht noch Tipps für uns?

      LG

      • Bei dem Problem sehe ich immer, dass man ständige Aufmerksamkeit vom Hund fordern soll, d.h. über Leckerli-Beutel ständig den Hund auffordern, einen anzuschauen. Gerade wenn andere Hunde kommen, ablenken. Irgendwann soll sich das von allein erledigen.
        Ausprobieren musste ich es selbst zum Glück noch nicht.
        Frag doch sonst mal in einer Hundeschule.

        Ich kenne das Problem gut. Mein Hund ist auch so ein Fall.

        Letztendlich hilft bei uns nur, wenn möglich den großen Bogen zu laufen, oder die Straßenseite zu wechseln. Abstand ist da echt die halbe Miete.

        Ich nehme unseren Hund mittlerweile nicht mehr mit in die Stadt. Es ist mir zu stressig und ich merke auch, dass der Hund nichts davon hat.

        LG

        Ja, hier!!!!

        Wir haben unsere Hündin im November aus dem Ausland bekommen.

        Sie ist eine ganz liebe!

        Aber wehe uns kam die erste Zeit ein anderer Hund entgegen!

        War oft so arg, dass sie mir aus dem Halsband schlüpfte und auf den anderen drauf ist.

        Mit Hilfe der Hundeschule u.a versuchen haben wir sie mittlerweile so weit, dass sie nicht mehr auf alle Hunde anspringt. Kommt ein Hund überraschend, den sie und ich vorher nicht gesehen haben und er "mault" nicht, ist sie auch relativ ruhig.

        Also, unser Hundetrainer sagte mir, Hund sitzen lassen und den anderen "schön" füttern. Fand ich total doof. Machte aber immer mit. Nur der Hund nicht. Wie erklär ich das am Besten....Also wenn ich den anderen Hund früh genug gesehen habe, dann habe ich schon mit dem füttern begonnen. Irgendwas ganz leckeres. Aber du musst aufpassen, sie nicht für knurren oder bellen zu belohnen. D.h. sie muss dich ansehen, dann bekommt sie auch was. Bei uns ging das, solange der andere Hund ruhig war, dann konnte ich auch das Leckerli länger in der Hand halten und im richtigem Moment eins füttern. Ich habe dann bei Hunden geübt, die sie nicht leiden kann. Die im Garten ausflippten. Ein oder zweimal vorher sitzen lassen, gelobt oder in richtigem Moment ein "Nein", sie auch mal umgeschubst wenn die meinte sie müsse jetzt den Ton angeben. Wir haben schon manche "Kämpfe" ausgefochten.

        Irgendwann kam ich dann mit Leckerli in der Hand auf der anderen Strassenseite vorbei.

        Was aber nicht bedeutet, dass ich keine Bögen gehen und den Hund immer sitzen lasse. Das fand ich oft sehr anstrengend, da der Hund den anderen meist trotzdem fixiert und das Leckerli nicht mehr interessant genug war. Ich ging fast jedem Hund aus dem Weg und wechsle auch heute noch die Strassenseite. Ich habe begonnen den Hund am Geschirr anzuleinen wenn ich vermute vielen Hunden zu begegnen. Mittlerweile werden nur noch bestimmte angeschnauzt, andere registriert sie sehr wohl, bellt oder knurrt aber nicht mehr. Sie möchte hin, lass ich natürlich nicht zu. Anfangs viel mir sehr stark auf, dass es schlimmer war wenn sie länger keinen Kontakt zu anderen Hunden hatte. Wir waren einmal die Woche in der Hundeschule, da dürfen die Hund auch miteinander spielen. Haben wir mal ausgesetzt wurde es auf der Strasse schnell wieder schlimmer. Inzwischen habe ich einige Kontakte zu anderen Hundebesitzern mit denen wir regelmäßig spazieren gehen, problemlos. Ich lasse meinen Hund aber nie unangeleint auf fremde Hunde zu gehen! Sie ist sehr dominat, wir hatten auch schon "Streitigkeiten", daher mit bekannten Hunde sehr gerne. Beim spazieren gehen mit fremden Hunde denen wir begegnen "noch nicht".

        Ich vermute ich schreibe alles durcheinander. Tut mir leid.

        Klartext. Bei Aggression "Füttern" oder ein scharfes "nein" - notfalls körperlich (also vor den Hund stellen oder den Hund hinlegen lassen) dazwischen gehen. Bei Angst ist füttern sehr schlecht. Da würde ich auch große Bögen gehen und sie langsam an andere Hunde gewöhnen. Hast du Kontakt zu anderen Hundebesitzern?

        Ansonsten lass sie zu Hause wenn du Eis essen gehst ;-) Und versuch locker zu bleiben.... ich kenn das, ich hab mich erwischt, wie ich vor dem besagten Grundstück immer erst tief durchgeamtet habe bevor wir dran vorbei gingen.....natürlich war das nichts....

        Viel Erfolg!

        P.s. Bevor ich hier "Haue" bekomme weil ich schreibe "körperlich" dazwischen zu gehen. Unsere Hündin wäre wie bereits geschrieben, anfangs bei jeder Gelegenheit auf den anderen Hund drauf. Egal ob eine Strasse mit Autos dazwischen ist oder nicht....daher musste ich auch körperlich eingreifen.

      • (5) 20.06.16 - 13:59

        Wir haben auch so eine "Kandidatin" daheim. Vor 2.5 Jahren adoptiert, mittlerweile 6 Jahre alt und ein Beagle-Stafford-??-Mix.

        Das ist buchstäblich ihre einzige Macke, aber die wird mit Nachdruck ausgeübt. Andere Hunde werden in 90% der Fälle angezickt. An der Leine ist es schlimmer, ohne geht meist gut (sofern der andere nicht gegenhält). Passiert ist noch nie etwas, es bleibt beim zicken. Aber ich lasse sie trotzdem an keinen anderen Hund ohne vorher mit dem Besitzer besprochen zu haben was passieren könnte. Sie hat Freunde, mit denen sie auch spielt. Aber ansonsten kann sie gut ohne andere Hunde leben.

        Was haben wir versucht? Noch nicht viel, außer vermeiden und Bogen laufen. Sie ist in solchen Momenten nicht wirklich ansprechbar, und ich kann nicht so ganz einordnen warum sie so reagiert. Ist es Aggressivität, eine Angstreaktion (sie ist eher ängstlich), oder (wie ich meine) wirklich bloss Zickigkeit? Auf Futter reagiert sie dann nicht. Und ich will nicht bestrafen, da ich nicht Weiss warum sie so ist. Da steht noch ein Training mit einem Experten aus.

        Was ganz gut klappt- sie beherrscht das Kommando "parken". Dazu geht sie um mein linkes Bein, setzt sich zwischen meine Beine und bleibt da bis ich "okay" sage. Das klappt auch auf engem Raum, sie verhält sich dort zwar angespannt aber ruhig und ich kann jederzeit zugreifen und das Geschirr festhalten falls sie doch losrennen will.

        Trotzdem sehe ich eine positive Tendenz- früher hat sie andere Hunde auf lange Strecken gesichtet/gerochen, und ist sofort losgerannt um sie anzupöbeln. Abrufen ging nicht, man musste immer ein waches Auge haben und konnte selten ableinen. Das ist vorbei. Immerhin.

        Hallo,

        ich habe meinen leider im vorigen Dezember verstorbenen Hund als älteres Tier aus dem Tierschutz übernommen. Ein Jagdterriermischling, sonst ganz lieb und für uns der Traumhund, allerdings mit einer ausgewachsenen Leinenaggression, die er schon im Tierheim deutlich zeigte.
        Ich war über ein Jahr lang seine Gassigeh-Patin, bereits dort haben wir versucht, mit Hilfe der betreuenden Trainerin am Problem zu arbeiten.
        Was haben wir nicht alles versucht, Ablenken mit Leckerlis, die "Schau-Übung", Bogengehen, Alternativverhalten aufbauen... Leider fruchtete nichts. Wenn mein Fritzi einen anderen Hund erblickte, wurde er steif, er bekam den "starren" Blick, war nicht mehr ansprechbar und gebärdete sich wie ein Verrückter. Ich übernahm ihn so und muss sagen, dass mir dieses Verhalten zu Anfang sehr große Probleme bereitete. Zum Teil übertrug ich meine Aufgeregtheit und Angst über die Leine auf ihn. Hundebegegnung = schreckliche Sache!
        Wir haben zwei Hundetrainer besucht, die uns unabhängig voneinander ein bereits ritualisiertes Verhalten bescheinigten. Dazu kam, dass niemand etwas über seine Vorgeschichte sagen konnte, da er ein Fundtier war.
        Selbst habe ich immer nach den Tipps der Hundetrainer trainiert: bei Sichtung eines Hundes Abstand vergrößern und durch Ablenkung die Ansprechbarkeit des Hundes möglichst gewährleisten. Dabei auf keinen Fall selbst die Contenance verlieren und Ruhe und Souveränität ausstrahlen. Wir nahmen ihn mit in jeden Urlaub, was zuweilen recht anstrengend war. Mehrmals mussten wir Gaststätten verlassen, weil ein anderer Hund auf der Bildfläche erschien und unserer nicht mehr ansprechbar war. (Durch die Geräuschkulisse des hektisch bellenden Hundes waren uns alle Blicke der Gäste sicher;-)). Auf der Straße eines Urlaubsgebietes flanieren, ein Spießrutenlauf. Das Gelände wurde von mir permanent nach anderen Hunden gescannt. Wenn einer gesichtet wurde, Suche nach einer geeigneten Fluchtmöglichkeit und alsbaldiges Verschwinden in diese Richtung. Bei mehreren Hunden = aussichtslose Sache. Das konnte mir zu Anfang eine hektische Röte ins Gesicht treiben. Zumal nicht alle Hundebesitzer Verständnis zeigten und auch manche unfreundliche Bemerkung abgeschossen wurde.

        Es wurde aber besser. Nämlich als ich meine Einstellung zu diesem Verhaltensproblem geändert habe. Mein Hund war einfach nur ein Hund, der bei Sichtung von anderen Hunden bellt. Ein bellender Hund, nicht mehr und nicht weniger. Ich gewöhnte mir an, das nicht mehr als riesiges Problem anzusehen. Wenn jemand damit ein Problem hatte, ok. Langer Rede, kurzer Sinn: je ruhiger ich wurde, je einfacher waren diese Situationen zu ertragen. Bei uns im Ort hatte er sogar zwei Hunde, an denen er kommentarlos vorbeigelaufen ist. Allerdings auch einen Lieblingsfeind, bei dem er regelmäßig komplett ausgerastet ist. Bei fremden Hunden konnte ich an nichts festmachen, ob ein Komplettausraster oder friedliche Koexistenz zu erwarten war.
        Am besten, du ziehst einen Hundetrainer (unbedingt zuerst Einzeltraining) zu Rate. Und stelle dich im Zweifelsfall darauf ein, dass du für die Lebensdauer deines Hundes immer ein diesbezügliches "Problem" haben wirst. Denn für deinen Hund ist sein Verhalten genau richtig. Er versucht sich, die anderen Hunde auf jeden Fall vom Leib zu halten. Aus welchem Grund auch immer.

        Dir alles Gute

        Nici

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