Futterfrage Kaninchen - wer kann helfen?

    • (1) 03.07.16 - 21:25

      Hallo,

      wir haben uns vorgestern zwei Widderkaninchen gekauft. Im Zoohandel wurde uns das bekannte Trockenfutter mitgegeben und es hieß, in den ersten zwei Wochen sollen sie kein Frischfutter bekommen, weil sie es nicht gewöhnt sind und dann vermutlich erst mal wegen der Eingewöhnung bei uns.

      Da die zwei sich aber scheinbar sichtlich wohl fühlen und gut Essen (Trockenfutter und Heu) und heute schon zutraulicher waren, hab ich eben einfach mal paar Blätter Löwenzahn gepflügt und jedem zwei gegeben. Sie sind lt. Mitarbeiter schon ca. 5 Monate alt. Sie waren total gierig drauf.

      Frage die sich mir jetzt stellt. Er sagte und ich hab auch gelesen, das ich nur 1-2 Esslöffel Trockenfutter pro Tag/Tier geben soll. Ich hab aber das Gefühl das sie voll hunger haben und da sie ja noch kein Frischfutter bekommen (oder ich halt jetzt erst anfange), muss ich dann nicht noch mehr Trockenfutter geben? Hab Angst das sie hungern.

      Was gebt ihr denn so genau an Grünfutter und Gemüse und wie viel? Und gebt ihr wirklich gar kein Trockenfutter mehr oder kann man nicht trotzdem paar mal die Woche z.b. morgens eine kleine Menge dazu geben?

      Danke vorab.

      Lg

      • Hallo,

        das Trockenfutter kannst/solltest Du zum Wohle Deiner Tiere nicht füttern. In den meisten Fällen ist es nur Mist, da beispielsweise Getreide reingemischt wird (ist billig) und das hat aber im Kaninchenmagen nichts zu suchen. Mit der Zeit macht es die Tiere krank. Jetzt würde ich Stück für Stück das Trockenfutter weglassen und dann für immer ganz auslassen.
        Eure Kaninchen machst Du glücklich mit frischen oder getrockneten Gräsern, Kräutern, Blüten und Gemüse. Ich persönlich kann das leider nicht alles selbst auftreiben, deshalb bestelle ich das meist im Internet (Hasenhaus im Odenwald bspw.).

        Liebe Grüße

      Hallo Secret!
      Herzlichen Glückwunsch zum Familienzuwachs! ;-)

      Prinzipiell sollte das Hauptnahrungsmittel Heu sein!

      Körnerfutter ist eigentlich gar nicht nötig, wenn überhaupt kannst du es als Leckerchen füttern.
      Klar haben die immer Hunger! Kaninchen fressen den lieben Langen Tag, das muss auch so sein, denn sie haben einen Stopfmagen. Der Magen ist kaum bemuskelt und der Nahrungsbrei wird nur weiter geschoben, wenn von oben Futter nach kommt.

      Heu ist sehr wichtig, denn durch das zermalmen der Halme reiben sich die Zähne aneinander ab. Das ist wichtig, denn die Zähne wachsen ein Leben lang nach. Falsche Fütterung kann dazu führen, dass die Zähne sich nicht richtig abnutzen und Kanten oder sogar Brücken bilden.
      Außerdem kann es schnell zu lebensbedrohlichen Magen-Darm-Störungen kommen.

      Ein Kaninchen, das nicht frisst sollte immer so schnell wie möglich einem Tierarzt vorgestellt werden!

      Bitte kein trockenes Brot oder ähnliches füttern!
      Wenn Trockenfutter, dann grüne pellets in Maßen. Ein Teelöffel reicht da vollkommen aus.
      Frischfutter, also Gemüse, Gräser und Kräuter erstmal blattweise ausprobieren, ob sie es vertragen.

      Klar mögen die Trockenfutter, ich esse auch am liebsten Schokolade ;-)

      Liebe Grüße

      • Hallo und danke für die ausführliche Antwort. :)

        Und woher weiß ich dann, das ich sie nicht überfütter? Also reicht auch aktuell nur Heu und 2 Esslöffel trockenfutter oder ist das dann zu wenig? (Da ja noch kein/kaum Trockenfutter)

        Würdest du denn dann auch jetzt schon anfangen mit Frischfutter, statt erst in zwei Wochen? Danke schon mal. Lg

        • (6) 04.07.16 - 00:17

          Ich würde erstmal nur Heu geben, kein Trockenfutter mehr! Überfüttern kannst du nur mit Trockenfutter und Zuviel Frischfutter (gibt fiesen Durchfall!). Heu dürfen sie soviel fressen wie sie wollen und können. Aber auf hochwertiges Heu achten! Es sollte nicht zu fest gestopft sein, nicht stauben und nicht grau aussehen. Diese viereckigen Ballen von Vitakraft zB- sind Mist. Lieber locker gepacktes Heu, das würzig riecht und lange Halme enthält.

    Hallo!

    Das ist das Problem mit dem handel: erst holt man die Tiere aus Tierquälerischen Zuchten, dann ernährt man sie auch noch falsch, und dann berät man die Käufer auch noch verkehrt.

    Trockenfutter ist nur zu einem gedacht: zur Mast. Möglichst schnell und billig ein Schlachtgewicht erreichen, das klappt mit Trockenfutter. Aber für ein langes und gesundes Leben ist Trockenfutter das falsche, weil es auf lange sicht krank macht.

    jetzt musst Du die Tiere erst mal langsam und vorsichtig umstellen, also bitte ab sofort Gemüse in kleinen mengen geben und langsam steigern, derweil sehr viel heu und immer weniger Trockenfutter und dann ganz weg lassen, sobald sie wirklich futterfest sind.

    Ich hoffe, Du hast Dich vorher mit der Haltung, der Geschlechterkombination, dem enormen Platzbedürfnis auseinander gesetzt? Sonst bitte ganz dringend nachholen.

    (8) 04.07.16 - 00:10

    Trockenfutter sollte man, wenn überhaupt, nur in homöopathischen Dosen geben. Die meisten Sorten enthalten Zucker, und andere Dinge die nicht in ein Kaninchen gehören. Außerdem benötigen normale Kaninchen nicht soviele Kalorien, Trockenfutter führt zu Übergewicht.

    Füttert ihr kein Heu? Kaninchen haben einen Stopfdarm, und müssen eigentlich den lieben langen Tag mümmeln. Deshalb gibt man reichlich gutes Heu. Theoretisch kann man die Hoppler ausschließlich davon ernähren, und sie bleiben gesund und fit. Heu ist rau, die Zähne nutzen sich davon gut ab (ganz wichtig!), die Verdauung bleibt in Schwung etc.

    Frischfutter ist "Bonus" und sollte schrittweise und langsam als Leckerbissen eingeführt werden.

    Meine Kaninchen bekamen 2x am Tag eine reichliche Handvoll hochwertiges Heu pro Nase. Es sollte immer noch ein Rest von der letzten Fütterung im Käfig sein, dann passt die Menge. Dazu gab es morgens Frischfutter (Möhre, Löwenzahn oder Schachtelhalm, auch mal ein kleines Stück Gurke, Apfel etc). Kaum Trockenfutter, und vor allem kein Knabberkram wie Kräcker etc.

    Hallo!

    Unsere 2 Widder bekamen anfangs auch nur Trockenfutter (ohne Getreide, nur gepresste "Wiese") bis sie zu uns kamen.
    Ich habe sofort angefangen, sie an Grünfutter (Löwenzahn, Kohlrabiblätter, Karottengrün) zu gewöhnen. War kein Problem.

    Sie bekamen dann nur noch Heu und außerhalb der Wintermonate hatte ich dann verschiedene Wiesen in der Umgebung, wo ich täglich frische Wiese gezupft habe.

    Karotten dürfen sie auch nur mäßig bekommen, da die dick machen.
    Keinen Kohl füttern.

    Am besten informierst du dich auf diversen Seiten über geeignetes Futter.

    LG
    Sonntagskind

    PS: beim Bauernhof bekommst du sicher gutes und günstiges Heu!

    Vor der Anschaffung von Haustieren sollte man sich über deren artgerechte (!!) Haltung gut informieren. Mich wundert es immer wieder, wie viele Menschen sich völlig unbedarft Tiere anschaffen, von denen sie keine Ahnung haben...

    http://diebrain.de/k-index.html

    http://www.kaninchenforum.de/

    http://www.sweetrabbits.de/#

    Trockenfutter ist absolut kein artgerechtes Nagerfutter. Leider kann man Tiere aus dem Zoohandel (empfehlenswert wäre der Kauf beim Züchter) nicht von jetzt auf gleich umgewöhnen, daher musst du das Trockenfutter langsam absetzen.

    Artgerechte Fütterung erfolgt durch Heu, Heu, Heu und im Sommer möglichst viel Wiese. Trockenfutter und sogenannte "Leckerlies" oder "Knabbersachen" nach der Entwöhnung völlig weglassen! Ergänzen kann man die Heufütterung durch Blätter, Kräuter und Blüten in getrockneter Form.

    Falsche Fütterung begünstigt insbesondere Zahnfehlstellungen, weil die Zähne eines Kaninchens dauernd wachsen. Diese müssen durch den Verzehr von Heu oder Gras abgerieben werden. Aber auch der Verdauungsapparat eines Kaninchens ist nicht auf das Fressen von TroFu ausgelegt. Kaninchen haben einen Stopfmagen und sind auf stetige Nahrungszufuhr angewiesen.

    Ich habe meine Futtermittel immer hier bestellt:

    Kaninchenladen.de

    • Ach und gutes Heu bekommst du beim Heuandi(.de), wenn du keinen Bauern um die Ecke hast.

      Danke für die Antwort und ja, ich habe mich auch vorher informiert!!! Ich habe ja nicht geschrieben, das ich beim Trockenfutter bleiben will, sondern das ich das halt vom Geschäft mitbekommen habe und jetzt noch zwei Wochen füttern soll bevor es Frischfutter gibt und jetzt nicht wusste wie viel sie bekommen sollen und ich schon eher mit dem Frischfutter starten möchte.

      Ich hatte schon mal ein Kaninchen, da war ich allerdings 13 und wie du dir vorstellen kannst, recherchiert man in dem Alter noch nicht so über artgerechte Haltung wie heute (31). Wenn du dir das erste mal einen Hund oder eine Katze holst, kannst du dich vorher noch so viel informieren, Laie bist du trotzdem ;-)

      Danke für deine Tipps. Lg

Hallo,

ich habe drei Kaninchen aus dem Tierschutz. Ich kann dir sagen, dass die voll auf Trockenfutter abgefahren sind als ich sie bekam.

Meiner Meinung nach kannten sie kaum Grünfutter, Heu kann ich nicht sagen. Zwei Kaninchen, die aus sehr schlechter Haltung beschlagnahmt wurden und mein kleines Löwenköpfchen bekam ich, weil das Kind der Familie keinen Bock mehr auf die Versorgung des Tieres hatte.
Trockenfutter aus dem normalen Handel füttere ich grundsätzlich nicht mehr. Meine Kaninchen bekommen hochwertiges Heu, zzt. frische Wiese mit Kräutern (sammele ich jeden Nachmittag selbst bei der Hunderunde), Möhren, Kohlrabi, Salate, frische Zweige, ab und an Obst (Apfel, Birnen, Ananas, Banane...) Im Winter gibt es Wintergemüse (wie z. B. Kohl - VORSICHT! sehr langsam anfüttern...), Möhren, Kohlrabi, Salat und Obst. Da meine Kaninchen ganzjährig im Stall mit Außengehege leben benötigen diese im Winter fettreicheres Kraftfutter, wo ich eine selbst zusammengestellte Mischung aus geschälten Sonnenblumen- und anderen Kernen anbiete.

In deinem Fall würde ich ganz langsam auf frische Ernährung umstellen. Heu muss wie schon von anderen Usern erwähnt immer zur Verfügung stehen. Trockenfutter aus dem Handel würde ich persönlich nur als Leckerchen anbieten.

LG

Nici

  • (14) 04.07.16 - 14:21

    Oh, ich kenne das auch! Kaninchen aus dem Tierheim oder aus schlechter Haltung- und deren Essgewohnheiten! Unterernährt, so das ich in den ersten Wochen mit dem Füttern gar nicht nachkam (morgens kein Fitzelchen Heu mehr im Käfig, Möhren wurden quasi inhaliert #schock). Bei meinem Merlin-Hasen konnte man alle Wirbel tasten, der frass für den Rest seines Lebens regelrecht in Trance vor Verzückung. Er liebte unter anderen Basilikum, und 1-2 Bissen reife Banane waren sein höchstes Glück. Oder auch gekochte (salzlose!) Kartoffel. Mjam.

    Der traurige Rekordhalter war jedoch ein Häschen das jahrelang von Müsli (für Menschen, die Besitzer wollten kein extra Futter kaufen....) ernährt worden war. Der kannte kein Heu, und frass auch keines. Dafür war er sehr interessiert an Orangensaft, Pizza, Cola, und anderen komischen Sachen. Da er frei in der Wohnung lebte, kam er immer mal schauen wenn wir selber aßen. Traurig. Natürlich bekam er nichts davon, aber er lies sich leider auch nicht wirklich auf Hasenfutter ein. Gestorben ist er an einem Tumor der Bauchspeicheldrüse, wohl durch den jahrlangen Zuckerkonsum. Von den schiefen Zähnen und Zahnvereiterungen gar nicht zu sprechen. Wir hatten ihn knapp ein Jahr, da war nicht mehr viel zu retten.

    • Hallo,

      zunächst einmal: ich freue mich immer wieder, wenn ich Postings wie deines lese. Nämlich, dass Menschen nicht in die nächste Zoohandlung laufen und sich ein kleines niedliches Häschen holen sondern im örtlichen Tierheim vorbeischauen und sich auch für Tiere entscheiden, die offensichtlich aus schlechter Haltung stammen und das eine oder andere gesundheitliche Problem (und die damit verbunden TA-Kosten) zu erwarten ist.

      Ich bin ehrenamtlich in unserem Tierheim tätig, du glaubst gar nicht, was wir schon für schlimme und teilweise leider auch hoffnungslose Fälle aus animal hording bzw. absolut schlechter Haltung/Beschlagnahmung hatten. Einige können gerettet werden, einige sind so entkräftet und krank, dass sie letztendlich doch noch sterben.

      Ich bin immer wieder entsetzt, wie wenig sich Menschen um das Leben der ihnen anvertrauten Tiere scheren. Letzten Sommer erst hatten wir in der allergrößten Hitze wieder einen Fall, bei dem der Besitzer für drei Wochen in den Urlaub fuhr und seinen im Garten befindlichen Kaninchenbestand ihrem Schicksal überlies. Ohne jemanden zu beauftragen, die Kaninchen angemessen zu versorgen.
      Aufmerksame Gartennachbarn haben uns gerufen und wir konnten noch einige völlig entkräftete Tiere retten, die zum Glück alle vermittelt werden konnten.
      Darum freue ich mich um so mehr, wenn sich zukünftige oder Neu-Tierbesitzer, wie die Posterin, umfassend informieren bzw. das Wissen von erfahrenen Tierbesitzern hier bei Urbia oder in anderen Foren aneignen möchten.

      Liebe Grüße

      Nici#winke

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