Erstmalig Freigang für Senioren...?

    • (1) 27.07.16 - 12:52

      Hallo zusammen,

      bei uns im Haushalt leben zwei Stubentiger, ein Perser-Mix (Kater) und eine Bengal-Savannah (Katze). Die beiden sind 2006 geboren und haben ursprünglich mir und meinem Ex-Freund gehört. Seit 2011 wohnen sie nun bei mir und meinem jetzigen Mann, wir haben einen Sohn (*2014) und bekommen im Oktober noch eine Tochter.

      So, nun zu meinem Anliegen: ich habe das Gefühl, dass es langsam zu eng wird in unserer 86qm 3-Zimmer-Wohnung. Nicht für uns, wir kommen schon klar, aber den Katzen gehen langsam die Rückzugsmöglichkeiten aus. Die Katze ist sehr sensibel und fand den Neuankömmling schon als Säugling relativ stressig – wenn er gebrüllt hat, hat sie sich meist sofort versteckt.

      Der Kater war da etwas entspannter. Mittlerweile ist mein Sohn 2 Jahre alt und möchte den Katzen natürlich auch gerne mal seine Zuneigung zeigen… die Katze hat er noch nie auch nur ansatzweise zu fassen bekommen, die macht einen riesen Bogen um das Kind – was aber für sie bedeutet, dass sie sofort aufspringt, wenn er den Raum betritt und immer auf Hab-Acht ist.

      Der Kater ist da zutraulicher und geht auch auf den Kleinen zu, lässt sich streicheln etc. Ich versuche meinem Sohn wirklich beizubringen, dass er vorsichtig mit sein soll und dulde KEINE Gewalt gegenüber Tieren, aber ich bin auch nicht jede Sekunde dabei… also hat er den treudoofen (sorry ;-)) Kater schon am Schwanz hochgehoben, sich auf ihn draufgelegt oder ähnliches. Manchmal denke ich mir, dass dieses Tier keinerlei Selbsterhaltungstrieb hat, anders kann ich mir das nicht erklären.

      Damit die Katzen in Ruhe fressen können, stehen ihre Näpfe auf dem Kratzbaum in der Küche, so dass Junior nicht dran kommt. Katzentoiletten stehen im Badezimmer, welches mit einem Türgitter verschlossen ist – da können die Katzen drüber, Sohnemann nicht. Fürs Kind unzugängliche Schlafmöglichkeiten gibt es z. B. auf Schlafzimmer- und Kinderzimmerschränken.

      So, nun kommt also bald Kind 2 und ich glaube, das Leben für die beiden Senioren wird nicht leichter werden… wenn es nach mir geht, fange ich während meines Mutterschutzes an, sie an Freigang zu gewöhnen, damit sie gerade tagsüber mehr Platz zum Ausweichen haben. Wir wohnen nicht perfekt, aber zumindest gibt es viel Grün in der Nähe und die umliegenden Straßen sind durchgehend 30er Zonen. Unsere Wohnung liegt in Hochparterre und ich würde an die Balkontür der Küche eine Katzenklingel installieren, die per Klingelton oder Lichtsignal Bescheid gibt, wenn eine der Katzen rein will.

      Mein Mann ist nicht hundertprozentig überzeugt von der Idee, bessere hat er allerdings auch nicht… ;-)

      Fragen an euch hierzu:

      Was haltet ihr von der Idee? Würdet ihr 10jährigen Wohnungskatzen unter diesen Umständen Freigang gewähren? Oder hält das jemand für eine total bescheuerte Idee? :-D (Die Möglichkeit lasse ich nur gelten, wenn dafür bessere Vorschläge kommen, wie ich das Leben von 4 Menschen und 2 Katzen auf 86qm für die Vierbeiner lebenswerter gestalten kann)

      Wenn ja zum Freigang, wie gehe ich das am besten an?

      Ich würde erst mal beide neu impfen lassen (was ist da absolutes Muss?)

      Dann würde ich zu bestimmten Tageszeiten (dachte an morgens und abends) VOR der Fütterung das Fenster mal aufmachen und sie einfach die Gegend erkunden lassen. Oder würdet ihr erst mal mit Leine rausgehen? Das kennen allerdings beide nicht. Vielen Dank für Euer Input!

      #winke

      Monika

      • Hallo,

        ich würde es nicht machen.
        Nur wenn man einen Garten oder Terasse hat, die man per Zaun komplett begrenzen kann.
        Die Katzen haben keinerlei Ahnung von draußen und würden völlig überfordert sein.
        Unsere sind viel jünger aber ich bin überzeugt, dass sie ihr erster Weg unter ein Auto führen würde.

        Habt ihr denn Catwalks in eurer Wohnung?

        LG

        • Hallo und danke für deine Antwort!

          Catwalks in dem Sinne haben wir nicht. Allerdings ist alles an Regalen und Schränken in der Wohnung begehbar und zugänglich.

          LG,

          Monika

          • Wäre vielleicht zu überlegen?
            Wir haben das zusätzlich zu Schränken etc. und wenn hier Besuch mit Kindern ist, dann sind die Katzen immer oben auf den Catwalks zu finden :-D

            Sollten wir noch mal ein Kind bekommen, werden wir fürs Bad eine Ersatztür kaufen und da eine Katzenklappe rein machen lassen. So ist mehr Ruhe im Bad.

            LG

      Hallo!

      draußen ist nicht unbedingt angenehm für ältere Katzen. Es gibt oft wesentlich jüngere Raufbolde in einer halbwegs katzenkompatiblen Nachbarschaft, die ihnen sehr schwer zusetzen könnten. Und es reicht ja nicht, dass die paar Straßen die direkt angrenzen 30er Zonen sind - es müsste schon ein Umkreis von wenigstens 200 Metern Luftlinie "sicher" sein.

      Noch dazu kennen sie es einfach nicht, die Gefahr, dass sie sich in einem offen stehenden Schuppen zu einem Mittagsschlaf hinlegen, der Nachbar nichtsahnend die Tür schließt, und sie dann eingeschlossen sind, ist immer vorhanden - junge Katzen hören gut und schreien oft, wenn man nach ihnen ruft, außerdem haben sie oft genug Reserven um wenigstens einige Tage zu überstehen. Aber alte Katzen die schlechter hören und schneller dehydrieren?

      gerade eine unsichere Katze die schon Angst vor einem Kind hat könnte auch vor Hunden, Autos, Rasenmähern und allen möglichen anderen Dingen in Panik geraten - und in ihrer Panik dann weit rennen oder vor ein Auto geraten. Oder sie laufen nichtsahnend in den Garten eines Hundes, der vor ihnen steht, und dann sind sie doch nicht mehr so sportlich, um über den Gartenzaun schnell genug zu entkommen.

      Jüngere Katzen lernen eben von Anfang an, was die Gefahren sind, wachsen da hinein. Sie wissen, wo Hunde leben, welche Artgenossen mit vorsicht zu genießen sind, und kennen die Geräusche. Irgendwo eingesperrt waren viele wenigstens mal für ein paar Stunden und haben dabei gelernt, sich nicht irgendwo zu verkriechen.

      Ich würde eher empfehlen, die Wohnung umzugestalten. In JEDEM Raum möglichst viele deutlich erhöhte Liegeplätze schaffen, richtig gemütliche, weiche zum wohl fühlen. Idealerweise gleich in passender Höhe verbunden, so dass die Katze komplett ohne eurem zweijährigen am Boden zu begegnen den Schlafplatz wechseln kann. Das ist leicht umgesetzt und gibt ihr schon viel Sicherheit.

      • Hallo,

        irgendwie komisch, ich empfinde meine Katzen irgendwie gar nicht als alt… das kommt wohl davon, wenn man sie seit klein auf hat, hm? :-D

        Wir wohnen in einem Stadtteil, in dem durchgängig nur 30 gefahren werden darf (ich hoffe, dass bald auch auf der Durchgangsstraße rechts vor links gilt, dann klappt das da sicher auch…). Richtung Osten gibt es einen Park mit viel Grünfläche, in Richtung Westen eine Bahnlinie, die allerdings komplett hinter einer Schallschutzmauer steht. Richtung Norden gibt es Straße und einen Kleingartenverein, Richtung Süden den Wald. Es ist schon städtisch, also Schuppen gibt es nicht. Evtl. Garagen.

        Ich werde mir das mit den Catwalks als Alternative mal durch den Kopf gehen lassen – das war eigentlich sowieso mal mein Plan gewesen, der aber dann im Rahmen diverser Ereignisse hinten angestellt wurde…

        Danke für deine Anregungen #winke

        • Mir geht es ganz ähnlich, meine Katzen kommen mir auch nicht alt vor - bis ich nachrechne, dass ich sie schon seit 13 Jahren habe und zwei da ja schon zwei oder drei Jahre alt waren.

          Aber wenn Plüschie dann auf eine Kommode springen will, drei mal ansetzt und dann doch nicht richtig hoch kommt, dann fällt mir doch wieder ein, dass sie nicht mehr jung und fit sind. das wäre bei einem Gartenzaun über den sie drüber wollten halt auch schon ein Problem.

          guck auch mal kritisch in Deiner Gegend, wie viele Katzen da schon leben (Konkurrenz und Revierstreit), wie viele Hunde, ob viele Hunde alleine im Garten unterwegs sind oder eher nur mit Gassigängern an der Leine... ob es Nachbarn gibt die sehr versessen auf Gartenarbeit sind und dann auch größere Mengen hochgiftiges Schneckenkorn im Garten verteilen, oder ob es probleme geben könnte, wenn Deine katzen einen Sandkasten als Katzenklo missbrauchen. Es kommt da schon viel auf einen zu.

    Hallo,

    eine Katzenklingel ist eine tolle Erfindung, aber glaub mir, spätestens wenn du das 10. Mal zur Balkontür rennst um die Katze rein zu lassen wirst du dieses Teil verfluchen

    Ich empfehle dir eine Katzenklappe einbauen zu lassen die auf den Chip der Katze reagiert. Ja, auch in eine Glastür kann man das machen lassen.

    Einen GPS Sender am Halsband befestigt, zeigt dir genau, wo deine Katze sich aktuell befindet. Sowas z. Bsp.:

    https://tractive.com/de/

    nicht billig, 80,- Euro pro Teil plus monatl. 4,99 Euro für die App

    Eine Garantie, dass den Katzen draussen nichts passiert hast du nie, auch nicht bei Katzen, die schon immer draussen waren.

    Ich kann deine Bedenken verstehen, bald mit 2. Baby - ich würde es machen und sie rauslassen.

    • Du empfiehlst echt ein Halsband mit GPS? Würde nicht dazu raten! Halsbänder für freigänger sind gefährlich!

      Mona

      • ich habe der TE einen Vorschlag gemacht, ob sie es umsetzt ist ihre Sache

        Natürlich muss dass ein spezielles Katzenhalsband sein mit einem Sicherheitsverschluss , der sich im Falle eines Hängenbleibens der Katze öffnet....

        • Leider sind diese Sicherheitsverschlüsse nicht halb so sicher wie man annimmt. Es gibt viel zu oft schwere Verletzungen und tote Katzen trotz "Sicherheits"-Halsband.

          Wirklich leicht gängige Sicherheitsverschlüsse heißen eben, dass die Katzen das Halsband auch wirklich oft verlieren. Einmal durch ein enges Gebüsch geschlichen oder am Hals gekratzt, schon ist es wieder weg.

          So sieht es oft aus:

          http://www.tierheim-guetersloh.de/335.html

          Andere sind gleich tot, da macht dann keiner mehr Fotos. das sind sozusagen die "glücklichen" die überlebt haben.

    Hallo und danke für deinen Beitrag – den einzigen bisher, der sich FÜR den Freigang ausspricht… #gruebel

    meine Schwiegereltern haben auch eine chipgesteuerte Katzenklappe in ihrer Balkontür, von daher weiß ich, dass es theoretisch machbar ist. Die Praxis dort ist allerdings die, dass die Klappe zu bleibt, weil der Kater sonst alle 2 Stunden Mäuse, Eidechsen und Vögel ins Haus schleift. :-D

    Mit dem Thema GPS-Verfolgung müsste ich mich mal gezielt auseinander setzen, darüber habe ich mir bislang noch keine Gedanken gemacht.

    #winke

    Monika

(14) 28.07.16 - 18:24

Freigänger gehen eigentlich raus, weil sie da was erleben wollen, ihr Ruhe- und Rückzugsort ist aber Zuhause. Da sie bei Euch Zuhause keine rechte Ruhe- und Rückzugsmöglichkeit haben, wir der Freigang eher noch mehr Unruhe als Ruhe in ihr Leben bringen.

Käme denn kein Umzug in Frage über kurz oder lang? Mit 4 Personen und 2 Katzen auf 86 m² wird doch auf Dauer eh etwas eng. Vielleicht findet Ihr ja irgendwas mit eingezäuntem Garten oder Terrasse, wo die Katzen dann in vertrauter Umgebung trotzdem mal ein ruhiges Eckchen finden.

Wir hatten übrigens genau dieselbe Konstellation, zwei 10 Jahre alte Katzen und Sohnemann war 2 Jahre alt als meine Tochter kam. Und auch wir wohnten da auf 85 m² noch. Den Sohn hatten die Katzen noch verkraftet, aber die Geburt der Tochter ließ die Katzen durchdrehen. Unser Kater war regelrecht psychisch gestört, als NOCH ein Kind kam, unsere Katze hat daraufhin allergisch auf ihn und sein verstörtes Verhalten reagiert und ihn nicht mehr akzeptiert. Wir haben ihn dann abgeben müssen, da es zusammen mit der Katze nicht mehr ging und sie mit den Kids im Gegensatz zu ihm kein Problem hatte.

  • Hallo,

    vielen Dank für deinen Beitrag, auch wenn der mir nicht viele Hoffnungen macht :-(

    Ein Umzug ist nicht ausgeschlossen, aber auch nicht unbedingt in greifbarer Nähe. Wir wohnen in einer für Familien sehr begehrten Wohnlage und die Wohnung ist gekauft. Hier in der Stadt was größeres mit Garten zu finden, ist ziemlich aussichtslos und fast nicht zu bezahlen. #schmoll

    Liebe Grüße,

    Monika

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