Hündin depressiv?

    • (1) 04.08.16 - 08:12

      Meine 1,5 Jahre alte Hündin ist seit Beginn ihrer Läufigkeit sehr ruhig geworden. Sie spielt kaum noch und liegt fast immer herum. Nur beim Spaziergang taut sie wieder auf und wird lebhaft.

      Ich habe das erst auf die Läufigkeit geschoben, jetzt sind aber fast 3 Wochen vergangen und es wird nicht besser. Ihre Schnalle wird gerade wieder kleiner (ist aber immer noch angeschwollen), so das ich denke, es könnte sein, dass sie Probleme mit der Scheinträchtigkeit hat.

      Andererseits haben wir seit Mitte Juni einen sehr lebhaften Welpen, der ständig mit ihr spielen will und sie dauernd anspringt und ins Fell beißt und daran zieht. Sie wehrt sich nur selten und jault meistens nur, wenn es weh tut. Zu Beginn hat sie immer mitgespielt und war begeistert. Jetzt muss ich mich sogar manchmal vor sie stellen und dem Welpen dieses Verhalten verbieten.

      Woran meint ihr, liegt ihr verändertes Verhalten eher? Und was kann ich tun?

      • ja, das hat mit den Hormonen zu tun. Während der Läufigkeit wird so manche Hündin "melancholisch";-) und braucht mehr Zuwendung von Herrchen od. Frauchen. Zuwendung, aber kein Betuteln.
        Von der Läufigkeit rutschen die Hündinnen dann in die Scheinmutterschaft. Aus nahmslos alle Hündinnen mit mehr od. weniger Auffälligkeiten. Wenn man seine Hündin dann betutelt und bemitleidet, dann unter stützt man sämliche negativen Auswirkungen.

        >>Jetzt muss ich mich sogar manchmal vor sie stellen und dem Welpen dieses Verhalten verbieten.<<
        besser wäre es, du würdest nicht dem Kleinen das Spielen verbieten, sondern die Große zum Spielen animieren.

        • besser wäre es, du würdest nicht dem Kleinen das Spielen verbieten, sondern die Große zum Spielen animieren.

          Das finde ich nicht. Ich stelle mich auch vor meinen Hund und unterbinde wenn er zu aufdringlich wird. Dafür bin ich da.

          • mein Ratschlag kommt aus den Erfahrungen, die ich reichlich mit läufigen Hündinnen bzw. Hündinnen, die in der Scheinmutterschaft stecken, gemacht hab.

            Es ist nur ein guter Ratschlag von dem ich weiß, dass er was bringt. Es muss sich keiner dran halten

      Das ist ganz normal.

      Deine Hündin befindet sich jetzt in der Nachbrunst. Und die dauert ca 9 bis 12 Wochen, bis die Gelbkörper abgebaut sind und der Hormonstatus wieder im normalen Bereich ist.

      Erst nach den drei Monaten beginnt die Ruhephase, wo die Hündin hormonell wieder ganz runtergefahren ist.

      Ich würde sie lassen. Gib ihr Ruhe und Anregung im gleichen Maße. Der Welpe sollte Abstand halten. Körperliche Nähe tut gut und festig Eure Bindung. Kein Betüddeln aber Nähe schenken. Aufmunterndes Spielen und eine große Portion von "Mädchen, das wird schon wieder."

      Und meine ganz persönliche Meinung: sich langsam über das Thema Katration informieren.

      LG

      • >>sich langsam über das Thema Katration informieren.<<
        ja, jeder Hund sollte auf die Bedürfnisse seines Halters zu geschnitten sein
        Da für stehen die unter schiedlichsten Mittel zur Verfügung. Erziehung und eigenes Verhalten sind völlig über bewertet.
        wer Ironie findet, darf sie behalten

        • Ich wusste, das Du antworten würdest... ;-)

          Und ich bleibe bei meiner Meinung: Kastration ist eine durchaus überdenkenswerte Option. Auch wenn ich ganz persönlich noch einen Schritt weiter gehe und auch gesunde und intakte Tiere (sowohl männlich als auch weiblich) IMMER kastrieren würde.

          Vor hundertfünfzig Jahren stellte Charles Darwin fest, dass jede Existenz letztlich der Weitergabe von Erbgut dient und damit der Sexualtrieb ein großes Gewicht im Leben aller Arten einnimmt.

          Und ein Tier, welches Streß mit dem Trieb hat oder sogar krank, aggressiv oder wesensverändert wird, gehört definitiv kastriert.

          Meine Meinung. Und nicht Deine, das weiß und akzeptiere ich. Wir müssen darüber nicht weiter diskutieren. Wir würden auf keinen gemeinsamen Nenner kommen.

          LG

          • und ich hatte gehofft, dass du mir antwortest:-) Was gibts in einem Forum schöneres als einen Diskussionspartner, mit dem sich das diskutieren lohnt?

            >>Wir müssen darüber nicht weiter diskutieren. Wir würden auf keinen gemeinsamen Nenner kommen.<<

            müssen wir doch auch nicht. Horizont erweiternd, neue Denkanstöße gebend, das sollen Diskussionen bringen!

            >>Und ein Tier, welches Streß mit dem Trieb hat oder sogar krank, aggressiv oder wesensverändert wird, gehört definitiv kastriert.<<

            stell dir vor, da bin ich deiner Meinung. Man muss aber unter scheiden zwischen einer vorüber gehenden hormon bedingten Veränderung und einer dauerhaften..
            Und man sollte natürlich auch wissen, ob man als Halter dazu in der Lage ist, mit seinem Tier gut und passend während dieser in Intervallen immer wieder kommenden Veränderungen um zu gehen. Oder ob man das über haupt will. Ansonsten sehe ich die Kastration auch als durch aus andenkens werte Option und auch für manche Tiere als die bessere Option!
            ach, du, wenn du schon Darwin ins Spiel bringst, dann solltest du nicht so kleinlich sein und es auf die Tiere begrenzen.

            • Na gut, der Mensch hat auch einen Sexualtrieb - kann ihn aber (anders als das Tier) selbst bestimmen, lenken und manchmal auch unterdrücken.

              Ein Tier hat einfach nur einen Trieb, den es naturgemäß ausleben will. Ohne wenn und aber. Kann es das aber nicht, leidet das Tier.

              Ich finde, das ist eine ganz einfache Rechnung.

              Vieles kann man nicht steuern. Aber einen unnützen Sexualtrieb mit Nebenwirkungen zu erhalten, halte ich für falsch.

              LG

              • >>Kann es das aber nicht, leidet das Tier.<<
                so pauschal für alle Tiere kann und darf man das nicht sagen, weils nicht stimmt!

                Wieso werden Hündinnen auch heute noch, nach der Läufigkeit schein trächtig bzw. rutschen in die Scheinmutterschaft?
                Weils das Erbe des Wolfes ist. Ja, doof, dass man es mit Züchtung nicht weg bringt, weil es eben ein Teil dessen ist, um die Art am Leben zu erhalten, sprich sich fort zu pflanzen.

                Im Wolfsrudel dürfen sich aber nicht alle Wölfinnen fort pflanzen. Das darf nur das Alpha-Weibchen. Um dieses aber bei der Aufzucht zu unter stützen, deshalb haben die anderen Weibchen im Rudel die Scheinmutterschaft, damit sie im Notfall Milch geben können.

                Und wenn die Milch nicht gebraucht wird, dann halt eben nicht

                >>Aber einen unnützen Sexualtrieb mit Nebenwirkungen zu erhalten, halte ich für falsch.<<

                olala, jetzt könnte man meinen, du vermenschlichst die Tiere;-)

                • Ja, leider. Ich neige dazu. *Schande über mich*

                  Ich leide auch immer viel mehr mit, wenn Tiere gequält werden oder ihnen etwas schlimmes passiert ist, als bei Menschen.

                  Meine Hündin wird auch ziemlich vermenschlicht. Fremde Hunde sehe ich viel rationaler - aber bei der eigenen Brut (Kinder und Hunde - wenn Du verstehst, was ich meine) neige ich zum rationalen Totalausfall.

                  Seufz. Nu isses raus. Ich bin ein Tiervermenschlicher #fest

                  • aber auch da gibts Abstufungen;-) Gestern abend lief ein Bericht in 3-Sat, im Prinzip nicht wirklich was Neues, aber durch aus zum nach denken geeignet (und ja, teil weise blutet einem das Herz)
                    https://pressetreff.3sat.de/startseite/artikel/wissen-aktuell-wahre-tierliebe/

                    was ich auch hoch interessant finde ist, dass ja eben sehr viele Menschen z. B. ihren Hund vermenschlichen, Hier im Forum gibts eine Diskussion bzgl. eines Hundes mit nur noch einem Auge und wo zur Disposition steht, dieses Auge wegen Schmerzen eben falls raus zu operieren was den Vorteil hätte, dem Tier Schmerzen, evtl. weitere Operationen und Medikamentengaben(die ander weitig ja auch Nebenwirkungen haben, jeden falls die meisten Medikamente) zu ersparen, aber dem Hund das Augenlicht zu nehmen, das können sich viele dann halt nicht vorstellen und empfinden u. U. als grausam, da sie es aus Menschensicht sehen, als Mensch. Aus Hundsicht sind die Augen nicht so wichtig, Hunde orientieren sich viel mehr mit ihrem Geruchsinn und dem Gehör und kompensieren den Verlust des Augenlichts wesentlich besser, als evtl. mancher Mensch.

                    aber grad wenns ums Kastrieren geht, dann ist der Hund einfach nur ein Hund, ein Tier und es werden sich keine großen Gedanken drüber gemacht, wie ein Hund das ganze verarbeitet, was es für Auswirkungen auf den Charakter hat usw. usf.
                    Und sagen, mit uns reden können sie ja nicht.....

                    • Ja, ich weiß was Du meinst.

                      Aber so schlimm bin ich dann doch nicht. (Puh, Glück gehabt).

                      Alles was medizinisch und manchmal auch notwendig ist - sehe ich ziemlich klar und rational. Ich weiß halt, dass Hunde mit drei Beinen oder keinen Augen ein lebenswertes Leben führen können. Und eine Hündin ohne Eierstöcke und Gebärmutter eben auch ein sehr lebenswertes Leben führen kann.

                      Und ich weiß auch, das Hunde niemals mit sich hadern sondern immer im Hier und Jetzt leben. Das finde ich so geil.

                      Aber ich habe überhaupt keine Hornhaut auf der Seele, wenn es um das das seelische Leid geht. Wenn Tiere leiden, weil sie unterfordert, überfordert, misshandelt, missachtet werden. Aus Menschenhand sozusagen.

                      Und ich weiß auch, dass viele das niemals verstehen werden, was ich meine. Mach aber nix. Is halt so, nech.

                      • >>Wenn Tiere leiden, weil sie unterfordert, überfordert, misshandelt, missachtet werden. Aus Menschenhand sozusagen.<<
                        >> dass viele das niemals verstehen werden, was ich meine.<<
                        ich verstehs.
                        Viele "Probleme" die Hunde dem Menschen machen, sind vom Menschen gemacht. Aus Unwissen, aus Ignoranz od. falschem Verständnis

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