Katzenjagd abgewöhnen

    • (1) 15.08.16 - 19:13

      Hallo zusammen,

      als bislang stiller Nur-Leser habe ich mich jetzt einmal angemeldet, um eine Frage zu stellen. Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit meinem Problem:

      Vor 4 Monaten habe ich einen 4-Wochen-alten Welpen übernommen, der von der Mutter nicht richtig angenommen wurde bzw. ständig zu kurz kam. Aufzucht, Entwicklung soweit prächtig. Allerdings wird er jetzt sehr munter und hat wohl seine Jagdleidenschaft entdeckt: Er scheucht ständig unsere Hofkatzen. Meine beiden erwachsenen Hunde haben dies nie getan, unsere kleinen Kinder ( 2 und 4 Jahre) natürlich auch nicht.

      Natürlich gehe ich dazwischen, wenn ich das mitbekomme. Da die Hunde aber den größten Teil des Tages frei auf dem Gelände herumlaufen, kann es auch sein, dass ich es nicht mitbekomme.

      Es ist mir wichtig, dass die Katzen in Ruhe gelassen werden. Sie haben als halbwilde Hofkatzen ja einen wichtigen Job und ich möchte nicht, dass der tollpatschige Hund sie verängstigt oder vertreibt.

      Im Internet finden sich eine Reihe von "Anleitungen", wie man Hunde die Katzenjagd abgewöhnt - relativ langwierig das Ganze. Meine Frage:

      - Gibt sich das eventuell von selbst, die "großen" Hunde tun es ja auch nicht?
      - Reicht es darauf zu warten, dass sich eine der Katzen mal per Kralle wehrt?

      Hat jemand damit Erfahrung?

      • Hallo,

        ich fasse mal zusammen.

        Der Welpe/Junghund ist jetzt 5 Monate alt und verbringt viele Stunden alleine mit zwei älteren Hunden den Tag draussen. Das war ja wahrscheinlich auch schon so, als er noch kleiner war? Hat er das so hingenommen? Normalerweise wollen Hunde, und gerade Welpen, ihrem Herrchen auf Schritt und Tritt folgen.

        Abgesehen davon finde ich, dass das für einen so jungen Hund viel zu viel Bewegung (schlecht für die Gelenke) bedeutet.

        Wieviel übst du mit ihm Kommandos wie Platz, Sitz, Bleib z.Bsp.?
        Wird er auch vom Kopf her ausgelastet wie, versteckte Leckerchen suchen, Bällchen wieder bringen nur als Beispiel.

        Du schreibst, dass die Anleitung im Internet das Katzenjagen abzugewöhnen sehr zeitaufwändig/arbeitsintensiv ist....glaubst du der Hund erzieht sich von alleine, jetzt nicht nur was das Katzen jagen anbelangt?

        Im großen und ganzen lese ich aus deinem Text, dass der Hund sich größtenteils sich selbst überlassen bleibt, gleichzeitig soll er aber die Katzen nicht jagen und seine Erziehung soll quasi von selbst stattfinden.

        • Danke für Deine Rückmeldung.

          Ich glaube da hast Du etwas falsch herausgelesen; vielleicht habe ich mich aber auch nicht verständlich ausgedrückt. Der Kleine hat quasi 24/7 Gesellschaft, sofern er nicht pennt. Er ist ansonsten völlig unproblematisch - sehr gelehrig, tapert immer hinterher, alles easy. Nur Katzenjagen ist das Problem.

          Ich hatte das Problem noch bei keinem Hund. Wie geschrieben, die beiden Althunde machen es ihm das nicht vor. Wahrscheinlich gehört "Jagdinteresse" ja zur normalen Hundeentwicklung, aber ich habe da keine Erfahrung, deshalb meine Frage. Früher oder später, werden sich die Katzen sicher zur Wehr setzen. Im Moment stellt er sich noch zu ungeschickt an. Ich hoffe das reicht dann, oder entwickelt er dann erst recht Ehrgeiz?

          Vorläufig gehe ich dazwischen. Vielleicht sollte ich ihm einfach immer ein Leckerchen geben, wenn er eine Katze erfolgreich ignoriert. Problem ist nur, so häufig kommt das dann auch nicht vor. Man kann ja kaum den ganzen Tag auf der Lauer liegen.

        • das ist halt das Problem, solange du da nicht konsequent eingreifst, sprich sobald er eine Katze jagt eine Konsequenz für ihn folgt, sehe ich da keine Chance, dass er sein Verhalten ändert.

          Ich glaube aber dass sich das dann von alleine regelt.

          Eine Katze weiss sich sehr gut zu wehren. Zunächst wird sie aber immer die Flucht ergreifen und beim Hund wird dann der Jagdinstinkt geweckt. Die Katze kommt über oder unterm Zaun durch, der Hund nicht.

          Um den Hund würde ich mir keine Sorgen machen, er wird maximal ein paar Kratzer auf der Nase davontragen, sollte ihn eine Katze mal erwischen.

          • Da ist sicher etwas dran. Bislang versucht er nur Katzen nachzugehen. Hühner oder Kaninchen lässt er links liegen. Abgesehen von den Katzen möchte ich natürlich verhindern, dass er am Ende alles jagd, was kreucht und fleucht.

            Wenn er sich später als ausgewachsener Hund dazu entschließt, spontan auf Jagd zu gehen, ist da kein Halten an der Leine mehr. Ich werde das lieber immer sofort unterbinden.

    Hallo,

    der Hund ist quasi mit den Katzen aufgewachsen. Sie gehören für ihn dazu.
    Ich denke nicht, dass er ernsthafte Absichten hegt, ihnen weh zu tun.

    Sollte er einer von ihnen zu nahe kommen, gibt es eins auf die Nase und fertig.
    Ich denke eher, dass es jugendlicher Leichtsinn und u. U. auch Langeweile ist.

    Wenn der junge Hund mit zwei älteren Hunden zusammen lebt, sieht er diese als sein Rudel an und ist wahrscheinlich sehr glücklich. Ich würde an deiner Stelle nur aufpassen, dass er auch eine enge Bindung an dich aufbaut.

    LG

    Nici

    Wir haben gerade ein ähnliches Problem: unser 4 Monate alter Welpe bellt die Nachbarkatzen (3) an und dreht durch, sobald die in unseren Garten kommen. Unsere ältere Hündin hingegen bleibt ganz gelassen.

    Ich denke mal, dass die Kleinen Angst vor den Katzen haben und deshalb bellen und sie verfolgen. Sollte ich falsch liegen und es gibt tatsächlich einen Instinkt, der den Hunden eingibt, dass sie Katzen hassen oder jagen müssen, würde ich versuchen, durch Früherziehung dem entgegen zu wirken.

    Ich versuche gerade, meine Kleine vorsichtig an die Katzen heran zu führen, damit sie sieht, dass ein Miteinander geht. Auch in unserem Garten, ihrem Revier.

    Ich würde es allerdings nicht auf eine Auseinandersetzung ankommen lassen. Es gibt zu viele Hunde, die ein Auge verloren haben durch Katzenkrallen.

    • Katzen und HUnde kommunizieren genau gegenteilig...ein freuig wackelnder Schwanz ist bei Hund Freude, bei der Mieze Alarm...Katze schnurrt, Hund deutet es als Knurren usw.

      Wenn beide von klein auf die Sprache des anderen lernen, dann klappt es ganz gut.

      Ja, das ist wie ein Klischee, dass es ausgerechnet und ausschließlich auf Katzen geht. Er hat genug andere Tiere um sich, aber nur Katzen sind interessant. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er zu jagen versucht. Angst scheint er nicht zu haben, Gebell gibt es auch nicht, er wetzt bloß hinterher.

      Ich werde das jetzt erstmal unterbinden. Mal sehen, ob das reicht.

      • Unserer jagt nur unseren Kater.

        Aber das ist der Kater selber schuld. Unser Hund hat eine offene Gitterbox unter der Treppe und er liebt Höhlen liegt also entsprechend oft da drin. Unser Kater ist manchmal ein kleiner Drecksack. Der geht dann ganz leise, guckt in die Box, schlafender Hund drin heißt er springt mit Schwung auf die Box das es scheppert und der Hund sich total erschrickt. Und von der Box dann auf die Treppe und ab nach oben (Treppe kann Hund nicht rauf, ist ein Gitter vor denn oben werden die Katzen gefüttert und steht das Katzenklo). Ist der Hund nicht in der Box kann unser Kater ganz normal und leise die Treppe rauf.

        Der Hund ist ja nicht doof, der merkt ja das es IMMER der Kater ist der ihn so erschreckt. Rache ist Blutwurst. Wenn er also die Chance hat dreht er den Spieß um. (Kater ist aber schneller und über Zäune oder in Bäume kommt der Hund ja auch nicht)

        • Haben wir den selben Kater ;-). Wir haben drei Katzen und zig weitere in der Nachbarschaft. So langsam lernen alle es in der Nachbarschaft in Deckung zu gehen und wenn der Hund in Sichtweite ist sich zu ducken und zu hoffen das der Hund nix merkt.
          Unser netter Kater legt es jedoch drauf und und wartet immer darauf dass der Hund ihn sieht um dann ein Kater / Hund Spiel im Garten zu veranstalten wo bis jetzt immer der Hund verloren hat.

(15) 17.08.16 - 12:33

Mmh, schwierig. Unsere Hündin kam mit 4 Jahren zu uns, und war passionierte Katzenjägerin. Es reichte, eine Katze von weitem zu sehen- dann war der Hund weg. Einmal hat sie durch einen blöden Zufall im Feld sogar eine erwischt, und sie wusste genau was zu tun war: im Genick packen und schütteln. Nur weil ich direkt daneben stand und sofort eingriff ist der Katze nichts weiter passiert. Doof, zumal meine SchwieMu eine Katze im Haus hatte und wir auf Grund der Entfernung immer über Nacht dort bleiben.

Nach nun 2.5 Jahren bei uns íst das Geschichte. Ich würde sie nicht mit einer Katze alleine im Raum lassen, aber sonst.....ein kurzes "Nein!" und das wars. Auch ohne Leine, und sogar wenn die Katze fünf Zentimeter vor ihrer Nase vorbeiläuft. Sie würde schon gern, schaut mich aber erst an und wenn ich es nicht erlaube (was ich nie tue!)...dann eben nicht.

Was haben wir getan? Ehrlich gesagt- nichts spezielles. Ihr nur wieder und wieder klare Grenzen gesetzt. Allerdings traf sie auch nie alleine auf eine Katze, und konnte ihren Trieb daher nicht unbeobachtet ausleben. Ich denke, das "Erfolgserlebnis" einer Jagd wiegt so schwer, das man anschließend schlecht gegensteuern kann.

Es gibt ein "Anti Jagd Training", damit haben viele Bekannte sehr gute Erfahrung gemacht. Das kann man gezielt in der Hundeschule machen, ob es allerdings Erfolg bringt wenn der Hund alleine ist- glaub ich eher nicht.

Und ich denke auch nicht, das es nur eine Phase ist. Hunde sind Hetzjäger. Jagen macht Spaß, umso mehr wenn mal ein Erfolg da ist. Wenn sich dieses Verhalten erstmal eingeschliffen hat ist es schwer wieder abzugewöhnen. Allerdings sind Katzen ja auch nicht blöd, dann gehen sie dem Hund halt aus dem Weg.

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