Einzeltierhaltung von Kleintieren macht mich traurig

    • (1) 16.08.16 - 13:33

      Hallo zusammen, ich Wende mich mal an euch weil ich nicht weiß ob ich übertreibe. Ich bin über diese Tierhaltung von Meerschweinchen und Zwergkaninchen traurig. Also in einer Wohnung leben ein Jack Russell Hund, 2 Meerschweinchen und ein Hase. Die Kleintiere werden Einzel gehalten. Alle 3 Käfige stehen aneinander am Boden. Die 2 Meerschweinchen vertragen sich nicht, sind 2 unkastrierte Böcken. Der eine ist vor 6 Monate dazugekommen und ist 3 Jahre alt. Der andere ist etwas älter der schon paar Jahre bei der Familie lebt, bevor sie den neuen gekauft haben ( Zoohandel). Wenn sie mal Auslauf bekommen dann nur getrennt. Achso der neue Bock hat den älteren etwas Angegriffen. Ich finde es traurig, dass die Tiere jetzt Einzel gehalten werden und keine andere Lösung gefunden wird. Laut Tierarzt soll auch der Hase nicht mehr vergesellschaftet werden. Der lebt auch schon paar Jahre allein in der Familie. Also ich finde das Sozialleben der Tiere ist sehr eingeschränkt außer der Hund, der bekommt viel Aufmerksamkeit. Die Kleintiere bekommen genug zu essen und trinken aber ich finde es schade, dass sie alle Einzel gehalten werden. Ich musste mir das mal von der Seele schreiben, euch noch einen schönen Tag. LG

      • Leider geht es vielen Kleintieren so. Wir haben 3 Kaninchen - die haben ein 15qm Außengehege Tag und Nacht, Sommer wie Winter. Die meisten hier halten uns für verrückt. "Ihre Kaninchen" sind auch mit einem kleinen Stall "zufrieden"...

        Nein, ihnen bleibt nur keine andere Wahl......

        Da hilft auch das reden und Erklärungsversuche nichts. Manche wollen es einfach nicht verstehen. Das macht mich oft traurig und die Tiere tun mir leid, ändern kann ich es leider nicht.

        Ich lege großen Wert darauf, dass unsere Kinder lernen und verstehen, wie man Tiere gut, richtig, artgerecht behandelt. Unsere Kaninchen werde nicht rumgeschleppt. Sie sind kein Spielzeug sondern Lebewesen. Ich hoffe sehr, dass unsere Kinder es später bei ihren eigenen Kindern so weitergeben.

        Lg Alex

        • Moin,

          hast Du ein Bild von Eurem Kaninchenparadies ? Klingt wirklich super ! #pro

          Wir haben grade unseren neuen "Kaninchenstall/Auslauf" fertig gebaut (sind umgezogen) und 15 qm hätte mein Mann niemals mitgemacht. Ich bin ein bisschen neidisch auf Euren 15 qm Auslauf. #hicks

          Unsre 2 haben jetzt 6 qm und dürfen aber sobald wir draußen im Garten sind den ganzen Garten benutzen.

          LG dore

          • Hab leider nur diese Ansicht von unserem. Da ist es noch ganz neu uns noch nicht eingerichtet. Da kamen dann noch Baumstümpfe zum erhöhten Sitzen dazu, Tunnel aus Pflanzsteinen usw.
            Ich stehe mit der Kamera in der Ecke, also das Gehege geht hinter mir noch etwas weiter.
            Die Holzkante unten rechts im Bild ist von einer 1 qm großen Buddelkiste.

            Ich finde, wenn man Platz hat, dann kann kein Gehege groß genug sein und es lohnt sich IMMER :-)

      • So war das bei uns auch.
        Als mein Mann ein altes Carport im Garten aufbaute und als Hasengehege umgebaut hat, haben auch viele den Kopf geschüttelt #augen
        Mir war das egal, selbst diese 15 qm waren mir noch zu wenig und so hab ich unseren kompletten Garten ausbruchsicher gemacht und sie hatten - unter Aufsicht - mehrere Stunden zusätzlich 100 qm zum rennen und springen.
        Und wenn man dann sieht, die die Kaninchen diesen Platz nutzen, geht einem das Herz auf.
        DAS sollten alle Käfig-Kaninchen-Besitzer mal sehen und dann noch behaupten, dass ihren Hasis der Käfig oder der gekaufte 1,2 qm Auslauf ausreicht #aerger

    Nicht nur dich. Finde Einzelhaltung bei vielen Tieren einfach ein Unding.
    Meerschweinchen sind meines Wissens nach sehr gesellig, brauchen Abwechslung und Platz. Ein Kaninichen meine ich braucht so ca. 2 m².
    Ich habe keine Kleintiere, aber sogar bis zu mir ist durchgedrungen, dass die handelsüblichen Kleintierkäfige keine vernünftige Haltung zulassen.

    Wie soll sich denn ein Kaninchen beschweren? *grübel*

    Hallo,

    da geht es mir wie dir. Nur das es mich zusätzlich noch wütend macht, wenn ich ein z. B. Kaninchen/Meerschweinchen in Einzelhaltung, in einen handelsüblichen Käfig gepfercht, sehe.
    Ich versuche dann, den Halter darüber aufzuklären, dass diese Haltung ganz und gar nicht artgerecht ist.
    Ich war neulich bei einer Bekannten, die ich durch eine gute Freundin kennenlernte, eingeladen. Im Kinderzimmer stand so ein Käfig mit einem traurigen Kaninchen drin. Die Tochter der Familie erklärte mir, dass das Kaninchen in letzter Zeit nicht mehr herausdürfe, weil es so viel "vollpinkelt und vollk....".
    Meine Freundin und ich haben daraufhin mit der Mutter geredet und ihr aufgezeigt, dass das absolut keine artgerechte Haltung ist. Und ich habe ihr ein Video meiner Langohren gezeigt, die in Außenhaltung mit großem Stall leben.

    Es macht mich unwahrscheinlich wütend, wenn Leute solche Tiere anschaffen und sich vorher wirklich Null mit den Haltungsbedingungen vertraut machen. Ich meine, es gibt Bücher, Internet, Internetforen, Seiten wie diebrain etc.
    Das Kaninchen wurde im Zoofachhandel gekauft, null Beratung zu Haltung und Ernährung.

    Da für meine Bekannte ein weiteres Kaninchen in der Wohnung nicht in Frage kommt, wird das Kaninchen zu einer anderen Bekannten umziehen, die ihre Tiere vorbildlich hält.
    Ich glaube, die Tochter der Familie, 10 Jahre, war ehrlich erschüttert, wie ihr geliebtes Tier gelitten hat.

    Wenn ich so etwas sehe, versuche ich es mit Aufklärung. Wenn keine Einsicht da ist, ist natürlich Hopfen und Malz verloren.

    LG

    Nici

(12) 17.08.16 - 12:59

Oh je. :-(

Ich kann es dir nachfühlen- sowas ist schlimm, vor allem wenn man bedenkt das es für die Tiere ja ein ganzes Leben so bleiben kann. Stell dir vor, du lebst alleine unter Elefanten. Nicht gut.

Ich kann dann auch nie meine Klappe halten und versuche mit den Besitzern zu verhandeln. Leider sind meiner Erfahrung nach viele wirklich beratungsresistent, bzw. es ist ihnen schlicht egal. Das Tier wurde für die Kinder angeschafft, und hat keinen Stellenwert der über Plüschtier/ Spielzeug hinausgeht. Im Idealfall landen die Tiere dann irgendwann im Heim oder beim Tierschutz, werden wieder aufgepäppelt und haben eine Chance auf Gesellschaft. Ansonsten- stirbt das Tier halt in seinem kleinen Käfig, in Folge von Fehlernährung etc.

Fast alle meine Tiere kamen aus solcher Haltung. Zwei Fälle sind mir besonders im Gedächtnis geblieben.

Eine 8-9 Jahre alte Häsin, im Zoohandel gekauft und irgendwann nicht mehr von der Urlaubsbetreuung abgeholt. Lebenslang alleine. Als sie zu mir kam, stellte ich als Erste (!) fest das sie wohl blind ist. Ist vorher niemandem aufgefallen. Sie bekam einen Kumpel, und sass von da an immer an ihn gekuschelt, manchmal mit ihrem Kopf unter seinem Bauch.

Ein unkastrierter Bock, ebenfalls lebenslang alleine, der wegen seinem Geruch auf dem Balkon auf Katzenstreu in einem offenen Drahtkäfig (1 m x 50 cm) leben musste. Futter wollte keiner extra kaufen, also gab es den Rest Müsli. Heu kannte er nicht. Als ich ihn abholte (hatte wochenlang darum gebeten mir das Tier abzutreten) war er eingeschneit. Ohne Haus etc. Er hatte sogar aufgegeben sich zu putzen. Beim ersten Versuch der Fellpflege kippte er um- Männchen machen klappte erst später wieder. Nach Kastration durfte er zu unserem Mädchen, und hat sie heiß und innig geliebt.

Aber das sind halt nur die wenigen Fälle die man mitbekommt. :-(

  • Danke für die vielen mitfühlenden Antworten.

    Der arme Kerl, dass ist wirklich schon sehr extrem :(
    Ich habe auch versucht, es den Jungs zu erklären warum ihre Meeris sich nicht gleich auf Anhieb vertragen. Es kann mehrere Ursachen haben. Keiner macht sich Gedanken darüber.
    Da wird dann der einfache Weg genommen, auf Kosten der Tiere.
    So wie ich es gehört habe, ist es für die Fam. am wichtigsten, den Tieren Nahrung zugeben, dass ist auch sehr schön aber die Bedürfnisse nach Artgenossen fehlen :(

Hallo!

da bist Du wirklich nicht alleine, mich macht das auch traurig, vor allem weil klar ist, wo die Fehler liegen.

Bei den Meerschweinchen vor allem an zu wenig Platz und mangelhafter sozialisation, in der Bockgruppe wird das wahrscheinlich auch nichts mehr, aber wenn man beide kastrieren lassen würde und jeweils ein weibchen dazu wäre alles super. Nur hört es sich eben nicht so an, als ob die familie Lust hätte, Geld in die Hand zu nehmen und Platz zu opfern, um wirklich etwas zu ändern.

eigentlich kann man da nur anbieten, die Tiere zu übernehmen und ihnen ein neues leben selber ermöglichen.

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