Hund abgegeben

    • (1) 30.09.16 - 09:02

      Hallo zusammen,

      eigentlich will ich nur mal eure Meinung hören. Wir haben/hatten einen SharPei-Bullmastiff, den wir mit 14 Wochen von einem Enödbauernhof in Österreich geholt haben. Wir waren in der Hundeschule, haben ihn mit den Kindern (damals 3 und 5) vertraut gemacht ect. Es lief jetzt 2,5 Jahre super, er war zu den Kindern immer sehr lieb, nie geknurrt ect. Was schon immer ein Problem war sind Fremde, zu uns nach Hause durfte niemand, der wurde sofort geschnappt (fremde Kinder genauso wie Erwachsene). Natürlich wurde der Hund dann erst auf seinen Platz verwiesen, dann durfte der Besuch rein, wurde dann auch besser.

      Das Problem hat sich ebenso beim Spazierengehen gezeigt, er hat wahllos Leute ausgesucht nach denen er beim Vorbeigehen geschnappt hat (auch Kinder, Kinderwägen ect). Vor einigen Wochen hat er dann an einem Wochenende drei Leute gebissen, einer hat geblutet. Diese Menschen sind NUR an ihm vorbei gegangen, er war angebunden am Tisch und hat geschaut. Was das Fass zum Überlaufen brachte, er hat dann eine Woche später meinen kleinen Sohn ins Gesicht geschnappt, ohne Knurren ect. Der hat gottseidank nur an der Nase leicht geblutet, aber das Vertrauen ist dahin. JEDER hat uns geraten ihn abzugeben, da die Kinder mit 6 und 7,5 Jahren einfach für so einen Hund zu Klein sind, er wiegt 40 kg.

      Er wurde auf einer Pflegestelle untergebracht und gestern endgültig vermittelt. Jetzt hat mir die Vermittlerin gerade geschrieben, dass sie eine Stelle mit HERZ gefunden haben, da ich ihn ja einfach abgeschoben habe und noch schlimmere Vorwürfe.

      Was hättet ihr gemacht? Behalten und das Risiko eingehen, dass er meine Kinder irgendwann schwer verletzt oder versucht eine gute Stelle zu finden, aber ihn natürlich bis dahin nicht mehr zu Hause zu behalten? Gehen nicht die Kinder vor? Vor allem haben wir eine Firma und da hat er, wenn ich rausgehe mit ihm, auch schon nach Kunden geschnappt. Klar haben wir etwas falsch gemacht, aber wir sind nur eine Familie und keine Hundetrainer. Die Hundeschule konnte uns ja letztendlich auch nicht helfen, da die Attacken immer willkürlich waren. Und unsere Jungs gehen beide in die Schule, die bringen auch mal spontan Freunde mit rauf, der Hund müsste dann sein Leben in der Box oder mit Maulkorb verbringen, das geht doch auch nicht?

      Danke, ist lang geworden...

      • Hallo,

        aus meiner Sicht habt ihr richtig gehandelt. Und ich als Hundenarr und Tierschützer bin die Letzte, die leichtfertig zur Abgabe eines Hundes rät.

        Deine Problembeschreibung lässt vermuten, dass in der Erziehung grundlegend etwas falsch gelaufen ist. Auch die Herkunft des Hundes, ein öder Bauernhof, auf dem er wahrscheinlich auf wenig geprägt wurde, lässt nichts Gutes vermuten. Das ist natürlich euch anzulasten, ist jetzt aber nicht mehr zu ändern. Ihr hättet einen Hundetrainer mit Fokus Problemverhalten engagieren können, aber da mittlerweile die Spreu vom Weizen zu trennen, ist nicht einfach und setzt Sachverstand voraus.
        Wenn du aber schreibst, dass euer Hund bereits andere Menschen und sogar euer eigenes Kind blutig geknappst hat, hattet ihr wohl eine tickende Zeitbombe an der Leine. Ihr seid überfordert und es wäre m. E. nur noch eine Frage der Zeit gewesen, bis etwas richtig Schlimmes passiert wäre. Ein 40-kg-Hund kann ein Kind oder sogar einen Erwachsenen schwer verletzen und schlimmstenfalls totbeißen.

        Ich hoffe, dass die neuen Besitzer das Problemverhalten mit Sachverstand und ggf. mit professioneller Hilfe angehen und die Pflegestelle sich die Leute genau angesehen hat.
        Schrecklich wäre es , wenn der Hund zum Wanderpokal wird und irgendwann, vielleicht sogar aufgrund eines Beißvorfalls, im Tierheim landet. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass viele der Hunde dann bis zu ihrem Lebensende dort sitzen, weil sich niemand findet, der einen Sachkundenachweis ablegt, den nötigen Sachverstand nachweist und die Kosten für den Wesenstest übernehmen will.

        LG

        Nici

        • Er hat einen Wesenstest, den sogar mit Bravour bestanden. Wir haben sicher irgendwann was falsch gemacht, wurden aber von der Hundeschule anscheinend auch nicht richtig beraten. Er hat sich sehr aggressiv entwickelt, er ist sehr Territorial und mit Firna und Kunden geht das nicht. Im Nachhinein hat uns jeder vor einem SharPei gewarnt, plötzlich kannte jeder jemanden der einen hat, der aggressiv ist... nun ja. In seinem Vermittlungstext stand er ist kinderlieb, ich könnte weinen. Wo er hin ist sagen sie nicht, nur eben ich hätte ihn abgeschoben.

          • Hallo,

            er hat einen Wesenstest! Und den mit Bravur bestanden#kratz
            Habt ihr beim TA abchecken lassen, ob gesundheitlich mit ihm alles ok war?

            Lass dich nicht runterziehen von der Pflegestelle. Dir im nachhinein noch Vorhaltungen und Vorwürfe zu machen bringt doch wirklich keinem was.

            Du hast richtig gehandelt und eure Kinder und andere vor größerem Schaden bewahrt.
            Wäre natürlich schön, wenn du die Kontaktdaten der neuen Besitzer hättest. Auftauchen würde ich dort schon im Hinblick auf den Hund nicht, aber zumindest Nachrichten hätte man sich austauschen können.

            Hab mir eben die Wesensbeschreibung von Schar Peis einmal durchgelesen. Ja, sie sind rassebedingt territorial, Fremden gegenüber zurückhaltend und misstrauisch und möchten ihre Familie beschützen. Hört sich für mich ähnlich der rassebedingten Eigenschaften eines Herdenschutzhundes an.
            Das in die richtigen Bahnen zu lenken stelle ich mir nicht einfach vor.
            Auch steht dort, dass es von diesen Hunden keinen Kadavergehorsam geben wird. Sie treffen also eigene Entscheidungen, die sich nicht immer mit denen des Besitzers decken müssen. Und wieder kommt mir der Herdenschutzhund in den Sinn.
            Diese sind ja erst mit 3 - 4 Jahren erwachsen und entwickeln danach ihr eigentliches Wesen.

            So könnte ich mir vorstellen, dass er den Wesenstest im jüngeren Alter zwar bestanden hat, aber danach erst sein spezifischen Wesensmerkmale und Fehler, wenn man es so nennen will, entwickelt hat.

            Manchmal habe ich persönlich auch so meine Zweifel, ob in manchen Hundeschulen rassetypische Eigenheiten richtig beachtet werden, oder ob Null-Acht-Fünfzehn über einen Kamm geschoren wird.

            Darf man fragen, warum er einen Wesenstest abgelegt hat. Ich meine, das ist ja auch mit Kosten verbunden, hier z. b. um die 400 € + Vorbereitung. Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich nicht unbedingt müsste, würde ich den nicht freiwillig mit meinem Pepe ablegen.

            Alles Gute

            Nici

            Oh man

            • Na er ist zur Hälfte Bullmastiff und die brauchen in Bayern einen Wesenstest. Den Prüfer hat er beim reinkommen auch geschnappt, bzw. in seine Richtung, der meinte aber das wäre im eigenen Revier ok. Außerdem war er mit 18 Monaten noch nicht ausgewachsen (psychisch) und es hatte 40 Grad draußen. Gesund ist er, haben wir testen lassen, nur eben eine Spätentwickler Rasse.

      Ich denke, dass Du richtig gehandelt hast, da Du noch kleine Kinder hast.

      Dennoch habe ich mich anders entschieden, obwohl ich die gleich Probleme wie Du habe.

      Ich habe auch einen extrem schwierigen Hund. All das, was Du beschreibst, macht mein Hund auch. Fremde Menschen sind für uns immer ein Risiko, da meine Hündin schnappt und beißt. Wenn wir Besuch bekommen, muss die Hündin entweder ausziehen (geht ins Asyl ins Nachbarhaus), kommt in den Kennel oder wird in ein anderes Zimmer gebracht. Je nach Länge und Art des Besuches.

      Freilauf geht nicht, da sie unberechenbar ist. Fremde Hunde werden manchmal akzeptiert, manchmal angegangen. Nur mit ausgewählten Hunden, die ich kenne, darf sie frei laufen und spielen. Fremde Hunde, die uns unangeleint begegnen, sind immer ein Streßfaktor. Allerdings habe ich kein Problem damit, klar und deutlich einzufordern, dass der andere Hund zurückgehalten und angeleint werden soll.

      Wenn wir in den Urlaub fahren, ist der Hund ein echtes Hindernis. Stadtbummel ist mit ihr ausgeschlossen. Auch auf Besichtigungen kann man sie auf Grund ihrer Unberechenbarkeit nicht mitnehmen.

      Aber - und das ist der große Unterschied - ich habe halt keine kleinen Kinder mehr. Meine Kinder sind schon groß und wissen verantwortungsvoll mit den Macken unsere Hündin umzugehen. Und wir als Familie sind nicht gefährdet, da unsere Hündin uns total verfallen ist. Sie ist uns gegenüber total anders. Sehr lieb, anhänglich, ausgeglichen und einfach nur toll.

      Deshalb habe ich nie daran gedacht, sie abzugeben. Aber ich weiß halt auch, dass das Leben ohne sie manchmal echt stressfreier wäre.

      LG

      • war eure Hündin schon immer so.... aggresiv?

        • Sag ruhig verhaltensgestört.

          Ja leider.

          Ich habe sie seit sie 9 Wochen alt ist. Sie wurde aus einem verwahrlostem Haushalt beschlagnahmt. Keine Außenreize, keine Prägung, keine Sozialisierung. Neun Wochen lang nur Dreck, Kot, Dunkelheit. Zu Fressen gab es Kartoffeln. Immerhin gekocht.

          Zudem war das Muttertier schon auffällig. Also vermute ich auch eine genetische Veranlagung.

          Sie war dann bereits schon so geschädigt, dass wir in der Welpenschule oder beim Tierarzt auf ihr komisches Verhalten angesprochen wurden. Tenor war: Au weia, dieses Tier wird euch noch viel Nerven kosten.

          Hat sie auch. Geld und Nerven gekostet. Aber weggeben war trotzdem nie eine Option. Das würde ich mir nie verzeihen, weil ich weiß, das so ein verkorkster Hund ganz ganz schwer zu vermitteln ist.

          LG

          • >>Also vermute ich auch eine genetische Veranlagung.<<
            puh, ich hab an die sog. "Rüdinnen" denken müssen. Wer weiss, evtl. kommt bei euch dann eins zum anderen
            >>Zudem gibt es noch so genannte “Rüdinnen” – Weibchen, die im Mutterleib mit vielen Brüdern heranwuchsen und deshalb unter ständigem Testosteroneinfluss standen <<
            http://www.bestehunde.de/kastration-beim-hund.html

            ich sehs aber wie du, auch schwierige Hunde haben ein liebe volles Zuhause verdient. Aller dings müssen es Menschen sein, die dieser Aufgabe auch gewachsen sind bzw. in einer Lebenssituation sind, wo sie es können

            • Ja, das stimmt.

              Hätte ich kleine Kinder, sehe vieles anders aus.

              Ich habe übrigens auch eine Rüdin. Auch seit der Kastration. Hebt das Bein usw. Allerdings hatte sie nur einen Bruder im Wurf und 4 Schwestern.

              Na ja. Ich vermute auch, dass auch manchmal unsere Erziehung etwas konsequenter hätte sein können. Nicht alle Fehler kann man auf Genetik und Prägung schieben. Die Brut ist immer so verkorkst, wie man sie sich gebaut hat. Von daher muss ich mir in manchen Dingen auch selbst die Schuld geben.

              Aber wir leben ganz gut mit ihr und haben uns an arrangiert. Ewig zu hadern ist auch kein Zustand.

              LG

      Danke. Also hätte ich große Kinder/keine Kinder wäre niemals weggekommen. Auch wenn es bei dem Problem mit den Fremden geblieben wäre (ich war schon auf der Suche nach einer guten Hundeschule), hätte ich ihn behalten. Er hat aber ohne Knurren oder weggehen (er war nicht in die Enge gedrängt) einfach mein Kind ins Gesicht geschnappt, das macht es eben zu einer unberechenbaren Sache...

Ihr habt richtig gehandelt, als ihr ihn zur Weitervermittlung abgegeben habt.

Der Hund war eine Gefahr für eure Kinder (sein eigenes Rudel) - und die gehen vor. Wären da keine gefährdeten Kinder gewesen, hätte ich gesagt, dass ihr in eine andere Hundeschule hättet gehen sollen,um den problematischen Hund mit viel Zeit und Mühe umzuerziehen.

Ihr seid überfordert gewesen mit dem Tier und deshalb war es konsequent, das zuzugeben und dem Hund so ein ein Leben mit anderen Herrchen zu ermöglichen, die evtl besser mit Problemhunden umgehen können, so dass keine harmlosen Passanten oder Kinder mehr gebissen werden.

(14) 30.09.16 - 16:13

Hallo,

dass Dir die Entscheidung nicht leicht gefallen ist, glaube ich Dir. Aber sie war in Deiner Situation auch völlig richtig.

Mir ist schon öfter aufgefallen, dass manche Tierschutz-Organisationen - so sehr ich auch schätze, was sie tun - ungerecht urteilen.

Z.B. gibt es in einem mir bekannten Tierheim eine "Tierklappe", die auch genutzt wird. Zum Glück. Besser sie wird genutzt, als ein Tier wird einfach ausgesetzt oder entsorgt.
Wenn dann ein Tier dort landet, wird der Ruf laut nach Überwachungskameras und "Wer hat etwas gesehen?". "Wie kann man nur so herzlos sein?" etc. pp.

Dass Leute diese Klappe aber nutzen, um etwaigen Verunglimpfungen, wie Du sie erlebt hast, aus dem Weg zu gehen, wird aber nicht gesehen.
#gruebel

Sicher gibt es Leute, die Tiere wie Möbelstücke behandeln, aber alle über einen Kamm scheren, geht einfach auch nicht.

LG
Karin

(15) 30.09.16 - 18:02

Also, für mich habt ihr auch HERZ. Jede Menge sogar! Ihr habt den Hund in gute Hände abgegeben. Andere Menschen hätten einen Hund der ihren Sohn ins Gesicht beißt einen Kopf kürzer gemacht bzw. eingeschläfert (ich denke sogar das ein Tierarzt sich unter diesen Umständen bereit gefunden hätte dies zu tun).

Ich finde, ihr habt richtig gehandelt. Und dem Hund kann hoffentlich geholfen werden, bzw. er ist in seinem neuen Zuhause sicher und kann dort mit seinen Macken alt werden.

Ich kannte einen Boxer (6 Jahre, aus dem Tierheim, Frauchen hatte bereits drei Hunde dieser Rasse erfolgreich erzogen und bis zum Tod gehalten) der plötzlich und unvermittelt auf sein Frauchen losging. Echt. Mitten im Spiel mit meiner Hündin, drehte der sich um und rannte zu Frauchen um sie bellend und knurrend anzugehen. Warum? Keiner hat es je heraus gefunden. Kein Trainer konnte helfen. Sie hat es so akzeptiert, und hatte (zum Glück) auch nie wirklich Angst vor ihm. Es gibt halt schwierige Hunde.

  • (16) 30.09.16 - 21:34

    Danke! Ich finde die Vorwürfe so ungerecht, vor allem hat die Pflegestelle die ihn eigentlich behalten wollte ihn nach zwei Wochen weiter gegeben, weil der andere Hund ihn nicht möchte. Da wurde auch nicht gearbeitet und das Problem ist kein kleines Kind!

(17) 01.10.16 - 09:55

Hallo!
Ich bin auch immer schwer dafür, kein Tier abzugeben, aber in Eurem Fall führte da ja nun wirklich kein Weg dran vorbei! Ob es nun allein an der Erziehung gelegen hat oder ob der Hund echt schwierig war, spielt hier ja nur eine untergeordnete Rolle.

Der Hund hat ja nicht einmalig mal geschnappt, weil das Kind ihn am Schwanz gezogen hat....
Die Pflegestelle soll mal ganz ruhig sein. Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, das Hunde in einer neuen Umgebung erst mal kleine Brötchen backen und beobachten. Da lässt sich erst genau was sagen, wenn etliche Wochen ins Land gegangen sind!
Alles Gute #winke
asira

(18) 01.10.16 - 14:35

Du hast das genau richtig gemacht!

Gruß

Manavgat

Du hast meiner Meinung nach die richtigen Konsequenzen gezogen.

Ja, vielleicht habt ihr Fehler gemacht in der Vergangenheit , vielleicht wart ihr dem Tier einfach nicht gewachsen. Das soll kein Vorwurf sein. manche Hunde sind schwierig und brauchen sehr lange professionelle Betreuung.
Und wenn es dann darum geht, dass du Verantwortung für das Verhalten des Hundes zeigen musst, musst du auch die Übergriffe durch das Tier verantworten.

Ich finde im Alltag ist das schon was Anderes.

Wir hatten als Familie einiger solcher Situationen in meiner Kindheit und Jugend.
Der letzte Hund, den wir hatten, war draußen sehr aggressiv was andere Hunde anging. Das Spazierengehen war echt der Horror. Irgendwann fing ich an zu joggen, da war er dann beschäftigt und hatte keine Augen mehr für andere Hunde.
Er war aber nie aggressiv anderen Menschen gegenüber, sondern immer sehr freundlich. Und Kinder hat er geliebt.

In meiner Kindheit waren wir auch mal auf der Suche nach einem Hund und wandten uns an das Tierheim. Dort fanden wir einen ziemlich süßen Kameraden, den wir glaube ich 2 Wochen hatten. Er hat meine Schwester vor allem beschützen wollen und alles und jeden weggebissen inklusive meiner Eltern und uns Geschwistern.
Dann haben wir ihn wieder zurückgebracht bevor etwas Ernsteres passiert ist.

Ein paar Jahre später waren wir auf einer Feier bei Leuten aus unserer Nachbarschaft. Diese hatten einen Golden Retriever Rüden, der wie ich immer fand, sehr eigenartig war. Ich mochte ihn nicht, obwohl ich Goldies eigentlich schon immer abgöttisch geliebt habe.
Wir waren dort zum Grillen eingeladen , der Hund war an der Leine und saß einfach dort. Mein Bruder (damals 5) wollte zu dem Nachbarn an den Grill gehen und lief ganz normal , nicht einmal besonders hektisch an dem Hund vorbei, der ihn aus heiterem Himmel anfiel und erst losließ , als der Besitzer handgreiflich wurde.
Das Resultat war, dass ihm die halbe Hand zerbissen wurde und er dann jahrelang Angst vor Hunden hatte. Der Arzt hatte daraufhin eine Anzeige gegen die Besitzer aufgegeben , die den Hund dann einschläfern lassen mussten. Es stellte sich heraus, dass der Hund total überzüchtet war und die Besitzer selbst und deren Kinder vorher schon mehrfach vom dem Tier gebissen worden waren und der Arzt ihnen bereits riet, den Hund abzugeben bevor noch etwas schlimmeres passiert.
Die Wunde meines Bruders hat sich im Übrigen noch total oft und lange entzündet, weil der Hund auch noch krank war, was sehr sicher zu seinem Ausfall beigetragen hat.

Ich weiß wie schwer es fällt einen Hund gehen zu lassen, aber manchmal ist es einfach die vernünftigere Lösung.
Ich könnte mit dem Gewissen nicht leben, wenn mein Hund jemanden anfällt. Und sei es auch nur, dass ich mir eingestehen muss, dem Tier nicht gewachsen zu sein.

Liebe Grüße und alles Gute.

Hallo,

da du ausdrücklich gefragt hast, was ich gemacht hätte: Ich hätte den Hund nicht abgegeben, ich hätte ihn einschläfern lassen.

Das wäre mir zu gefährlich gewesen, sorry.

Ich könnte nicht damit leben, dass er doch irgendwann einem Kind, das ihm zu Nahe kommt, das Gesicht wegbeißt.

LG

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