Hund aus dem Tierschutz (Ausland)

    • (1) 08.02.17 - 06:21

      Guten Morgen,

      Hat hier jemand einen Tierschutzhund, speziell einen aus dem Ausland? Wir suchen einen Vierbeiner und sind auf vielen gängigen Vermittlungseiten unterwegs. Tierheime haben wir ebenfalls abgeklappert. Gefühlt jeder Hund kommt mittlerweile aus dem Ausland. Hat jemand Erfahrungen gemacht? Bei vielen kennt man ja keine Vorgeschichte und mehr als ein Leben auf der Straße haben diese Hunde meist auch. Ich kennengelernt. Würdet ihr euch zutrauen so einen Hund aufzunehmen? Wir haben eine kleine Tochter (4) und haben natürlich ihr gegenüber eine große Verantwortung. Was ist, wenn man sich für einen Hund entscheidet, es aber im Nachhinein absolut nicht klappt ? Würde gern ein paar Erfahrungsberichte hören.

      • Guten Morgen,

        ich habe einen Hund aus der Smeura in Rumänien. Geschätzte 5 - 9 Jahre, Vorgeschichte komplett unbekannt.
        Mein Pepe wurde in unser örtliches Tierheim übernommen, wo ich mir viel Zeit genommen habe, ihn kennenzulernen.
        Voriges Jahr im Januar haben wir ihn dann zu uns nach Hause geholt.

        Ich bin der Meinung, er muss vorher schon irgendwo im Haus gelebt haben, er hat sich von Anfang an tadellos verhalten, stubenrein, katzenverträglich. Lediglich eine große Vorsicht Männern gegenüber konnte ich feststellen. Dies hat sich aber aufgrund sehr positiver Männerkontakte im vergangenen Jahr verringert, also fast nicht mehr vorhanden. Lediglich auf Alkoholgeruch reagiert er mit Angst, wenn er in die Enge getrieben werden würde, würde er wahrscheinlich auch schnappen. Kinder scheint er weniger zu kennen, ist ihnen gegenüber sehr vorsichtig und legt keinen Wert auf Kontakt mit ihnen.

        Da er sehr verfressen ist, habe ich befürchtet, dass wir es mit einer Futteraggression zu tun bekommen. Das ist zum Glück nicht der Fall, sogar unsere Katzen dürfen an seine Näpfe gehen.

        Für uns unser Traumhund.;-)

        LG

        Nici

        • Hallo
          Das gibt es ja nicht! Unser Hündin kommt auch aus der Smeura und ähnelt deinem Pepe sehr. Auch wir waren von Tag 1 an überzeugt das sie das Zusammenleben mit Menschen einfach kennen muss. Verfressen war sie jedoch nie, auch deshalb denken wir das sie nicht lange in der Smeura selbst war. So langsam wie sie isst, und auch die Katze ganz unbesorgt an ihr Futter lässt, hätte sie dort nie was abbekommen.

          Sie ist nach wie vor etwas angespannt gegenüber einem gewissen Typ von Männern, generell auch gegenüber Personen die "vermummt" (also gerade im Winter) sind.
          Es ist aber immer wieder schön von anderen zu hören/lesen die einen Hund aus Rumänien haben :-)! Unsere ist mittlerweile schätzungsweise 11 (laut ihrem Pass ist sie älter aber das kann nicht stimmen)

          LG

          • Hallo,

            das ist schön, dass ihr auch einen Hund aus der Smeura bei euch aufgenommen habt.

            Lt. Pass ist Pepe 5 Jahre alt, meiner Einschätzung nach aber älter. Wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.

            Vom körperlichen Erscheinungsbild würde ich glatt Dackel, Bracke (die Bracke hat unsere Tierärztin ins Spiel gebracht), Terrier und vielleicht Schäferhund (Fell und Rute) vermuten. Ist mir aber auch irgendwie egal. Unser Kleiner ist super lieb zu uns, ein toller Hunde-Kumpel.

            Viel lieber würde ich etwas über sein früheres Leben in Rumänien erfahren.
            Aber erzählen kann er ja leider nicht...
            Absolut sozial ist er im Umgang mit anderen Hunden, stubenrein, verträglich und rücksichtsvoll zu anderen Tieren. Man könnte meinen, er hätte irgendwann einen "Benimm-Kurs für das richtige Verhalten in Wohnung und Haus" absolviert;-).

            Ich denke auch, dass er entweder nur kurz oder gar nicht auf der Straße leben musste.
            Wir haben bei uns im Tierheim echte Straßenhunde aus dem Ausland, viele haben verständlicher Weise mehr oder weniger große Baustellen, wenn man sie in Haus holt.

            Viel Spaß auch weiterhin mit eurer Fellschnute

            Nici

      (5) 08.02.17 - 07:32

      Ich bzw wir haben zur Zeit den zweiten Hund aus dem Ausland. Unsere Tiffany kam aus der Türkei von der Strasse, unsere Wika kommt aus Polen aus dem Heim. Beide Hunde waren erwachsen als sie zu uns kamen. Vorgeschichte nicht wirklich bekannt. Beide mit Handicap unbekannter Herkunft, und gehbehindert.

      Wir haben die Hunde von seriösen Vereinen mit Vor- und Nachkontrolle, Schutzvertrag etc übernommen. Hätte es nicht geklappt, wären die Hunde zurück an den Verein gegangen.

      Ich halte einen Erwachsenen Hund mit entsprechenden Eigenschaften für Anfänger sogar für besser als einen Welpen. Meine persönliche Meinung.

      Wichtig anzumerken ist noch das wir beide Hunde vorab auf Pflegestellen hier in D kennen lernen konnten. Ein "Probelauf" übers Wochenende wäre auch gegangen, war bei uns aber nicht nötig.

      Zur Vorgeschichte- klar, das ist ein oft disskutiertes Risiko. Meine beiden Damen haben mit Sicherheit in der Vergangenheit unschöne Dinge erlebt. Das merkt man ihnen an. Unsere Tiffany bekam sogar vor mir Panik am Anfang wenn ich einen Besen oder ähnliches in der Hand hatte. Wika muss man nur etwas lauter ansprechen, schon fällt die arme Maus förmlich in sich zusammen und duckt sich weg. Beide Damen hatten massive Verlustängste.

      Am Anfang muss man bei den Hunden ausprobieren, beobachten und sich kennenlernen. Aber es wird rapide besser, trotz Vorgeschichte, in einem stabilen Zuhause! Beide waren übrigens komplett unerzogen, und haben in kürzester Zeit den Grundgehorsam etc erlernt. Sehr leicht zu führen, Menschenfreundlich und unkompliziert.

      Mein Rat wäre, sucht euch den passenden Hund und lernt ihn kennen bevor ihr ihn ins Haus holt. Dann klappt das bestimmt.

      (6) 08.02.17 - 09:01

      Hallo,

      ich habe seit ca. 6 Monaten einen kleinen Rüden aus Rumänien. Er wird Mitte Februar 1 Jahr alt. Ich kenne keine Vorgeschichte nur soviel: er war und ist sehr anstrengend, kann nicht alleine bleiben (da sind wir am Lernen) und mag kein Auto fahren (da muss er in die Box sonst nimmt er mir das Auto auseinander) ansonsten ist es ein Traumhund, kennt den Grundgehorsam und ist abrufbar wenn er frei läuft (Leine mag er garnicht gerne, ist eben ein Straßenhund gewesen). Da er eben nicht alleine bleiben kann hatte er leider auch schon 2 weitere "Vorbesitzer", das weiß ich aus den Erzählungen der letzten Besitzerin. Aber ich gebe ihn nicht mehr her, er ist super verträglich mit Kindern und anderen Hunden, ist verschmust und in keiner Weise irgendwie hinterhältig oder so. Aufgrund seines Alters eigentlich sehr verspielt. Wir werden jetzt ab Frühjahr eine Hundeschule besuchen bzw. für die Dinge die er lernen soll einen Hundetrainer buchen. Ich hoffe so sehr dass ICH es umsetzen kann was mir der Trainer dann erklärt! Aber er bleibt. Punkt!

      LG

    • (7) 08.02.17 - 09:14

      In der Regel sind die Hunde genauso händelbar und haben Baustellen, wie Hunde in Deutschland auch. Manche haben schlechte Erfahrungen mit XY oder entsprechende Rasseanlagen (Hütetrieb, Jagdtrieb, Schutztrieb) aber all das haben Hunde aus D auch. Der Welpe hat zwar noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, aber die kriegt er... wenn ihn eine andere Hunde mobben, wenn er in den Elektrozaun läuft und das mit dem Pferd dahinter verknüpft, oder wenn ihr ihm einfach Dinge durchgehen lasst bzw. falsch beibringt.

      Vieles bekommt man erzogen, manches ist charakterlich recht schwierig, aber das merkt man auch erst, wenn der Hund erwachsen ist. Mein Rüde kann sich niemals nicht im Restaurant entspannen, er braucht seine Ruhe zuhause und Wandern mit anschliessend einkehren ist auf ewig Stress mit ihm. Meine Hündin hingegen pooft überall und ist tiefenentspannt, dafür mischt die sich sofort in die nächste Hundekeilerei ein und riskiert dabei Kopf und Kragen. Dann hatte ich noch eine Hündin, die zeit ihres Lebens einfach sehr sensibel war... da war Augenbraue hochziehen schon zuviel geschimpft....

      Es gibt schlechte Tierschutzorgas, die dir den Windhund als Anfängerhund verkaufen und nicht mal erwähnen, dass er Jagdtrieb hat.... oder einen Haufen Elend, der nichts als Angst kennt, nach Berlin Kreuzberg zu Hundeanfängern vermitteln.... aber Idioten gibts überall.

      Ein gutes Tierheim/privater Vermittler (Scheidungshund etc.) oder eben eine Tierschutzorganisation, haben Interesse daran, für ihre Tiere ein gutes Zuhause finden. Nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen, deshalb wird genau nachgefragt und geschaut.
      Wenn ihr quasi jeden Hund haben könntet und jeder Hund genau zu euch passt.... denkt euch euren Teil ;)

      Hallo!

      Die meisten Hunde aus dem Ausland, die erst als Erwachsene her gekommen sind, haben schon so ihre Macken - zumindest in meinem Bekanntenkreis. Manche haben eben lange Zeit auf der Straße gelebt und mussten ihre Nahrung aus allen Mülltonnen zerren, oder sie haben sich angewöhnt zu jagen oder Mauselöcher auszubuddeln.

      Welpen sind was anderes, die haben oft wenig mehr Erfahrungen gemacht als auch ein Welpe aus einem deutschen Tierheim. Aber erwachsene Hunde haben eben eine Vorgeschichte.

      Bitte achte drauf, dass der Verein mit Pflegestellen in Deutschland arbeitet, der Hund also schon eine Weile da ist, schon ein wenig die Grundregeln zum Leben in einer Wohnung kennt, und nehm Dir Zeit, ihn kennen zu lernen. Entscheide Dich nicht sofort, lass Dir keinen Druck machen.

      Auch Hunde aus Deutschland landen eher selten im Tierheim sondern eher in Tierschutzvereinen mit Pflegestellen, das ist schonender als der "Knast". Mach Dich da schlau und frag nach.

      (9) 08.02.17 - 10:34

      Mein Hund ist nicht aus dem Ausland.

      Aber dein Eindruck trügt nicht...inzwischen sind sogar in vielen deutschen Tierheimen viele Auslandshunde "dazugekauft"...
      Begründung ist meist, dass die viele typischen deutschen Tierheimhunde eh nicht vermittelbar sind, da holt man lieber noch paar kleine pflegeleichte und niedliche aus Spanien dazu...
      Verstehen muss ich das nicht...

      Ich persönlich halte davon nichts. Auch wenn mein Herz sicher bei dem ein oder anderen Exemplar weich werden würde, wenn es vor mir sitzen würde...
      Was bringt es, ständig dort Hunde von der Straße wegzusammeln, während in den Hinterhöfen der Einheimischen tausende "nachwachsen"??
      Das Problem sollte dort gelöst werden - meist zuallererst in den Köpfen der Menschen!

      Ein wichtiges Thema mit Kindern unter 5 wären für mich die Mittelmeerkrankheiten.
      Dazu solltest du dich intensiv belesen. Bilde dir selbst eine Meinung.
      Mir wäre es das Risiko nicht wert. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

      Insgesamt würde ich denken, sind diese Hunde im Allgemeinen sehr dankbar, lieb, sozial, sehr verfressen, wahllos in der Auswahl des Futters, haben oft schlechte Zähne...

      • (10) 08.02.17 - 10:47

        Es geht bei der Aufnahme von Auslandshunden nicht nur um die Vermittelbarkeit, sondern auch darum, dass das Tierheim ja seine Kosten so oder so hat. Der Hundebereich muss beheizt und sauber gehalten werden, egal ob da gerade 10 oder 50 Hunde drin sind. Die Tierpfleger kann man auch nicht kurzfristig raus werfen, nur weil man gerade weniger Hunde hat. Vielmehr muss man ja immer mehrere pro Abteilung haben, schließlich müssen die Hunde 7 Tage pro Woche versorgt werden - und der Tierpfleger vom Hundehaus kann nicht danach die Katzen versorgen, das geht schief.

        Also spart das Tierheim nicht mal sonderlich viel Geld, wenn nur 10 Hunde da sind, und manche von denen sind halt echt unvermittelbare Dauergäste, woran das Tierheim ja auch nichts ändern kann. Die werden ja nicht auf einmal kerngesunde Anfängerhunde, nur weil es keine anderen Hunde zur Auswahl gibt.

        (11) 08.02.17 - 10:52

        Es ist gesetzlich durch jede Kommune geregelt, wie viele Auslandstiere aufgenommen werden dürfen, da die meisten Tierheime subventioniert werden. Somit hat jede Kommune ein Auge darauf, inwieweit das Stadtsäckel angegriffen wird...

        Es wird also nicht maßlos und vorallem wahllos eingekauft. Nur unseriöse Hinterhoftierschützer, die keine nicht beim "Deutschen Spendenrat e.V.“ registriert sind, machen dunkele Geschäfte mit der Ware Tier. Registrierte Vereine müssen aber sehr wohl ihre Bilanz und die damit verbundenen Einkäufe offenlegen und auch begründen.

        Mittelmeerkrankheiten sind kein Problem, solange Du sie medizinisch unter Kontrolle hast. Und auch da wird keine seriöse Organisation dunkele Machenschaften betreiben.

        Den letzten Satz mit den schlechten Zähnen glaubst Du doch wohl selber nicht, oder?

        Schade eigentlich, dass sich immer noch solche Binsenweisheiten, wie Du sie vertrittst, halten...

        • Diese "Binsenweisheiten" sind eher auf den Durchschnitt bezogen.
          Bitte nicht als feste Regel oder absolute Aussage sehen.
          Sicher mag es auch Auslandshunde geben, die keine schlechten Zähne haben. Oder umgekehrt Inlandshunde mit schlechten Zähnen.

          Wegen der Mittelmeerkrankheiten ist es nunmal so, dass man zwar jährlich testen kann, die Krankheit dennoch später noch ausbrechen kann. Mit einem Kleinkind, dessen Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist, wäre MIR dieses Risiko zu hoch.
          Aber ich sagte ja, dies muss jeder für sich persönlich entscheiden.
          Deshalb informieren und selbst urteilen.

          • (13) 08.02.17 - 11:07

            Dies wäre eine meiner größten Ängste bei z.B. spanischen Hunden:
            https://de.wikipedia.org/wiki/Leishmaniose

            • (14) 08.02.17 - 11:11

              Außerdem Giardien...das Risiko dazu steigt in großen Zwingern und mit der Anzahl der Hunde...und machen wir uns nichts vor...im Ausland werden die Tierheime halt nicht von der Kommune gestützt und kontrolliert...

              Damit habe ich - bevor das jemand bringt - KEINE Garantie, dass ein deutscher Hund gesund ist.
              Aber das Risiko auf bestimmte Krankheiten ist entweder gar nicht vorhanden oder deutlich geringer. Und MIR ist das wichtig, eben weil ich ein kleines Kind hab.

              • Du weißt aber schon, dass stinknormale Würmer (Madenwurm, Bandwurm, Spulwurm...) jederzeit und ohne Umwege von der Straße in Dein Kinderzimmer getreten werden können?

                Und dass Du somit einem Kleinkind auch hierzulande der "Gefahr" aussetzt, sich mit "unseren" Parasiten anzustecken? Einmal im Sandkasten gebuddelt und die Finger in den Mund gesteckt - und schwupps könntest Du Würmer haben... Ist übrigens gar nicht so ungewöhnlich - viele Menschen haben mal eine Wurminfektion gehabt, ohne es jemals gemerkt zu haben.

                Oder die Sarcoptesmilbe. Ist ebenfalls auf den Menschen übertragbar. Von Flöhen und deren Gesundheitsrisiken, die ein Biss mit sich bringt, möchte ich gar nicht reden...

                Wer mit einem Tier in wohnlicher Gemeinschaft zusammen lebet, der lebt auch immer mit dessen Schmutz, Bakterien und Parasiten, die nunmal unumgänglich sind. Aber ich finde es schlichtweg falsch, wenn dann übertriebene Panik verbreitet wird, mit was man sich alles anstecken kann.

                • Ihhh, Sandkasten. Das reinste Katzenklo. Und nachdem Freigängerkatzen oft viele frische Mäuse fressen sind die sehr tolle Quellen toller Keime. Werde nie verstehen, warum man Kinder in nicht abgedeckten Katzentoiletten buddeln lässt, und danach ohne Händewaschen ein wenig Obst aus der Tupperdose. Uhäh.

                  Das weiß ich doch...ich sagte doch auch, dass das Risiko bei einem deutschen Tier niemals null ist.
                  Ich habe nur die zu erwägenden Risiken erwähnt. Darunter auch Krankheiten.
                  Wie erwähnt, MEINE größte Angst wäre Leishmaniose.
                  Aber wenn die TE sich damit beschäftigt hat und das Ganze für sich als händelbares Risiko einstuft, bitte.

                  Ich habe keinen Welpen genommen, mein Hund war 9 Monate alt und es war nicht von Anfang an der Plan des Vorbesitzers, ihn abzugeben...

                  Unter gewissen Umständen würde ich mir durchaus einen ausländischen Hund vorstellen können. Eventuell aus Frankreich, Polen, Ungarn...
                  Für mich persönlich schließe ich den warmen Mittelmeerraum total aus.
                  Was ich ansonsten von der massenhaften Einfuhr, die den Hunden und Menschen im Herkunftsland kein Stück weit hilft, halte, sagte ich bereits...

              (18) 08.02.17 - 12:42

              Ausgerechnet Giardien und Kokzidien findest Duüberall, wo viele Hunde und Katzen leben. Auch in Deutschland. In so großer Anzahl, dass sich immer wieder Halter von Kaninchen und Meerschweinchen mit ein paar Hand voll Gras für ihre Pflanzenfresser den Spaß ins Haus holen.

              Klar steigt das Risiko mit dem Keimdruck, aber da kommt es eher drauf an, ob Du eine viel benutzte Hundewiese besuchst und wie konsequent die anderen Halter entwurmen (oder Kotproben untersuchen lassen). Wenn Du zwei mal am Tag an einer Wiese unterwegs bist, die auch 50 andere Hundehalter täglich nutzen, ist der Keimdruck immer enorm.

              Wenn Du dagegen sehr ländlich wohnst und im Umkreis von 3km nur 5 andere Hunde leben, ist es unwahrscheinlich, dass Du Dir da was holst - aber schon wenn Dein Kind die Kaninchen von Schulfreunden streichelt kann sie sich da auch wieder Giardien holen, die eben da auch sehr verbreitet sind.

              Wenn Du da eine sinnvolle Vorsorge willst: Hände waschen nach JEDEM Kontakt mit Tieren und VOR jeder Mahlzeit, auch wenn es nur ne Spalte Mandarine ist.

              • (19) 08.02.17 - 13:29

                Auch an dich...ja, ich weiß, dass das Risiko auch hier vorhanden ist...
                Meine größere Angst erwähnte ich weiter oben...
                Ich hab ja auch einen Hund, hab auch einen "gebrauchten" genommen, der halt nur nicht von sonstwo kam...:-D

    Die meisten Orgas testen mittlerweile auf Mittelmeerkrankheiten.

Auslandshunde können Überraschungspakete sein. Im positiven und im negativen Sinne.

Letztendlich liegt es aber immer am neuen Besitzer, inwieweit er bereit ist, sich auf das Tier einzulassen. Wenn Du das kannst, sollte nichts dagegen sprechen.

Meine persönlichen Erfahrungen sind alle durchweg positiv. Die Hunde sind so dankbar, wenn sie ein festes Zuhause haben, dass man auch gerne vergisst, dass mal der Mülleimer durchwühlt oder ein neuer Schuh zerkaut wurde.

Ich würde IMMER und ganz ausschließlich nur Tierschutzhunde/tiere bei mir aufnehmen.

LG

Hallo,

das wollte ich auch noch schreiben: wenn ihr ein kleines Kind in der Familie habt, bitte nehmt keinen Hund "ungesehen" zu euch in die Familie. Ungesehen bedeutet, sich nur auf die Beschreibung der Tierschutzorga zu verlassen. Also nicht direkt nach der Überführung aus dem Ausland zu euch nach Hause.

Lernt ihn ausgiebig im hiesigen Tierheim oder auf der Pflegestelle kennen, beobachtet, wie der Hund auf euer Kind reagiert. Wobei ich die Erfahrung habe, dass die Hunde noch einmal "auftauen", wenn sie nach 2 oder 3 Monaten endgültig auf dem Endplatz angekommen sind.

Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass es einige Fälle gibt, wo eine Aufnahme in eine Familie direkt nach der Überführung sehr positiv verlaufen ist und der Hund bleiben konnte.
Wenn ich ein kleineres Kind hätte, wäre mir persönlich das aber viel zu heikel.

LG

Nici

(23) 08.02.17 - 15:28

Hi,

wir haben seit Oktober einen Hund, der als Welpe aus Rumänien kam und hier schon einmal vermittelt war.
Er ist sehr ängstlich fremden Menschen vor allem Männern, gegenüber, aber baut die Scheu auch relativ schnell ab. Im Haus ist er absolut top, 100% stubenrein, lieb mit den Kindern, kein großer Zerstörer :-), fährt super Auto. Draußen eher aufgeregt und ängstlich, was aber auch schon viel besser geworden ist.

Also sofern der Hund in D auf einer Pflegestelle ist und ihr ihn kennenlernen könnt, würde ich das schon machen. Einen Hund, den man nur von Bildern und einer Beschreibung kennt, würde ich allerdings nicht nehmen. Der kommt dann hier nach D und du hast ihn dann an der Backe mit allen Macken, auch wen du merkst es passt überhaupt nicht. Grade mit kleinen Kindern kann man das nicht riskieren.
Im Tierheim einen Hund zu finden, der zu Kindern und Katzen darf, gleicht zumindest hier bei uns im Umkreis einem Sechser im Lotto, da war echt nix zu machen. Da sitzen anscheinend echt nur schwere Fälle, die nur zu hundeerfahrenen Singles mit Homeoffice vermittelt werden #kratz.

Viel Glück bei der Suche nach eurem Vierbeiner!

LG juju

(24) 08.02.17 - 16:12

Erstmal allen ein dickes Danke für die Antworten. Ja es ist echt nicht einfach einen passenden Hund zu finden. In Tierheimen hatten wir bisher kein Glück, weil irgendwas immer nicht passte. Da wir dann auch noch Hundeanfänger sind, macht es noch schwieriger. Den Hund den ich mir aus dem Ausland ausgeguckt habe, käme direkt aus einem griechischen Tierheim zu uns. Ein Kennenlernen vorab also nicht möglich. Da ist mir das Risiko dann doch zu groß, auch wenn ich gern helfen würde. Ein anderer Hund, der auch in Frage kam, ist positiv auf eine mittelmeerkrankheit getestet worden und in Behandlung. Laut Tierschutz kein Problem für andere Tiere und Menschen. Aber ein mulmiges Gefühl bleibt. Ich denke wir suchen weiter, die Idee einen Hund auf einer Pflegestelle kennenzulernen ist sicherlich gut. Mal sehen

  • (25) 08.02.17 - 16:29

    Da ich hier ja eh schon die Böse bin, die diese Mittelmeerkrankheiten verteufelt...
    Ich will nicht wissen, welche es ist...will auch nicht raten.
    Du wirst es wissen - google danach, was passiert, wenn sie ausbricht.
    Selbst wenn für Menschen ungefährlich...willst du das deinem Kind antun...?
    Dem dann lieb gewonnenen Tier beim eventuellen Leiden zusehen zu müssen...?
    Kann auch ungeplant und mit anderen Krankheiten passieren, ja.
    Und sterben wird der Hund auch irgendwann.
    Aber informiere dich, welches Risiko du eingehst.
    Eine verantwortungsvolle Organisation vermittelt dir eh keinen positiv getesteten, wenn du ein kleines Kind hast...

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