Brauche Hilfe bei der Erziehung meines Hundes

    • (1) 06.04.17 - 20:15

      Hallo ihr Lieben,
      ich brauche dringend Hilfe bei der Erziehung unserer Labradorhündin, die mittlerweile sieben Monate alt ist.

      Eigentlich bin ich wirklich hundeerfahren aber entweder ist dieser Hund besonders anstrengend oder aber ich habe mit meinen anderen Hunden sehr viel Glück gehabt. Kurz zum Problem. Wenn der Hund unbeaufsichtigt ist, wie jetzt gerade wo ich unsere Kids ins Bett gebracht habe, dann benimmt er sich völligst grenzenlos. Jetzt gerade hat sie die Jacke meines Sohnes von der Garderobe gezogen und hat sie kaputt gebissen. Ich vermute bald, dass irgendetwas essbares in der Jacke gewesen ist, so dass sie darauf aufmerksam geworden ist. Sicher bin ich mir nicht. Vor ein paar Tagen hat sie meine frisch gewaschene Jacke von der Wäscheleine geholt und auch komplett durchgebissen. Wahrscheinlich lag es auch hier an den Leckerlies die in der Tasche vor! dem Waschen gewesen sind.

      Wenn der Hund sich unbeaufsichtigt fühlt, dann versucht sie sich grundsätzlich vom Tisch oder der Arbeitsplatte das Essen zu holen. Gerade mittags wenn ich nur gerade meinen Sohn aus der Kita hole, hinterlässt sie auf der ganzen Arbeitsplatte ihre Pfotenabdrücke.

      Dieser Hund ist so dermaßen verfressen, dass sie völligst grenzenlos ist.

      Wenn ich sie wie eben auf frischer Tat ertappe, dann greife ich wirklich hart durch. Aber das hindert sie nicht daran im nächsten Moment weiter zu agieren.

      In der Hundeschule haben Sie mir empfohlen ein Gitter in die Küche zu bauen so dass diese für den Hund nicht mehr begehbar ist. Ich bin mir nur nicht sicher, ob das die Lösung ist.

      Mir ist völlig klar dass so ein Welpe anstrengend ist und das erste Jahr viel Arbeit erfordert. Aber so ein Verhalten kenne ich von meinen anderen Hunden einfach gar nicht. Natürlich haben die auch mal Mist gebaut, aber nach zwei Mal Ärger bekommen, war dann auch gut.

      Ich bin für Tipps und Ratschläge wirklich dankbar!

      LG

      • (2) 06.04.17 - 23:12

        Labradore sind super verfressen. Zumindest die, die ich kenne. Ist wohl rassetypisch.

        Vermutest du, das Verhalten ist nur futtermotiviert? Dann denke ich würde ich wirklich Schadensbegrenzung betreiben. Hund muss, wenn unbeaufsichtigt, an einen sicheren Ort und dort verbleiben. Das kann ein Zimmer sein. Oder auch eine Box. Sagt dir "Kennel Training" etwas? Das wäre eine effektive und relativ schnelle Lösung.

        Ansonsten könnte ich mir vorstellen das es hilft wenn du sie "in flagranti" erwischst und genau im richtigen Moment eingreifst. Versteck dich hinter der Tür, und wenn sie auf die Arbeitsplatte hüpft..... weiss nicht ob das logistisch möglich ist bei euch. Auf alle Fälle nutzt hinterher schimpfen gar nichts. Aber das weisst du sicher.

        • Ich habe sie tatsächlich schon ein paar Mal auf frischer Tat ertappt. Sie ist dann auch super reumütig und verhalten aber leider hält sie das nicht davon ab ein neues Mal durchzustehen.
          Wir haben noch einen Labbi hier. In der Tat ist der auch verfressen, aber immer noch höflich dabei. ;-)
          Das von dir genannte Training kenne ich nicht, aber ich werde es mal googeln.

          LG

      Ich habe zwei Beagles gross bekommen ubd danach noch einige Hunde anderer Rassen... die Beagles waren genauso die Pest wie Dein Labbi. Leider recht clever, dazu extrem dreist und unerschrocken. Zunächst mal habe ich gelernt präventiv zu handeln: Kein Futter in Jacken, keine offenen Türen, der Tisch ist immer leer. Die beiden sind mittlerweile 8 und 9, können draußen überall ohne Leine laufen, alleine bleiben, sich benehmen... aber wehe da ist irgendwo essen... dafür gehrn sie unbeobachtet über Tische und Bänke.
      Mein Tipp: ruhig bleiben, Essen stets gut verstauen, Nöglichkeiten eliminieren. Den kleinen Vielfrass nicht töten oder aussetzen, nach der Sturm- und Drangphase wird es besser, versprochen.

      • Dreist und unerschrocken trifft es gut! ;-)
        Vorher hat sie dieses Verhalten sogar gezeigt, wenn wir dabei waren, von daher ist in jedem Fall eine Verbesserung da. Selbst die Kids können mittlerweile mit Brötchen in der Hand durchs Haus düsen! ;-)
        Ansonsten ist es auch ein toller Hund der unheimlich lernfreudig und gut erzogen ist. Beim Thema Fressen geht's einfach mit ihr durch!

        Nein keine Sorge, hier wird keiner ausgesetzt oder getötet! ;-)

    wie schon geschrieben, nichts Essbares rumstehen lassen. Wenn du weg gehst, gib ihm einen Kong, damit sollte er ein Weilchen beschäftigt sein
    http://www.spass-mit-hund.de/spielefieber/schlemmen-und-nagen/der-klassiker-kong/

  • Hallo,

    Versuch mal deinem Hund vorher besser auszulasten wenn er alleine bleiben soll....

    Und wie schon geschrieben: alles essbare muss weg!

    Wie bestrafst du deinen Hund wenn du ihn erwischt?

    Lg

    • Unser Hund geht grundsätzlich raus bevor sie alleine bleibt, wobei sie kaum alleine ist Ich denke nicht dass es daran liegt, dass sie nicht ausgelastet ist. Diese Vorfälle treten wirklich immer nur in Kombination mit Fressen auf.

      Unsere Hunde sind wirklich viel beschäftigt und immer mit unterwegs. Neben den vier Spaziergängen am Tag und damit meine ich nicht 10 min um den Block, sondern Waldspaziergänge, etc., nehme ich die Hunde jeden Tag mit zum Reitstall. Dort sind viele Hunde und die Kleine kann nach Belieben toben. Sie begleitet mich selbst schon auf kleine Ausritte mit dem Pferd.
      Wenn wir dann nach Hause kommen, ist sie völlig platt und bezieht sofort ihr Körbchen. Aber das hält sie nicht davon ab noch mal schnell auf Futtersuche zu gehen wenn sie unbeaufsichtigt ist! ;-)
      Zu der Frage wie ich sie bestrafe wenn ich sie erwische.... Im Prinzip braucht es nicht viel um sie zu Bestrafen. Wenn ich in die Küche komme und sie erwische wie sie an der Arbeitsplatte steht, dann reicht es wenn ich laut nein sage und in die Hände klatsche und der Hund lässt sofort das unerwünschte Verhalten sein.

      Als sie gestern die Jackentasche meines Sohnes zerbissen hat, war ich richtig sauer und habe sie tatsächlich am Halsband genommen, Nein gesagt, und rausgeschmissen. Also in den Garten. Dort hat sie dann 10 min gewartet. Diese Aktion hat sie übrigens gestartet, nachdem sie mit mir zwei Stunden am Reitstall war und intensiv mit einem anderen Hund gespielt hat. Aber wenns um Fressen geht, dann werden die Kräfte anscheinend doch noch mal mobilisiert.

Ich habe im Fernsehen mal eine Sendung gesehen, da war ein Hund,der grundsätzlich alles gefressen hat, was er gesehen hat. Also so ähnlich wie bei dir. Mit dem Hund wurde dann trainiert, und das ging so: an einem Weg (im Garten oder im Park) wurde ein Parcours aus verschiedenen Essenssachen aufgebaut. Alle paar Meter lag also etwas Essbares. Ich glaube, dass darüber eine Art Käfig gelegt war. Dann wurde der Hund genau da Gassi geführt und er wollte natürlich an das Essen,konnte und durfte aber nicht. Er wurde dann immer mit einem tollen Leckerli belohnt, wenn er das gefundene Fressen luegen liess. Irgendwann hat er sich nicht mehr für das, was so herum lag, interessiert, sondern brav abgewartet, dass er aus der Hand des Herrchen belohnt wurde.

Vielleicht kannst du das auf euch zugeschnitten adaptieren?

  • Das bringt genauso viel wie wenn du deinem Kind immer ein Gummibärchen gibst, wenn es jemandem zur Begrüßung die Hand gibt.

    Weder Hunde noch Kinder sind doof genug, zu glauben, die Belohnung gäbe es auch, wenn du nicht dabei bist.

    • Ich denke schon, dass es etwas bringen wird, wenn der Hund lernt, dass Futter/Belohnungen zu erwarten sind, wenn er Selbstgefundenes links liegen lässt.

      • Hab ich mit meinen alles schon durch - es gibt Hunde, die sind Futtervernichtungsmaschinen und die sind dazu nicht mal blöd. Die merken genau, wenn Du im Gespräch bist, beschäftigt bist oder ihnen einfach nur eine Sekunde zu lang den Rücken zudrehst (je nach Dreistigkeitslevel eben) - und die können auch abwiegen ob es den Anschiss wert ist, wenn da (wie bei uns Weihnachten passiert) 2 frische Rouladen zu nah am Rand der Arbeitsplatte liegen und der Koch ihnen grade kurz den Rücken zudreht....

        Man kriegt ne Menge Humor mit der Zeit :D

(13) 08.04.17 - 09:27

Hallo,
Ich glaube ja, dass bei solchen Fressmaschinen nur Vorkehrungen treffen hilft. Also ALLES wegräumen, Barrieren errichten oder halt die Box nehmen. Das Problem ist bei dieser "Macke", das Schimpfen nur dazu führt, dass die Hunde es heimlich tun. Sie belohnen sich durch das erlangte Fressen immer selbst. Die Strafe ist da nicht viel wert. Meine Schäferhündin hat durch die auch hier empfohlenen Antifresstrainings gelernt, nichts Essbares zu nehmen solange ich da bin. Wehe ich verlasse das Haus, da werden sogar Apfelkriebse aus dem Biomüll gemaust. Es hat nun den Vorteil, dass es bei uns jetzt immer super aufgeräumt ist. Und Hundi bekommt von mir was feines zum Kauen. Die Idee mit dem Kong ist auch gut.

(14) 09.04.17 - 11:11

Hallo,

Wir haben auch so einen müllschlucker daheim. Bei uns bleibt nichts mehr stehen und wenn wir unterwegs sind geht sie in ihr Zimmer. Also entweder Trenngitter zwischen Wohnzimmer und Küche bei euch oder extra Zimmer,

Bei uns war der Punkt mit dem extra Zimmer gekommen als sie im Garten anfing unter dem hasenstall ein so tiefes Licht zu buddeln das von dem Hubs nichts mehr zu sehen war und sie auch die blumen Zwiebeln der vorbesitzer fand die bevor der haben stall dorthin kam nie geblüht haben. Inzwischen hat sie auch eine Größe wo sie entspannt ihren Kopf auf sid küchenarbeitsplatte legen kann.

Unsere Hündin geht auch gerne sammeln. Extrem war es in der schejnachwangerdchaft. Davor hatte sie auch die eine oder andere Abwandlung. Das änderte sich als ich ihr freiwillig meine filzpantoffeln überließ und sie vom Junior zwei kuscheltiere bekam.

Türgitter ging bei uns übrigens nicht da die Küche im Wohnzimmer integriert ist.

Die kotzspritze beim Tierarzt ist im Vergleich zur Anschaffung eines Trenngitters deutlich teurer und hat dafür gesorgt dass unsere Maus panik vor dem Tierarzt hat.

Viele grüße geli

(15) 09.04.17 - 22:06

Bei unseren Hunden in Ausbildung merkt man, dass wenn sie ruhiger werden, wenn sie arbeiten müssen. Als Sozialhund werden sie da natürlich geistig und körperlich ausgelastet.

Das aus mehreren Gründen: Einerseits stärkt die Arbeit den Grundgehorsam, dann sind sie schlichtweg beschäftigt und letztens werden sie während der Arbeit auch reifer.

Ich würde dir auch empfehlen versuchen sie vom Kopf her etwas mehr zu beanspruchen. Reitstall und Spielzeit ist ja schön und gut, aber das ist nur körperlich anstrengend. Eine Möglichkeit wären Trails, damit du ihre Nase in geordnete Bahnen lenkst.

Und bei Labrador hilft auch nur eine gewisse Prävention. Wir haben auch schon Mausefalle (verkehrt herum) benutzt, als Abschreckung und Verweigerung mit Clickertraining. Das funktioniert oftmals auch längerfristig gut, aber ein extremer Labrador wie deiner, noch dazu in der Pubertät ist heftig, da muss man nichts schönreden. Konsequenz und Geduld, es wird auch besser, wenn auch nie komplett weggehen.

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