Hund aufnehmen - was kommt auf uns zu

    • (1) 22.07.17 - 22:39

      Hallo,

      Wir haben vor einen Hund aufzunehmen, entweder aus einer Pflegestation oder aus dem Ausland. Ich möchte keinen Welpen vom Züchter, dass nur zum Geld machen gezüchtet würde, das steht schon mal fest.

      Wir liebäugeln mit ein paar Labrador Mischling Mädels, ich habe schon angefangen mit entsprechenden Organisationen Kontakt aufzunehmen, soweit so gut.

      Nun möchte mich in der Zwischenzeit hier ein wenig informieren, was auf mich zukommt... Wie läuft das alles ab? Wie ist die erste Zeit? Was brauche ich? Was kommt auf mich zu?

      Hat jemand einen Hund aufgenommen und kann berichten...?

      K

      • (2) 23.07.17 - 10:23

        Hallo,

        ich habe im letzten Jahr und vor jetzt gut 6 Wochen jeweils einen rumänischen Hund (der 1. ein Rüde von jetzt knapp 1,5 Jahren (aus priv. Händen) und eine Hündin von knapp 21 Monaten aus einem Tötungsshelter) aufgenommen. Der Rüde war weder geimpft, kastriert noch gechipt, das waren für mich enorme Kosten zusätzlich zur Schutzgebühr. Die Hündin jetzt hatte dieses alles schon und war mit der Schutzgebühr auch noch preiswerter (wenn man das so sagen darf) Die beiden Hunde haben sich, bis auf den Futterneid, von Anfang an total super verstanden, sie sind absolut kinderlieb (ist wichtig bei 3 Enkeln) und das war auch nach der Vorkontrolle das einzige Kriterium um den Hund evtl. wieder abzugeben. Ich kann die Hund z.Zt. bis zu 3,4 Std. schon mal alleine lassen (war mit dem Rüden nicht möglich), der Tierarzt war begeistert vom Zustand der Hündin und es haben sich beide Hunde von Anfang an zu Dauerkampfschmuser entwickelt. es gibt, fast, keine Eifersüchteleien unter den Beiden außer wenn meine Mutter (sie ist eine Hundeflüsterin 1. Grades) bei mir ist, dann ticken beide Hunde völlig aus weil eben jeder seine "Oma" nur für sich haben möchte. Allerdings war die Hündin nciht leinenführig oder umgehend abrufbar (wer gibt einem Tötungshund schon einen Namen oder geht mit ihr an der Leine...) aber das hat sie alles toll gelernt in der kurzen Zeit. Die Spaziergänge werden jetzt länger mit ihnen. Vor Männern hat sie allerdings etwas Angst (das sind die Sadisten die den Hunden Leid zufügen in den Sheltern) aber sie hat noch nicht einmal geknurrt oder geschnappt obwohl sie einen bogen um meinen Schwiegersohn macht, aber das wird sich auch noch geben. Nur mit der Hündin meiner Tochter hat sie ein Problem bzw. umgekehrt.... aber auch da geht es meistens um die "Oma" und die zu verteilenden Streicheleinheiten. ach ja, bei Fragen kann ich mich jederzeit an die Organistion wenden und bekomme innerhalb kürzester Zeit Antworten. Ich möchte keinen unserer Familienhunde mehr missen ich liebe sie alle 3.

        LG

        Bei Bedarf nenne ich dir gerne die Organisation, schreib mich dann per PN an

        • (3) 23.07.17 - 14:11

          Danke schon mal für deine Erfahrungen, das hilft mir dürfen Moment weiter. Und Danke für das Angebot, ich werde mich gegebenfalls bei dir melden, ich muss mich erst mal noch sortieren und rausfinden (ich für uns innerhalb der famillie) wie die nächsten Schritte sind. Im Moment ist dir Idee geboren, die Herzen offen und der Platz vorhanden ;-)

          K

      (4) 23.07.17 - 11:40

      Hallo!

      Bitte achte drauf, dass der Hund schon eine Weile in einem Haushalt gelebt hat.

      Hunde direkt aus einer Tötungsstation brauchen unbedingt Artgenossen, an denen sie sich erst mal orientieren können, weil sie einfach mit Menschen oft nur schlechte Erfahrungen gemacht haben. Auch im Shelter sind es ja eher 50 Hunde auf einen Menschen, da kann ein Hund noch kein Vertrauen aufbauen.

      wenn der Hund aus einer Pflegestelle kommt, dann kennt er wenigstens schon ein bisschen die Grundregeln im Zusammenleben mit Menschen, hat schon in einer Wohnung gelebt, ein Halsband und eine Leine getragen etc., das macht es wesentlich einfacher in der Anfangszeit. Gerade wenn der Hund es sich bei Artgenossen abgucken konnte, die das gewohnt waren.

      So direkt vom Flughafen abholen und Dich damit alleine lassen ist keine gute Idee, viele Neulinge sind damit völlig überfordert und wissen nicht damit umzugehen - und nicht wenige dieser Hunde landen bald im Tierheim, weil gerade unerfahrene Halter damit gar nicht auskommen.

      Grundsätzlich finde ich es eine tolle Sache, Hunden aus dem Ausland auch zu helfen, aber eben bitte nicht SO. auch die Menschen sind wichtig und sollten zumindest begleitet werden, bis der Hund sich richtig eingelebt hat.

      Ein paar Probleme behalten viele Auslandshunde ein Leben lang, etwa Futter Klauen, wann immer sie was auftreiben können, auch Mülleimer, Küchenschränke etc. plündern. Oder sie graben jedes Mäuseloch auf der Wiese aus, weil sie sich Monatelang so ernährt haben. Das muss einem klar sein, dass es Marotten geben kann.

      Achte unbedingt auf ein gut sitzendes Geschirr wo der Hund nicht raus schlüpfen kann, gerade wenn die Leinenführigkeit noch nicht so gut klappt, und bring essbares in Sicherheit - besser mit zusätzlicher Kindersicherung. Einfach nur eine Klapptür wird nicht reichen.

      • Griiiins, das mit dem Futter klauen habe ich unserer Luna schnellstens abgewöhnt..... mittels einer Sprühflasche mit Wasser! Denn Rumänen und Wasser.... da treffen Welten aufeinander. Ach ja, meine Luna ist nicht mit dem flugzeug gekommen sondern mit einem Dog Rescue Transporter, der seeehr sauber war, die Hunde wurden den ganzen Transport über mit Wasser und Futter versorgt und man hat mich bei der Abholung sofort in den Transport reingelassen, man hatte nicht zu verbergen. Sie kommen idR von einem privaten Shelter (werden aus den Tötungen rausgekauft) und sind sehr gut sozialisiert und fast immer auch den Umgang mit Katzen gewohnt. Nur das mit dem Geschirr kann ich bestätigen, ich wurde auch darauf hingewiesen den Hund in der Anfangszeit doppelt (Halsband UND Geschirr) zu sichern. Aber es läuft total super hier zu Hause, ich habe sie aber auch in Ruhe ankommen lassen, ihr die Möglichkeit gegeben sich zurückzuziehen. Nach 2 Tagen kam sie wie selbstverständlich mit in die obere Etage (Treppen kannte sie auch nicht und hat es sich bei Max abgeschaut) und jetzt flitzt sie den ganzen Tag hinter mir her. Sie orientiert sich aber wirklich am Ersthund, da wo Max ist findet man auch Luna. Ich glaube, sie weiß dass wir es alle gut mit den Hunden meinen. Wir gehen jetzt auch schon an der Straße mit Beiden spazieren dmit sie sich auch an die Autos gewöhnt. Ach ja, es kann sein dass die Hunde nicht umgehend stubenrein sind wobei ich da keine Probleme hatte, 2 x hat sie mir hingemacht, das wurde ohne Kommentar gesäubert, es wurde nicht gemeckert aber der Feixtanz wenn sie draußen das Geschäft erledigt hatte (wenn meine Nachbarn mich gesehen hätten wäre ich in die Klappse gekommen) war echt sehenswert! Ich danke meinen Nachbarn dafür dass sie "weggesehen" haben und mich nicht haben einweisen lassen.

        LG

        • Bei Dir hat sicher sehr geholfen, dass Du schon einen Hund hattest. Bei einer Familie ohne Hund ist die Anfangszeit viel schwieriger, das darf man nicht unterschätzen.

          • Das stimmt, aber auch als Einzelhund wird es klappen, man sollte nur etwas Erfahrung hben und den Hund wirklich erstmal in Ruhe ankommen lassen. Und diese "Straßenhunde" sind fast alle superdankbar. Ich hatte mir meinen Hund ausgesucht und dann durfte ich Fragen zu ihr stellen und man hat mir wirklich alles wahrheitsgemäß beantwortet und es stimmt wirklich alles. Ich bin glücklich mit meinen Beiden und wenn ich das Geld hätte (der Platz wäre vorhanden) .... dann dürfte auch eine Nr. 3 noch bei mir einziehen. Aber der Tierarzt bezahlt sich nicht von alleine und Futter wollen sie auch haben und Papa Staat hätte auch gerne seine Steuern.

      (8) 23.07.17 - 14:12

      Danke für deine Bedenken, es ist für mich sehr wichtig eben auch solche zu erfahren, damit wir uns für den richtigen Hund entschieden....
      Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht, ich freu mich schon!

      K

(9) 23.07.17 - 22:22

Hallo,

auch ich habe hier zwei Spanier sitzen. Du schreibst, dass du mit Labradormischlingen liebäugelst. Sollten die aus Spanien sein, vergewissere dich, das es wirklich Labbimischlinge sind. Denn es gibt auf Mallorca eine Rasse die sich Pastor Mallorquin nennt, dem Labrador sehr ähnlich sieht, aber charakterlich ganz anders ist. Diese werden gerne als Labbimixe vermittelt, weil das einfacher ist als die echte Rasse. Die späteren Besitzer wundern sich dann aber, warum sie mit dem Hund nicht zurecht kommen. Pastoren sind sehr speziell. Google mal nach dieser Rasse. Auch solltest du dich mit allen Krankheiten, die Auslandshunde haben können, befassen. Leishmaniose, Babesiose etc. denn auch wenn der Hund zum Zeitpunkt der Vermittlung gesund erscheint, muss er es nicht bleiben. Mit diesen Krankheiten sind natürlich dann auch Extrakosten verbunden. Ich möchte dir keine Angst machen, aber das alles solltest du auch mit bedenken. Nun zu unserem ersten spanischem Hund. Er war ein Straßenhund und nur kurze Zeit in einer privaten Auffangstation. Er kam mit dem Flugzeug in unser Leben :-) und er kannte nichts! Er hatte vor allem Angst, wenn ich nur eine Flasche geöffnet habe und es gezischt hat, war er verschwunden. Männer waren ganz schlimm. Vor meinem Mann reißt er heute noch aus, wenn er schnelle Bewegungen macht. Obwohl er schon zwei Jahre bei uns ist. Solche Hunde brauchen jemanden der ihnen Halt gibt, sie beschützt und bestätigt und gaaaanz viel Geduld und Liebe. Aber um nichts auf dieser Welt würde ich ihn wieder hergeben. Eine absolut treue Seele! Unser kleiner Wirbelwind kam als Welpe zu uns und hatte noch nichts schlechte erlebt. Sie ist ein ganz normaler Junghund, der Erziehung braucht wie jeder andere auch. Was diese Hunde oft als positive Eigenschaft mitbringen ist ihr Soziolverhalten Artgenossen gegenüber. Sie sind es in der Regel gewohnt im Rudel zu leben und konnten daher das miteinander erlernen. Natülich gilt das nicht für alle, aber dennoch für viele. Wenn du noch keinen Hund hattest wäre es wirklich besser nach einem zu suchen, der schon in einer Pflegefamilie gelebt hat und sich etwas an das Leben hier gewöhnen konnte. Und mit Sicherheit wird dir auch später noch die Pflegestelle bei Fragen zur Seite stehen.
Lg

(10) 23.07.17 - 22:34

Ich bin schon beim zweiten Hund den ich aus dem Tierschutz übernommen habe. Zuerst Strassenhündin aus der Türkei, 9 Jahre später nun eine polnische Dame. Beide waren erwachsen, und "besonders" durch mehr oder weniger ausgeprägte Gehbehinderung.

Ich würde empfehlen den Hund wenigstens 1x kennen zu lernen, und gemeinsam Zeit zu verbringen. In meinem Fall hat es bei den ersten Treffen sofort geschnackelt- ich war mir in beiden Fällen sofort sicher den Hund nehmen zu wollen.

Ihr braucht die typische Ausrüstung. Decke/ Körbchen, Näpfe, Futter (ich würde versuchen das selbe wie das Heim zu nehmen für den Anfang), Leine und ausbruchssicheres (!!!) Geschirr, ggf Leckerchen. Welche Gassistrecken wollt ihr gehen? Wo ist der Tierarzt, die Hundeschule? Vorher abgehen bzw anschauen.

Ich habe mir für beide Damen jeweils frei genommen und sie in Ruhe ankommen lassen. In beiden Fällen hat sich rausgestellt das der Hund bei mir anders tickt als von den Tierschützern angegeben. Tiffy hat nie Möbel zerkaut. Wika wäre niemals als Zweithund geeignet. Beide Damen sprachen auf Futter als Motivation sehr gut an, vor allem Käse war hoch im Kurs. Erziehung startete aber erst nachdem wir uns einige Tage kennen gelernt hatten. Allerdings- beide waren und sind sehr folgsam und zurückhaltend.

Ich wünsche euch eine tolle Kennlernzeit und finde es toll das ihr einem älteren Hund eine Chnace gebt (statt Welpe vom Züchter). Ich würde es jederzeit wieder tun!

  • (11) 23.07.17 - 22:45

    Danke!

    Was denkst du, wie viel Zeit (Urlaub) soll ich für de Eingewöhnung einplanen, bzw. wie lange dauert es bevor ich den Hund mal alleine lassen kann.... ?

    K

    • (12) 24.07.17 - 12:23

      Das ist schwer zu sagen. Prinzipiell würde ich sagen- soviel wie möglich. :-)

      Bei Tiffy hab ich noch studiert. Die war lange wie ein Schatten, folgte mir überallhin und durfte sogar mit an die Uni. Später blieb sie problemlos auch lang alleine.

      Bei Wika musste ich nach einer Woche wieder arbeiten. Da hatte Herrchen allerdings meist Homeoffice. Wika bleibt heute auch problemlos alleine,allerdings nicht in unbekannter Umgebung we Hotelzimmern.

      Beide Damen hatten Verlustängste. Damit solltest du rechnen, der Hund hat mindestens einmal einen massiven Bruch erlebt und DU bist sein Fixpunkt im neuen Zuhause. Das legt sich, allerdings langsam. Ich habe es immer so gehandhabt das ich es akzeptierte- Hund war eben immer dabei, ob im Bad oder auf dem Weg zum Mülleimer.....und wenn es absolut nicht ging musste der Hund im Auto etc warten.

      (13) 24.07.17 - 13:23

      Das kommt auch ein Stück weit drauf an, ob der Hund vorher in einer Pflegestelle war oder nicht.

      Da lernt ein Hund ja so ein paar Basics - grundsätzliche Stubenreinheit, Leinenführigkeit, aber auch, dass die Zweibeiner ab und zu ne Stunde weg sind, und das eben in der Sicherheit eines Hunderudels.

      Damit ist der Umzug zu einer anderen Familie mit ähnlichen Regeln wesentlich einfacher, weil eben vieles schon bekannt ist. Und wenn das Hunderudel bei der Pflegefamilie nicht in Panik gerät, wenn der Staubsauger eingeschaltet wird, dann wird der Hund es bei Dir auch wesentlich besser aufnehmen.

      Ein Hund der aber gar nichts kennt, noch nie in einem normalen Haushalt gelebt hat, der ist weder stubenrein noch kann er alleine bleiben, das muss man dann in ganz kleinen Schritten aufbauen wie bei einem Welpen, das kann auch 4 Wochen und länger dauern. Erst recht, wenn der Hund eben als Einzelhund leben soll, sich damit an keinem Artgenossen orientieren kann, und Angst vor allem hat - Menschen, Haushaltsgeräuschen, der Umgebung, der Leine etc.

(14) 24.07.17 - 15:53

Hallo,
wenn ihr einen Labbi oder Labbi-Mix sucht, könntet ihr es auch bei Vereienen wie Soko-Retriever oder Retriever und Freunde etc. probieren. Diese Hunde sind in Pflegestellen und werden dort verhaltensmäßig und gesundheitlich eingeschätzt. Man kann sich für die Hunde bewerben und wird dann, kommt man in die engere Wahl kontaktiert. Wir haben so versucht unseren Hund zu bekommen, hatten aber immer Pech. Da wir aber nach 2 bis 3 Bewerbungen und einigen Telefonaten dort schon bekannt waren, hätten wir sicher den nächsten auf uns passenden Hund bekommen. Wir sind auch gefragt worden, ob wir Pflegestelle werden möchten. Wir haben unseren Hund letztendlich über ebay-Kleinanzeigen gefunden. Aber hier muss man schon echt aufpassen, dass man an jemanden seriösen kommt. Ein Hund von der Tötungsstation oder aus dem Ausland kam für uns erst mal nicht in Frage, da unsere Kinder damals noch recht klein waren (der Jüngste 5) und da wollten wir das Risiko so gering wie möglich halten.

  • (15) 24.07.17 - 17:13

    Hallo,

    da habe ich dann wirklich ausgesprochenes Glück gehabt mit meinen Fellnasen: sie sind absolut kinderlieb (meine Enkel sind; 8, 7 und 7 Monate jung) und die ganz Kleine hat die Hunde schon untersucht: die Pfoten wurden schon mal "gestrechet", die Schnute, die Lefzen wurden auch schon mal hochgehoben um die ähne zu begutachten, die Ohren und der Schwanz. Keine von den Hunden ist zurückgewichen, im Gegenteil, sie "krabben" hinter dem baby hinterher und wollen mit ihr schmusen. Das wäre auch das Einzige Aussclusskriterium gewesen: wenn die Beiden die Kinder nicht akzeptiert hätten. Allerdings lassen wir die Kinder trotzdem nicht alleine mit den Hunden aber es ist toll anzusehen wie sich die Hunde um die Kleinen bemühen.

    LG

(16) 25.07.17 - 12:35

meine eltern haben als ich ein kind war einen hund (und eine katze) aufgenommen und unsere nachbarn letztes jahr. der erste hund, den mein mann und ich zusammen hatten war auch ein rettungshund aus einer zuchtfarm.

was da auf einen zukommt, weiss man vorher halt nicht. die hündin meiner eltern war eigentich sehr lieb, nur hatte sie so angst vor menschen, dass sie die ersten 2 jahre jeden morgen unter den esstisch gepinkelt hat, wenn der erste von uns um die ecke kam. armes tierchen. sie hatte auch einen unerklärlichen prass auf ziegen. das sind dann halt so spliens, die man sich nicht erklären kann, wenn man die historie des hunds nicht kennt und es ist ratsam die ersten monate sehr aufmerksam zu sein und den hund genau zu beobachten, damit es nicht zu bösen überraschungen kommt.

das pinkeln hörte dann nach zwei jahren auf, da hat sie uns geglaubt, dass wir ihr nichts tun und wir sie auch nie wieder hergeben (wir waren ihre 7 besitzer, der hund war dadurch so verunsichert, dass sie einem garnicht geglaubt hat, dass sie bleiben darf.), weil auch nie einer mit ihr geschimpft hat, oder gemein zu ihr war. danach hat sie sich entspannt und war der tollste hund, der mir je untergekommen ist. nur ziegen konnte sie ihren lebtag nicht austehen und ist ganz garstig geworden, wenn ihr eine unter kam. und steine hat sie gesammelt. vom gassi gehen hat sie kiesel mitgebracht und auf ihren haufen mitten auf dem rasen gelegt. k.a. was sie damit wollte, aber wir hatten dann irgendwann eine installation kiesel im garten, die man zum mähen wegräumen musste und else hat sie dann alle vorsichtig wieder an ihren patz getragen, wenn man fertig war :D (ein vater hat dann ab und an ein paar diskret entsorgt, damit es nicht überhand nahm. aber sie ist mehrfach am tag hin und hat ihren kieselhaufen kontrolliert. der war wohl wichtig)

derweil ist der hund, den unsere nachbarn adoptiert haben, ein total unsympathisches tier. das ist auch über das jahr nur minimal besser geworden, obwohl sie sich redlich mühe geben. sobald bei uns jemand die terrasse betritt (sei es hund, katze, mensch) schlägt nebenan der hund an und knurrt und bellt rum. wer am zaun vorbeiläuft wird auch angegauzt. unsere kinder müssen auf sicherheitsabstand bleiben, wenn wir ihn auf der strasse treffen, weil er total angst vor kindern hat und extrem nervös wird.

nun gut, er war halt strassenhund bevor er zu ihnen kam, da weiss man halt auch nicht, was für erfahrungen er gemacht hat. mag sein, dass ihm kinder mal weh getan haben. sympathisch finde ich den hund nicht, die ersten paar monate waren für unsere nachbarn auch extrem anstrengend, weil der hund lange gebraucht hat, um stubenrein zu werden und das haus nicht zu ramponieren. (angebich war er schon im haus gehalten worden, bevor er zu ihnen kam, aber das halte ich für ein gerücht. das ist halt das risiko, wenn man einen hund ungesehen aus dem ausland adoptiert. da wird einem mitunter viel schöngeredet, damit man den hund nimmt.) sie hatten auch sehr angst, dass wir irgendwann sauer werden, weil wir ständig in unserem garten angekläfft werden, aber ich denk mir dann halt, jetzt ist er da, ihn wieder wegzugeben macht's auch nicht besser und dann ist es halt so. sie geben sich ja mühe und haben auch nen hundetrainer, aber ich halte es für eher unwahrscheinlich, dass man ihm das nochmal komplett abgewöhnt. wie alt der nun wirklich ist, weiss man ja auch nicht genau. angeblich war er noch recht jung, als er zu ihnen kam, aber auf mich wirkte er eher schon wie ein erwachsener hund und kein teenager.

mein mann und ich haben damals unseren ersten hund adoptiert. ein ganz lieber kerl, aber so neurotisch. unglaublich. irgendwann sass ich mit ihm bei einer tierärztin, die tierverhalten an der uni in brüssel lehrte und selbst die kam nur zu dem schluss, dass er ja ein ganz lieber sei, aber derartig neurotisch, dass sie da echt keinen rat wüsste, außer ihn halt so zu lieben, wie er ist. der arme war total mit der außenwelt überfordert, weil er den anfang seines lebens in einer hundefarm in einem käfig verbracht hatte und ist nie so ganz mit der welt draußen klar gekommen. was auch nicht half war, dass er total kaputte knie hatte, die wir zwar operieren liessen und es ihm dann auch ein paar jahre besser ging, weil er seinen bewegungsdrang richtig ausleben konnte, aber der tierarzt hatte uns schon gewarnt, dass das nur 5-6 jahre ungefähr halten würde und als die knie dann wieder schlimmer wurden und er sich nicht richtig austoben konnte, kamen die ängste auch wieder. bereut haben wir es nicht, dass wir ihn adoptiert haben, weil er ein ganz lieber, herzensguter hund war, der halt so ein bisschen einen an der waffel hatte. aber bisweilen war's auch echt anstrengend mit ihm, wenn er nen panikanfall hatte und in seinem wahn die ganze wohnung umgekrempelt hat. ich muss auch wirklich vor unseren damaligen nachbarn den hut ziehen, dass sie sein gejodel jahrelang mit fassung ertragen haben und sehr viel verständnis für den dicken hatten. man konnte ihm auch nicht böse sein, wenn man ihn erst mal kennengelernt hatte, weil er so ein lieber war, aber stressfrei war das für die nachbarschaft nicht.

was ich damit sagen möchte: man weiss halt vorher nicht, was auf einen zukommt. man sollte sich seiner eigenen belastbarkeitsgrenze bewusst sein und auch gewillt sein, ein paar jahre geduld in das tier zu investieren, bis es läuft. man kann glück haben und die eingewöhnung klappt schnell (wir haben auch schon katzen adoptiert. bei der einen war alles nach 2 stunden gut, die andere hat jahre gebraucht, bis sie uns getraut hat), aber es kann halt auch eventuell knifflig oder teuer werden. auf jeden fall würde ich mich schon mal schlau machen, ob es in eurer umgebung einen guten hundetrainer gibt, der erfahrung mit der arbeit mit adoptierten hunden hat, damit ihr im zweifelsfall nicht noch jemanden suchen müsst, an den ihr euch wenden könntet, sollte nicht sofort alles reibungslos verlaufen. wenn ihr den dann nicht braucht, dann ist das ja super, aber sollte es stressig werden, ist es gut, schon mal jemanden in petto zu haben. und ich würde mir schon vorher einen tierarzt suchen, wenn ihr nicht schon einen habt.

lg

Puh, das wird Dir keiner zufriedenstellend beantworten können. Ich hab eine Hündin aus Ungarn, dort misshandelt, hier schon ein paar Wochen auf einer Pflegestelle. Anfangs ziemlich ängstlich, bleibt immer noch nicht gern angebunden irgendwo allein, ansonsten aber total pflegeleicht, ein echter "Anfängerhund". Eine Freundin hat einen jungen Rüden aus einem italienischen Tierheim geholt und der Hund hat ein riesen Glück, denn sie arbeitet von zu Hause aus und hat keine Kinder. Der Typ ist ein echter Vollzeitjob, entwickelt sich aber auch großartig. Aber hätte den eine Familie zu sich geholt, die hätten ihn definitiv nicht behalten können (völlig verängstigt, kannte keine Häuser etc.).

Mein Tipp: Such Dir einen richtig guten Hundetrainer und nimm das Geld in die Hand, damit sie Dich unterstützen, den richtigen Hund für Euch zu finden. Das lohnt sich echt!

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