Mein kleiner Hund wurde getötet

    • (1) 22.09.17 - 10:19

      Liebes Forum,
      heute schreibe ich mit einer ganz traurigen Geschichte und ich möchte eure Meinung gern dazu hören:

      Letzte Woche Freitag wollte ich mit meinem kleinen 1-jährigen Mischlingsrüden und einer Reitkollegin mit unseren Pferden ausreiten.
      Am Ende des Hofes auf einem angrenzenden Feldweg stand die Stallbesitzerin mit ihrem Ridgeback-Mischling und ihrem Freund. Der Hund ist den Ämtern bekannt, da es schon mehrere Beißvorfälle gab und auch bereits Gerichtsporzesse, doch sie lässt den Hund weiterhin völlig frei laufen - auf dem Reitgelände sowie auch draußen im Freien.

      Mein kleiner Karli hüpfte aufgeregt und freudig auf den Ausritt vorweg auf dem Weg. Plötzlich stürmte der Hund der Stallbesitzerin auf ihn zu, packte ihn im Nacken und schüttelte ihn - so, wie Hunde ihre Beute töten! Es war also eine gezielte Tötungsabsicht. Mein Hund schrie aus Leibeskräften und die Stallbesitzerin und ihr Freund versuchten, ihren Hund von meinem zu lösen. Als es ihnen gelang, lief mein schwer verletzter und geschockter Hund weg. Ich stieg vom Pferd, übergab der Stallbesitzerin mein Pferd und holte meinen Hund zurück. Er zog den Rücken unnatürlich hoch und humpelte vorne rechts. Ich und meine Reitbegleiterin brachten sofort die Pferde wieder weg und ich fuhr mit meinem Kleinen in die Klinik.

      Sie röntgten ihn und es wurde festgestellt, dass er einen Pneumo-Thorax hat - defektes Lungengewebe also, mit Luftaustritt in den Brustkorb, so dass das Herz nach oben gedrückt wurde.
      Er erhielt Kreislaufmittel, Schmerzmittel und noch irgendwelche Medikamente und wurde stationär aufgenommen.
      Die Nacht wurde er engmaschig kontrolliert und Herz, Kreislauf und Atmung waren soweit recht stabil. Doch in den frühen Morgenstunden des Samstags letzter Woche ist er dann seinen Verletzungen doch erlegen. Er lag einfach so da... ohne Anzeichen und war tot...

      Ich bin am Boden zerstört und völlig geschockt - kann es noch immer nicht glauben!
      Die Stallbesitzerin war bereits 2 Mal bei mir und sprach mir ihr Beileid aus und entschuldigte sich dafür, was passiert ist. Sie will sämtliche Kosten tragen, auch wenn mir das natürlich meinen Hund nicht wieder bringt.

      Ich stehe nun in der Zwickmühle. Der Hund ist sozial nicht in Ordnung und hat bereits Auflagen, die sie bewusst nicht erfüllt! Er greift ständig Hunde an und nun ist die Situation eskaliert!
      Gestern ist sie -nach all dem!!!- wieder mit dem Hund ohne Leine unterwegs gewesen -sowohl im Gelände, auch auf dem Hof! Sämtliche Leute haben nun Angst um ihre Hunde und auch um Kinder! Sie sieht die Schuld aber nicht bei ihrem Hund bzw. bei sich- Schuld sind immer die anderen. Die Hunde müssen den Hof verlassen, mit denen Ihr Hund nicht klar kommt, aber ihr Hund muss weder an die Leine, noch erhält er einen Maulkorb. Er stürmt teilweise sogar vom Gelände herunter, um Hunde anzugreifen, die am Feldweg sparzieren gehen. So entstand im Mai der Gerichtsprozess.

      Ich stehe dort mit meinem Pferd in dem Stall. Wenn ich sie jetzt anzeige, dann wird das für sie und den Hund böse enden - das weiß sie. Deswegen backt sie mir gegenüber auch gerade kleine Brötchen. Ich möchte mit meinem Pferd jetzt so kurz vorm Winter nicht noch vor der Tür landen - kann die Sache aber aus Gewissensgründen gegenüber meinem Hund und auch in Bezug auf die Sicherheit sämtlicher anderen Leute und Hunde in dem Stall, nicht so stehen lassen.
      Ich bin neben meinem Schmerz und der unendlichen Trauer nun in der Zwickmühle und wäre froh und dankbar für Ratschläge von völlig Unbeteiligten - so wie ihr es seid!

      Bitte teilt mir eure Meinung, Sichtweise und Einschätzungen gern mit und wie ihr in meiner Situation verfahren würdet.

      Ich danke euch sehr und hoffe, dass ich endlich eine Entscheidung treffen kann.

      Traurige Grüße

      • Oh Gott wie schrecklich, das tut mir so leid :-(

        Was ich machen würde?
        Der Dame so gekonnt auf´s Dach steigen, dass sie gefälligst ihren Hund nicht mehr frei laufen lässt (am besten mit Maulkorb), sie also ihre Auflagen besser erfüllt oder du Anzeige erstattest!
        Ställe gibt es überall, das wäre es mir nicht wert, ein Risiko einzugehen!

        PS: lass bitte den Tierarzt oder die Klinik alles dokumentieren, am besten holst du dir auch eine schriftliche Zeugenaussage von der Reitkollegin, sonst hast du nichts in der Hand wenn es hart auf hart kommt und die Reitkollegin knickt nachher ein.

        Alles Gute!

        Hallo!

        Es tut mir sehr leid.

        Allerdings solltest Du auch Deinen eigenen Anteil an der Sache sehen: Du WUSSTEST, dass der Hund gefährlich ist. Du wusstest, dass er selten angeleint ist. Du hast gesehen wie Dein kleiner Hund rumgesprungen ist, und Dir was klar, dass das eine Form von Jagdverhalten bei anderen Hunden triggern könnte. Trotzdem hast Du Deinen Hund neben dem Pferd laufen lassen, Du hast ihn nicht auf dem Arm getragen, bis ihr aus dem Blickfeld des anderen Hundes wart.

        Ja, der Hund der Stallbesitzerin hat einen völlig übersteigerten Jagdtrieb, aber wenn man das WEISS, dann kann man sich auch darauf einstellen. Ich kannte auch die schwierigeren Hunde im Dorf, und bin dann eben nicht an deren Hof vorbei gelaufen. Ganz einfach.

        Der Vorfall mit dem Hund eines Spaziergängers, der keine Ahnung hat, dass da ein gefährlicher unangeleinter Hund auf dem Hof ist, das ist nochmal was anderes. Der konnte das nicht erahnen. Aber Du wusstest genau Bescheid.

        Dadurch, dass Deine Mitschuld nicht gerade klein ist, ist es Dir auch wirklich zuzumuten noch ein paar Monate die Füße still zu halten, bis Du einen neuen Stall gefunden hast.

      • Mein herzliches Beileid! Ich würde der Besitzerin kurz und bündig klar machen, dass ich, sobald ich den Hund noch ein einziges mal unangeleint und ohne Maulkorb sehen würde, Anzeige erstatten werde. Eine Zeugin hast du ja, ebenso beim Tierarzt dokumentieren lassen. Notfalls würde ich mein Pferd in einen anderen Stall bringen. Lg

        Hallo,

        selbst wenn Sie Dich und Dein Pferd raus wirft:

        Könntest Du es mit Deinem Gewissen vereinbaren, dass als nächstes ein weiterer Hund oder ein Kind dran glauben muss?

        Glaubst Du, das fände Dein kleiner Hund toll?

        Ganz ehrlich:

        Zeig sie an - und zwar sofort. Und als nächstes: Ab zum Anwalt und Kostenersatz und Schadenersatz verlangen.

        Wenn Sie dein Pferd dann vor die Tür setzt, kannst Du die Kosten für die zusätzliche Unterbringung ebenfalls noch einklagen.

        Sorg dafür, dass die Besitzerin mit diesem Hund niemandem mehr weh tun kann. Wer keinen Hundeverstand hat, sollte keinen Hund halten. Natürlich besteht die Gefahr, dass es für ihren Hund böse endet. Aber das ist nicht Deine Schuld, sondern ihre.

        Alles Gute Dir.

        LG

      • (7) 22.09.17 - 13:50

        Tut mir sehr leid, das du deinen Hund verloren hast.

        Ich würde sie anzeigen. Und mein Pferd anderweitig unterbringen. Ganz sicher.

        Direkt an unserem Gassiweg gibt es einen Bauernhof, die haben 2 Hunde. Diese beiden stürzen sich auf alles was da vorbei kommt. Hunde, Kinder auf dem Fahrrad....Deshalb ist die Tür immer zu, wenn die Hunde nicht im Zwinger sind. Tja, einmal war sie das nicht. Hund der Nachbarin (angeleint) lief vorbei - und hat das nicht überlebt. Seitdem mache ich dort einen Umweg von riesigen Ausmassen. Egal ob das Tor offen oder zu ist. Angezeigt hat dort noch niemand, und die Bauern haben keine Einsicht. Sind halt Wachhunde.

        Hallo,

        ganz ehrlich, wieso bringt ihr Pferdebesitzer eure Hunde da mit hin, wenn der Hund der Besitzerin nachgewiesener Maßen gefährlich ist und andere Hunde anfällt??
        Ihr wisst, dass er da ständig ohne Leine läuft... und sich die Besitzerin einen Dreck um erteilte Auflagen schert.

        Ich persönlich hätte keine meiner Fellschnuten einer solchen Gefahr ausgesetzt.

        Im Prinzip hält dich doch nur von einer Anzeige ab, dass du für dein Pferd unter Umständen ganz schnell einen neuen Platz finden müsstest.
        Hoffentlich hat beim nächsten Vorfall einer den Mut, diese Frau anzuzeigen.


        Nici

        Anzeigen!!! Beim Hund meines Schwiegervaters hat es mit Katzen angefangen, dann war es eine trächtige Ziege, dann ein anderer Hund - zuletzt wäre es beinahe meine Tochter gewesen. Anzeigen und zwar sofort!

        Mein Beileid,
        Deine Situation muss schrecklich trotzdem ist es wichtig sie anzuzeigen.
        Wie einige schon schrieben, könntest du das mit deinem Gewissen vereinbaren, wenn das noch mal passiert, oder er ein Pferd, oder Kind reißt/tötet. Diese Hunde sind zum Löwen jagen gezüchtet und haben vor nichts Angst und sie gehören nicht in falsche Hände.

        In unserem Wald hatte einer auch zwei die regelmäßig Rehe gejagt und gerissen haben. Diese “scheißegal“ Einstellung dieser Besitzer kann ich nicht verstehen. Entweder soll er einen Maulkorb tragen, oder einen Zwinger bauen.

        Es gab ja einige Zeugen, melde das ganze doch anonym, mach dich da mal schlau, ansonsten: willst du wirklich in diesem Stall bleiben?
        Du wirst schon was anderes finden, mach es für deinen Karli!

        Alles Gute und liebe Grüße

        Hallo an alle, die mir hier so fleißig geantwortet haben.
        Ich habe mich entschieden, wie die meisten Leute es mir hier auch geraten haben: Ich werde die Anzeige durchziehen beim Vet-Amt. Habe mir auch bereits das Protokoll meines Tierarztes angefordert. Sobald ich die Aufnahmen und das Protokoll habe, werde ich die bereits fertiggeschriebene Anzeige an das Vet-Amt schicken und mir parallel bereits eine neue Bleibe für mein Pferd suchen!

        Ich kann es so nicht stehen lassen!
        Im übrigen hat die Stallbesitzerin auch nie über die Gefahr aufgeklärt bzw. auch nie ein Hundeverbot ausgesprochen - natürlich nehmen die Reiter ihre Freizeitpartner "Hund" mit in den Stall! Reiter und Hund gehören nunmal zusammen. Es ist in keinem Stall anders.
        Natürlich hätte sie ein Hundeverbot aussprechen können (und müssen!)
        Aber dann wäre der Stall wahrscheinlich leer(er) - und dafür hätte sie die Gefahr, die von ihrem Hund ausgeht, überhaupt erst einmal erkennen müssen. Sie blendet diese ja völlig aus und macht so weiter, wie bisher!

        Von daher ist es meine Pflicht, für die Sicherheit aller anderen Zwei- und Vierbeiner hier zu sorgen - Karli ist nicht umsonst gestorben!

        Traurige Grüße...#schmoll

        • Deine Entscheidung finde ich super!
          Und natürlich hast du Recht, dass Pferd und Hund zusammen gehören.
          Ich weiss, dass es schwerfällt einen Stall zu wechseln in dem du dich ja anscheinend wohlfühlst, Veränderung ist immer erstmal doof. Aber vielleicht machst du nur den Anfang und andere trauen sich nachzuziehen.

          Ich wünsche dir viel Erfolg!
          Vielleicht hälst du uns auf dem Laufenden :)

          LG Sonja

      (13) 23.09.17 - 20:17

      Es tut mir sehr leid!

      Bei uns wurde unsere Katze vom Nachbarshund getötet, obwohl sie sich beide Jahre kannten, nebeneinander lagen, er ein alter Hund ohne Zähne war. Ich musste es auch mit ansehen und es war grausam.

      Die Halterin des Hundes muss den Vorfall zahlen. Vielmehr gibt sie die Rechnung ihrer Tierhalterhaftpflicht und die überweist. Also so gnädig ist sie nicht. Und Reue oder wirkliche Schuldgefühle hat sie nicht, sonst würde sie nicht weiter machen.

      Ich würde nun alle Hebel in Bewegung setzen und einen neuen Stall suchen. Aushänge machen, rum telefonieren, über Facebook oder sonst was suchen. Und diese Frau anzeigen. Wenn das nochmal
      passiert, oder einem Kind etwas, dann hast du dein Leben lang Schuldgefühle.

      Ich würde mir sofort und ohne umschweife einen neuen Stall suchen und sie danach anzeigen. Dieser Hund ist definitiv gefährlich!!! Wir hatten hier die selbe Situation im Dorf, Schäferhund mehrfach auffällig hatte bereits einen Hund getötet und eine Frau schwer verletzt - sie hat auf die Anzeige verzichtet, wegen der guten Nachbarschaft. Das Ende vom Lied, er griff unseren Vermieter an, der ebenfalls mit seinem Hund unterwegs war. Hund schwer verletzt, überlebte zum Glück den Angriff, mein Vermieter wurde in den Kopf gebissen, weil er stürzte - Fazit eine Woche Krankenhaus und allergische Reaktion auf das Antibiotikum, entstellt, sein lebenlang.
      Dieser Hund ist und bleibt eine tickende Zeitbombe und gehört in verantwortungsvolle, kompetente Hände!!!! Diese Frau kann diesen Hund nicht gewissenhaft führen, denn wenn sie es könnte würde der Hund keinen Hund totbeißen. Das ist nur die Vorstufe, nächstes mal ist es vielleicht ein Kind.

      (15) 27.09.17 - 18:15

      Du MUSST sie anzeigen. Auch wenn die Folgen schlimm sind. Du wirst Dir einen anderen Stall suchen müssen und ihr Hund wird einen Wesenstest machen müssen. Als Folge dann wahrscheinlich Maulkorbpflicht oder Leinenpflicht.Aber auch wenn das alles ätzend ist, so ist es Deine Pflicht andere Hunde und Menschen zu schützen. Stell dir vor es wird ein Kind tot gebissen und du weisst, hättest du sie angezeigt, dann wäre das nicht passiert. Mit so einer Schuld willst du doch nicht leben?

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