Warum hält man einen Kampfhund?

    • (1) 27.12.17 - 19:08

      Hallo,

      ich hatte in letzter Zeit mal wieder einige unangenehme Begegnungen mit sogenannten Kampfhunden. Dabei habe ich mich ernsthaft gefragt, warum man einen solchen Hund überhaupt hält?

      Mal abgesehen von Zufällen (Hund der kranken Nachbarin übernommen o.ä.) muss man sich ja bewusst dafür entschieden haben, dass künftig viele Menschen einen Bogen um einen machen.

      Fühlt man sich großartiger und/oder mächtiger, wenn andere Menschen Angst haben? Was für ein Mensch muss man eigentlich sein, um das zu ertragen? Oder ist einem das egal?

      Klar, ich kenne die Argumente der Hundebesitzer: Die anderen Menschen haben sich anzupassen und zu informieren, niemand braucht Angst zu haben usw. Dummerweise ist die Realität eine andere und es ist nun mal so, dass nur wenige Menschen diese Hunde toll finden. Eher im Gegenteil.... (oder ich hab nur komische Freunde, Arbeitskollegen und Bekannte, kann ja sein).

      Was hat Euch bewogen, ein solches Tier aufzunehmen?

      Gruß

      • Wir haben uns einen Staff(mix) Rüden aus dem Tierheim geholt. Warum? Er passt vom Charakter gut zu uns, konnte schon alleine bleiben, super kinderlieb, top verträglich mit unserem ersten Hund. Die Rasse war uns wurscht, in Niedersachsen gibt es auch keine unsinnigen Rasselisten. Ich kenne eigentlich nur verantwortungsbewusste SoKa-Halter, die eben auch diesen Hunden eine Chance außerhalb des Tierheims geben wollen. Je nach Rasse wird man massiv mit Ablehnung konfrontiert, angepöbelt, beleidigt, nach dem Hund getreten, usw. Ich hätte DAS echt nicht erwartet.
        Glücklicherweise erkennt in unserem Hund fast niemand den bööösen Kampfhund. Er ist halt nur 40cm groß, 15,5kg schwer (ideale Staff Maße) und extrem niedlich. Wenn ich bei der Frage nach der Rasse dann mit Staff antworte, reagieren die Leute, die ihn eben noch gestreichelt haben, öfters mit Ablehnung. Völlig bescheuert meiner Meinung nach, aber ok. Unser Umfeld ist da zum Glück anders und hat zumindest unserem Vierbeiner gegenüber keine Vorteile mehr.
        Richtig nervig ist eigentlich nur die eingeschränkte Urlaubsmöglichkeiten mit Hund. Böööse Kampfhunde dürfen in viele Länder nicht mit einreisen.

        Warum verliebt man sich in eine Rasse?
        Wir haben bisher nur superliebe Rottweiler kennengelernt und schätzen das Temperament dieser Tiere total. Rottis stehen aber auch nur teilweise auf der Liste, woanders sind sie normale Hunde. Wir haben uns aber wegen der Auflagen bis auf weiteres gegen Rottis entschieden - sollte sich aber die Situation ändern (in Schleswig-Holstein ist die Liste schon gefallen, woanders ist es in Planung) zieht bei uns ein Rotti ein. Aber auch da: nur als Welpe aus astreiner Zucht, damit wir uns sicher sein können ein wesensfestes Tier zu haben.

        Aber mal ganz generell: Ein Listenhund ist kein gefährlicher Hund - wer per se Angst vor einem "Listi" hat, ist nicht sonderlich gut informiert. Meistens ist es ja eher die Gesamtaufmachung, denn natürlich holen sich Assis am ehesten die Hunde, die den schlimmsten Ruf haben, eben grade damit Menschen wie Du die Strassenseite wechseln. Denn wenn der "gefährliche Listi" mit einem 60kg-Frauchen, die mit allerlei Leckerchen und Ball "bewaffnet" ist, spazieren geht und vielleicht noch ein kleiner Mops dabei rum turnt, dann wechseln nur die wenigsten Leute die Strassenseite.

        Gefährlich sind oder werden Hunde durch eine schlechte Herkunft, durch schlechte Erfahrungen, durch ihre Halter oder durch Krankheit - die Rasse allein hilft da herzlich wenig. In der Beissstatistik ganz vorne sind Schäferhunde und Retriever, Dackel und natürlich Mixe... warum? Weil sie besonders häufig sind und weil somit einer der vier Gründe für Gefährlichkeit öfter eintritt.

        Generell könnte ich mit der "öffentlicher Ächtung" gut umgehen, wenn Menschen nur auf Grund der Rasse meines Hundes sofort die Strassenseite wechseln würden, dann stört mich das nicht wirklich - ich kann ja nichts für deren Uninformiertheit. Aber ich achte auch immer sehr darauf, dass meine Hunde sich anständig benehmen und niemanden auch nur belästigen, gut sozialisiert sind... und meine Freundin, die einen Rotti hält, händelt ihre Hunde genauso und sie wird mit ihrem Rottimädchen auch nur selten gemieden - einfach weil die drei (es gibt noch einen weiteren Hund) als Gespann alles nur nicht gefährlich wirken.

        Hallo!

        Was meinst du mit du hattest eine unangenehme Begegnung mit Kampfhunden? Was ist denn passiert?

        In meinen Bekanntenkreis haben viele sogenannte Kampfhunde, aber sicher nicht damit andere einen Bogen um sie machen. Man fühlt sich da sicher auch nicht mächtiger mit so einem Hund.

        Angst zu haben ist natürlich nie dumm. Aber warum auf Kampf bzw. Listenhunde beschränken. Auch alle anderen Hunde können zubeißen.

        Ich selbst habe 4 Hunde, 3 Chihuahua und einen Chi-Mischling. Zu unserem Freundeskreis zählen wir auch Rottweiler und Staffs. Bei uns laufen auch noch andere sogenannte Listenhunde rum. Alle gut erzogen, alle brav und noch nie in einen Vorfall verwickelt gewesen.

        Und dann gibt es bei uns viele "normale" Hunde. Und es gab auch schon einige Vorfälle, jedoch nie mit einem Listenhund.

        Einer meiner Hunde wurde als er ca. 20 Wochen war angegriffen, hat seitdem Probleme mit fremden - nicht zu seinem Rudel gehörenden Hunden, derselbe Hund, hat kurze Zeit später einen Chi tot gebissen. Es war kein Listenhund. Ein normaler Mischling, von dem man sich sowas nicht erwarten würde.

        Und seltsamerweise sind es bis jetzt nie Kampfhunde gewesen, die in solche Vorfälle verwickelt waren.

        Ich würde daher nicht über die Besitzer urteilen, weil sie sich für eine bestimmte Hunderasse entscheiden, denn ausnahmslos jeder Hund kann mal zubeißen, man kann auch einen süßen Schoßhund aggressiv erziehen.

        • Hallo,

          unsere Nachbarn haben aktuell einen Kampfhund zu Besuch. Dieser "stellte" mich und ich muss sagen, dass mein Körper (tatsächlich Panik und Herzrasen) darauf anders reagiert hat als bei einem bellenden Dackel. Der Besitzer kam so spät, dass eine ältere Frau vielleicht mit Herzinfarkt tot umgefallen wäre.

          Kleinere Hunde bellen mich öfter an oder wollen spielen (bin Joggerin). Vor denen habe ich keine Angst, da ein Biss mich vermutlich nicht ins Jenseits befördern würde. Bei bestimmten Hunderassen (ja, das sind nicht nur die Kampfhunde) gilt das aber leider nicht so ohne Weiteres.

          Ich muss leider sagen, dass ich Hunde, die töten könnten, verbieten würde. Waffen sind ja auch verboten. Mein Ansinnen hat also nichts mit aggressiven Hunden (dein Beispiel mit dem Schoßhund) zu tun.

          • Hunde, die töten könnten ...

            Also ALLE Hunde über Fußhupengröße #schock.

            Das Problem ist doch der Besitzer, der Hundeerziehung für überflüssig hält. Dem müsste die Haltung verboten werden #aerger!

            (8) 03.01.18 - 14:06

            “Kampfhunde” gibt es nicht. Nur Listenhunde, und diese Liste ist durchaus diskussionswürdig imA. Wenn du alle Hunde verbieten möchtest die töten könnten haben wir nur noch Minihunde übrig. Auch Hunde die nicht gelistet sind (Berner Sennen, Irish Wolfhound etc) sind dazu alleine von der Beisskraft durchaus in der Lage.

            Ich muss sagen das ich noch nie einen Vorfall mit einem Listenhund hatte. In 14 Jahren Hundehaltung, mit zig Hundebekanntschaften und Rudelspaziergängen. Sehr wohl hatte ich jeweils einen Vorfall mit einem Labrador (jagte mich beim joggen, Besitzer fuhr telefonierend auf dem Fahrrad einfach weiter) und einem Schäferhund (war angeleint, stellte mir die Pfoten auf die Brust und knurrte mir ins Gesicht während die Besitzerin am anderen Ende der Leine sagte er tue schon nichts).

            Will sagen- nach meiner Erfahrung ist nie die Rasse das Problem sondern mangelnde Erziehung und ignorante Halter. Die Frage sollte also eher sein: warum schafft man sich einen grossen Hund an den man nicht ordentlich händeln und erziehen kann? Ein verpflichtender Hundeführerschein ab einer gewissen Größe des Hundes wäre mEn das Mittel der Wahl.

            Wir haben einen Beaglemix von dem wir ganz stark annehmen das da ein Staffordshire mitgemischt hat. Erfahren haben wir das erst nach ihrer Adoption, wir hätten sie aber in jedem Fall genommen. Ihre Beisskraft ist schon beeindruckend. Wenn ich mir ansehe was sie mit einem Rinderknochen in einer Viertelstunde so anstellt......Sie lebt nun seit vier Jahren bei uns, und hört auf das kleinste Wort. Super verschmust, anhänglich und anspruchslos. Bellt nie. Und ist im Umgang mit unserem Sohn und allen anderen Menschen ganz sensibel und vorsichtig. Jederzeit würde ich sie wieder auswählen.

            Ach ja, und Jogger oder Radfahrer interessieren sie null. Dagegen Hasen, Katzen und Kleingetier.....wir arbeiten dran. :-)

            Dann musst du nicht nur alle Hunde und zig Tierarten verbieten, sondern auch die komplette Menschheit....kein sinnvoller Ansatz...

            (10) 06.01.18 - 20:23

            Moin!
            Auch ein Labrador, Schäferhund, Afghane, Border Collie... könnte einen Menschen töten. Das könnte theoretisch jeder Hund ab einer bestimmten Größe/Masse. Mit messern kann man übrigens auch töten (von Autos ganz zu schweigen!) und die würde ja auch niemand verbieten...

            Wir haben zwei Mischlinge. Der 2jährige hat eine Schulterhöhe von 73 cm, die Mutter ist eine Mischung aus Rottweiler und Dobermann, der Vater unbekannt. Unser Hund ist hellbraun gestromt, eher schlank, mit schmalem, tiefem Brustkorb -sieht also nicht nach "Kampfhund" aus. Er ist sehr führig, gelassen, nicht dominant und ein perfekter Familienhund.
            Der zweite ist eine Mischung aus Rottweiler, Dobermann und American Bulldog, ein "Kampfhund-Cocktail" also. Er ist erst viereinhalb Monate alt, zeigt sich aber ebenfalls bereits als sehr gelassen, führig und kindertauglich (beißt z.B. nicht im Spiel).

            Diese Hunde haben wir und ausgesucht, weil wir große Hunde mögen und einen großen Hof haben, auf dem sie Fremde "melden" und Menschen mit zweifelhaften Absichten abschrecken sollen. Der Plan ist bisher in sofern aufgegangen, dass in unserem Dorf bei anderen Höfen und Firmen bereits mehrfach Werkzeug und Fahrzeuge gestohlen wurden, wir bisher jedoch unbehelligt blieben. (Kann natürlich auch Zufall sein)
            Außerdem haben wir und bewusst für Mischungen nicht besonders intelligenter Rassen entschieden, da solche Hunde keiner besonders hohen geistigen Auslastung bedürfen (im Gegensatz zu Border Collies oder Shelties etwa).

            Selbstverständlich sind wir mit beiden Hunden bei einer guten Trainerin. Zumindest der Große kommt automatisch zu mir, wenn uns andere Spaziergänger oder Jogger begegnen und hat in den ersten Lebensmonaten gelernt keine Menschen anzuspringen, zu schnappen oder zu verbellen (Ausnahme: Fremde die auf unseren Hof kommen darf er anbellen bis jemand von uns kommt).

            Ich denke das Problem sind nicht bestimmte Rassen, sondern unerzogene Hunde und ungeeignete oder unwissende Hundehalter. Diese wird es jedoch immer geben.
            Es tut mir leid, dass du so schlechte Erfahrungen mit "Kampfhunden" machen musstest. Die allerallermeisten sind wirklich genauso nett wie andere Hunde.

            LG nobyna

      Hallo,

      um deine Frage zu beantworten:
      Ich habe mich einfach in den Hund verliebt und es hat einfach gepasst.
      Die Rasse hab ich erst später genau erfahren.

      Schau mal in meine VK und sag mir, wo du den sogenannten Kampfhund findest.

      Ansonsten finde ich deine Ansichten und Gedankengänge ziemlich merwürdig. Nix für ungut

      Grüße

      • Hallo,

        dein Hund sieht niedlich aus. Ich meinte eher diese Rasse mit den roten Schlitzaugen. Finde ich überhaupt nicht attraktiv. Vielleicht bin ich da ja die Einzige...

        Kannst meine Gedanken merkwürdig finden. Ich finde eben Menschen merkwürdig, denen es nichts ausmacht, anderen Menschen Angst zu machen. Und das liegt vielleicht nicht unbedingt an der Bezeichnung Kampfhund. Es ist schon ein Unterschied, ob mir ein Dackel ohne Besitzer entgegen gerannt kommt oder oben beschriebener Hund. Der Dackel beißt vielleicht zu, aber mehr passiert auch nicht.

        Ganz anders als man hier vielleicht glaubt, habe ich auch keine Angst vor Hunden generell. Ich wechsele nur die Straßenseite, wenn ein potentiell gefährlich wirkender Hund ohne Leine auftaucht. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass nicht jeder Besitzer seinen Hund abrufen kann. Früher habe ich geglaubt, dass man seinen Hund nur dann frei laufen lässt, wenn man das sicherstellen kann. Ist aber leider nicht der Fall.

        Grüße

        • Hallo,

          mein Hund ist ein Mischling aus American Staffordshire Terrier und Border Collie, also ein halber Listenhund. Er ist eine Seele von Hund ud es ärgert mich immer ungemein, wenn man mit solchen Proleten auf eine Stufe gestellt wird.

          Vor dem deutschen Schäferhund meines ehemaligen Nachbarn hatte ich eine Heidenangst, vor allem wenn der im Zwinger war. Einmal hat er ein Loch in den Holzboden gefressen gehabt und mein Nachbar (ehemaliger Soldat) hatte ihn damals auch "gedrillt". Dieses Vieh war gut und gerne mehr als das Doppelte von meinem treudoofen Trampel.

          Ich möchte auch bis heute nicht wissen, was los gewesen wäre, wenn der mal durchs Dorf gerast wäre #zitter

          Es ist nicht immer schwarz oder weiß

          Grüße

          P.S.: Hunde mir roten Schlitzaugen? Meinst du vielleicht Bullterrier? Die, die ich kennen gelernt habe, waren neben meinem Hund die größten Schmusebacken überhaupt. Das Problem hängt am anderen Ende der Leine.

          • (14) 03.01.18 - 14:15

            “Wenn man mit solchen Proleten auf eine Stufe gestellt wird.”- Genau. Deshalb sagen wir auch immer nur unsere Maus sei ein Beagle-Mix und lassen offen was der Mix ist. Hundekenner sehen das zwar, aber man vermeidet blöde Fragen und Diskussionen. Ausserdem wird dem Hund so ohne Vorurteile begegnet. Eigentlich traurig.

            Schäferhunde sind im dem Dorf wo ich aufgewachsen bin die dominierende Hunderasse. Dort ist ebenfalls usus mit dem Hofhund entweder gar nicht oder nur mit Maulkorb Gassi zu gehen. Aus gutem Grund.

            • Der Witz ist ja, dass Du vielen Spinnen, die glauben, sich eine Meinung erlauben zu können zu "Kampfhunden", die Rasse ruhig sagen kannst, Wenn es nicht ausgerechnet ein Pit Bull oder Staff ist, weil sie viele gar nicht einordnen können. Ich hab vor Jahren hier auf dem Dorf einem Mann aud die Frage, "Was ist n das für einer" korrekt geantwortet, dass es ein Mastino Napoletano ist. Fragen des Gesicht und meine nächste Antwort war "eine italienische Dogge".
              Antwort: Ah - schönes Tier, ich dacht Schön, es wär vielleicht ein Kampfhund #rofl
              Oder Verwandtschaft kommt zu Besuch, begrüßt uns und unsere gastfreundliche Am. Staff.-Hündin und fragt, wo wir unseren Kampfhund haben...

              LG

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