Schnapsidee oder tatsächlich machbar?

    • (1) 12.01.18 - 16:01

      Moin ihr Lieben..

      Folgendes:

      Mein wird später den milchviehbetrieb seiner Eltern übernehmen und ich dann ja somit auch.
      Ich bin nun immer mehr am überlegen wie ich mich einbringen könnte später...
      Kälber füttern misten etc. Ist nicht das Problem für mich, aber eigentlich habe ich es nicht so mit Kühen und mein Mann ist da auch sehr eigen.
      Nun ja... wir haben uns hier in unserer Mietwohnung nun auch ein paar Tiere zugelegt
      Demnach steht für mich fest, ich werde dann eier vermarkten von ca 200 Hühnern und Schweine für Eigenbedarf halten.

      Nun kam ich irgendwie auf mich 2 zugegebener Maßen seltsame Ideen und ich hab keine Ahnung, ob diese umsetzbar sind.
      Mein Hobby? Mein Hund! Deshalb folgendes

      1. Später fleischziegen zusätzlich zum milchvieh halten und mit dann einen hütehund holen. Quasi als Nebenverdienst, aber ist es mit dem ziegen so einfach wie ich es mir vorstelle?

      2. Eine kleines Stück dauergrünland (ca 1 ha) umzäunen und als hundefreilaufund trainingsplatz für Hunde anbieten. Darf ich das so ohne trainerschein?

      Vllt hat ja jemand Ahnung. Danke im vorraus

      • (2) 12.01.18 - 23:28

        Hi,
        Hier hat jede Frau des Landwirts einen eigenen Beruf, der nichts mit dem Betrieb zu tun hat. Einfach, damit es weitergeht, auch wenns mal in die Ernte gehagelt hat, der Traktor in die Werkstatt muss. Ein sicheres Einkommen im Monat. Das mitgeholfen wird, vor und nach der Arbeit, ist Voraussetzung. Hobbys gibt's keine.

        Die Schwägerin meiner Schwester ist Vollzeit auf einer Verbandsgemeinde im Personalbüro. Die Mutter meiner Kollegin ist Erzieherin , die eine Industriekauffrau, die andere Vollzeit im Lidl.

        Meine ex Kollegin hat aktuell noch 30 Ziegen, sie Vollzeit im Büro, er 3 Schicht in der Papierfabrik. Als er noch als selbstständiger Hausmeister tätig war, hatten sie über 100. Das war auch keine Einnahme Quelle, aufwändiges, teures Hobby. Aber die Ziegen waren von ihrem Vater noch da, aber sie haben die Herde übersichtlicher und bezahlbarer gestaltet. Geld rein.........kam da auch nicht

        Was hast du denn gelernt?
        Hast du keine Möglichkeit weiter arbeiten zu gehen?

        Alles gute
        Claudia

        • (3) 13.01.18 - 11:46

          Hallo, danke für seine Antwort.
          Ich habe die Ausbildung zur Erzieherin gemacht.
          Habe vor 15 Wochen entbunden und bin nun erstmal in Elternzeit.
          Sehr für mich da aber keine Zukunft mehr (aus persönlichen Gründen)
          Habe auch überlegt, etwas anderes auszuüben, aber genau das möchte ich nicht. Wieso?
          "Nach der arbeit noch auszuhelfen, ist vorraussetzung"
          "Hobbys gibt es keine"
          Ich sehe das ganze etwas anders.
          Zeit für meine Kinder will ich haben. Das ist schwierig, wenn man Vollzeit arbeitet und dann noch aushilft.Ich will ihnen gerecht werden.
          Auch Leben will ich noch. Klar jeden Tag 2 stunden seinen Hobby nachgehen ist nicht drin, aber ich arbeite um zu leben und lebe nicht um zu arbeiten.
          Ich bin mir durchaus bewusst, dass Landwirtschaft ein zeitintensiver Beruf ist. Aber es ist nicht das Leben. Mir ist auch bewusst, dass wir viele Jahre nicht in den Urlaub fliegen oder gar überhaupt mal ein Tag Urlaub haben, ich weiß da schon auf was ich mich einlasse. Aber ich will das Leben genießen und nicht mein Leben für den Betrieb aufopfern.
          Daher suchen, sowohl ich als auch mein Mann, nach einer Lösung, wie ich mich im Hof miteinbringeb kann. Ich werde natürlich auch beim milchvieh aushelfen, aber suche halt noch nach Nebenverdienst der kompatibel ist, ist dem.

          Trotzdem Danke für deine Meinung.

          • (4) 13.01.18 - 13:03

            Hi,
            Deswegen sind die meisten Bauern ja auch ohne Frau unterwegs, oder geben es auf, um Arbeiten zu gehen, 40 Std. Woche mit bezahlten Überstunden, ist da schon erholsam.

            2 Häuser unter meinem Patenonkel ist auch ein großer Hof, mit Milchvieh. Der Volker sieht Klasse aus, Humor, gescheit, aber eine Frau, die es mit der Landwirtschaft aushält gibt's nicht. Er hat noch Schlosser gelernt, aber nachdem sein Vater immer älter wurde, hat Stunden reduziert, bis er es dann mit 35 ganz übernommen hat.

            Hier haben sich 3 Höfe zusammengeschlossen, damit jeder 1 freien Sonntag hat im Monat und 2 Wochen Urlaub im Jahr.

            Landwirtschaft muss man halt wollen.

            Habt ihr Platz für Pferdeboxen oder Hundepension? Sowas wird ja gesucht ohne Ende, aber ob man da noch Gewinn macht?

            Als Erzieherin kannst Du auch ins Kinderheim gehen, oder als Pädagogische Fachkraft in der Schule mitarbeiten. Eine Bekannte ist als Integrationskraft in einer Schule für Schwerbehinderte, sie und eine Kollegin teilen sich die Stelle, d.h. jeder geht 3 Tag am Stück, dann die andere. Sie hat mehr Brutto, als eine Industriekauffrau bei uns auf dem Land mit einer 40 Std. Woche.

            Wusstest Du, was auf dich zukommt? Wirft der Hof genug ab, für Deine Ideen?

            Alles Gute!

            • (5) 13.01.18 - 14:03

              Ja. Ich bin mir dessen bewusst. Wir sind seit 7 Jahren zusammen, eins davon verheiratet.
              Ich habe in den 7 Jahren auch schon ausgeholfen und sehe ja jetzt auch, wie viel mein Mann arbeitet. Und nein ich habe mich nicht blauäugig ins schöne Landleben verliebt wie bei "Bauer sucht frau".
              Urlaub haben wir noch nie gemacht. Höchstens mal einen freien Tag zusammen verbracht.
              Ich sehe dass ein normaler Job viel erholsamer wäre. Ist aber keine Alternative für uns.
              Viele meiner bekannten Arbeiten ebenfalls in der Landwirtschaft- also weiß ich schon wie arbeitstechnisch die Zukunft aussieht.

              Wie gesagt- aus persönlichen Gründen werde (vorerst) nicht mehr als Erzieherin tätig werden.
              D
              Was ich mit meinem vorherigen Post sagen wollte : auch wenn man einen landwirtschaftlichen Hof führt, hat man durxhauxs Zeit für die Hobbies ( siehe meine schwiemu, die gleich mehrere Hobbies hat)
              Meine Idee ist eben mein Hobby als Nutz für den Betrieb einzubringen, was mit einem Hund durchaus möglich ist. Ob es hirngespinnst ist, war ja nun hier die Frage...

              Für mich steht auch außer Frage nach und nach die Aufgaben meiner schwiemu zu übernehmen, aber eben auch was anders zu machen ( daher meine Ideen ).
              Ich muss ja nicht alleas was sie macht als genau so erfüllend ansehen. Ich finde es nur Ich erstrebenswert 40std zu arbeiten, nebenbei auszuhelfen und keine Zeit für seine Kinder aufbringen zu können. Daher ist die Lösung keine für mich. Mein Mann sagt übrigens auch, dass die familie immer pr der Landwirtschaft steht.

              Btw. Ich kenne nur einen einzigen Landwirt, der ledig ist. Es stimmt also nicht, dass die meisten keine Frau haben.

              • (6) 13.01.18 - 18:43

                Ach es geht um Hunde? Ok, dann ist Trainingsplatz gut denke ich. Mach doch Agility und so. Und wenn Ihr eine leere Scheune irgendwo hat und es genug Hunde in der Gegen gibt könnte ein Indoor-Hundespielplatz auch ne Idee sein für den Winder :-) Mit Agyility Hindernissen und Strohballenlabyrinth zum Dummysuchen etc.

                • (7) 13.01.18 - 20:29

                  Danke! Die Idee ist wirklich gut!
                  Gerade in den wintermonaten ist in der Landwirtschaft ja Luft für sowas.

                  Vielen Dank!

                  • (8) 14.01.18 - 10:01

                    Gute Indoor Agility Hallen sind bei uns immer gut ausgebucht. Man kann da ja ganz viel Sport anbieten. An gute Trainer vermieten oder du gibst selbst Training.

      (9) 12.01.18 - 23:35

      Hallo,
      Keine Ahnung, kann der nur den Rat geben dir jemanden in der Umgebung zu suchen der mit Ziegen arbeitet und dort mal ein paar Wochen „Praktikum“ zu machen. Soweit ich weiß sind das sehr schlaue Tiere und man muss viel beachten. Warum nicht mit Schafen?
      Viel Erfolg und ich hoffe du findest etwas was dir Spaß macht und den Betrieb bereichert. Lg

    (11) 13.01.18 - 08:18

    Was bei uns funktionieren würde ist hundebetteuung. Allerdings ist das auch eher ein Hobby als dass es Geld bringt. Ich zahle im Moment 10 Euro am Tag, mit Übernachtung würde ich maximal 20 bezahlen können, ich denke die meisten anderen Menschen auch...

    K

(13) 13.01.18 - 15:20

Hallo,

ich kann mich meinen Vorschreiberinnnen nur anschließen. Mit Schafen und Ziegen verdienst du nichts, das ist reines Hobby. Du kannst froh sein wenn sie sich einigermaßen selbst tragen.
Ich habe Border Collies und hab mal eine Mischherde aus Ziegen und Schafen mitbetreut und umgesetzt. So richtig hüten kann man die nicht. Das ist eher ein treiben. Und das sind echte Ausbruchskünstler, da musst du alles sehr gut sichern.

Gruß Farina

(15) 13.01.18 - 18:39

Du könntest natürlich auch Trainerscheine oder so irgendwo machen, wobei ich glaube es gibt da für Hunde keine Ausbildung.

Rede einfach mal mit den Milchziegenhaltern, die werden sich auch mit der Fleischziegenhaltung und den Bedingungen (Verkauf etc) auskennen. Was ich sehe ist dass oft die Bäuerinnen a) Ferien auf dem Bauernhof noch mitanbieten und die Grundartikel weiterverarbeiten. Also ne Käserei würde sich bei Euch da vielleicht anbieten? Im Moment rollt ne Zero-Waste Welle los, ich denke das wird immer mehr werden, biete Quark und Frischkäse in Pfandgläsern an oder so ... Schnacke einfach mit den Bauern, da hab ich viel gelernt schon. Die kennen sich untereinander und gerade die die Hofläden etc haben können Dir da weiter helfen.

(16) 13.01.18 - 21:23

Mir ist nicht ganz klar, ob du lediglich eine Fläche für andere Hundetrainer zur Verfügung stellen möchtest oder ob du selbst Hunde (oder besser deren Halter im Umgang mit ihren Vierbeinern) trainieren möchtest.

Im letztern Fall brauchst du eine Erlaubnis nach § 11 Absatz I, Nr. 8(f) TierSchG, das ist seit 2013 so geregelt. Die Voraussetzungen sind in jedem Bundesland anders, du kannst dich ja mal bei eurem Veterinäramt erkundigen.

Nachdem hier jemand einen Trainerschein erwähnt bzw. vermutet hat, dass es für Hunde keine spezielle Ausbildung gibt:
"Tiertrainer" ist kein geschützter Beruf, das gilt aber für viele andere moderne berufsähnliche Gruppen auch, aber es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Ausbildungsmöglichkeiten.

Als wir unseren ersten Hund hatten, gab es hier wenige Trainer, mittlerweile gibt es riesiges Angebot, angefangen von unqualifizierten Hundehaltern bis hin zu echten Profis. Hier wird mittlerweile allgemein eine echte Qualifikation durch Ausbildungen und Fortbildungen erwartet.

Das kann natürlich anders aussehen, wenn du z.B. reine Auslastungsgruppen anbieten möchtest oder vielleicht sogar an eine HuTa (=Hundetagesstätte oder auch Pension) denkst. Das ist bei uns sehr gefragt.

Zu den übrigen Fragestellungen kann ich leider so gar nichts beitragen.

Ich wünsche dir aber, dass deine Vorhaben gelingen. Alles Gute!

(18) 14.01.18 - 16:52

Wäre es auch nichts für dich, als tagesmutter zu arbeiten? Da könntest du ja 3-4 Tageskinder nehmen, die dann gleichzeitig das landwirtschaftliche Leben kennenlernen. Das fänden sicher viele Eltern gut.

  • (19) 14.01.18 - 21:55

    Da Zweifel ich nicht dran, dass viele Eltern es schön fänden. Ist jedoch praktisch nicht ganz so einfach umzusetzen, da man alles kindersicher gestalten muss.
    Angefangen mit einem Gartenzaun, über die Stufen zum melkstand hinuter und der Absicherung des regenrückhaltebecken bis hin zu, dass die Kinder nicht auf die Spalten zwischen der Tiere geraten können (was theoretisch unmöglich ist, da sie mit in fressgitter ihren Kopf durchstecken muss)

    • (20) 14.01.18 - 22:07

      Das stimmt natürlich. #gruebel Dann wäre deine Idee einer Hundepension oder eines Schlechtwettertobeplatzes für Hunde besser. (Schlechtwettertobeplatz... was für ein Wort... es ist spät und ich muss ins Bett. Ich hab schon Wort-ADHS. #klatsch )

      Ich kenne kaum Bauern, die jünger als Mitte 60 sind, und heute noch versuchen, mit herkömmlicher Milchviehhaltung auf Spaltenböden Geld zu verdienen...
      Die Bauern, die halbwegs weiter leben können, sind umgestiegen auf Bio oder zumindest tierfreundliche Erzeugung...

      • Du weißt aber schon, dass auch biokühe auf Spalten gehalten werden, ja? Wie sonst sollen die bauern denn an die gülle kommen?
        Von daher kannst du nicht davon ausgehen, nur weil ich Spalten schrieb, dass die Kühe nicht "tierfreundlich" gehalten werden

(23) 15.01.18 - 10:53

Hallo,

leider hast nichts geschrieben zur Größe des Hofes und dessen Lage.
Ich bin selber kein Landwirt, bin aber auf dem Land aufgewachsen. Ich würde niemals in Milchwirtschaft einsteigen - die Meldungen über fallende Milchpreise und hohe Volatilität würden mich ebenso abschrecken wie die viele Arbeit, die man damit hat.
Um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: hohes Risiko - geringer Stundenlohn.

Nun ist der Hof aber da und dein Mann wird ihn früher oder später übernehmen. In Abhängigkeit von Hofgröße und Lage würde ich über alternative Hofkonzepte nachdenken, mit denen sich sogar(deine) Hobbys vereinbaren ließen. Was ich jetzt aufzähle, sind und/oder-Konzepte, wobei sich einige auch nicht von heute auf morgen realisieren lassen und/oder auch gewisse Investitionen erfordern.
Ziel dabei ist es, sichere, stabile und saisonal unabhängige Einnahmequellen zu erschließen - d.h. weg vom schlechtbezahlten Überschussprodukt "Milch" - wobei einige Ideen sogar wenig Aufwand und Kosten verursachen.
z.B.:
- Scheune(n)/Stellflächen als Stellplätze für Wohnmobile und Wohnanhänger ausweisen und vermieten. Je nach Einzugsgebiet und Stellflächen kann das sehr gesucht und lukrativ sein, ohne hohe Investitionen und viel Arbeit zu verursachen. Bitte aber erst die Gesetzeslage checken (Umweltauflagen usw.)

- Zucht gesuchter/außergewöhnlicher Rassen - entsprechender Fachverstand und Haltungsbedingungen natürlich vorausgesetzt. Das können Nutztiere wie Rinder sein (Angus, Wagyu, Kobe), Schweine (Mangalitza-Wollschwein, Angler Sattelschwein, Bunter Bentheimer) oder Geflügel wie Truthahn, Strauß oder besondere Hühnerrassen. Natürlich ließen sich auch Haustiere züchten.Verbunden mit einem guten Marketingkonzept kann das durch gehobene Gastronomie bzw. in Züchterkreisen eine stabile Einnahmequelle sein.

- Umstellen auf Ferien-Reiterhof. Ich war viele Jahre mit den Kindern und gemeinsam mit 10-15 befreundeten Familien auf Reiterhöfen. Zielgruppen dieser Höfe: Familien und Schulklassen - einer hatte sogar Konferenz/Seminarräume für Unternehmen eingerichtet, die Schulungen/Tagungen/Konferenzen fern der üblichen Konferenznüchternheit ausrichten wollen.
Die Besitzer der Höfe berichteten unisono, dass sie die Umstellung nie bereut haben. Neben dem reinen Ferien-Reiterhofbetrieb boten sie Reitunterricht an, stellten Fremdpferde unter und züchteten nebenbei "exotische" Tiere wie etwa Alpakas oder Wollschweine. Das war auch für die vielen (Fremd-)Kinder immer ein weiterer Anziehungspunkt und die Kinder/Jugendlichen aus dem Ort haben sich auf dem Hof immer gerne ein paar Euro verdient, wenn sie helfen konnten.

Wie gesagt: Hofgröße, Einzugsgebiet und Weideflächen sind mir nicht bekannt. Nur ihr könnt wissen, was überhaupt in Frage käme oder ob ihr nicht doch - aus Tradition? - bei der Milchwirtschaft und all seinen Risiken bleiben möchtet.

VG

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