Meerschweinchen Experten gefragt

    • (1) 18.01.18 - 17:29

      Hallo,
      Ich würde gerne mal wissen ob solche Gehege (ich hoffe das Bild ist hochgeladen) für 2-3 meerschweinchen ausreichen und ob die kleine darin auch im Winter draußen bleiben können.

      Dankeschön schon mal 🙂

      Hallo!

      Nein, das geht nicht.

      - zu klein. Mindestens 1m² pro Tier, bei ganzjähriger Außenhaltung mindestens 4-6 Tiere, davon genau ein kastrierter Bock mit Weibchen. Bitte Außenhaltung allgemein nur in den wärmeren Regionen Deutschlands, Bayern ist da nicht so gut geeignet

      - Schutzhütte ist erhöht und daher zu schwer zu erreichen, die muss ebenerdig sein

      - Schutzhütte muss so gut isoliert sein, dass IMMER Plusgrade darin herrschen, und außerdem geräumig genug, dass die Tiere sich auch bei Regenwetter noch bewegen können. So ein kleines Kabuff mit Gittertür ist völlig ungeeignet

      - kein ausreichender Schutz vor Raubtieren. Viel zu windig, keine richtig stabilen Riegel und Schlösser, kein Schutz gegen Untergraben, da kann jedes Raubtier rein.

      Ganz allgemein fühlen sich Meerschweinchen im Winter in der Wohnung wohler. Sie sind relativ anspruchsvoll und verhältnismäßig teuer, was die Unmengen an Gemüse angeht, die sie so vertilgen. Entgegen landläufiger Meinung werden sie nicht gerne gestreichelt und sind daher für Kinder eher ungeeignet.

    Hallo, das ist ein Stall der allein schon deshalb nicht geht weil er nicht mardersicher ist. Da sind die kleinen schnell ein Snack!
    Ausserdem nicht gedämmt und die Fläche der Schutzhütte viiiiel zu klein.
    Meerschweinchen bekommen kein Winterfell wie zum Beispiel Kaninchen. Daher ist die Aussenhaltung bei den Schweinchen noch aufwendiger.

    Insgesamt ist das als Stall zu klein. Von der Grundfläche eher cool für Ratten. Aber auch da....der Marder ;)

    Ich könnte mir vorstellen dass man diesen Stall im Haus nehmen kann mit zusätzlichen Gehegeteilen davor sodass eine Fläche von etwa 4-6 qm entsteht.

    www.diebrain.de oder Mal in Meerschweinchen Foren von tollen Ideen inspirieren lassen!

  • Wir hatten in BW (nähe Großstadt) auf einer überdachten Terrasse einen großen Meerschweinchenstall selbst gebaut mit dick isoliertem Haus (5cm Styropor in der Zwischenwand)und kleinem Schlupfloch. Dort wohnten 6 Meerschweinchen. Wenn der Winter kalt war, legten wir noch eine Decke drauf und hängten von außen noch etwas vor das Schlupfloch.Oben rein dann viel Heu. Nachts bekamen sie manchmal noch eine Wärmflasche rein. Ob die nötig war, weiß ich nicht. Tagsüber liefen die Tiere gerne trotz Kälte im Käfig rum (mehrere Etagen).

    Man merkt ja das "Experten" hier eher wenig bewandert sind

    Was für ein Blödsinn...also was die Außenhaltung angeht. ...

    Natürlich kann man deutschlandweit Meeries ganzjährig draußen halten.
    Im Sommer ist die Ernährung kostenlos wenn man sich mit Wiesenkräutern etc auskennt.
    Kenne auch genug reine Böckchengruppen, da gibt's keine Probleme.

    Aber ja der Käfig ist mist. Hatte den früher als ich unerfahren war selbst mal für Kaninchen in Innenhaltung.
    Der ist beim anstupsen beinah umgefallen. Du brauchst feuerverzinkten Volierendraht. Und vor allem vernünftiges Holz und auch einen Wind und Wetter geschützten Bereich.
    Zudem muss der Boden vernünftig gesichert werden.

    Ich würde aber nicht grad hier nach Tipps fragen ....#schein man merkt halt das es eher ein KiWu Forum ist.

    Schau mal lieber hier: die haben eindeutig mehr Ahnung:

    https://www.meerschweinforum.de/

Hallo,

das empfohlene Forum hat mir damals geholfen, meine Haltung und alles drumherum anzupassen. :-) Auch die andere genannte Seite ist zu empfehlen.

Es ist gut, dass du dich vorab informierst. So können übliche Anfängerfehler direkt vermieden werden. :-)

Ich halte seit 13,5 Jahren meine Meerschweinchen ganzjährig draußen. Seit ein paar Jahren betreibe ich eine Hobbyzucht, meine Vierbeiner sind inzwischen in ganz Deutschland verteilt zu Hause. #herzlich Und nun werde ich vermutlich, typisch für mich, viel zu weit ausholen... #schein #hicks

Mit Außenhaltung habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Aber sie ist kostspielig. Alleine das Schweinchenheim... Von handelsüblichen Gehegen / Ställen kannst du dich direkt verabschieden. Es wird dünnes, weiches Holz verarbeitet, Draht ist ebenfalls dünn, oder die Gitterabstände sind zu groß, alternativ reicht etwas stärkeres gegendrücken für erste Schäden. Spätestens wenn wir an Friederike, Herwart & Co. denken, ist klar, dass die Gehege sehr stabil gebaut werden müssen.

Viel Platz ist wichtig. Pauschal sagt man tatsächlich 1 m² pro Tier, aber ab einer bestimmten Größe relativiert sich das auch wieder. Schutzhütten sind sehr wichtig. Nicht zu groß, nicht zu klein, isoliert, mit Windfang, Luftzirkulation nicht vergessen (sonst bietet man einen prima Nährboden für Pilz). Wer sich für ein isoliertes Gartenhaus entscheidet, sollte eine Schutzhütte reinstellen, da Meerschweinchen mit ihrer Körperenergie nicht das ganze Gartenhaus warm bekommen. Und auch draußen ist es nicht zu vermeiden. Unsere hatten rund um die Uhr Zugang zum Gehege, konnten stets frei entscheiden, wo sie sich gerade aufhalten wollten. In all den Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Meerschweinchen, die draußen in den Gehegen überwintern, am wenigsten krank wurden. :-)

Das Gehege selbst muss zu allen Seiten geschützt werden. Man kann rund 50-100 cm tief Betonplatten an den Seiten in die Erde lassen. Klingt gut, man muss aber Mäuse einplanen, die alles untergraben. So ist bei uns im ersten Gehege nach ein paar Jahren eine Platte minimal abgesackt und eine Ratte hat den Weg ins Gehege gefunden (und wurde sofort entdeckt, das Gehege noch am gleichen Tage komplett gepflastert). Draht unter der Erde verlegen ginge auch, sollte aber mit der Zeit auch mal geprüft werden. Gehege pflastern... Da muss man seinen Weg finden, aber vor den Fressfeinden muss es gesichert werden. Als Draht feuerverzinkten punktgeschweißten Vierkantdraht verwenden, maximale Maschenweite 1,2 cm. Ist teurer als der handelsübliche Kaninchen- / Volierendraht, aber auch sicherer (vor Mardern z.B.).

Schutz muss auch von oben und den Seiten natürlich gegeben sein. Auch wenn es erstmal nicht so klingt, kommt bei der Anschaffung der Baumaterialien doch eine schöne Summe zusammen. #schwitz

Das Gehege muss natürlich auch geschützt vor Sonne und Wind stehen.

Schutzhütten müssen auf jeden Fall vom Boden gut erreichbar sein (auch vor Bodenkälte schützen!). Meerschweinchen sind keine Bergziegen, sondern Bodenbewohner. Manche mögen Rampen laufen, andere mögen es gar nicht, ganz unabhängig vom Alter. Andere können es zum Teil im Alter nicht mehr. Sie sollten aber niemals Rampen laufen MÜSSEN, um Futter, Schutz oder sonstwas zu finden.

Wenn du die ganzjährige Außenhaltung planst, solltest du auch von 2-3 Tieren Abstand nehmen und auf 4-6 Tiere (oder mehr) zurückgreifen. Ein Punkt ist das fehlende Winterfell, sie brauchen ihre Körperenergie, um ihre Hütte aufzuwärmen. Weniger Tiere, mehr Energie, also große Anstrengung für den kleinen Körper.

Bei kleinen Gruppen müsstest du auch bedenken, dass du im Krankheitsfall (damit meine ich nun nicht einen kleinen Parasitenbefall) die Tiere ins Haus holen musst. Und wer erstmal im Winter im Haus ist, darf vor Mai / Juni nicht wieder nach draußen zurück. Ganz grob sagt man nach Eisheiligen als ungefähren Richtwert. Das heißt es muss auch im Notfall mal die ganze Gruppe im Haus überwintern, außer man hat genug Tiere, dass man nur zwei rein holt und mind. 4 Tiere draußen lassen kann.

Wichtig ist auch, dass man im Winter nur Tiere aus Außenhaltung aufnehmen kann.

Ein paar grundlegende Punkte, die die Vermehrer und viele unseriöse Züchter gerne verschweigen oder gar nicht wissen: kaufe dir niemals eine reine Babygruppe. Es muss IMMER ein erwachsenes Erzieherschweinchen dabei sein, da die Jungtiere auch nach absetzen von der Mama noch soziale Erziehung benötigen. Ein seriöser Züchter würde dir andernfalls kein Baby geben. Augen auf beim Schweinchenkauf. ;-)

Für Anfänger ist die Kombination aus einem Kastraten oder Frühkastraten mit mehreren Weibchen am ehesten zu empfehlen. Von reinen Weibchengruppen rate ich vor allem aus gesundheitlichen Gründen (z.B. Regulierung des Hormonhaushaltes) ab, meine Mädels vermittel ich auch nicht in reine Weibchengruppen. Kastratengruppen sind auch möglich, aber eben auch etwas aufwändiger. Und ja, auch Männerfreundschaften können leider auch mal unverhofft zerbrechen...

Alles in allem ist die Schweinchenhaltung toll. Im Winter fluche ich zwar mehr, wenn mir die Finger abfrieren, während ich mühsam Einstreu aus den großen Säcken löse und weil ich eine gewaltige Frostbeule bin und es außerdem so früh dunkel wird, im Sommer abends noch bei Abenddämmerung im Gehege sitzen, die wohlig brummelnden, schmatzenden Fellpopos beobachten und einfach abschalten - herrlich... Missen möchte ich sie nicht- und ins Haus holen möchte ich sie auch nicht nochmal, auch wenn ich an besonders kalten Tagen ein wenig neidisch auf die Innenhalter bin. :-D

Wenn du Fragen hast, melde dich gerne. ;-)

LG erdbeerchen

  • Schöner Beitrag!

    Ich bin nicht der Typ für Außenhaltung im Winter, aber hier ist es auch um 16 Uhr schon verdammt dunkel. Da gehe ich gerade mal aus dem Büro raus, bis ich dann daheim bin, sieht man gar nichts mehr. Und auch wenn dieser Winter mild ist, hatten wir hier auch schon mehrere Wochen, wo die Temperatur auch tagsüber kaum über -15 Grad ging - das ist definitiv zu kalt. So oft kann man da gar kein Gemüse raus bringen, wie es einem wieder einfriert, da braucht es wenigstens im Stall irgendeine Form von Wärmequelle (Heizplatte, Wärmelampe etc.), damit es geht. Das macht es aber nochmal teurer, komplizierter, und ohne Elektriker sollte man sich auch nicht an die Installation wagen.

    Im Sommer beneide ich Außenhalter durchaus, aber im Winter bin ich doch sehr froh, meine Tiere im warmen Wohnzimmer zu haben und jeden Tag einige Stunden mit ihnen verbringen zu können.

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