Wiedersehen mit Hund nach Trennung

    • (1) 27.01.18 - 16:40

      Hallo,

      aufgrund einer Knieverletzung musste ich erst operiert werden, dann auf Reha. Insgesamt war ich sechs Wochen weg und habe meinen Hund in einer tollen Tierpension gelassen.
      Der Abschied war schrecklich, mein Mann hat sie hingebracht, sie hat sehr geweint und war auch in den ersten Tagen niedergeschlagen laut Pensionsbesitzerin.
      Es wurde angeraten, dass keine ihr bekannten Personen während des Aufenthalts zu Besuch kommen sollen. Daran haben wir uns gehalten.
      Gestern war es soweit, ich bin heim gekommen und wir sind gleich los um sie abzuholen.
      Sie war gerade mit der Besitzerin draussen. Als sie uns gesehen hat war sie ganz ausser sich und hat gezittert vor Freude.
      Dann der "Schock": wir mussten noch einmal kurz zur Bank. Ich war mir sicher, sie kommt direkt hinter uns her. Habe sie gerufen und die Leine genommen aber nichts. Sie blieb neben der Pensionsbesitzerin stehen. Wir sind dann ohne sie gegangen.
      Als wir wiedergekommen sind hat sie sich dann gleich anleinen lassen und ist mit uns mitgegangen.
      Irgendwie irritiert mich das. Irgendwie habe ich nach dem Abschiedsschmerz und der Wiedersehensfreude damit gerechnet, dass sie sofort wieder an uns "klebt".
      Ich hatte das Gefühl, sie wäre auch gerne dort geblieben.
      Dann wäre die Frage warum? Vielleicht weil sie das Zusammenleben mit den anderen Hunden genossen hat und ihr das hier fehlt?
      Oder interpretiere ich einfach zu viel in diese Situation hinein und sie war einfach im Moment irritiert und überfordert?
      Liebe Grüsse

      • (2) 27.01.18 - 17:04

        Ich meine, dass du dir zu viel Gedanken machst, nach ein paar Tagen alles wie immer sein wird und bestimmt nichts vermisst.

        Eines der Erfolgsrezepte der Hunde ist ihr Opportunismus und die Erwartungen in Richtung Wiedersehensfreude entsprichen einer menschlichen Sichtweise, die auf Hunde nicht übertragbar ist.

        Der Hund wurde während deiner Abwesenheit nicht den Wölfen vorgeworfen, sondern wird sich nach ein paar Tagen schlicht eingelebt haben. Sind die grundlegenden Ressorucen gesichert, blasen die wenigsten Hunde lange Trübsal und das ist auch gut so.

        Wir hatten immer Hunde aus zweiter Hand, alle hatten sich nach ein paar Tagen eingelebt und auch wenn wir für unseren Tierschutzverein Hunde aus Familien geholt haben, war nach kurzer Zeit eine Bindung zum neuen Halter hergestellt. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber ein langes Leiden, ein echtes Vermissen - sofern eben die Hundebedürfnisse erfüllt werden - ist nicht zu erwarten.

        Bei uns war es übrigens ähnlich, allerdings war nicht ich erkrankt, sondern mein Partner, das allerdings lebensbedrohlich und er war länger stationär untergebracht. Ich hatte das so organisiert, dass ich am Morgen eine Stunde früher aufgestanden bin für einen großen Spaziergang, danach waren die Hunde ein paar Stunden alleine, von unterwegs aus, habe ich immer mal die Bilder der Überwachungskamera abgerufen, danach gab es noch einen größeren Spaziergang und anschließend habe ich von daheim aus gearbeitet. Ging das wegen Terminen nicht, haben uns Hundefreunde ausgeholfen. Überhaupt muss ich im nachhinein sagen, dass ich für die Hilfsbereitschaft in der Umgebung sehr dankbar war.

        Jetzt aber zur Sache: Als mein Partner aus dem Krankenhaus entlassen wurde, kam ich mit den Hunden ins Haus, als er schon daheim im Sessel saß.

        Es war alles wie immer, also so wie früher eben. Für die Hunde war das so normal, da gab es kein Begrüßungsszenario, es war so, als wäre er nie anderswo gewesen. Kurz: der Hund findet ein bekanntes Szenario vor, in dem er sich wie gewohnt verhält. Herrchen sitzt im Sessel, alles normal. Sind wir aber einkaufen und kommen nach Hause, ist die Freude riesig, als hätte man sich ewig nicht gesehen.

        Erzähl doch mal, wie es in ein paar Tagen läuft bei euch.

        Hunde sind Rudeltiere und ein Rudel verändert sich.
        In diesem Fall hat der Hund sich sein neues Rudel (in der Tierpension) und seine Rudelführerin gewöhnt und wollte deshalb dort bleiben.
        Das ändert sich wieder, keine Sorge.

        Nach 6 Wochen hat eure Hündin einfach auch eine Bindung zu ihrem temporären Zuhause aufgebaut. Man kann ihr ja nicht erklären das es nur "Urlaub" ist. Ihr wart weg und das eine für den Hund lange Zeit. Ganz normal.
        Bei unserem Hund ist das schon so wenn er mal 3 oder 4 Tage bei meinen Schwiegereltern war.......da gibt's a auch ein Leberwurstbrot zum Frühstück #koch. Wir werden stürmisch begrüßt und dann geht er wieder mit der Hündin von Schwiegereltern durch den Garten toben. Wenn wir dann nach Hause wollen müssen wir auch manchmal 3x rufen und er hat nen Blick drauf als würde er sagen "Wie jetzt?"
        Aber dieses Verhalten macht es mir leichter. Beim 1. mal das er länger als ein paar Stunden da bleiben musste kam unser Kind ins Krankenhaus, Mann bekam kein frei so plötzlich wegen wichtiger Termine. Hoffentlich klappt das (Schwiegermutter hätte dann ja nie gesagt das es nicht klappt damit ich mir da nicht auch noch Sorgen drum mache). Als wir zurück kamen und er so reagierte war klar, für ihn ist das ok da zu bleiben, ihm geht es da gut und er fühlt sich wohl. Wenn er jetzt da bleiben muss weiß ich das ich mir da keine Sorgen drum machen muss.

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