Was ist für einen Hund lebenswert?

    • (1) 15.03.18 - 17:02
      Inaktiv

      Hi,

      ich möchte mich mal nach eurer Sichtweise erkundigen.

      Wir leben sehr ländlich. Es gibt noch Hofhunde, Ketten habe ich aber schon lange keine mehr gesehen.

      Eine Frau, mit der ich hin und wieder mit den Hunden laufe, echauffiert sich immer wieder über die Lebensumstände eines bestimmten Hundes. Wir haben uns deshalb schon fast gestritten, denn ich sehe das relaxter.

      Der Hund scheint schon älter zu sein, lebt auf einem umzäunten Resthof mit Zugang zum Haus. Über Tag ist er aber draussen, auch wenn die Tür offen steht. Abends trottet er mit dem Herrchen rein (das auch schon älteren Semesters ist).

      Der Hund wirkt gepflegt, hat aber schon mal Stroh im Fell. Gut genährt ist er auch. Eher hat er sogar zu viel drauf, ist aber nicht fett.

      Hin und wieder sehe ich ihn mal Sonntags mit Herrchen nach dem Mittagessen laufen (weit sicher nicht mehr), hin und wieder läuft er hinter dem Traktor her (wirkt gewohnt und entspannt). Ansonsten ist er auf dem Gelände des Hofes.

      Ehrlich gesagt empfinde ich sein Leben so als völlig ok. Er hat Futter, Wasser, Platz und jemand der ihn mag.

      Meine Bekannte sieht das völlig anders, da der Hund nicht wirklich bewegt wird. Er liegt halt viel rum und guckt sich die Landschaft an. Sie wettert jedes mal wenn er nass und strohig ist (er hat da eine Erhöhung auf der er oft liegt und schaut wenn er andere Hunde sieht).

      Bin ich da als "Landkind" zu abgestumpft? Das ist halt hier so und ich habe da kein schlechtes Gefühl bei, auch wenn mein Hund das Leben als Wohnungshund mit Couch und Körbchen in jedem Zimmer geniesst.

      Gruss
      Ornella

      • Also unter der Prämisse das der Hund älter ist finde ich das durchaus OK so. Unser Hund ( 3 Jahre alt und geht regelmäßig Gassi) hat auch mal Stroh im Fell und ist dreckig. Der Hund in eurem Fall kann sehr wohl rein ins Haus wie ich das aus dem Text entnehme aber will offenbar nicht immer rein. Also versteh ich hier auch nicht wieso sich diese andere Dame so aufregt. Da gibts dann doch keinen Grund.
        Wir hatten vor knapp 3 Jahren unseren alten Hund ( fast 13) und die blieb auch in erster Linie hier und ging nur noch wenig Gassi. Sie wollte nicht mehr, brauchte vieles nicht mehr und lag auch mehr rum. Allerdings haben wir auch einen Hof und ein paar Tiere als Hobby. Somit war sie schon draußen.

        Ela

        Er hat doch deiner Beschreibung nach ein schönes Leben.
        Da kenne ich andere Fälle. Z.B. wohnungshunde die ganzen Tag in der Wohnung sind und nur fürs ein paar Minuten raus dürfen. Oder zwingerhunde.
        Ich find die Haltung voll Ok. Er ist nicht eingesperrt. Kann ins Haus und sich frei bewegen. Und das er mal nass ist oder schmutzig ist ja voll normal.

        Hallo,

        ich finde die Haltungsbedingungen des Hundes völlig ok.

        Er hat Zugang zum Haus, muss also nicht isoliert vom Herrchen bleiben. Du schreibst ja,
        er hat augenscheinlich genug Wasser, Futter und geht auch hin und wieder Gassi. Vermutlich hat er so bereits sein ganzes Leben gelebt und vermisst auch nichts.

        Ich selbst habe zwei Hunde, einen jungen und einen alten Hund mit CNI aus dem Tierschutz. Beide können, wenn sie möchten, bei uns auf dem Hof und im Garten herumtollen, werden aber sonst im Haus gehalten. Unser alte Pepe liegt auch meist auf seiner Decke auf dem Hof und guckt in die Weltgeschichte. Er möchte sich einfach nicht mehr soviel bewegen wie unser junger Teddy. Wenn es draußen regnet und der Boden aufgeweicht ist, sehen die beiden auch schon einmal aus, als hätten sie ein Schlammbad genommen. Vermutlich würde sich die Frau da auch über mich aufregen...

        LG

        Nici

      • Wir haben einen Schäferhund mit 9 Jahren aus dem Tierheim geholt. Er war da schon 7 Jahre dort, er kannte nur Zwinger und mal Gassi gehen.

        Er wohnt bei uns im Garten in einer umgebauten Garage, schläft da auch Nachts. Er fühlt sich im Haus absolut nicht wohl.

        Obwohl wir noch 3 kleine Hunde haben und ich ihn versucht habe Regelmäßig mit in den Hundehort zu nehmen,ist das ein Einzelgänger. Er kann mit den kleinen Hunden nichts anfangen. Spaziergänge sind ok aber am liebste liegt er im Garten rum oder spielt mit uns Ball. Aber nur allein kommt ein Hund dazu legt er sich sofort hin und schläft.

        Wenn die Frau ihn manchmal sehen würde. Er springt schnell mal in den Teich, wälzt sich auf der Wiese bevorzugt Maulwurfshügel(wenn welche da sind)frisst Obst von Sträuchern indem er sich zwischen die Sträucher klemmt so das am ganzen Körper rote Flecke sind.Vom Geruch, nasser Hund,mal abgesehen, Sie würde sofort den Tierschutz rufen.
        Dabei genießt er gerade sein Leben aus vollen Zügen.Auf Grund des Alters trottet er auch wie ein alter Bär an der Leine rum, aber er kann auch toben wie ein Welpe.

        Ich muss da an Cesar Millan denken, der sagt, dass ein Hund drei Grundbedürfnisse hat: Bewegung, Disziplin und Zuneigung.

        Wie viel Bewegung ein Hund braucht, ist individuell unterschiedlich, Alter, Gesundheit und Rasse spielen dabei eine Rolle. Da der Hund alt ist und man nicht wirklich weiß, wie viel Bewegung er bekommt, kann man schlecht beurteilen, ob er genügen Auslauf bekommt, finde ich.

        Wie viel Zuneigung und Disziplin er erfährt, kann man als Aussenstehender gar nicht beurteilen.

        Das Liegen auf der feuchten Erhöhung würde ich nur dann als bedenklich ansehen, wenn er sonst keinen anderen Platz hat.

        Ich bin eher bei dir, nicht bei deiner Bekannten.

      • Ich sehe das ein wenig anders.

        Sicherlich hat der Hund ein umsorgtes Leben. Er hat Bewegungsfreiheit, Futter und Liebe. Aber hat er auch geistige Abwechslung?

        Ein Hundehirn benötigt auch geistige Beschäftigung. Unsere alten Menschen im Altenheim werden auch mit Essen versorgt, bekommen Besuch und haben ein warmes Dach über dem Kopf. Aber wenn Du den Geist nicht mal ab und zu forderst, verstumpfen sie.

        Ich finde es immens wichtig, dass ein Tier geistig beschäftigt werden muss. Die Nase einsetzten, den Jagdtrieb ausleben, "Beute" machen. Je nach Rasse- und Charaktereigenschaft. 10 Minuten mal einen Ball jagen dürfen, 20 Minuten eine Fährte suchen. Kleine Dinge, die aber viel bringen.

        Sicherlich kennt es dieser Hund nicht anders und ich bin mir sicher, dass er ein glückliches Leben hat. Aber es gäbe da sicherlich noch Verbesserungspotential.

        Die Nase einsetzten, den Jagdtrieb ausleben, "Beute" machen.

        Meine alten Hunde hätten dir nen Vogel gezeigt. Selbst die Hündin, die aktiver Sporthund war in verschiedenen Sparten, wollte die letzten Jahre nur noch rumbummeln.

        Davon abgesehen hat der Hund ja einen Job. Er liegt im Hof rum und passt auf. Das ist ein ganz schön anstrengender und wichtiger Job - auch wenn's nach "nichts" aussieht.

        Optimaler geht immer - aber ich glaube, dass dieser Hund ein besseres und glücklicheres Leben hat als ganz viele Haushunde...

    Hallo,

    so einen Hund haben wir hier auch. genau das, was du beschreibst. Auf mich macht er keinen leidenden Eindruck, aber er freut sich auch sehr über Streicheleinheiten durch den Zaun.

    In Zeiten von Facebook und Co., wo man ständig Bilder von grausam vernachlässigten Tieren zu sehen bekommt, ist das, was der Hofhund hat, etwas wovon die anderen nur träumen können.

    Daher sehe ich inzwischen auch vielen entspannter, auch wenn das natürlich nicht unbedingt richtig sein muss.

    LG
    sonntagskind

    • aber er freut sich auch sehr über Streicheleinheiten durch den Zaun

      Nun ja, meine Hunde behaupten regelmäßig Fremden gegenüber, dass sie nie gestreichelt werden und nie was zu fressen bekommen ;-)

      • So meinte ich das ja nicht, natürlich lassen sich viele Hunde gern streicheln ;-)
        Aber wenn man weiß, dass der Hund tagsüber allein draußen ist, kann man schon davon ausgehen, dass er nicht so oft Streicheleinheiten und Zuwendung bekommt, wie z.B. ein Haushund.

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