Ich bin verzweifelt ....

    • (1) 19.03.18 - 13:33

      Hallo,

      ich weiß, dass ich viele negative Rückmeldungen bekommen werde, aber dessen bin ich mir bewusst.

      Anfang 2018 ist meine Hündin ganz plötzlich verstorben. Sie musste notoperiert werden, jedoch war sie für die Operation schon zu schwach und ist dann aus der Narkose nicht mehr richtig aufgewacht und dann im Beisein meines Mannes und mir eingeschlafen. :-( Ich war sehr sehr traurig und habe die ersten Tage viel geweint!

      Nun haben wir uns Anfang März einen Welpen geholt, aber seit 3 Tagen bin ich viel am weinen und denke sehr viel an meine alte Hündin und wünschte das ich sie zurück bekommen könnte, was ja selbstverständlich nicht geht.
      Ich kann irgendwie keine richtige Beziehung zum Welpen aufbauen.

      Ich habe keine Ahnung was ich machen soll und hoffe hier, einige hilfreiche Tipps zu erhalten. Ging es jemanden ähnlich wie mir?

      Ich habe das Gefühl ich bin in eine Art Depression gefallen und weiß nicht weiter.

      • Der Tod eines Tieres ist immer furchtbar. Ich habe meinen 16j Rüden, den ich über alles geliebt habe, Ende Januar sehr plötzlich verloren. Er schien total fit und dann war er wirklich von jetzt auf gleich totkrank und musste leider eingeschläfert werden, da gab es auch gar nichts mehr zu überlegen/zu entscheiden.
        Natürlich war das traurig, aber irgendwie hatte ich immer schon in den Jahren vorher etwas "Abschied" genommen. Nicht, dass ich ihn ins Grab gewünscht hätte, aber ich habe immer mal bei ihm gesessen, ihm ins Ohr geflüstert, was für ein wahnsinnig toller Hund er ist und dass ich ihm verspreche, dass ich bis zum Ende für ihn da sein werde und nicht zulassen werde, dass er je leidet.
        Als es dann soweit war, ist es mir vergleichsweise leicht gefallen, ihn gehen zu lassen, seine Zeit war da. Ich/Wir vermissen ihn immer noch, keine Frage, aber ein Hundeleben ist nunmal endlich.

        Ich denke, das Problem bei dir ist eher, dass du dir vielleicht wirklich zu früh einen Welpen und/oder den falschen Welpen geholt hast.
        Ich hatte schon vor dem Tod meines Hundes eine sehr spezielle Hunderasse ins Auge gefasst und ein paar Kontakte geknüpft. Gestern waren wir jetzt unterwegs und haben uns einen Wurf 6 Wochen alter Welpen angesehen (sie sind reinrassig, aber ein Tierschutzfall, wie alle unsere Hunde). In einen Welpen habe ich mich wirklich spontan verliebt (und er sich in mich ;-) Ich habe wirklich keine Sekunde an meinen alten Hund gedacht bzw. keine Vergleiche o.ä. gezogen. Dieser Welpe ist nicht der Althund, er ist ein neues Leben, das komplett anders sein wird und mich vermutlich das ein oder andere an Nerven kosten wird... trotzdem freue ich mich schon wie Bolle auf ihn.

        Ist dein Welpe von der gleichen Rasse wie deine tote Hündin, so dass du vielleicht unbewusst immer wieder Vergleiche ziehst?
        Hat der Welpe vielleicht auch einfach Angewohnheiten, bei denen du merkst, dass sie dir in deiner Art der Hundehaltung nicht entgegenkommen, unabhängig von deiner verstorbenen Hündin?

        Versuch dich dochmal daran zu erinnern, warum du DIESEN Welpen ausgewählt hast. Es wird ja kein Spontankauf im Supermarkt gewesen sein. Etwas an ihm muss dir gefallen haben, daran solltest du dich erinnern.
        Es ist vollkommen normal zu trauern. Ich kann auch noch nicht wirklich über meinen alten Hund sprechen, ohne dass ich merke, wie ich mit den Tränen kämpfe, aber ich finde das nicht schlimm. Da der Welpe nur wenige Tage nach seinem Tod geboren wurde, stelle ich mir auch irgendwie vor, mein Althund hätte mir diesen "gesandt".

        • Vielen lieben Dank für die vielen offenen Worte.

          Nein der Welpe ist eine andere Rasse als meine verstorbene Hündin. Wir haben sie ausgewählt, weil sie von Anfang an ein total niedlicher Hund war (Foto ab Woche 1.) und das ulkige ist, dass die ersten beiden Buchstaben der Namen sich nur unterscheiden vom Welpen und unserer verstorbenen Maus. Und das war ebenfalls ein Grund für uns, uns für sie zu entscheiden. Wir wollten wieder Leben in der Bude haben und unser Kater war sooo einsam nach dem Verlust seiner Schwester (Hündin).

          Auf unseren Fahrten zu unserer Züchterin haben wir immer an unsere verstorbene Hündin gedacht, da meistens die Sonne geschien hat und sie einfach unser Sonnenkind war. Wir haben immer gesagt, unsere Maus stimmt der ganzen Sache zu und sie ist damit einverstanden, was wir hier machen :-)

          Ich verstehe nur nicht, warum kommt die ganze Trauer jetzt mit geballtert Kraft auf mich eingeprasselt? Ich habe das Gefühl, dass ich keine Kraft mehr habe. Und Bingo, ich weine schon wieder beim schreiben dieser Zeilen.

          Was habt ihr euch denn für einen Hund angesehen?

          • Wir hatten einen schwarzen Schnauzer-Mix. Der neue Hund wird ein Clumber Spaniel, eine hier total seltene Rasse. Es scheint fast wie ein "Wunder", dass nur 100km von unserem Haus entfernt, eine Tierschutzhündin dieser Rasse mit Welpen aufgetaucht ist.
            Auch das nehme ich als "Zeichen"... :-)

      Hallo!

      Manchmal ist man einfach noch nicht wieder soweit und merkt das dann leider erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

      Hast Du schon mit dem Züchter gesprochen? Je schneller der Welpe anderweitig vermittelt werden kann, desto besser sind seine Chancen. In ein paar Monaten ist er halt kein Welpe mehr, sondern schon ein Junghund, den dann kaum mehr jemand haben will. Leider.

      Wenn es jetzt noch nicht geht, dann nimm Dir die Zeit. Du darfst trauern und auch merken, dass der Welpe eben ein ganz anderes Tier ist, das die entstandene Lücke nicht ausfüllen kann. Du erst mal den Schmerz verarbeiten musst, bevor Du wieder ein Tier holen kannst.

      • Vielen lieben Dank für diese netten Worte.

        Nein, ich habe noch nicht mit meiner Züchterin gesprochen, da mein Mann und ich noch viel am überlegen und reden sind.

        Mein Kopf besteht nur noch aus Gedanken, was soll ich machen, was ist das Richtige, werden die kleine und ich doch ein gutes Team, wenn meine Phase (wie ich sie jetzt mal vorsichtig nennen will) vorbei ist oder sollten wir den Schritt gehen und die Kleine an die Züchterin zurück geben? Ich habe halt Angst, vor der Kontaktaufnahme mit der Züchterin und ich habe Angst, dass es vielleicht die falsche Entscheidung sein könnte und ich hinterher dann auch traurig bin.

        Ich habe das Gefühl ich habe sowas wie eine Wochenbettdepression oder so ähnlich.

        Ich bin völlig überfragt und mein Kopf kann keinen klaren Gedanken fassen.

    Hey! Es gibt tatsächlich Puppy Depression, die ähnliche Symptome erfüllt wie postnatale Depression. Im Gegensatz zu dieser geht die Puppy Depression aber auch von selber wieder vorbei, professionelle Hilfe ist meist nicht notwendig.

    Das kann einen auch bei anderen Tieren überfallen, z. B. Katzen, mit denen man zusammenlebt, Verantwortung übernimmt usw.

    Und es sagt nichts über die Liebe zu deiner verstorbenen Hündin, über die zukünftig wachsenden Liebe zum Welpen oder dein Verantwortungsbewusstsein oder allgemeine Tierliebe aus.

    Mir ging es bei meiner ersten Kätzin so: allererstes eigenes Haustier, obwohl mit Hunden, Schildkröten und Hamster aufgewachsen... die ersten Tage waren ein Albtraum. Nicht geschlafen, überfordert, Entscheidung bereut... und die Katze ist pflegeleicht. Einfach das Bewusstsein: Da ist ein neues, kleines Lebewesen und ich trage dafür Sorge.

    Bei dir ist das kleine Lebewesen noch ein Baby, mit deiner alten Hündin wart ihr ein eingespieltes Team, ihr hattet einen abgestimmten Tagesablauf... der Kleine muss alles lernen und die Baustellen fühlen sich manchmal gross an.

    Gib' euch ein bisschen Zeit. Es kann Wochen dauern, bis ihr euch anklimatisiert habt. Nimm' dir Auszeiten vom Welpen - dass dein Mann ihn mal bespielt, wenn du ein Bad nimmst -, wechselt euch nachts ab, kleine Schritte, habt Spass miteinander, schmust...

    Hier noch eine Seite, die dir hilft: http://puppydepression.com/

    Ich würde noch nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen. Es hört sich stark nach Welpendepression an und das braucht Zeit. Gebt sie euch. :-)

    • Danke auch Dir für Deine Worte.

      Mein Mann unterstützt mich wo er nur kann und steht mir zur Seite, dafür bin ich ihm auch sehr sehr dankbar.

      Ich habe halt einfach starke Bedenken, dass ich nicht die Kraft habe, diese Zeit abzuwarten sozusagen.

      • Das dachte ich auch! Am Samstag habe ich sie adoptiert, am Donnerstag sass ich weinend am Boden und wollte sie zurückbringen. Aber ich habe es nicht über's Herz gebracht. Bereue es kein Stück. #herzlich

        Ob du die Kraft hast, weisst du selber. Es ist aber auch normal in einer Depression das Gefühl zu haben, dass es eben nicht geht. Allerdings solltest du die Entscheidung auch zu Gunsten des Welpen fällen. Also entweder entscheidest du dich euch eine echte Chance zu geben, atmest durch und nimmst jeden Tag wie er kommt und wirst - höchstwahrscheinlich - Woche für Woche eine Verbesserung fühlen.

        Oder du gestehst dir ein, dass es nicht geht und dass du es auch nicht willst (Daran ist nichts schlechtes, aber du musst dir bewusst sein, dass dies beim nächsten Hund ähnlich sein kann und du dir dieses Mal vor der Anschaffung ganz genaue Überlegungen machen musst.) und gibst ihm dem Züchter zurück.

        • Ich danke dir für deine Worte und ich muss sagen, dass es echt hilfreich ist, wenn ich lese, was andere Leute darüber denken und dass ich mit diesem Problem scheinbar nicht alleine bin, dass macht mir Mut.

          Ich werde meine Entscheidung treffen und hoffe, dass es die Richtige Entscheidung sein wird.

          Ich habe halt auch Angst mit meiner Züchterin Kontakt aufzunehmen. Was passiert mit dem Geld?

          Ich habe Angst was andere Leute über mich denken könnten oder aber auch unsere Züchterin.

          • Du bist garantiert nicht alleine. Ich kenne erfahrene Tierbesitzer, die mit dem dritten Welpen auch zwei Wochen dachten, sie hätten die falsche Entscheidung getroffen. Es kann immer passieren - es hat auch nichts damit zu tun, wie sehr man sich vorbereitet.

            Aber du solltest dir keine Gedanken darüber machen, was andere denken könnten. "Andere Leute" geht es einfach nichts an. Du bist ihnen auch keine Rechtfertigung schuldig. Der Züchterin allerdings schon. Sie wird ggf. davon absehen euch einen neuen Hund abzugeben und - falls du dich für die Rückgabe entscheidest - ist das jetzt auch berechtigt.

            Das Geld wirst du unter Lehrgeld verbuchen müssen. Letztendlich ist es für euch "nur" Geld - wahrscheinlich nicht wenig, aber für einen Welpen ist das Lehrgeld höher.

            Ich sage nicht, dass die Entscheidung zur Abgabe leichter ist. Verantwortung für einen Welpen heisst auch diese wahrzunehmen, wenn man die Aufgabe nicht ausführen möchte. Die Konsequenzen auch durchstehen.

            Trotzdem sollte sich die Entscheidung danach richten, was langfristig für euch besser wäre und letztendlich für den Welpen, denn ihr seid gleichzeitig seine Lobby.

            Ich denke, es kommt schlussendlich darauf hinaus, ob du den Willen hast, den Wunsch der Beziehung eine echte Chance zu geben.

Hallo,

als wir vor ungefähr 2 1/2 Jahren unseren nierenkranken Fritzi gegen lassen mussten, war ich fast davon überzeugt, nie wieder einen Hund so gern haben zu können, wie unsere Fellnase. Fritzi war gewiss nicht perfekt, wir hatten ihn mit ca. 10 Jahren aus unserem Tierheim zu uns geholt, nachdem wir schon ein Jahr seine Gassi-Gänger waren. Er konnte keine anderen Hunde leiden, was uns so manches Mal den Schweiß auf die Stirn trieb. Trotzdem war er ein absolut liebenswerter freundlicher Hund zu Mensch und anderen Tieren. Das er CNI hatte, wussten wir, allerdings riss die Krankheit ihn letztendlich doch sehr schnell aus dem Leben.

Ich hielt es keinen Monat ohne Hund aus und holte Anfang 2016 unseren Pepe aus Rumänien. Am Anfang hat es sich in manchen Augenblicken für mich wie Hochverrat an Fritzi angefühlt. Quasi wie: Fritzi kurz tot, Pepe da. Ich muss zugeben, dass ich mit diesen Gefühlen auch ziemlich zu kämpfen hatte. Auch heute vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht an meinen Fritzi denke. Besonders im Garten, wenn ich an den Büschen vorbeikomme, unter denen er immer so friedlich geschlafen hat und uns nicht hörte, wenn wir ihn riefen (er war zum Schluss taub). Werkele ich neben den Büschen im Garten habe ich immer noch das Gefühl, dass Fritzis Kopf gleich herausschaut und er zu mir kommt. Rational absolut nicht zu erklären, diese Gefühle und Gedanken sind aber da.

Was ich dir als Tipp geben kann: gib dir Zeit! Sei liebevoll zu deinem Welpen und räume dir ganz bewusst Zeit ein, in der du um deinen verstorbenen Hund trauern kannst. Denke an die schönen Zeiten mit ihr zurück und erinnere dich bewusst an bestimmte Situationen. Du musst dich nicht zwingen, nicht mehr an sie zu denken. Um Gottes Willen, sie lebt ja in deinem Herzen weiter.
Was mir persönlich besonders geholfen hat, mir meinen Fritzi als jungen gesunden Hund freudig über eine grüne Wiese mit anderen Hunden tollend vorzustellen. Das hat mir ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert und ich habe mir vorgestellt, dass es so in etwa auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke aussieht.

Du wirst sehen, du liebst deinen kleinen Hund. Lass es nur zu.

Alles Gute

Nici

(13) 20.03.18 - 17:30

Wir haben unseren Hund jetzt 5 Jahre und hatten lange vorher keinen. Trotzdem hat es ungefähr ein halbes Jahr gedauert bis wir zusammen gewachsen sind. Ein Welpe ist süß, aber auch wild, zappelig, macht Dinge kaputt und nervt manchmal. Es braucht für beide Seiten Zeit sich aneinander zu gewöhnen. Dein Hund liebt dich jetzt auch noch nicht so, wie er es in einem Jahr tun wird. Da mach dir mal keine Vorwürfe, ist ganz normal. Das gibt es doch sogar bei Müttern, die nach der Geburt noch keine Bindung an ihr Kind haben. Lass dir Zeit.

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