Mein Labradorhündin macht mich fertig

    • (1) 23.03.18 - 14:03

      Hallo,
      ich brauche dringend Hilfe.
      Wir haben eine anderthalb jährige Labradorhündin. Ich habe schon einige Hunde von Welpenalter an, aber mit Abstand ist dies der schwierigste und anstrengenste Hund den wir je hatten. Und ich bin gerade an einem Punkt an dem ich wirklich fix und fertig bin und keine Lösung sehe.
      Es geht ums Thema fressen. Klar, ich weiß, Labradore sind fresssüchtig, aber dieser Hund ist einfach völlig grenzenlos.
      Wir haben noch einen Labbi hier zu Hause und der ist auch immer auf Futtersuche aber nicht so dermaßen außer sich.
      Wir hatten schon Hundetrainer im Haus, weil der Hund sich wahllos alles von der Arbeitsplatte holt. Selbst an die Theke kommt sie dran und frisst den Obstkorb leer.
      Natürlich stellt man sich drauf ein und räumt alles zur Seite, aber mitunter kommt es vor, dass man es vergisst.
      Sie geht an unsere Paprikapflanze die gerade im Haus überwintert und frisst die gerade entwickelten 1 € Stück großen grünen Paprikas auf. Gestern habe ich ein leeres Gurkenglas stehen lassen. Hat sie sich dann nachts auch herunter geholt.
      Wir haben Pferde und der Hund ist immer mit mir am Stall. Dort gibt es ständig Ärger (zurecht), weil der Hund den Pferden das Futter wegfrisst. Ob Müsli, Hafer, Rübenschnitzel, sie schlingt alles herein.
      Wenn ich so wie heute länger arbeiten muss, dann ist der Hund bei meiner Mutter. Aber auch das ist gerade nicht mehr tragbar, weil es schon Ärger mit den Nachbarn gibt. Etwa 100 Meter entfernt, ist ein Bauernhof. Dort leben unter anderem Enten so frei auf dem Hof herum. Der Bauer schmeißt dort immer die Küchenabfälle, jede Menge Brot, und sonstigen Kram hin.
      Das Grundstück von meiner Mutter ist umzäunt und der Hund steht nur noch am Tor und jault. Heute hat sie es geschafft und ist irgendwie durch, über,???? den Zaun gegangen und ist zu den den Enten gerannt. Die haben natürlich den Schock ihres Leben bekommen. Dabei haben sich zwei Enten wohl so erschrocken dass sie auf und davon sind. Ach und mein Hund hat natürlich das Futter in sich rein geschlungen. Der Bauer ist selbstverständlich auf 180.
      Solche Situationen gibt es ständig. Und es macht mich wahnsinnig. Ich kenne es das meine Hunde mich einfach ständig wie zum Beispiel am Stall ohne Leine begleiten und so mit laufen.
      Dass tut meine Hündin auch. Sie hört perfekt, denn für Futter macht sie alles.
      Aber sobald irgendwo Fressen in Sicht oder in der Nase ist, dann ist es vorbei.
      Ich weiß gerade auch gar nicht, ob es eine Lösung gibt, die nicht bedeutet dass der Hund nur noch an der Leine verbringt oder eingesperrt ist.
      Ich bin auch oft auf meine Mutter angewiesen die den Hund betreut wenn ich lange arbeite. Aber unter diesen Voraussetzungen kann und will ich sie da nicht mehr hinbringen.
      Hat ihr irgendjemand Ratschläge für mich?
      Wie gesagt, meine Nerven liegen einfach blank und ich sehe keine Lösung, außer sie ständig an der Leine führen was am Stall einfach schwierig ist.
      Liebe Grüße

      • (2) 23.03.18 - 16:10

        Hallo!

        Ist denn körperlich alles ok? Normalgewicht, Schilddrüsenhormone ok, keine Mangelerscheinungen? Bekommt sie normale Futtermengen oder ist sie dauernd auf Diät? Sollte sie von der Ernährung her wirklich satt sein?

        Vielleicht kann man erst mal daran drehen, ihr Kalorienarmes Gemüse geben, damit sie eben einen vollen Magen hat?

        Ich meine, klar, an einem weggeworfenen Pausenbrot am Gassi-Weg vorbei gehen schaffen sicher nicht alle Hunde (vor allem bei Leberwurst) aber sogar wegrennen, um den Enten das Futter zu klauen, ist schon heftig.

        • (3) 23.03.18 - 16:23

          Eine Blutuntersuchung haben wir noch nicht gemacht. Ich hatte das Problem beim Tierarzt schon mal angesprochen, der meinte es wäre normal beim Labbi. Zum Gewissen Maß ist das sicherlich so, aber das nimmt hier Ausmaße an, das ist echt furchtbar.
          Sie hat soweit ein normales Gewicht und bekommt auch schon mehrmals am Tag was zu Fressen.
          Zwei große Mahlzeiten morgens und nachmittags und dazwischen nachm Spaziergang dann mal einen Knochen oder Pansen.
          Also im Prinzip schon ziemlich viel.
          Kastriert ist sie nicht. Wobei ich nicht weiß ob das was zur Sache tut. Eigentlich wirds danach ja oft noch schlimmer.

          • (4) 23.03.18 - 16:51

            Rede auf jeden Fall nochmal DEUTLICH mit dem Tierarzt - eben weil das kein normal-gefrässiger Hund ist, der nicht "nein" sagt, wenn man das Wurstbrot am Couchtisch stehen lässt und sich noch schnell was holt, sondern echt Ausmaße annimmt.

            Vielleicht kannst Du auch mit jemandem Reden, der sich mit BARF auskennt, das könnte auch helfen. Außerdem gibt es da mehr Tipps zu kalorienarmen Snacks.

      (6) 23.03.18 - 22:35

      Softmaulkorb und gut ist.....

    • (7) 24.03.18 - 22:20

      Vielleicht kannst du ihr so einen Ball kaufen wo du das Trockenfutter hineingeben kannst und sie für ihr Futter arbeitet.

      Du kannst ihr die Futtergier abtrainieren, nur ist es langwierig.

      Du kannst die einzelnen Räume durch Babygitter abtrennen. Ich würde sie im Haus nur in ein Zimmer lassen.
      Im Stall am Anfang nur mit Leine gehen und wenn sie zu den Pferden hochspringt um das Futter zu stehlen. Sie entweder mit Wasser bespritzen direkt in das Gesicht oder sie mit einen Ruck zur Seite wegziehen. Wenn sie sich wieder beruhigt hat ein paar Schritte weg gehen und sie dan loben oder mit einem Leckerli belohnen.
      Das gleiche gilt im Haus.
      Ich würde ihr nur Futter geben wenn sie dafür gearbeitet hat.
      Z.B. auf Kommando ihr Futter suchen
      Bei deiner Mutter würde ich empfehlen das sie für die Zeit wo sie raus darf an eine lange Schleppleine angebunden wird. Nur aufpassen damit nichts passiert. Und ich weiß nicht ob es bei euch nicht verboten ist den Hund anzubinden
      Aber normalerweise dürfte das kein Problem sein da sie ja nicht ganzen Tag angebunden ist.
      Ps du kannst sie auch testen und zb. Ein Futter auf dem Boden stellen und daneben eine Mausefalle. Du sagst laut Nein und wenn sie nicht hört schnappt die Falle zu und sie erschreckt sich
      Normalerweise kann sie sich nicht weh tun.
      Die kannst du auch z.b. auf die Küche stellen, damit sie nicht mehr hochspringt.

      Ich wünsche dir viel Geduld

    (9) 25.03.18 - 08:11

    was für Hundefutter bekommt dein Hund?

    vielleicht ist es nicht das richtige für deinen Hund

    so viele leere Kalorien oder gar Appetit anregend?

    • (10) 25.03.18 - 21:18

      Wolfsblut Trockenfutter und Rinti Nassfutter.

      • (11) 27.03.18 - 13:14

        Es ist leider wirklich so: Labradore sind das verfressendste, was auf dem Erdball herumläuft. Wir haben auch eine Labrador-Hündin, die "eigentlich" perfekt hört. Sie geht jeden Tag mit mir joggen (ca. 15 km) und kann an Menschen und anderen Hunden bei Fuß folgsam vorbeigehen. Was sie nicht kann: An irgendetwas Fressbarem vorbeigehen. Da ist das Hirn out of order. Ich finde es auch unglaublich anstrengend, immer aufmerksam sein zu müssen und quasi dem Hund immer einen Schritt voraus: Wo ist der nächste Misthaufen? (Auch Mist wird gefressen), weggeworfenes (eventuell sogar vergiftetes) Brot, verfaultes Gammelobst von irgendeinem Baum. Auch Tierkadaver hat sie schon verschlungen und danach gebrochen. Danach war es ihr zwei Tage lang mal so schlecht, dass sie wirklich NICHTS mehr gefressen hat. Schokolade hat sie mal aus einem der Kinderzimmer geklaut und vertilgt. Normalerweise machen die Kinder gerade deshalb schon immer die Tür zu, aber da wurde es mal vergessen. Ich habe da sehr gebangt, denn es war schon eine ordentliche Menge aus dem Nikolausstrumpf und an Schoki können sie ja sterben. Da wir weg waren und es erst ca. drei Stunden später gemerkt haben, war es da schon zu spät für Magen auspumpen o.ä.. Unsere ist jetzt drei Jahre und war in der Tat auch schon mal vergiftet von was auch immer (ist beim Spazierengehen passiert, sie läuft auch fast immer ohne Leine). Es war knapp, sie musste stationär in die Tierklinik und zeitweise sah es so aus, als ob sie es nicht schafft. Letztendlich ging es zum Glück gut. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass sie irgendwann an etwas Gefressenem zugrunde geht, aber ich möchte sie, wie du, nicht immer nur an der Leine lassen. Das wäre ja auch kein schönes Hundeleben. Wir müssen wohl so gut es geht damit leben und hoffen, dass es gutgeht.

        • Ach, und an manche Vorschreiberin: Ein Labrador ist NIEMALS satt, auch nicht direkt nach dem Fressen. Die Art und/oder Marke des Futters macht da also keinen Unterschied. Sie haben in der Tat IMMER Hunger. Und die Idee mit dem Maulkorb hatte ich auch und habe es ausprobiert. Erstens bekommen sie auch dadurch noch so manches "aufgesaugt" und zweitens ist es gerade beim Spazierengehen und Joggen einfach nicht möglich, da sie damit nicht hecheln können und nur schwer Luft bekommen, gerade bei Anstrengung. Das hat sich ganz grauenvoll angehört und tat mir dann so leid, dass ich das ein einziges Mal nur gemacht habe.

(13) 28.03.18 - 10:13

Hallo Nika,
steigert sich diese Gier denn?
Aus eigener Erfahrung kann ich Dir dann nur raten beim Tierarzt hartnäckig zu bleiben. Wir hatten ein ähnliches Problem, das ihren Gipfel darin fand, dass der Hund nachts die Küchenoberschränke öffnete Mehlpackungen aufriss und ein Müsliglas herunterschmiss. Tierarzt und Tierklinik nahmen mich überhaupt nicht ernst. Da ich zu dem Zeitpunkt hochschwanger mit dem 2. Kind war, hab ich den Stempel überfordert bekommen. Es gipfelte in einem Ausbruch aus dem offeneren Küchenfenster und dass sie von der Polizei nach Hause gebracht wurde.
Letztlich hatte sie Cushing, also einen Minitumor im Hirn, der zu diesem unstillbaren Hunger führte. Außer dem Hunger hatte sie keinerlei typische Anzeichen der Erkrankung. Ich bin zufällig durch Google drauf gestoßen und musste sehr deutlich werden, dass ich das untersucht haben möchte.
Deine Hündin ist noch sehr jung, ich weiß nicht, ob das in Betracht kommt. Aber ich habe mich damals sehr geärgert, dass es immer nur hieß, ist halt vergressen...

(14) 14.05.18 - 12:11

Hmm, das hört sich ja wirklich nach ganz schön viel Stress für Dich an. Vor allem mit so viel Auslauf- und Futtermöglichkeiten auf dem Land (was ja grundsätzlich wundervoll ist), man kann die arme ja nicht ständig einsperren, so wie du es ja selbst sagst.

Meine eigene Pumi-Hündin frisst normal, aber im Büro haben wir einen 6 Jahre alten Viszla-Rüden im Büro, der ebenfalls extrem gefräßig ist und nichts frei herumstehendes, essbares vor ihm sicher ist. Das Team muss ständig aufpassen, dass sie Ihre Taschen und Lunchboxen gut verstauen, denn nur ein unbeaufsichtiger Moment und der Teller auf dem Schreibtisch ist leer. Alleine in der Tasche sind die Sachen nicht sicher, er hat schon mehrmals Bäckertüten samt Papier regelrecht verschlungen. Wie ein wildes Tier. Wir müssen auch extrem aufpassen, das die Küchentür immer gut verschlossen ist, sonst frisst er den Müll. Wirklich heftig & natürlich nervig für alle Mitarbeiter.
Erst nachdem ein neuer Kollege, der selbst einen Labrador mitgebracht hat, vorgeschlagen hat es mal mit getreidefreiem Futter zu versuchen um eben die auch hier erwähnten leeren Kohlenhydrate zu reduzieren, ist es etwas besser geworden. Er scheint nicht mehr diesen regelrechten "Futterwahn" zu haben, sondern ist scheinbar zu faul geworden sich die Mühe zu machen. Vielleicht ist er aber auch einfach nur länger satt.
Da ich aus einer Tierarzt Familie stamme, habe ich kürzlich auch mit meinem Tierarzt-Onkel gesprochen und der meinte, dass diese neue Entspannung es tatsächlich mit dem neuen Futter zusammenhängen kann. Wir haben aktuell dieses Futter von BestesFutter in der Büroküche stehen: https://www.bestesfutter-deutschland.de/hundefutter/grain-free-adult-nassfutter-getreidefrei, aber es gibt sicherlich noch andere mir jetzt nicht bekannte Anbieter.

Wünsche dir wirklich viel Erfolg mit deinem Labbi und wünsche euch, dass ihr diesen unbändigen Hunger bald in den Griff bekommt. Vielleicht hilft ja sogar mein Tipp! ;)

LG

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