Herz oder Verstand

    • (1) 09.04.18 - 21:26

      Mein lieber Hund ist leider durch eine Vergiftung verstorben.
      Nach langem Überlegen haben wir entschlossen uns wieder einen Hund in unser Herz zu lassen

      Mein alter Hund war ein reinrassiger Schäferhund und so ein super toller Hund.

      Eigentlich habe ich immer gesagt mein nächster Hund kommt vom Tierheim oder Ausland. Weil sie mir wirklich sehr leid tun. Ich hab auch ein ein paar Welpen gefunden die mir vom Aussehen gefallen. Charakter kann man ja anhand Fotos nicht wirklich sehen.
      Mein Problem ist das ich nicht weiß welche Rasse in dem Hund steckt. Ich möchte keinen Hund mit Jagdtrieb
      Wir haben uns auch schon wieder Schäferhundwelpen angesehen und natürlich gefallen sie uns sehr.
      Mein Mann ist eher für den Schäferhund. Ich weiß es noch nicht.
      Der Verstand sagt mir es ist der Schäferhund. Ich kann ihn soerziehen wie ich will. Möchte mit ihm üben das er nichts vom Boden grüßt. Ich weiß wie groß er wird usw
      ABER mein Herz sagt das ich einen armen Hund vom Ausland nehmen soll.

      Welche Meinung habt ihr? Abgesehen vom Preis.
      Was noch dazu kommt das ich in der 21 ssw bin. Ich weiß mit Welpe wird es stressig und wir haben uns viele Gedanken dazu gemacht. Also bitte keine Belehrungen

      • (2) 09.04.18 - 21:57

        Über Schäferhunde kann ich nichts sagen, die habe ich immer nur als Hofhunde in dem Dorf erlebt in dem ich aufgewachsen bin.....

        Aber ich habe Erfahrung mit Hunden aus dem Tierschutz. Im Moment lebt die zweite Hundedame (aus Polen, kam mit 4 Jahren zu uns und ist mittlerweile 8 Jahre alt) bei uns. Ihre Vorgängerin kam aus der Türkei, mit knapp einem Jahr zu mir und wurde trotz schwerer Körperbehinderung immerhin fast 10 Jahre alt.

        Ich würde mir immer wieder so einen “Tierschutzhund” ins Haus holen. Rasse war mir immer total egal. Meine Hündinnen lebten jeweils in D auf Pflegestelle und wurden von mir dort besucht. In beiden Fällen war es Liebe auf den ersten Blick, gegenseitig.

        Ich habe es auch nie bereut einen erwachsenen Hund zu adoptieren. Die Damen waren stubenrein, und der Charakter bzw ihre Macken waren bereits klar. Die Pflegestellen konnten mir jeweils gut Auskunft geben.

        Beide Hunde wurden von mir erzogen, und waren bzw sind absolut gesellschaftsfähig und gehorsam. Trotz Vorgeschichte und mit Sicherheit einiger schlechter Erfahrungen. Meine erste Hündin lief ohne Leine, sogar ohne Halsband, und ich könnte nicht eine einzige schlechte Eigenschaft nennen.

        Unsere Maus (wahrscheinlich Beagle/ Stafford/? Mix) jetzt hat etwas Jagdtrieb (gut im Griff) und mag keine anderen Hunde (schon stark verbessert, wird aber wohl im Grundsatz so bleiben). Ansonsten eine Seele von Hund. Reagiert auf einen Fingerzeig und ist stets bemüht es uns “recht” zu machen.

        Sie lebte auf der Pflegestelle mit zwei Kleinkindern. Wir haben vor 18 Monaten Nachwuchs bekommen, und erwarten im September das zweite Kind. Wie ich dachte- sie ist absolut tolerant, geduldig und respektvoll unserem Sohn gegenüber. Ab dem ersten Tag, ohne das wir irgendwie eingreifen mussten. Wenn er nachts schrie, war sie vor mir im Kinderzimmer. Und wehe jemand “Fremdes” beugte sich über das Bett! Heute kann er sie aus der Hand füttern, Etc. Und nie würde sie ihn umrennen oder ihm sein Essen aus der Hand nehmen.

        Wenn ihr wirklich noch vor der Geburt einen neuen Hund ins Haus holen wollt- ich würde euch Vorschlagen einen passenden Erwachsenen Hund auf einer seriösen Pflegestelle bzw im Tierheim vor Ort in Betracht zu ziehen. Da ist das Risiko einer Überraschung idR gering.

        • Danke für deine Antwort
          Einen erwachse Hund wollen wir eigentlich nicht wirklich. Da wir noch zwei Katzen haben und auch Hühner und Hasen die frei laufen
          Außerdem haben meine Eltern auch 2 Hunde. Einen Rüden und eine Hündin. Und wir sind oft zu Besuch dort und manchen Muß er auch dort sein
          Die Hündin hab ich vom Tierschutz geholt als sie 3 war. Ich wollte sie mit meinem alten Hund in unser neues Haus mitnehmen.
          Aber mein alter Hund brauchte sie nicht wirklich und der Rüde von meinen Eltern lieb sie.
          Deswegen möchte ich sie jetzt auch nicht mehr trennen.
          Aber sie hat wirklich einen Vogel. Lieb gemeint. Und sie versteht sich nicht mit allen Hündinnen.

          Ich weiß nicht was ich machen soll. Wenn ich die Fotos von den vielen armen Hunden anschaue bricht es mir das Herz.

          • (4) 10.04.18 - 06:55

            Ihr braucht eben einen Hund der zu euch passt. :-)

            Sowas gibt es. Meine erste Hündin, Tiffany, wäre zB eine gute Kandidatin gewesen. Verträglich mit allen, wirklich allen anderen Hunden. Null Jagdtrieb, sie lebte ua mit frei laufenden Kaninchen in meiner Wohnung (und wollte sie immer zum Spielen auffordern). Blieb überall, und problemlos allein. Auch sie kam erwachsen aus dem Tierschutz. 25 kg, 55 cm Schulterhöhe. Sah aus wie ein kleiner weisser Schäferhund.

            Eine schnelle Lösung gibt es nicht. Lasst euch Zeit und schaut euch um. Ich persönlich würde keinen Welpen vom Züchter kaufen, dann eher ein Welpe aus dem Heim.

      Hallo!

      Warum keinen Welpen vom Tierschutz? Wenn ihr es nicht eilig habt, sondern bereit seid, einige Wochen zu warten und zu suchen, könnt ihr auch abwarten, bis ihr Welpen einer passenden Rasse im Tierschutz findet.

      Bei Züchtern die angeblich JETZT abgabebereite Rassewelpen haben bitte sehr sehr vorsichtig sein, das sind leider zu oft Vermehrer, die die Welpen irgendwo in Osteuropa billig einkaufen und dann als eigene Welpen vorführen, die "rein zufällig" vom letzten Wurf noch übrig wären.

      Wirklich gute Züchter haben normalerweise eher eine Warteliste von Interessenten, oft wird da schon kurz nach der Geburt reserviert, und dann muss man ja auch noch 8-12 Wochen warten, bis sie von der Mutter getrennt werden. Bei sofort abgabebereiten Rassewelpen sollten echt alle Alarmglocken klingeln.

    Hallo,

    ich würde auch eher zum Tierschutz tendieren. Da ihr eh keinen ausgewachsenen Hund wollt, kannst du den Welpen von dort doch genauso er ziehen wie den Schäferhund #kratz
    Alle, die ich kenne, die einen Hund aus dem Tierschutz haben, sind begeistert. Ob als Welpe oder ausgewachsen.

    Aber letztendlich ist das nur allein eure Entscheidung.

    LG
    sonntagskind

    • Na das mit dem erziehen wenn man nicht weiß welche Mischung es ist, ist so eine Sache.
      Ich kenne z.b. 2 Bekannte, die einen haben sich einen kleinen Mischlingswelpen geholt und als er erwachsen war hat er angefangen die Hühner zu reißen. Ist zwar ein sehr lieber Hund aber mit Kleintieren hat er Probleme.

      Die anderen haben sich auch einen Welpen geholt. Und als er dann erwachsen war ist heraus gekommen das auch ein Hirtenhund darin ist. Er ist ein super Hund. Nur beschützt er alles und jeden der im Hof oder Haus ist. Nur außerhalb vom Hof ist er unberechenbar und kaum zu händeln. Auch ein Hundetrainer konnte nicht helfen.

      Das ist warum ich mich so fürchte

Wenn du die Eigenschaften eines Schäferhundes liebst, sein Wesen und Aussehen magst, und eigentlich einen Schäferhund haben möchtest, solltest du auch einen Schäferhund nehmen.

Ich glaube auch nicht, dass es bei dir eine Verstand- vs. Herz-Geschichte ist, sondern eher eine Sache des schlechten Gewissens ist und der Tatsache, dass du etwas Gutes tun möchtest.

Da du schwanger bist, also bald ein Baby haben wirst, würde ich den Schäferhund nehmen, da wird es charakterlich weniger Überraschungen geben als bei einem Hund aus dem Ausland, der mit viel Problemen auf der Strasse und gegenüber den Menschen gelebt hat. In deiner Situation würde ich das Risiko minimieren wollen, einen sozial unverträglichen Hund, der sich vielleicht eine Gefahr für das Baby darstellen könnte, zu bekommen. Natürlich kann das auch bei einem reinrassigen Hund passieren, aber das Risiko ist geringer, wenn du die Rasse, die Eltern und den liebevollen Züchter, der seine Hunde gut sozialisiert, kennst. Du musst natürlich den Züchter vorher kennen lernen oder im Idealfall schon kennen.

  • Du hast es voll auf dem Punkt gebracht. Ich hab voll ein schlechtes Gewissen.
    Überall sieht man im Internet arme Tiere und sie tun mir so leid.
    Ich hab Streunerkatzen aufgenommen oder vermittle sie weiter. Und ich hab Kaninchen aus schlechter Haltung gerettet usw...
    Und dann kauf ich mir einen Hund obwohl es so viele arme Hunde gibt.

    Vom Charakter her würde der Schäferhund passen. Beim ersten Hund haben wir uns genau seinen Charakter angeschaut und er hat perfekt gepasst.
    Er war auch so ein toller Hund und war perfekt... bis auf das das er alles gefressen hat :(
    Nur hatte ich damals noch nicht dieses schlechte Gewissen.

(13) 10.04.18 - 12:04

Unser erster Hund war ein Welpe und wir fanden er war ein toller Hund.Leider wurde sie nur 9 Jahre alt.

Unsere jetzigen Hunde sind alle aus dem Tierheim und Tierschutz. Fast alle sind aus schlechter Haltung.
Die Tiere sind so Dankbar das kann man sich nicht vorstellen.
Natürlich ist die erste Zeit auch nicht leicht. Sie müssen sich ja auch erstmal an die neuen Menschen und deren Regeln gewöhnen.

Wir haben einen Hund der war kein Hund er war ein verstörtes Wesen. Er konnte sämtliche Kunststücke, diese hat er nicht aus Spaß gemacht sondern aus angst, er kannte keine Spaziergänge,sobald man sich etwas komisch bewegt hat ist er sofort zusammengezuckt (Angst vor Schläge)Er saß nur in der Ecke und sobald man seinen Namen sagte oder nur anschaute stellte er sich auf und tanzte, machte Rolle usw.
Sowas ist ja niedlich wenn der Hund Spaß dabei hat, hatte er aber nicht.

Als er zu uns kam und nach einer Woche merkte das er es gut hat und bleiben darf dann entwickelte er sich langsam Richtung Hund mit Hundeleben.Er lernte Gassi gehen, spielen, frech sein wie es ein Hund auch mal sein soll.Spielzeug zerlegen (bei Bulldoggen angeboren und wächst nicht aus :-D ) keine angst mehr zu haben, das hat er alles erst lernen müssen. Und heute nach 2 Jahren bei uns ist es so ein richtiger Hund mit viel Spaß am leben und den Macken die eine Bulldogge hat#freu
Schon um das zu erleben und die Dankbarkeit was diese Hunde ausstrahlen, sagt mir das wir immer wieder Hunde aus der Not retten werden. Gerade solche geschundenen Hunde haben ein schönes Leben verdient.

Natürlich hatte unser Hund den wir als Welpe hatten auch ein schönes Leben und war auch lieb und nett und gehorsam. Aber wenn man diesen damals mit den jetzt vergleicht War der Erste von je her ein "verwöhntes Einzelkind " was sehr oft über die strenge schlug und manchmal extrem taub war :-D

Unser Schäferhund war 7 Jahre im Tierheim zuvor Kettenhund. Er liebt und geniest sein ruhiges Leben bei uns im Garten. Das Tierheim wollte ihn gar nicht mehr vermitteln weil er schon 9 Jahre war.Er hat noch keine Krankheiten ist topfit,manchmal spielt er wie ein junger Hund , manche Tage trottet er nur rum.

Aber es macht uns stolz wenn wir unsere viel Hunde anschauen,diese Lebensfreude die wir ihnen geben konnten.Diese Dankbarkeit das sie so sind wie sie jetzt sind. Einfach nur schön.#freu#verliebt

  • (14) 10.04.18 - 16:15

    Ich weiß das sie so dankbar sind. Genau das ist ja mein Problem. Sie tun mir ja so leid.

    • (15) 10.04.18 - 22:35

      Wenn ein Hund aus dem Tierschutz Probleme mit sich bringt, sei es aufgrund einer nicht einfachen Vergangenheit oder einfach, weil er Vieles nicht kennt, was für gut sozialisierte Hunde selbstverständlich ist - hältst du den Hund dann für undankbar?

      Bestimmt nicht, oder? Wir hatten bisher ausschließlich second-hand-Hunde, alle haben sich gut eingelebt, aber beim ein oder anderen war die Eingewöhnungszeit - harmlos ausgedrückt - lange und nicht einfach. Die Hunde waren deshalb nicht undankbar.

      Bitte nicht böse auffassen, ich finde es sehr schön von dir, dass du einem Tierschutzhund ein Zuhause geben möchtest, aber die Erwartung von "Dankbarkeit" ist eine rein menschliche Vorstellung.

      Für uns war Mitleid nie ausschlaggebend. Wir wollten einfach einen Hund. Im Tierschutz gibt es wunderbare Hunde, sofern sie sich in einer Pflegestelle befinden, lässt sich das Verhalten bei erwachsenen Hunden in der Regel einigermaßen gut einschätzen. Auch sehr junge Schäferhunde oder Welpen gibt es im Tierschutz.

      Du könntest also deinen Rassewunsch sehr gut mit deinem Herzenswunsch verbinden.

      Wie auch immer du dich entscheidest, ich wünsche dir alles Gute!

      • (16) 10.04.18 - 23:15

        Vielleicht ist Dankbarkeit nicht das richtige Wort... obwohl die meisten Hunde irgendwie doch dankbar sind. Sie geben einfach alles für einen.
        Und Mitleid habe ich schon mit den Hunden. Und genau da liegt mein Problem.
        Ich schaue e schon im Internet nach. .

(17) 10.04.18 - 15:12

Ich sach dann mal Verstand.
Wenn du nicht schwanger wärest, okay geschenkt... dann kann man durchaus tierheimhunden ein Zuhause schenken.
In deiner Lage wäre mir das zu tricky. Da man ja nicht die Vorgeschichte des Hundes kennt. Welche Baustellen könnte er haben? Je nachdem kann das ja doch mit intensivem Training verbunden sein.
Ich an deiner Stelle würde mich erst einmal aufs Baby konzentrieren, mich in die neue Rolle einfinden und nach einem Jahr einen Gut sozialisierten Welpen zulegen.

  • Das wir noch warten ist keine Option. Ich war noch nie lange ohne Hund. Und Es ist zur Zeit furchtbar.
    Natürlich sagen viele das das zu viel wird. Baby und Welpe. Aber ich mach mir da nicht so viele Sorgen.
    Es wird ja auch nicht besser wenn das Baby älter ist.
    Wir haben uns das gut überlegt.

    • habe unten schon kurz was zu dem Thema gesagt. Du solltest bedenken, dass Hunde aus dem Ausland oft sehr verängstigt am Flughafen ankommen. Sie benötigen eine Eingewöhnungsphase und haben dann auch evtl. Angst vor Männern oder Frauen. Das muss man ja erst einmal rauskriegen mit Liebe und Geduld und Training. Ich will dich von deinem Vorhaben nicht abbringen nur es ist halt nicht so, dass der von Anfang an funktionieren wird. Kann muss aber nicht gutgehen.

      • Ja ich weiß. Aber ich hab noch die Hoffnung das es bei einem Welpen nicht so ist.
        Aber wie es zur Zeit ausschaut bleibt es beim Schäferhund da mein Mann eben auch diese Bedenken.
        Danke

Hallo, ich kann jetzt nur für mich sprechen..

Mein Herz sagte Dogge.... gekauft haben wir einen Mops Mischling

🤦‍♀️ sie ist süß und wird betüddelt von allen aber ich bin nicht mit Herz und Seele dabei.

Du möchtest lieber einen Schäferhund weil du diese Rasse magst und kennst... dann bleib dabei.

LG Tani

(25) 12.04.18 - 07:51

Natürlich kaufst du dir den Hund, den du möchtest und der zu dir passt. 70 % der Deutschen haben Rassehunde, da brauchst du doch kein schlechtes Gewissen zu haben! Viel Spaß beim Welpenknuddeln, hoffentlich ist er stubenrein, bis das Baby kommt ;-).

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