Hund gestorben - wie werd ich damit fertig?!

    • (1) 17.06.18 - 20:56

      Hallo zusammen,
      ich musste gestern meinen 10-jährigen Hund einschläfern lassen, nach einer kurzen und aggressiven Krebserkrankung. Wir hatten beide eine sehr enge Bindung, er hat mich zur Schule begleitet (ich bin Lehrerin) und da er ein Bordercollie war, haben wir entsprechend viel miteinander gearbeitet und waren ein Herz und eine Seele.

      Auch wenn sein baldiger Tod unausweichlich war und der letzte Moment ein sehr inniger (er starb in meinem Arm und sah mir die ganze Zeit in die Augen), es macht mich so unglaublich fertig. Ich hab im 15 Minuten Takt Heulkrämpfe, er fehlt mir so sehr und ich bin ansonsten ein eher ruhiger und beherrschter Mensch. So extrem betroffen war ich beim Tod meiner Großeltern nicht und das waren bislang die einzigen Todesfälle in meinem Leben.

      Sollte jemand Tips haben, wie ich den Abschiedsschmerz irgendwie lindern kann, freue ich mich. Ich weiß gar nicht, wie ich morgen in die Schule gehen und nervösen 18jährigen 4 Stunden lang eine Abschlussprüfung abnehmen soll...

      • Hallo!

        Es tut mir sehr leid.

        Du wirst merken, dass vor allem die Zeit hilft, und Ablenkung. Insbesondere konzentriertes Arbeiten.

        Je näher einem ein Lebewesen steht, um so härter ist es, daher sind Großeltern, die man alle paar Wochen sieht, oft weniger Schlimm als ein Hund, mit dem man jeden Tag verbracht hat. Aber die eigenen Eltern sind dann doch einiges schlimmer.

        Aber es wird besser, auch wenn es schwer ist. Beschleunigen kann man Trauer nicht, da muss man einfach durcht.

        Mein herzliches Beileid :-(

        Bei meiner Hündin war das vor 9 Jahren auch so, allerdings innerhalb von 2 Tagen (unerkannter geplatzter Tumor im Bauchraum). Sie ist auch in meinen Armen eingeschlafen.

        Ich stand aber eher so unter Schock, dass ich keine Trauer zugelassen habe. Lange Zeit.
        Das Weinen schaffte dann irgendwann eine große Erleichterung, also bist du schon einen Schritt weiter als ich damals.
        Weine, schreie, denk an ihn. Es wird eine lange Zeit sehr schwer sein, da bauche ich nicht drum herum reden.
        Aber es wird mit der Zeit besser, auch wenn du dir das jetzt noch so gar nicht vorstellen kannst.

        Alles Gute!

        Tja, es ist leider so, dass uns unsere Hunde immer nur ein Stück des Weges begleiten.
        Ich musste im Januar meinen 16jährigen Schnauzermix ganz überraschend einschläfern lassen. Ja, er war alt, aber (augenscheinlich) topfit. Ein Röntgenbild 4-5 Monate vorher war durchweg positiv gewesen, also hatte ich nichts schlimmes im Sinn.
        Plötzlich dann eines Morgens pinkelte er ständig und musste raus. Ich sah, dass er Blut im Urin hatte. Eingeladen, Tierarzt, Todesurteil. Riesiger Blasentumor, der sich innerhalb der paar Monate seit dem letzten Röntgenbild aus dem Nichts heraus entwickelt hatte. Nicht operabel.
        Ich durfte ihn noch mit heimnehmen, abends kam dann der Tierarzt und er wurde zuhause eingeschläfert.

        Ich konnte damals auch nicht richtig trauern. Es kam so aus dem Nichts heraus, dass ich immer noch nicht richtig verstanden habe, dass er weg ist. Positiv ist, dass wir schon, als er noch lebte, entschieden hatten, einen Welpen aus dem Wurf einer Freundin, deren Hündin gerade trächtig war, als mein Hund starb, aufzunehmen. Dadurch wurde uns die Entscheidung irgendwie abgenommen, denn sie war ja schon gefällt, ehe unser Rüde starb.
        Wir reden immer noch viel von ihm und er wird immer in unseren Herzen sein. Er wurde im Garten beigesetzt, so weiß ich immer, wo er ist und kann ihn "besuchen", das hilft mir sehr.

        Lass dir einfach Zeit, mehr kann man da nicht raten. Jeder geht damit anders um. Wir sind sehr glücklich mit unserem Welpen, er lenkt uns ab, aber er kann nie den alten Hund ersetzen. Sie sind komplett anders und das ist gut so. Jeder sollte für seine Einmaligkeit in Erinnerung bleiben.

      • Das dir der Tod des Hundes näher geht als der deiner Großeltern finde ich verständlich.
        Der Hund war immer bei dir, sogar bei der Arbeit. Von klein auf wahrscheinlich. Da fehlt mehr als wenn Opa oder Oma weg sind die man alle paar Wochen besucht hat. Der Alltag ändert sich stärker.
        Und wenn viele dann sagen "War ja nur ein Tier", so ein Quatsch. Unsere Tiere sind genau so Familienmitglieder wir wir Menschen. Also lass dir die Zeit um zu trauern!

        Hallo Peples,
        oh man wie gut ich Dich verstehen kann . Muss fast mitweinen wenn ich das so lese. Meine Hündin bedeutet mir auch alles.
        Ich glaube das die gute Seele deines Hundis noch da ist , und wenn es Dir hilft dann sprich mit ihm. Versuch Ihn zu spüren . Vielleicht klingt das total bekloppt aber so bin ich mit dem Tod meines Opa´s umgegangen. Von Ihm habe ich geträumt , und er sagte mir im Traum das er immer da ist ich ihn nur nicht immer sehen kann. Ich glaube daran und das macht es ein klein bisschen besser .

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