An die Pferdeleute...

    • (1) 25.06.18 - 13:59

      Hallo,
      ich brauche ein paar Meinungen und Denkanstöße zu folgender Situation.
      Ich habe seit sechs Jahren eine dt. Reitponystute mit Vollblutanteil.
      Ich liebe dieses Pferd sehr, aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann ist es das falsche Pferd für mich und ich würde mir ein weniger temperamentvolles Tier wünschen, mit dem ich auch mal ins Gelände reiten kann ohne Sorgen zu haben, dass ich in der nächsten Sekunde auf dem Boden liege.
      Meine Stute ist sehr dominant und sensibel. Sie ist ein unglaublich tolles Pferd, aber an manchen Tagen sehr anstrengend.
      Und im Prinzip weiß ich nie, wie sie gerade drauf ist. Sie ist schnell aufgeregt und nervös und bräuchte jemand dominantes an ihrer Seite - aber das bin ich nicht.
      Seit ein paar Wochen arbeite ich mit einer Trainerin und mache viel Dominanztraining und Bodenarbeit.
      Das klappt auch soweit ganz gut und meine Trainerin ist restlos begeistert von dem Pferd.
      Ich eher weniger.
      Ich bin keine Anfängerin und reite mein lebenlang. In meiner Jugendzeit liebte ich den Nervenkitzel und das Pferd konnte nicht temperamentvoll genug sein, heute brauche ich und will das auch nicht mehr.
      Situationen, in denen mein Pferd mir durchgeht, weil es sich mal wieder vor etwas erschrocken hat und völlig panisch wird, machen mir Angst. Dafür muss ich gar nicht runter fallen.
      Mein Problem ist, dass ich sehr an diesen Pferd hänge und es mir schwer fällt sie zu verkaufen. Und selbst wenn ich mich dazu durch ringen könnte - auf Grund ihrer Größe, ist sie eher für Kinder interessant, aber meine Stute ist sicherlich kein Kinderreitpferd.
      Wer bitte möchte so ein Pferd haben??
      Ich wünsche mir natürlich ein gutes zu Hause für dieses Pferd und habe vermutlich hohe Ansprüche an die Unterbringung.
      Eine andere Überlegung ist, sie einfach auf der Weide stehen zu lassen und sich vielleicht irgendwann ein weiteres Pferd anzuschaffen, welches eher meinen Bedürfnissen entspricht.
      Ich halte mein Pferd im Offenstall, es steht nicht in einer Box.
      Zufrieden stellen tut mich der Gedanke aber auch nicht. Meine Stute ist kein schlechtes Pferd, im Gegenteil, sie ist unglaublich feinfühlig und sensibel und auch ein geführter Schrittausritt mit Kindern ist kein Problem.
      Ich fühle mich gedanklich wirklich gerade in einem Dilemma und freue mich auf eure Denkanstöße.
      Liebe Grüße

      • Du kannst ja versuchen sie zu verkaufen. Vielleicht hast du Glück und findest den perfekten Menschen für sie. Behalten kannst du sie immer noch wenn du niemanden findest. Vielleicht kennt deine Trainerin jemanden?

        Oder du arbeitest weiter mit ihr und damit der Zeit wird es besser weil ihr euch was erarbeitet habt und sie auch älter wird.

        Einfach rumstehen lassen finde ich nicht so gut. Die Stute hat mehr davon einen neuen Menschen zu finden, der ihr gerecht wird.

        Mein Pferd steht auch hauptsächlich rum, aber er mega gelassen, wird diesen Sommer schon 27, ist jeden Tag draußen, hat eine Reitbeteiligung und ich hoffe wenn die Kinder etwas größer sind (gerade 2 geworden und das Baby knapp 6 Wochen alt) wieder Zeit zum Reiten zu finden. Bis dahin arbeite ich nur daran, dass er halbwegs fit bleibt. Wenn nicht, dann fängt jetzt halt seine Rente an, mit 27 ist er auch zufrieden damit auf der Weide mit seinem Kumpel rumzustehen. Ein bisschen Kinderpony zu sein wenn die Kinder Interesse haben sollten, das schafft er auch noch wenn ich ihn jetzt länger einfach rumstehen lasse. Ihn zu verkaufen weil ich es zeitlich kaum noch schaffe ist keine Option, aber ich finde bei dir ist die Situation eine ganz andere. Ich habe ihn schon ewig und war reiterlich und von Umgang immer total glücklich mit ihm. Jetzt ist er alt, aber soweit fit und vielleicht kriegen wir nochmal die Kurve.

        Wie wäre es denn wenn du das Pferd behältst und eine passende Reitbeteiligung suchst die zu dem Pferd passt.

        (4) 26.06.18 - 11:47

        Hallo!
        Ich habe auch eine Reitponystute, dessen Vater ein Vollblut ist, kann mir also denken, wie Dein Pony "tickt"... bei meiner ist der Vorteil, das sie recht normal ist, so lange alles so ist, wie immer. Aber sobald etwas im täglichen Ablauf anders ist, setzt im Gehirn was aus #zitter Oder sie sieht auf einmal Geister #augen
        Am Anfang fand ich dieses Verhalten auch total schwierig. Eigentlich finde ich solche Pferde schrecklich, die an irgendwas 100x vorbei gehen und beim 101. mal dann total hysterisch werden. Bei mir hat eine Einstellungsänderung geholfen. Anstatt mich darüber aufzuregen, nehm ich das jetzt mit Humor #schein Das geht aber natürlich nur, weil sie in der übrigen Zeit ja durchaus normal ist.... Ich bin Selbstversorger, stehe im Sommer zwar bei meiner Freundin mit am Stall, aber die Ponys und den Ablauf dort kennt sie mittlerweile. Also geben sich einfach nicht so viele Situationen, die sie doof finden kann...
        An Deiner Stelle würde ich sie mal inserieren. Vielleicht kommt auch erst mal eine Art zur Verfügung stellen in Frage? Das Pony kann dabei ja im selben Stall stehen, aber die Kosten werden von den Leuten schon übernommen! So kannst Du sehen, ob die mit ihr klar kommen. Manchmal ist auch ein Pony in anderen Händen auf einmal völlig anders. Einen Versuch wäre es ja wert!
        Alles Gute für Euch!
        LG
        asira #winke

      • (5) 26.06.18 - 12:25

        Manchmal ist es leider so, dass der Mensch nicht zum Pferd passt oder andersherum. Dein Pferd spürt deine Einstellung, deine Angst und deine Nervosität. Natürlich kann man daran arbeiten, ein erfahrener Trainer wird dir sicher einen guten Umgang zeigen und auch Tipps geben, aber es ändert nichts an deiner Einstellung.
        Vollblüter (auch wenn nur zu 50%) sind sehr sehr sensibel, sehr sehr schnell und sehr sehr schlau. Sie wollen arbeiten, brauchen eine Aufgabe und seinen Reiter der sie dabei unterstützt. Aber feinfühlig ohne jeglichen Druck. Es ist halt schwierig da den richtigen Weg zu finden, wenn man nichts 100% von dieser Sache überzeugt ist und wie ich bei dir lesen konnte, bist du das nicht, was nicht schlimm ist.
        Bitte lass sich nicht auf der Weide verkümmern, sie würde sich wahrscheinlich Eigenarten angewöhnen die einen Verkauf zum späteren Zeitpunkt unmöglich machen. Gib sie in gute, erfahrene Hände.

        LG#winke

        Ich habe einen Vollblutaraber Hengst!
        Ich erwähne das so deutlich damit klar wird das ich sehr wohl weiß was ein Temperamentvolles Pferd ist! ohne dich oder dein Pferd zu kennen denke ich das Problem bist du!
        Du hast mit Bodenarbeit angefangen, super! Erster Schritt in die richtige Richtung!
        Du sagst du kannst sie (momentan) nicht reiten, dann lass es!
        Beschäftige dich vom Boden mit ihr! Geh mit ihr Spazieren, stell dich irgedwo mit ihr hin und erwarte das sie neben die steht, putze sie, mach Horsemanship (keine Ahnung wie weit ihr seid, aber deine Trainerin wird dir sicherlich etwas an die Hand gegeben haben) oder Kunststückchen mit ihr.
        ABER sein Konsequent! IMMER! Es gibt IMMER die selben Regeln!
        Hast du schlechte Laune geh NICHT zu ihr! Bist du genervt oder gestresst, geh NICHT zu ihr! Hast du keine Zeit geh NICHT hin! Deine Stimmung überträgt sich auf dein Pferd!
        Und bis ihr am Boden nicht klar kommt setzt du dich NICHT auf sie drauf!

        Sie einfach weg zu stellen halte ich für falsch! Es bring weder dich, noch dein Pferd weiter!
        Sie zu verkaufen finde ich auch den falschen Weg!
        Solltest du eine Reitbeteiligung suchen, brauchst du jemanden der ruhig und ausgeglichen ist, der Bodenarbeit macht und mit dir in die selbe Richtung geht!


        Was ist mit der Haltung? Kann sie sich frei bewegen? Kann sie laufen wenn sie will? Kann sie toben? Offenstall ist nicht gleich Offenstall! Bei einigen Offenställen gibt es zwar keine festen Boxen aber genug Platz zum Laufen haben die Pferde trotdem nicht!

        • Hallo,
          ja ich weiß absolut was du meinst und mir ist völlig klar, dass ich an mir arbeiten muss. Deswegen habe ich mir Hilft geholt und arbeite mit einem Trainer der uns auch viel weiterhilft.
          Ich hatte am Montag nach der Trainerstunde ein ernstes Gespräch mit der Trainerin geführt und sie sagt mir ganz klar, dass es eine Herculesaufgabe mit diesem Pferd wird. Sie sagt, sie wird immer anstrengend bleiben und ich werde mit ihr immer eine Stunde länger brauchen als mit anderen Pferden. Sie ist einfach durch und durch eine Leitstute. Und diese Position gibt sie nicht einfach ab, dafür ist sie zu dominant.
          Sie meint meine Stute ist ein Trainerpferd.
          Das hat mich alles sehr nachdenklich gemacht. Denn das ist eigentlich nicht das was ich wollte. Ich brauche ein Pferd auf das ich mich setzen kann ohne jeden Tag zu diskutieren. Dafür fehlt mir die Kraft und auch die Zeit.
          Ich hatte schon einige RB's aber die sind alle nicht geblieben, weil mein Pony einfach schwierig ist. Trotzdem liebe ich sie sehr und komme in vielen Situationen gut mit integriertem klar, aber sobald sie unter Druck gerät, setzt da was aus. Und sie wird mitunter auch gefährlich. Und das Problem ist, dass ich Angst bekomme. Das überträgt sich natürlich.
          Meine Trainerin hat mir angeboten sie ein paar Wochen mit in Erziehungsurlaub zu nehmen. Und dann entscheiden wir wie es weiter geht. Sie würde sie auch übernehmen. Im Moment möchte ich mich mit diesem Gedanken aber noch gar nicht auseinander setzen. Aber einen Urlaub könnte ich wohl mit mir vereinbaren, auf wenn es mir schwer fällt. Und so bekomme ich erst mal ein bisschen Abstand.

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