Erfahrungen mit Pflegestelle

    • (1) 23.08.18 - 10:23

      Hallo zusammen,

      kann jemand von euch von Erfahrungen als Pflegestelle für Hunde berichten?

      Wir sind eine berufstätige Familie mit Kleinkind und Haus, aber nicht eingezäuntem kleinen Garten.

      Mich würden eure Erfahrungen in der Funktion als Pflegestelle für Hunde interessieren. Wie verlief die Auswahl des Hundes? Findet man etwas Passendes? Kann man damit rechnen, als Pfelegstelle einen stubenreinen, die Grundkommandos beherrschenden Hund zu bekommen, der zumindest ein paar Stunden alleine bleiben kann?

      • Hallo,

        Ich bin zwar keine pflegestelle habe aber viele Jahre im Tierschutz gearbeitet.

        Ich kann deine Fragen mit Nein beantworten.
        Hunde die das alles schon können werden sehr schnell vermittelt und brauchen somit keine Pflegestelle.
        Beim Auslandstierschutz bekommst du ein Tier von der Straße. Diese haben meist nie lange oder noch nie mit Menschen in einem Haus gelebt. Du fängst wie bei einem Welpen bei null an.

        Natürlich können sie oft einzelne Dinge wie stubenrein oder alleine bleiben.
        Es sind Lebewesen die alle einen eigenen Charakter haben.

        Setzt dich einfach mit einer Tierschutzorganisation in Verbindung diese wählen, wenn sie gut sind das passende Tier aus.

        Ich war vor kurzen in einer Tötungsstation in Kroatien, alle diese Tiere waren freundlich u d lieb und sie hätten es alle verdient ein schönes Zuhause zu bekommen. Man bekommt keinen fertigen Hund, dessen muss man sich bewusst sein.

        Überlege es dir gut mit einem Hund, es gibt viele tolle Nasen, so ein Hund aus dem Tierschutz bedeutet Arbeit und ist zeitaufwendig.

        LG Cosma deren 2 Hund bald aus Kroatien kommt.😍

        Hallo,

        ich habe mehrere Pflegehunde aus einem Tierheim in Rumänien aufgenommen (dieses Tierheim wird von einem deutschen Tierschutzverein mitgeleitet und unterstützt) und vermittelt. Unser aktueller Pflegehund ist jetzt schon drei Jahre bei uns, aufgrund seines Alters und seinem gesundheitlichen Zustand darf er auch bei uns bleiben.
        Uns war aber auch schon bei der Aufnahme klar, dass er eine "Wundertüte hinsichtlich einer möglichen Vermittlung" sein wird.

        Einen Pflegehund aufzunehmen ist ähnlich wie die Aufzucht eines Welpen: Man weiss nicht genau, wie er sich entwickelt. Unsere Hunde kamen von der Strasse, waren dann in einem rumänischen Tierheim. Sie kannten keine Leine, keine Stubenreinheit, keinen Staubsauger. Das alles müssen sie lernen. Sie müssen Vertrauen fassen und brauchen hierfür Zeit und Zuwendung. Mit dem Druck, wieder arbeiten gehen zu müssen und den Hund alleine zuhause lassen hätten wir das nicht gemacht.

        Wir hatten vor Aufnahme unseres ersten Pflegehundes schon zwei eigene. Pflegehund 1 und 2 waren schnell vermittelt. Pflegehund 3 hat sich sehr schnell in mein Herz geschlichen (sie war sehr krank und pflegebedürftig) und ist mein "Seelenhund". Sie ist nunmehr auch schon vier Jahre bei uns. Und da Pflegehund Nr. 4 nicht mehr vermittelbar ist, haben wir nunmehr vier Hunde.
        Somit ist jetzt wirklich kein Platz mehr in unserem Hause für einen weiteren Pflegehund, vielleicht, wenn es irgendwann mal wieder nur zwei Hunde sind. Unsere Hunde sind bis auf eine aber alle schon im Rentenalter und somit sehr genügsam und ruhig.

        Einen erzogenen, Grundkommandos beherrschenden, stubenreinen und alleine bleibenden Pflegehund vermittelt zu bekommen, halte ich nicht für wahrscheinlich. Ohne die Option, dass im Notfall doch jemand den ganzen Tag bei ihm bleiben könnte, würde ich das Risiko nicht eingehen.

        Liebe Grüße

        Delenn

        Im Normalfall kommen die Hunde auf eine Pflegestelle, welche noch rein gar nichts können, ausser vielleich sogenanntem Problem- oder Fehlverhalten. Gerade deshalb kommen sie ja auf eine Pflegestelle, um das Notwendigste zu lernen damit sie überhaupt vermittelbar sind.

        Natürlich gibt es auch "Endstellen" die bereit sind so einen Hund aufzunehmen, die meisten möchten aber eben keine Wundertüte die ihnen im besten Fall das komplette Inventar zerlegt.

        Zudem muss man bei Pflegehunden unterschreiben, sie niemals abzuleinen, ausser in einem gesicherten Garten, deshalb wäre es dem Hund gegenüber auch nicht fair, ihn ohne umzäunten Garten zu halten.
        Kleinkind und Berufstätigkeit gehören meist auch zu den Auschlusskriterien um als Pflegestelle zu fungieren.

      • Ich danke euch, ihr habt mir mit euren Antworten sehr weitergeholfen und das Puzzle vervollständigt. Leider hat sich damit das Bild bestätigt, das ich angenommen hatte. Es ist sehr schade, dass wir den Tierschutz an der Stelle dann nicht unterstützen können.

        Wir werden - wenn - dann wohl doch direkt einen "eigenen" Hund übernehmen.

        • Vielleicht könnt ihr ja als Kompromiss den eigenen Hund dann vom Tierschutz nehmen, ob von einer Pflegestelle, aus dem Tierheim oder über Auslandvermittlung, statt einem Welpen vom Züchter. Damit helft ihr auch einem Tier.

          Und wer weiss, vielleicht wollt und könnt ihr ja später, zum eigenen Hund mal noch Pflegestelle sein.

      • Ihr wolltet einen Hund in Pflege nehmen, es passiert oft das diese Hunde nicht für immer in der Pflegestelle bleiben (zumindest ist es bei uns so).Die meisten Hunde kommen aus schlechten Verhältnissen und müssen neben den Grundkommandos noch viel mehr lernen.
        Wolltet ihr mit so einer Pflege erst einmal sehen ,wie ihr mit Hund klar kommt ob alles funktioniert,und deshalb einen stubenreinen,erzogenen Hund haben?Machen ja auch manche , finde ich auch Ok.

        Wenn das so ist dann nehmt mal einen Hund in Urlaubsvertretung, oder manchmal wird eine Betreuung für einen Hund gesucht wo das Herrchen/Frauchen ins Krankenhaus musste.
        Ich habe das früher gemacht.Wir haben bei Bedarf alle Hunde aus der Nachbarschaft betreut.So haben wir alle sehr viel über Hunde allgemein gelernt.Und alle waren Stubenrein.

        Willst du nur den Tierschutz unterstützen kannst du dies mit Spenden machen oder manche bieten auch Tierpatenschaften an.

        Egal wie ihr euch entscheidet , ich finde es toll das du dir solche Gedanken machst.

        • Urlaubsvertretung haben wir bereits gemacht und haben uns auch hier in der Nachbarschaft für einen weiteren Hund "angeboten". An sich ist mir der Umgang mit Hunden und auch die "Arbeit" die ein Hund bedeutet, vertraut. Ich hatte bereits im Kindes-/Jugendalter mehrere "Pflegehunde", mit denen ich mich täglich beschäftigte. Darunter einen, der 6 Wochen der Annäherung brauchte, um sich überhaupt anfassen zu lassen und mir später nach Hause hinterher lief und Welpen. Im Erwachsenenalter war ich dann als Gassigänger im Tierheim und nahm mich häufig (großer) Hunden an, die sonst keiner mitnehmen wollte.

          Wir hätten gerne einen Hund - ich träume schon immer von einem eigenen. Allerdings habe ich - gerade durch die Tätigkeit im Tierheim - zu viele Geschichten mitbekommen, die "schief gelaufen" sind. Somit ist mein Respekt vor der Verantwortung, die man übernimmt, sehr groß und tatsächlich war die Idee, eine Pflegestelle als eine Art "Testlauf" zu nutzen.

          Allerdings hatte ich bereits befürchtet, dass Pflegestellen eher für die Hunde gedacht sind, die eben quasi roh sind und alles lernen müssen. Ich weiß aber, dass ich das nicht leisten kann.

    Pflegestelle mit kleinem Kind würde ich mir auch gut überlegen. Für das Kind ist es jedesmal ein Verlust das Tier wieder ab geben zu müssen. Ihr als Erwachsene wisst daß das Tier nicht für immer bleibt. Ein Kleinkind kann das nicht überschauen. Und auch zum Pflegetier baut man ja eine Bindung auf.
    Alleine das wäre für mich ein Grund für ein eigenes Tier statt Pflegestelle. Ohne die Probleme die mit einem Tierschutzhund sonst noch so mitkommen können.

Top Diskussionen anzeigen