Schuldig... Kater eingeschläfert

    • (1) 16.11.18 - 07:58

      Hallo...
      Habe den Beitrag auch im Trost Forum...
      Weiß gar nicht warum ich es auch hier schreibe und was ich hören will...

      Am Mittwoch habe ich meinen Kater eingeschläfert.
      Er war eine Tierheimkatze ... Alter +15 mit mehreren Erkrankungen. Über die Jahre immer wieder mit Behandlungen gut zu meistern. Inzwischen war er Kot unsauber. Hat "geschrien ". Hatte eine Darmerkrankung die operiert hätte werden müssen. Musste immer wieder Erbrechen.
      Hinzu kam jetzt ein chronischer Schnupfen mit immer wieder blutigen Auswurf beim Niesen. Mehrmals mit Antibiotika behandelt aber immer ohne Erfolg.

      Ein Baby ist jetzt auch im Haushalt "dazugekommen". Dadurch war er zusehends im Stress.das Schreien des Jahres wurde mehr. Er bräuchte mehr Aufmerksamkeit...

      ....
      Es stand seitens des Tierarzres eine erneute komplette Diagnostik oder des gehen lassend zur Entscheidung...
      ich habe ihn am Mittwoch ziehen lassen.

      Jetzt fühlt sich das so falsch an. Hätte ich ihm d8ch mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Er war so ein lieber. Wie ein Kind. Ist gefolgt auf Schritt und tritt und hat nach Streicheleinheiten gesucht... war total lieb zum Baby. Hat ihm nie etwas getan...

      Ich habe das Gefühl im nicht gerecht worden zu sein. Meinem Baby seinen Freund und Spielkamerade und Kuscheltier genommen zu haben...Ihn einfach tot gemacht zu haben weil es für mich der einfachste Weg war... warum habe ich ihm nicht nochmal Diagnostik und Therapie zugedacht. Er hätte es doch verdient!!!???? Warum nicht ALLES versucht...damit muss ich nun Leben... Er kommt nicht wieder... ich hoffe irgendwann wird es erträglicher

      Danke fürs Lesen und zuhören...

      • " warum habe ich ihm nicht nochmal Diagnostik und Therapie zugedacht. Er hätte es doch verdient!!!???"

        Vielleicht hat er, gerade weil er so ein lieber Kater war, verdient, dass er gehen durfte, bevor das Leben für ihn total unerträglich wurde? Ohne dass noch endlos an ihm herumgedoktert wurde...
        Tiere leben im Hier und Jetzt, für sie ist es nicht wichtig, ob ihr Leben ein paar Monate länger oder kürzer dauert, wichtig ist, dass es jetzt im Moment lebenswert und schmerzfrei ist.

        So liebevoll, wie du über deine Katze schreibst, hast du die Entscheidung sicher nicht voreilig getroffen.

        Ich habe selbst eine Uraltkatze. Noch geht es ihr wahnsinnig gut, aber das wird nicht ewig so bleiben. Ich habe mir fest vorgenommen, sie lieber zu früh als zu spät gehen zu lassen. Sie ist eine tolle katze, hat so viel erlebt in ihrem Leben, uns so lange begleitet, ich will nicht, dass sie die letzte Zeit mit Schmerzen und Stress verbringt. Ich hoffe sehr, dass ich dann, wenn es so weit ist, auch die Kraft haben werden, sie gehen zu lassen.

        Du hast bestimmt alles richtig gemacht. Deiner Katze geht es jetzt gut#liebdrueck

        • ... weil ich oft lese, dass Katzen die nicht mehr wollen sich zurückziehen und das zeigen...

          Bei ihm war das nicht der Fall. Er hat immer Nähe und Liebe gesucht. Immer...
          Deshalb jetzt die Zweifel...

          • Das zeigen sie im allerletzten Moment.

            Im Vorfeld sind Katzen absolut in der Lage Schmerzen zu überspielen. Erst wenn sie nicht mehr anders können, ziehen sie sich zurück. Je nach Charakter der Katzen, die einen früher , die anderen später.

            Du hast ihm dieses letzte Zurückziehen, weil er vor Schmerzen nicht mehr anders kann, erspart.

          (7) 17.11.18 - 18:50

          Meine Katze hatte einen Tumor (daher kam bei uns der blutige Auswurf aus der Nase), der später auch das Auge verschoben hat. Das muss die Hölle gewesen sein, sie hat aber bis zum Tag der Einschläferung mit mir gespielt und gekuschelt. Ich glaube nicht, dass sie sich immer verziehen, wenn es ihnen schlecht geht, bei uns war es das Suchen nach Nähe.

          Du hast alles richtig gemacht!

    hallo , ich drück dich erstmal. ich verstehe deinen Schmerz und deine Zweifel voll und ganz.
    aber du hast ihm den letzten Liebesdienst erwiesen , in dem du ihn hast gehen lassen.
    du hast ihm viele weitere Untersuchungen und Schmerzen erspart.
    es war die richtige Entscheidung , auch wenn es sich jetzt noch falsch anfühlt.

    viel Kraft wünsch ich dir!

    #winke

    Hallo!

    Du hast das Richtige getan. Ihn nicht krampfhaft festgehalten, sondern ihn gehen lassen, bevor es eine einzige Qual wurde.
    Er hatte mehrere Baustellen, es ging ihm schlecht, und er war schon alt. In dem Alter zieht jede Behandlung neue Probleme nach sich, so viel Kraft ist da nicht mehr, und sobald ein Problem wieder im Griff ist, bemerkt man das nächste. Wenn er jetzt nur eine einzige Krankheit gehabt hätte - die hätte man behandeln können, aber gleich so vieles mit der Aussicht, bei der Diagnostik noch viel mehr zu finden?

    Katzen ziehen sich erst in den letzten Stunden zurück. Vorher überspielen sie ihre Schmerzen und lassen sich so wenig wie möglich anmerken. Daher bin ich eher dafür, ein Tier früher gehen zu lassen, weil man oft nur einen kleinen Teil der Schmerzen sieht. Du hast wirklich das Richtige getan.

    Ich denke auch, eine erneute komplette Diagnostik hätte nicht viel geändert.
    Er war über 15, das geschrei kann auch ein zeichen einer Demenz gewesen sein. Das hatte mein alter Kater, fing auch so mit 15 an. Das konnte schon an den Nerven zerren dieses geschreie und gejammer ohne erkennbaren Grund und man konnte auch nichts tun damit er aufhörte. Es wurde immer mehr. Außerdem war er Nierenkrank. Natürlich hätte ich damals das Geschreie weiter ertragen können und als die Tabletten nicht mehr reichten eine Dialyse machen können. Aber wäre das wirklich ihm gegenüber gerecht gewesen? Ich habe auch gelitten als ich die Entscheidung getroffen habe das an dem Punkt das Ende gekommen ist und er gehen darf. Aber die Alternative, die Dialyse, um welchen Preis hätte er dann länger gelebt. Mal unabhängig von Kosten wäre es für ihn ja eine große Einschränkung gewesen. Denn er hätte sich ja nicht mal einfach da hin gelegt und die Dialyse machen lassen. Also jedes mal ruhig stellen. Noch mehr Medikamente usw. Es wäre für ihn eine Qual geworden.
    Deshalb, er DURFTE gehen, er MUSSTE nicht. Ich habe das so FÜR ihn entschieden und nicht mich gegen ihn. Er hatte ein tolles Leben, da musste er sich am Ende nicht noch ewig quälen.

    Unser jetziger Kater hat eine Autoimmune Darmentzündung an der er vor einem Jahr fast gestorben wäre (keine Darmfunktion mehr aufgrund das der komplette Darm von kurz hinter dem Magen bis kurz vor dem Ende massiv entzündet war. Deshalb auch keine OP möglich, bei kleinen betroffenen Darmstücken kann man die wegschneiden).
    Jetzt muss er täglich Medikamente nehmen. Obendrein hat er seit 4 wochen die Linse in einem Auge verrutscht weil die Haltefasern gerissen sind. Und die Linsen werden massiv trüber. Beides wahrscheinlich folge der Medikamente die er wegen dem Darm braucht. Pest oder Cholera. Er wird ziemlich sicher bald blind werden wenn er weiter die Tabletten nimmt, aber die Medikamente absetzen geht auch nicht sonst entzündet der Darm sich wieder. Er ist gerade 8 geworden. Für eine Katze also kein Alter.
    Trotzdem haben wir jetzt entschieden, solange es ihm gut geht vom Darm her und er unter der Seheinschränkung nicht leidet ok. Sollte der Darm nochmal so massiv reagieren oder wir merken das das schlechte Sehen oder irgendwann eben die Blindheit ihn zu sehr einschränken so das er drunter leidet werden wir natürlich versuchen ihm zu helfen. Aber wenn es nicht mehr geht dann werden wir ihn gehen lassen.
    Auch das ist eine Form von Verantwortung von uns gegenüber unseren Tieren. Erkennen wann der Punkt gekommen ist an dem man Abschied nehmen muss.

    Ihr Lieben, vielen Dank für die tröstenden Worte.
    Es schmerzt noch immer sehr und ich vermisse meinen alten Mann unendlich.
    ...
    Aber es muss weiter gehen. Es hilft, dass doch sehr, dass viele von euch meine Entscheidung verstehen .

    Liebe Grüße und lieben Dank

    • Ich verstehe dich auch. Es ist immer sehr schwer, den richtigen Zeitpunkt abzuwägen, wann es zur Qual wird und man ein Tier lieber erlösen sollte. Ich denke, Du hast den richtigen Zeitpunkt erkannt. Du kanntest deinen Kater und hast gespürt, dass es ihm nicht gut geht. Die Zweifel danach kenne ich leider auch. Aber dein Kater wird dir dankbar sein, dass er in dem Alter nicht noch irgendwelchen Behandlungen unterzogen worden ist. Du hast nach besten Wissen und Gewissen gehandelt. Ein Tier künstlich am Leben zu erhalten, ist nicht die richtige Lösung. Man sollte. Immer im Sinne des Tieres handeln. Und das hast Du gemacht.

      Mein Beileid für euren Verlust.

      Lg

Ich bin sicher du hast alles Richtig gemacht. Du hast doch schon getan was du konntest. du hast ihm Therapien angedeihen lassen und geholfen wo es ging. Ich hatte auch ne Katze die im Sterben lag und noch zu mir kam. Sie war bei meinem Mann auf dem Arm und wollte runter bei mir blieb sie. Und ich wußte auch das es nun Zeit ist sie gehen zu lassen. Noch bei der Tierärztin hielt ich sie im Arm und sie genoss es. Sie durfte gehen bevor das Leiden nur noch unerträglich war. Ist schon einige Jahre her. Und diese Katze hatte ich "nur" 4.5 Jahre, denn sie kam erst mit 11 Jahren oder so zu mir. Sie liebte es hier. Dieses Jahr musste ich 2 alte Katzen gehen lassen / 16 und fast 18) und es war besser. Ich weiß es ist schwer und man fragt sich... Aber hör auf dein Herz, glaubst du es ging ihm noch gut?

Ela

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