Probleme Hund Kleinkind

    • (1) 29.01.19 - 09:52

      Hallo zusammen, vielleicht kennt sich jemand aus und kann mich etwas bestärken.

      Meine sw mutter haben einen rehpinscher...völlig verwöhntes Vieh. Sitzt nur auf dem Schoß, nie auf dem boden. Wird ständig rumgetragen und total verhätschelt. Mir eigentlich total egal wenn hier nicht meine 14 Monate alte Tochter ins Spiel kommen würde.
      Oma und Opa sind nur auf den Hund fixiert. Wenn wir irgendwo sind ist der Hund auf dem Arm und meine Tochter muss auf dem boden sitzen (wenn ich sie nicht nehme aber sie will ja zur oma).
      Der Hund kann auch nicht runter gesetzt werden weil der dann 'Stress' hat....
      Nun ist es schon ein paar mal vorgekommen dass wenn der Hund auf dem Schoß sitzt und meine Tochter unten vorbei läuft der Hund mit offenem Maul und Zähnen nach meiner Tochter schnappt. Ich muss dazu sagen sie hat dem Hund noch nie etwas gemacht. Sie wächst bei uns mit Katzen auf und lernt entsprechend den Umgang mit Tieren.
      Meine sw mutter wollte mir zunächst weiß machen der Hund wollte nur ein küßchen geben.... dann kam die Erklärung das wäre normal...im Rudel verwarnt ein Hund so junghunde...
      Aber das geht doch nicht bei einem Menschen oder? Ich bin langsam echt außer mir und weiß mir nicht zu helfen....

      Für die ist das überhaupt nicht schlimm und ich rechne jedes mal damit dass der Hund zubeißen...

      Was denkt ihr? Sorry für den langen text

      • (2) 29.01.19 - 11:47

        Ich denke, Du solltest Abstand halten.

        Schon in Deinem Schrieb kommt soviel Frust und Aggression und Stress rüber, dass es für mich - völlig egal, was genau der Hund ursprünglich wollte/dachte - nur eine Frage der Zeit ist, bis es knallt.

        Ladet Schwiegermutter zu euch ein, im Haus herrscht Hundeverbot. Kommt sie nicht, hat sie ihre Wahl klar getroffen, dann ist es aber auch nicht schade drum. Besuche bei Ihnen würde ich vermeiden b.a.w. und bei Familienfeiern das Kind auf mich fixieren, wenn die Großeltern mit dem Hund zugange sind.

        Was das Verhalten des Hundes angeht: Ja, Hunde verwarnen mit "abschnappen" oder Zähnefletschen (auch wenn das beides schon weit oben auf der Eskalationsspirale ist)... ABER: ein souveräner (!) Hund hat einfach kein Thema damit, wenn andere Lebewesen an ihm vorbei laufen oder wenn sie sich den Schoss mit Familienmitgliedern teilen müssen - deshalb lasse ich das bei meinen beiden souveränen Hunden auch zu, dass sie so kommunizieren. Es passiert selten genug, dass sie - zumeist innerartlich so kommunizieren müssen und dann ist das auch okay, weil sie dabei sehr gut Maß halten.

        Ein unsicherer Hund ist genau das: In seiner Rolle nicht sicher und deshalb wird er gegen alles und jeden stänkern: Zuviel Verantwortung für viel zu wenig Hirn und Ego. Eine meiner Hündinnen ist so und eine Gasthündin - wenn die auch nur wagen wieder in solche "Weltherrschaftsfantasien" zu verfallen, dann verlieren sie alle Privilegien und verbringen auch mal 2h angebunden auf ihrem Platz, es geht dabei weniger um die Bestrafung als darum, ihnen klar zu machen, dass sie sich entspannen können, weil sie nichts entscheiden dürfen und müssen.

        Ich könnte Dir jetzt diverse Links, Bücher etc.pp. zu innerartlicher Kommunikation von Hunden geben, so dass Du das Verhalten des Hundes besser deuten und lenken kannst, aber das nützt nix, wenn Deine Schwiegermutter das Verhalten des Hundes nicht gewillt ist einzuschränken oder daran zu arbeiten, dass sich der Hund letztlich besser und entspannter fühlt.
        Es ist ja nichts falsch an einem Hund auf Schoss oder Couch, solange damit beide - Mensch und Hund - damit umgehen können.

        Thema Hund verwarnt Kind: Ein gut erzogener und geprägter Hund trifft auf ein unerzogenes Kind, was ihm weh tut, seine Distanz nicht wahrt etc.pp.
        Der Hund würde zunächst Augenkontakt mit mir suchen, nach dem Motto "tu das Kind weg, Frauchen", als nächstes würde er versuchen zu gehen und wenn das nicht geht, würde er wohl brummen oder knurren (erst mit Augenkontakt zu mir (tu was!) oder anderen Erwachsenen, dann zu dem Kind), dann käme das Lefzen hochziehen, also Zähne zeigen und dann am Ende auch ein Abschnappen, dabei sollte aber auch einer zarten Kinderhaut ausser einem Kratzer nichts passieren.

        Prinzipiell kann man von keinem Lebewesen erwarten, dass es brav sitzen bleibt, wenn man ihm Schmerzen zufügt, aber Du siehst, wie in einer solch fiesen Situation eine recht normale Eskalationsstrategie des Hundes wäre.

        • Du hast völlig recht.

          Problem: sie kann nichtmal ohne den Hund kommen weil der Hund ja nichtmal 1 Stunde allein bleiben kann

          • (4) 29.01.19 - 14:40

            Wenn ihr während der einen Stunde sowieso nur mit dem Hund beschäftigt seid, kann sie auch weg bleiben.
            Sie kann den Hund an eine Plastikbox trainieren und ihn so im Auto lassen. Manchmal ist es nicht eine Frage des Könnens sondern des Wollens.

      (6) 29.01.19 - 12:03

      Hallo,

      oh je. Dann fang ich mal an. Ihr solltet dringend einen Hundetrainer hinzuziehen denn die Probleme werden nicht besser. Aus Sicht des Pinschers weiss nicht ob du weisst dass der Dobermann der große Bruder ist macht er nichts verkehrt. Lies dir mal das Profil vom Zwerginscher durch. Er hat nur ein oder zwei Bezugspersonen. Denen ist er absolut treu. Und wenn ihm etwas nicht passt kann er auch mal schnappen. Er braucht konsequente Erziehung. Er ist kein Schosshund er braucht geistige wie körperliche Betätigung.

      Weiss nicht ob ich es richtig erklärt habe vielleicht sind Zwergpinscherbesitzer hier die berichten können oder das genaue Gegenteil berichten.

      • (7) 29.01.19 - 13:46

        Danke für eure Antworten. Zumindest hab ich jetzt das Gefühl richtig zu handeln und nicht zu übertreiben oder sowas.

        Ganz schwierige Situation gerade. Mir wäre auch am liebsten der Hund wäre einfach die 2 h woanders (anderes zimmer). Aber das kennt der Hund nicht und macht das nicht mit.

        Ich weiß dass es hier wirklich an der Erziehung liegt. Deutliche Worte sind gefallen aber tatsächlich schnallt es meine Schwiegermutter nicht.

    Der Hund verwarnt Junghunde so, ja. Aber deine Tochter ist kein Junghund. Der Hund sieht sich über deiner Tochter (ist er ja auch wenn sie unten sitzt und er getragen wird).
    Obendrein wird er eifersüchtig sein.
    Da wird dir nur helfen deiner Schwiegermutter sehr deutlich zu sagen das der Hund das lernen muss (er muss das Kind nicht lieben, aber er muss es akzeptieren. Dazu braucht er klare Grenzen von deinen Schwiegereltern und wenn er zeigt das er das Kind nicht mag dann muss man die 2 eben trennen, sprich im normalfall sollte der Hund dann in ein anderes Zimmer wenn ihr da seid). Sonst wird dir nur bleiben selber immer dabei zu sein und auf zu passen. Denn auch wenn es nur ein kleiner Rehpinscher ist, beißen kann der auch.

    • (9) 29.01.19 - 13:06

      Da muss ich Dir zumindest tlw. widersprechen. Hunde verwarnen Junghunde so, ja. Aber sie verwarnen auch jeden anderen so. Althunde, erwachsene Hunde, Menschen, Katzen, Eichhörnchen. Es ist ganz normaler Teil der Kommunikation, unabhängig vom Gegenüber. Ein Pferd scheut ja auch vor Menschen genauso wie vor Bäumen und eine Katze faucht in Gefahrensituationen auch, egal was die Gefahr ausgelöst hat.

      Und für den Hund ist es erstmal wurscht, ob der Hund ihm gegenüber jung ist oder alt, er bildet ja auch kein Rudel mit ihm. Es geht in einer Konfliktsituation erstmal darum, wer von beiden ist gefühlt der souveränere. Ein ruhiger entspannter Junghund wird nicht von anderen gut sozialisierten Hunden "verwarnt", ein alter debiler Senior, der mit 13 wieder versucht aufzureiten, hingegen schon.
      Ein 12kg Hund verhält sich instinktiv doch sehr unterwürfig, wenn er von einem 40kg Hund gemassregelt wird und wenn ein Hund mit eingeklemmter Rute angeschlichen kommt, dann ist der ein einfaches Opfer, auch für Junghunde.


      Man kann dann mit erfahrenem Auge dann noch sehen, ob der Hund Angst/Unsicherheit verspürt oder aggressiv ist und man sieht mit erfahrenem Auge auch, wie fein der Hund kommuniziert, also ob er direkt von null auf hundert geht oder eben erst 15 Eskalationsstufen zwischen schiebt.
      Je öfter die halt übersehen oder unterdrückt werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass er halt immer massiver reagiert.

      Und dann geht es wieder zur Situation der TE. Wenn die Besitzer für nur 5ct Hundeverstand hätten, würden sie einfach nicht zulassen, dass der Hund irgendwen verwarnt, der es nur wagt in seinen Bannkreis zu kommen, der Hund hätte dann sehr schnell verstanden, dass das einfach nicht sein Job ist, so aber löst das meist eine sehr unschöne Gewaltspirale aus. Der Hund verwarnt, die Besitzer bestärken das und das doofe Kind (aus Hundesicht!) kommt doch immer wieder angelaufen... der Hund verwarnt stärker, die Besitzer zeigen wohlwollen, das Kind kommt wieder angelaufen... naja, das Ende geht idR. nicht gut aus.
      Also jetzt selten letal bei einem Hund dieser Größe, aber eine getackerte Nase ist auch schon schlimm genug für Kind und Eltern. Außerdem ist ein Hund, der gelernt hat, dass Beissen zum Erfolg führt, nicht unbedingt leichter für seine Besitzer zu handeln.

Hallo,

ich denke, dass es in dieser Konstellation früher oder später dazu kommt, dass der Hund deine Tochter tackert.

Ich bin ein großer Hundefan (hab ja auch drei), aber würden meine Schwiegereltern das vermeintliche "Wohl" ihres verzogenen Hundes über das meines kleinen Kindes stellen, würde ich ganz klar Stellung beziehen. Der Hund wird vom Kind so lange ferngehalten, bis er seine Besitzer ihn dahingehend disziplinieren, dass er dem Kind nicht mehr gefährlich werden kann. Wenn das in letzter Konsequenz dazu führt, dass ihr euch nicht mehr seht. Schade, aber das verursachen sie eindeutig durch ihr Handling des Hundes. Durch die "Nichterziehung" des Hundes durch deine Schwiegereltern und das ständige Auf-dem-Schoß-Haben wird der Hund dein Kind als Eindringling sehen, dass es zu vertreiben gilt. Und deine Schwiegereltern bestärken ihn unbewusst, in dem sie ihn nicht in seine Schranken weisen. Eigentlich ein völlig unverantwortliches Verhalten deinem Kind, in letzter Konsequenz aber auch dem Hund gegenüber.

Nein, du reagierst nicht über.
Sei aber bitte nicht sauer auf den Hund, sondern auf deine Schwiegereltern, die den Hund vermutlich bis zum geht-nicht-mehr vermenschlichen.

Alles Gute


Nici

Ich würde nicht mehr hin fahren, sondern die Schwiegereltern nur noch zu euch einladen, ohne Hund natürlich. Wenn sie das nicht wollen, weil ihnen letztlich der Hund wichtiger ist als das Enkelkind...Pech gehabt! Gemeinsame Unternehmungen auch nur noch ohne Hund!
Ich würde mir den Stress mit dem unerzogenen Vieh und der uneinsichtigen Schwiegermutter nicht antun!

Was sagt eigentlich dein Mann dazu?

  • Also wie gesagt, der Hund kann nichtmal 10 Minuten allein bleiben... von daher sind besuche oder Unternehmungen ohne Hund nicht möglich momentan.

    Die Bereitschaft mit dem Hund zu trainieren seh ich nicht unbedingt.

    Mein Mann sieht das wie ich und steht auch dahinter. Es fanden ja schon mehrere Gespräche statt. Nur sind es natürlich trotzdem seine Eltern und man möchte ja eigentlich die Großeltern nicht vom Enkel abhalten. Es ist einfach eine schwierige Situation.

    Wenn die nicht willens sind, Zugeständnisse in welcher Form auch immer zu machen, was den Hund betrifft, können sie ihren Enkel halt weniger bis gar nicht mehr sehen. Pech gehabt, sag ich nur.

    Und euer Lütti braucht eh keine Großeltern, denen das wohl ihres Hundes wichtiger ist als das des Enkelkindes.

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