Arthrose Hund

    • (1) 22.03.19 - 11:56

      Hallo,
      ich brauche mal ein paar außenstehende Meinungen und ich hoffe, dass ich dadurch vielleicht ein bisschen klarer sehen kann. Ich habe zwei Labradore aus der Arbeitslinie. Eine dreijährige Hündin und einen Opi von 11 Jahren, der schon leider das ein oder andere an Krankheit durch hat.
      Er wurde bereits zwei Mal operiert, da er bösartige Tumore im Brustbereich hatte. Bisher haben wir auf diesem Gebiet Ruhe. Er bekommt Herztabletten aufgrund Wasseransammlungen in der Lunge, da die eine Herzklappe nicht mehr ausreichend schließt. Einen Bandscheibenvorfall hat er auch schon gehabt und im Moment hat er sehr stark mit Arthrose zu kämpfen. Wir behandeln ihn natürlich darauf und versuchen ihm natürlich das Leben zu erleichtern. Leider hat er hinten durch die Fehlbelastung kaum noch Muskelatur und geht sehr sehr steif. Wenn es seht schimm ist, dann knickt ihm auch mal die Hüfte weg. Ich weiß nicht, wie oft wir bereits Hüfte und Knie behandelt haben. Auf jeden Fall waren es etliche Male. Bei einem Schub bekommt er Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Hyaluronsäure und der Tierarzt hat auch schon ein paar Mal Anabolika gespritzt, damit sich die Muskelatur aufbaut. Mittlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, wo gefühlt, nichts mehr bringt.
      Nun dürft ihr euch aber nicht vorstellen, dass der Hund quasi vor sich hinvegetiert und nicht mehr läuft. Er kommt trotzdem auf jeder Gassirunde mit und macht im Prinzip das, was man von ihm erwartet. Aber er läuft halt nicht gut und hat sicher auch Schmerzen. Das fällt zum Beispiel beim Abputzen auf, wenn man seine Beine berühren möchte oder er auf einem Bein nicht stehen kann.
      Er ist einfach ein sehr introvertierter Hund und zeigt seine Gefühle wenig. Es sind nur so die kleinen Abzeichen, dass er steif läuft, fast nur noch im Schritt geht, viel hechelt, selbst wenn es kalt ist, er seine Ohren beim Laufen zurück klappt und seinen Kopf etwas gesenkt hält. Aber trotzdem macht er noch alles mit. Und wenn ein Hase vor ihm m aufspringt, dann würde er auch ein paar Meter hinter her laufen.
      Nun meine Frage, wie weit geht man hier mit?? Ich denke mir immer, ich kann diesen Hund doch nicht einschläfern, weil er noch so viel Lebenswille hat. Auf der anderen Seite, war er selbst heute nacht nur am Hecheln und da frage ich mich, ob er so starke Schmerzen hat..... Wie handelt man in dieser Situation richtig????

      • (2) 22.03.19 - 13:19

        Hi,

        was richtig ist, kannst nur du beurteilen, aber mir kommen spontan folgende Fragen:

        - bekommt er dauerhaft Medikamente gegen die Schmerzen?
        - warst du schon mal bei einem Tierphysiotherapeuten?
        - bekommt er dauerhaft irgend etwas zur Unterstützung bei Arthrose (z.B. Collagile Dog, Previcox, Grünlippenmuschelextrakt etc.)?
        - macht ihr Gymnastik oder Massagen?

        Dein Hund zeigt alle Anzeichen von Dauerschmerz. Und natürlich wird er immer mit spazieren gehen etc, solange er nur irgendwie kann. Er will dir ja auch gefallen.

        Wäre es mein Hund und ich könnte alle meine Fragen mit ja beantworten, dann würde ich es mit einer Erhöhung der Schmerzmedikamente versuchen und mir jeden Tag notieren, wie es ihm geht. Überwiegen die guten Tage - super, überwiegen die schlechten Tage, dann würde ich nach Rücksprache mit meiner Physio und dem Tierarzt den letzten Schritt gehen (für die Beurteilung würde ich mir einen Zeitrahmen setzen - z.B. 4 Monate).

        LG
        Kim

        • (3) 22.03.19 - 14:30

          Vielen Dank für deine ausführliche und wirklich hilfreiche Antwort.
          Schmerzmittel bekommt er nach Bedarf. Wenn er einen Schub hat, dann bin ich quasi jedem Tag beim Tierarzt und er bekommt seine Spritzen. Ich werde aber ansprechend ob man ihm täglich etwas in Tablettenform geben kann.
          Ich war mit ihm auch schon beim Tierostheopathen. Heilpraktiker haben wir auch durch und er bekommt dauerhaft etwas zur Unterstützung.
          Mit dem Tierarzt habe ich letzte Woche auch mal ganz offen gesprochen. Und er meinte zu mir, dass seine Hüften einfach Scheiße sind. Er hat halt einfach auch eine Fehlstellung. Vermutlich durch die Schmerzen. Im Prinzip geht das ja die schon die letzten anderthalb Jahre so. Ich habe im Sommer 4000 € Tierarztrechnung bezahlt. Mittlerweile bin ich nur an dem Punkt, wo ich das Gefühl habe, die Medikamente bringen einfach nicht mehr die erhoffte Wirkung. Und auch der Tierarzt meinte, das er hier einfach nicht mehr zaubern kann.
          Eigentlich haben wir lwtzte Woche besprochen, dass es der letzte Versuch ist, ihn wieder fit zu spritzen.
          Aber es hat sich einfach nicht viel getan.
          Und wie gesagt, ich denke er hat Schmerzen.
          Aber er nimmt halt noch total aktiv am Leben teil. Wenn ich in der Küche am rödeln bin, dann kommt er auch von sich aus an. Oder er steht auf und kommt einem schwanzwedelnd entgegen, wenn man nach Hause kommt.
          Und da frage ich mich halt, oder viel mehr denke ich mir, dass man doch nicht in dem Zustand einen Hund einschläfern kann...

          • (4) 22.03.19 - 16:01

            Hi,

            ein Ostheopath bearbeitet "nur" Blockaden der Gelenke, etc. Rückt also alles gerade.

            Ein Physiotherapeuth behandelt Verspannungen, zeigt schmerzlindernde Bewegungen / Übungen etc. Hilft beim Muskelaufbau (im Rahmen des Möglichen) und vieles mehr.

            Meine Hündin mit schwerer HD beidseits (Diagnose mit 2 Jahren - sie ist jetzt 8), dazu Arthrosen durch Fehlstellungen und Bindegewebsschwäche an allen 4 Beinen ist alleine dadurch, dass wir zur Physiotherapie gehen, Zuhause Übungen machen und natürlich viel laufen (sie ist ja noch jünger) seit 5,5 Jahren schmerzfrei ohne Medikamente.

            Wäre ich an deiner Stelle würde ich dauerhaft Medikamente geben gegen die Schmerzen, damit der Hund wieder Lebensqualität hat. Da ich selbst durch Arthrose Dauerschmerzen habe, weiß ich, wie sehr diese leiden kann.

            Ich bin überzeugt, dass du nicht mehr an Einschläfern denkst, wenn Dein Hund dank Medis wieder besser laufen kann. Ich glaube nämlich nachdem was du schreibst, dass seine Zeit eigentlich noch nicht da ist, aber die Schmerzen ihn sehr belasten.

      (5) 22.03.19 - 15:25

      Hallo!

      Am wichtigsten ist eine gute Abdeckung mit Schmerzmitteln - mittlerweile nicht mehr nur im Akutfall, sondern immer. Und im Akutfall dann noch mehr.

      Arthrose tut ab einem gewissen Punkt immer weh und an manchen Tagen dann eben noch mehr (feuchtes Wetter etwa, kälte...) auch ein Hundemantel könnte ihm gut tun, dann kühlt das weniger aus. Mit meiner Arthrose in den Händen trage ich bis Plus 10 Grad Wollhandschuhe.

      Helfen könnte noch Physiotherapie, aber eben behutsam.

      Auf keinen Fall am Schmerzmittel sparen, auch wenn das auf die Dauer auf die Leber geht - lieber schmerzfreie Monate als Jahre voller Schmerzen.

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