Hund beißt anderen Hund

    • (1) 07.04.19 - 21:04

      Unser Border Colli verträgt sich nicht mit einem Hund aus der Nachbarschaft, der kleiner, aber älter ist als er. Als dieser gestern an unserem Grundstück vorbei ging, ist unserer ausgebückst und hat den anderen Hund gebissen (der war angeleint, unserer nicht). Wir sind alle total schockiert und wissen jetzt gar nicht, was wir machen sollen. So böse habe ich unseren Hund noch nie erlebt. Die Besitzer des anderen Hundes verlangen auch, dass wir Konsequenzen ziehen, abgesehen von den Tierarztkosten, die wir selbstverständlich übernehmen. Wie soll es jetzt mit unserem Hund weitergehen?

      • (2) 07.04.19 - 21:26

        Hallo,

        das ist natürlich erstmal ein Schock.

        Aber ganz ehrlich - was für Konsequenzen erwartet der Besitzer des anderen Hundes denn? Dass Ihr (oder Eure Versicherung) die Tierarztkosten übernehmt, ist ja selbstverständlich, wie Du schon selbst sagst.

        Dass Ihr Euren Hund entsprechend sichert (geschlossenes Tor, angeleint...), dass so etwas nicht noch mal passiert, sollte ebenfalls selbstverständlich sein.

        Ich persönlich würde darüber hinaus versuchen, den anderen Hund positiv zu verknüpfen. "Schön clickern" wäre da meine Methode der Wahl. So haben wir bei unserem Hund eine heftige Leinenaggression in den Griff bekommen.

        Je nachdem, wie kooperativ der Besitzer des anderen Hundes ist, könnte man auch gemeinsam trainieren - angefangen bei: Ihr geht (die Individualdistanz der Hunde beachtend) aneinander vorbei, bis Ihr irgendwann bei gemeinsam nebeneinander hergehen seid. Auch das würde ich persönlich alles über´s Clickern aufbauen.

        Trotzdem würde ich auch definitiv Management in die Richtung betreiben, dass es quasi ausgeschlossen ist, dass eine Situation wie gestern noch mal zustande kommt. Und wenn es nicht möglich ist, zu garantieren, dass Euer Hund vom Grundstück kommt, dann solltet Ihr ernsthaft über ein Maulkorbtraining und das Tragen eines Maulkorbs nachdenken.

        Viele Grüße, Alex

        • (3) 08.04.19 - 00:10

          Danke für deine Antwort!
          Ein gemeinsames Miteinander bezüglich der Hunde wird es nach diesem Vorfall nicht geben. Das wurde uns bereits mehr als deutlich vermittelt.

          Liebe Grüße
          Liz

      (4) 07.04.19 - 22:40

      Hallo,

      eigentlich hast du schon wirklich eine super Antwort bekommen. Und ich gehe davon aus, dass du alles menschenmögliche tun wirst dass dies sich nicht wiederholt.

      Ich persönlich würde einen guten Trainer hinzuziehen der eine Annäherung begleitet. Ansonsten bleibt dir nur die Möglichkeit das Grundstück gesichert zu halten, dass ein Ausbüchsen nicht mehr möglich ist.

      Gab es einen Auslöser? Dass die Beiden sich nicht mögen oder geht dies nur von eurem aus? Hunde haben ja eine eigene Komunikation die oft uns Menschen verborgen bleibt wenn man sich nicht auskennt oder ganz genau hinschaut.

      lg shalom

      Lg shalom

      • (5) 08.04.19 - 00:04

        Ja, es gab einen Auslöser dafür. Der ging vom anderen Hund aus, als unserer ganz neu bei uns war. Das spielt aber jetzt keine Rolle, vor allem nicht für die Nachbarn, da ihr Hund der Verletzte ist.

        • >>Ja, es gab einen Auslöser dafür. Der ging vom anderen Hund aus, als unserer ganz neu bei uns war. <<

          ich finde schon, dass das eine Rolle spielt. Allein um zu verstehen, warum euer Hund aus getickt ist.
          Um vor zu beugen. Was ist, wenn ein anderer Hund sich ähnlich verhält wie dieser andere Hund und euer Hund deswegen wieder aus tickt, weil ihr nicht an gemessen reagiert?

    (7) 08.04.19 - 00:12

    Es wurde auch in Erwägung gezogen, dass unser Hund ganz weg muss.

    • Von wem wurde das in Erwägung gezogen? Wie schlimm ist der andere verletzt? Ist das der erste Vorfall?

      Also ich würde an eurer Stelle natürlich die Kosten übernehmen, mich entschuldigen und selbstverständlich das Grundstück so sichern dass in Zukunft so etwas nicht mehr passieren kann.

      Wie ist es denn wenn die beiden sich draußen begegnen? Ist euer Hund dann noch abrufbar? Ist das der einzige Hund auf den er aggressiv reagiert?

      Was arbeitet denn euer Border Collie?

Ach du meine Güte, wenn ich wg. jedem Hund, den unsere damalige Hündin nicht mochte, einen Hundetrainer hinzugezogen hätte, wären wir arm geworden :-p

Ihr übernehmt die Tierarztkosten und seht zu, dass euer Hund euer Grundstück nicht mehr verlassen kann. Geht euch einfach aus dem Weg.
Mehr wäre in meinen Augen nicht zu tun. Zumal die andere Halterin ja an keiner Zusammenarbeit interessiert ist, wie du sagtest.

(12) 08.04.19 - 10:51

Hi,

so schlimm es ist: sowas passiert leider. Hunde sind auch nur Menschen, die nicht jeden mögen.

Ihr übernehmt die Tierarztkosten bzw. meldet den Vorfall der Versicherung, überprüft euer Grundstück (wie, wo und warum konnte euer Border Collie raus?) und sorgt für Abhilfe, damit das nicht mehr passiert.

Mehr Konsequenzen sind nicht nötig. Vielleicht, damit ihr euch sicherer fühlt, Maulkorbtraining machen. Wobei das, wenn es nur diesen einen Hund betrifft, für mich nicht nötig ist.

Mehr geht einfach nicht. Und ganz ehrlich: ich würde für meinen Hund auch kein Risiko mit gemeinsamem Training eingehen, weil ich euch lieber meiden würde. Den Stress muss man sich und den Hunden einfach nicht antun.

Gruß
Kim

  • (13) 08.04.19 - 23:17

    Danke für eure Antworten!

    Wir sichern das Grundstück ab, gehen uns aus dem Weg (heute erste Begegnung seit dem Vorfall ) und achten auf die Leine bei unserem. Eine Hunde Trainerin haben wir auch schon kontaktiert . Jetzt müssen wir zusehen, dass es friedlich weiter geht und uns immer noch von dem Schock erholen.

    Liebe Grüße
    Liz

    • (14) 09.04.19 - 09:40

      Hi,

      bitte achtet beim Training unbedingt darauf, dass positiv mit eurem Hund gearbeitet wird! Leinenruck, Würgehalsband, Wurfscheiben, Wasserflasche etc sind aversive Methoden, die leider immer noch gerne angewendet werden, aber den anderen Hund ganz sicher nicht positiver auf euren wirken lassen - im Gegenteil. Er wird ihn dann noch viel mehr mit Schmerz / Unwohlsein verbinden als bisher schon.

      Ich habe es mit meiner (zugegeben verfressenen) Hündin geschafft, die meisten Hunde mit Leckerli schön zu füttern. Selbst im Dunkeln kann ich jetzt ohne Getöse an anderen Hunden mit etwas Abstand vorbei gehen. Davor wusste immer die ganze Nachbarschaft, wenn uns wieder ein Hund begegnet ist...

      Und da du sagst, euer Border arbeitet nicht, wäre es wünschenswert, wenn ihr euch Gedanken zur geistigen Auslastung macht. Das muss gar nicht viel sein oder Hundesport oder so (bin kein Freund von agi - das dreht die meisten BC einfach zu hoch) - es reicht z.B. schon, wenn ihr Tricks Zuhause übt, ruhige Suchspiele macht (Leckerli im Garten verstecken, Schüffelteppich / Schnüffelkiste, Intelligenzspiele) oder sowas. Es reichen schon 15 -20 min über den Tag verteilt für geistige Auslastung. Ein Hund, der geistig und körperlich ausgelastet ist (aber nicht überfordert / überdreht!) kommt weniger auf dumme Gedanken.

      LG
      kim

      • 100%ige Zustimmung und toller Beitrag! Vor allem das mit der Art des Trainings. Ich musste 10 Hundeschulen kontaktieren, bis ich EINE gefunden habe, die komplett gewaltfrei und mit positiver Verstärkung mit Markerwort oder Klicker arbeitet. Alles andere geht für mich gar nicht.

        Was ich als geistige Auslastung empfehlen kann, ist longieren. Da sind die Hunde nach 15 bis 20 Minuten echt platt, haben geistig und körperlich gearbeitet und es stärkt die Bindung zum Menschen. Macht mir und vor allem meinem Hund riesen Spaß.

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