Listenhund abgeben? Überforderung.

    • (1) 06.08.19 - 10:33
      Coloradi

      Hallo Ihr Lieben,

      bitte steinigt mich nicht direkt, meine Nerven liegen momentan komplett blank.
      Ich bin aktuell in der 33.ssw und habe vor zwei Wochen die Diagnose Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium bekommen. Zusätzlich zu meiner Angst vor der Geburt und allem was noch kommt, ein richtiger Brocken.
      Mein Mann und ich müssen aus finanziellen Gründen unser Eigenheim verkaufen und wohin es dann zum Jahreswechsel geht, wissen wir noch nicht(ich komme aus NRW und er aus Niedersachsen).
      Nun ist es so, wir haben zwei Hunde, einen Mops und einen American Bully(Listenhund) . Den Mops habe ich schon in die Beziehung mitgebracht, total lieber Hund und sehr umgänglich. Den Bully hat sich mein Mann gewünscht, als Aufpasser für zuhause. Ich war von Anfang nicht angetan davon, habe mich aber breitschlagen lassen. Er wurde aber nie gedrillt oder sowas, er ist an sich ein lieber Hund. Allerdings fühle ich mich mittlerweile mit ihm komplett überfordert und stehe auch dazu, er wiegt knappe 30kg und ist einfach nicht zu bremsen. Dazu kommt, daß er den ganzen Tag heult, sobald mein Mann das Haus verlässt. Ich spiele mit ihm so gut es geht, trainiere und mache Suchaufgaben und kuschel auch, gebe mir echt Mühe. Er ist also ausgelastet, das merkt man auch. Allerdings hört er null auf mich und das wird immer schlimmer, geht nicht ins Körbchen und solche spässe - wenn mein Mann dabei ist, geht aber alles. Vor einigen Tagen dann der Supergau, er hat sich im Mops verbissen völlig grundlos(Revierverhalten obwohl selbes Rudel) und mit viel Glück muss der heut nicht noch operiert werden. Meine Nerven liegen komplett blank. Vor allem im Hinblick auf unser Würmchen, unseren zweiten Hund und den anstehenden Umzug sowie die Krebsdiagnose. Mit meinem Mann gesprochen, er will den Hund partout nicht abgeben, ich soll mir mehr Mühe geben und dann wird das schon. Er würde selbst ja auch mit dem bully trainieren. Was mich extrem auf die Palme bringt, da ich den ganzen Tag alleine mit den Hunden bin und dann auch noch mit baby. Ich habe einfach keine Nerven mehr. Rein interessehalber hab ich den Züchter kontaktiert, die würden den Hund problemlos zurücknehmen. Heute musste mein Mann den bully schon mitnehmen zur Arbeit, weil ich mittlerweile von dem ständigen geheule Herzrasen vor lauter Stress bekomme.
      Bitte sagt mir doch mal, was Ihr machen würdet und ob ich gnadenlos übertreibe. Ich könnt mittlerweile jeden Tag heulen.

      • Wenn deinem Mann der Hund wichtig ist als du in deiner Situation, dann würde ich ganz klar entscheiden und diesen Haushalt verlassen, mit dem Neugeborenen wo anders wohnen mit der Option auf eine gemeinsame Zukunft, wenn die Hunde abgegeben werden.

        Ihr könnt sicher über eine Züchter oder Verband ein gutes neues Zuhause finden.

        So wie es klingt, könnte der Bully eifersüchtig auf das Baby werden - nie im Leben würde ich einen solchen unausgelasteten aufwendigen Hund im Haushalt behalten

        • Da schließe ich mich, wenn auch als absoluter Hundeliebhaber, an!
          Irgendwann ist genug und der Mann setzt die Prioritäten absolut falsch! Der Hund könnte sich immer wieder in jemanden verbeißen wenn es schon mal vorgekommen ist.
          Und zu sagen sie solle sich mehr Mühe geben finde ich obendrein auch noch verdammt frech.

      Hallo,

      zunächst einmal fühl dich gedrückt.

      Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, in der Gesamtsituation ist die Abgabe eines Hundes (und dann auch noch über den Weg zurück zum Züchter) in meinen Augen völlig legitim.

      Natürlich könnte man an vielen Punkten ansetzen (Wie alt ist der Hund, Hundetrainer etc...) Aber dazu braucht man Zeit und Muße und die hast du verständlicherweise im Moment nicht.

      Problem ist dein Mann. Da müsst ihr einen Kompromiß finden - sonst scheitert eure Beziehung an einem Hund. Das wäre ja auch blöd.

      Ich wünsch dir alles gute und dass dein Mann Einsicht hat.

      LG

      P.S.: es ist vollkommen egal, ob es sich um einen Listenhund handelt...

    • Hallo,
      Wenn er grundlos euren anderen Hund beißt wird er auch vor dem Baby nicht halt machen. Man hat schon viel zu viele schlimme Geschichten gehört. Der Hund muss weg!

      • Nein, tut er nicht. Hunde die innerartlich beißen, beißen noch lange keine Menschen. Und Hunde die mit Beschädigungsabsicht Menschen beißen, können anderen Hunden gegenüber hochsozial sein.

        Es ist ein absolutes Klischee und nicht zutreffend und gefährlich noch dazu, denn nur weil andere Hunde einen Hund piesacken dürfen, kann man nicht davon ausgehen, dass sich dieser Hund nicht im nächsten Hosenbein oder Kinderhand verbeißt.

        • Der Hund hört aber auch nicht auf die TE und macht was er will!

          (8) 06.08.19 - 21:26

          Kannst du das garantieren? Mit Sicherheit nicht. Kein Mensch kann dafür seine Hand ins Feuer halten.

          • Geile Argumentationskette. Ungefähr so:

            "Du wirst morgen vom Auto überfahren, weil du Skorpion bist."
            "Das ist Quatsch, da gibt es keinen Zusammenhang. Sie wird doch nicht vom Auto überfahren nur weil sie Skorpion ist."
            "Kannst du das garantieren? Mit Sicherheit nicht. Kein Mensch kann dafür seine Hand ins Feuer halten."

            Es gibt keinen Zusammenhang. Ein Hund kann zu Menschen nett sein und zu Hunden doof, umgekehrt, beides oder keins von beidem.

            Genauso wie ein Mensch vom Auto überfahren werden kann, Skorpion sein kann, beides oder keins von beidem.

            Niemand kann für künftige Vorfälle die Hand ins Feuer halten. Außer dir natürlich. Du kannst vom einen auf das andere schließen.

            • (10) 07.08.19 - 22:54

              Sorry aber deine Argumentation verstehe ich nicht. Man kann definitiv nicht ausschließen, dass ein Hund einen Menschen beißt. Nichts anderes habe ich gesagt. Hunde sind eben wie Menschen Lebewesen. Sie können noch so gut erzogen sein und trotzdem Fehler machen.

              • (11) 08.08.19 - 09:20

                >> . Man kann definitiv nicht ausschließen, dass ein Hund einen Menschen beißt. Nichts anderes habe ich gesagt. <<

                Falsch. Du hast gesagt, dass der Hund das Baby beissen wird.
                Nicht, dass er es irgendwann beissen könnte. Denn das könnte jeder Hund irgendwann tun.
                Und nochmal, es gibt keinerlei Kausalzusammenhang zwischen innerartlicher Aggression und Aggression gegen Menschen. Durch den Beissvorfall mit dem Hund ist es also weder wahrscheinlicher noch unwahrscheinlicher geworden, dass das Baby von ihm gebissen wird - und es ist immer noch genauso wahrscheinlich, dass der Mops das Baby beisst.

                • (12) 09.08.19 - 00:08

                  Wo habe ich denn geschrieben, dass der Hund beißen wird? Ich habe nur geschrieben, dass man nicht garantieren kann, er würde Menschen nicht beißen...

        (13) 07.08.19 - 12:45

        Da gebe ich dir recht, unser riese hat schon so manche Hunde bis fast zum Tode gebissen aber noch nie einen Menschen...ausser einmal als die ex meines Mannes angegriffen wurde.

        Und er lässt sich schon seit sehr vielen Jahren von Kleinkindern beissen, kneiffen und weh tun und noch nie auch nur böse angeschaut.

        Aber das ist eine absolute Ausnahme! Das sollte mal klar gestellt werden.

        Ausserdem hatte er auch Ausbildungen ohne ende genossen...wie schutzhund und co.

        Ich würde niemals einem anderen Hund meine Babys anvertrauen, egal wie lieb dieser ist.

        Jetzt lassen wir nicht mal mehr diesen Hund an die Kinder ran, da er sehr krank ist und evtl da aus schmerz oder sowas beissen könnte.

        Für einen Hund kann man nie die Hand ins Feuer legen.

        (14) 07.08.19 - 12:45

        Da gebe ich dir recht, unser riese hat schon so manche Hunde bis fast zum Tode gebissen aber noch nie einen Menschen...ausser einmal als die ex meines Mannes angegriffen wurde.

        Und er lässt sich schon seit sehr vielen Jahren von Kleinkindern beissen, kneiffen und weh tun und noch nie auch nur böse angeschaut.

        Aber das ist eine absolute Ausnahme! Das sollte mal klar gestellt werden.

        Ausserdem hatte er auch Ausbildungen ohne ende genossen...wie schutzhund und co.

        Ich würde niemals einem anderen Hund meine Babys anvertrauen, egal wie lieb dieser ist.

        Jetzt lassen wir nicht mal mehr diesen Hund an die Kinder ran, da er sehr krank ist und evtl da aus schmerz oder sowas beissen könnte.

        Für einen Hund kann man nie die Hand ins Feuer legen.

(15) 06.08.19 - 11:32

Erstmal wünsche ich dir, dass du deine Krankheit besiegst und die Geburt gut über die Bühne geht.
Allein das steht jetzt im Vordergrund.

Von daher kann ich deinen Mann absolut nicht verstehen, dass er sich einen Hund anschafft um den du dich quasi kümmern sollst.
Wenn der Mops gerade noch einer OP davon gekommen ist, gehe ich davon aus, dass es schon ein kräftiger Biss war.
Ich mag Hunde sehr, aber niemals würde ich mich mit Baby und einem Hund, der schon mal zugebissen hat, wohlfühlen.

Also ich finde nicht, dass du übertreibst.
Sollst du dir dann auch noch mehr Mühe geben, wenn er sich in eurem Kind verbeißt?

(16) 06.08.19 - 11:42

Hallo!!!

Das tut mir sooo wahnsinnig leid für dich!!!🌼🌸🌺

Wir haben selber einen Hund, daher kannst du dich darauf verlassen, dass ich folgendes nicht leichtfertig sage: Der Hund muss weg!!!dein Kind wird auch zum Rudel gehören, und dem Hund sein Revier ganz schön streitig machen...das kann nicht gut gehen!!!

Du solltest dich jetzt auf dich, die Diagnose und dein Kind konzentrieren dürfen...das Dir das wahnsinnige Angst machen muss ist klar. Einen potenziell bissigen Hund, kannst du da nicht gebrauchen! Ich würde auch den ganzen Tag heulen, wäre ich in deiner Situation...du und dein Kind haben jetzt Priorität, wenn dein Partner das nicht einsieht, musst du leider noch stärker sein, mit allen Konsequenzen!!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!!!

(17) 06.08.19 - 12:37

Hallo,
also erstmal tut mir Deine Geschichte sehr leid. Ich drücke Dir alle Daumen, dass der Krebs nach der Geburt geheilt werden kann.

Nun zu Deinem Problem.
Ob es sich hier um einen Listenhund handelt, oder nicht, ist ja völlig egal. Ich weiß nicht genau, wie stark die Beisserei war, aber kleinere Streitigkeiten im Rudel sind nicht total ungewöhnlich, aber natürlich in Eurem Fall bei dem Größen- und Gewichtsunterschied für den Mops nicht ganz ungefährlich.
Das lässt aber keine Rückschlüsse darauf zu, ob der Hund eine Gefahr für das Baby ist.
Aber es sind große, robuste, stürmische Tiere, die wie alle anderen Hunde auch Erziehung und Beschäftigung benötigen.
Der Hund muss mindestens 2 Stunden am Tag raus und sich auspowern. Suchspiele reichen da nicht.

Aber da stellt sich die Frage, ob Du das leisten kannst und willst.
Beides würde ich mit nein beantworten.

Ihr solltet Euch gut überlegen, was Ihr nun tut. Um Euer Willen, aber auch für den Hund.
Du willst ihn nicht, Du möchtest und kannst Dich nicht so um ihn kümmern, wie er es braucht und Dein Mann spielt dieses Problem stumpf runter und lässt Dich damit sitzen.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten.
Hund konsequent erziehen und täglich auslasten, oder die Reissleine ziehen und den Hund zurück zum Züchter.

Meine Meinung ist:
Rede ein deutliches Wort mit Deinem Mann. Es kann ja nicht angehen, dass er den Hund will, sich aber dann nicht kümmert und Dich damit belastet. Benimmt sich wenig erwachsen und verantwortungsvoll, Dein Mann.
Ihr werdet dem Hund nicht gerecht und ihr braucht ohnehin bald für Euer Eigenheim keinen „Aufpasser“ mehr.
Tut dem Tier einen Gefallen und bringt ihn zum Züchter zurück.
Kümmert Euch erstmal um Deine Gesundheit, das Baby und darum wieder Grund in Euer Leben zu bekommen (Umzug/finanzielle Probleme).

Wenn er darauf nicht eingeht, weiß ich ehrlicherweise nicht, ob es für Euch noch eine gemeinsame Basis gibt.
Wie hart Du Dich aufstellst oder aufstellen kannst, kannst nur Du für Dich beantworten.
Ich würde vielleicht mal ein paar Tage zu einer Freundin und ihn mit seinem Hund machen lassen. Vielleicht ordnet das mal seine Prioritäten.

(18) 06.08.19 - 12:43

Holt euch einen kompetenten! Trainer, der sich das alles mal anschaut. Der wird auch deinem Mann deutlich sagen, wenn der Hund weg muss.

(19) 06.08.19 - 14:29

Meine Tochter wäre mit 2,5 Jahren fast von einem Hund getötet worden. Für mich gibt es da kein "Ei, der Hund muss halt erzogen werden". Weg mit dem Hund. Fertig. Stellt dein Mann sich quer, überleg dir, wie wichtig dir die Sicherheit deines Kindes ist, und geh. Konsequent.

(20) 06.08.19 - 14:37

Möpse und American Bullies sind nichts anderes als Qualzuchten und sehen dementsprechend auch nicht mehr normal aus, geschweige denn ansehnlich. Ich würde solche Zuchten niemals mit einem Kauf unterstützen.

Der Hund sollte sofort weg, es geht um deine Gesundheit und die deines Kindes.

Wenn deinem Mann der Hund wichtiger ist als seine Frau und sein Kind (!) dann gute Nacht.

Wie andere schrieben, der Züchter soll den Hund zurücknehmen und fertig. Jetzt bist erstmal Du wichtig, Deine Gesundheit mit aller Nachbehandlung und das Kind.
Leider würde ich dem Hund auch nicht mehr trauen, zudem hat niemand die Zeit, sich ununterbrochen mit ihm zu beschäftigen und die Angst vorm nächsten Zwischenfall bleibt. Erst vor kurzem biss ein "total lieber Hund" einem Kind ins Gesicht, wer will bei eurem Hund garantieren, dass das nie passieren wird? Kann keiner! Hier haben die Wünsche Deines Mannes nun absolut zurückzustehen, er ist ja den ganzen Tag ohnehin nicht da. Alles alles Gute für Dich! LG Moni

(24) 06.08.19 - 23:22

Hund und Neugeborenes ist eine riesen Herausforderung! DU bist den ganzen Tag mit den Beiden alleine, deshalb darfst du entscheiden ob du das möchtest oder nicht. Gar nicht groß rumdiskutieren, Hund kommt weg, wenn du dich nicht sicher und gut dabei fühlst!

LG

(25) 07.08.19 - 08:51

Ich würde Dir jetzt theoretisch jede Menge über Hunde erzählen, die Frage ist, ob das noch nützt. Willst Du das Verhalten des Hundes erklärt haben und/oder ändern oder steht Deine Entscheidung so fest, dass das alles egal ist?

Da wäre zunächst die Frage, wie alt die beiden Hunde sind, ob sie kastriert sind und ob sie unterschiedliche Privilegien geniessen. Ein "grundloses" Verbeissen findet idR NIE statt. Dazu sind Hunde einfach zu sehr Wolf und sparen sich ihre Ressourcen.

In dem Fall würde ich immer einen Trainer zu Rate ziehen, der euch und die Hunde zuhause besucht und von aussen drauf schaut - der würde dann auch sagen, ob der Hund einfach einen Vollschatten hat oder wie ihr die Bedingungen zuhause ändern könnt, dass es für euch entspannt wird.

Aber das ist alles Theorie, denn wenn Du nicht mehr kannst/willst, müsst ihr in der Familie darüber reden und Entscheidungen treffen.

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