Fast 9 jährigen Kater zum Freigänger machen?

Hallo ihr Lieben,

Meine Familie zieht bald aus der Stadt weg, weshalb sich für unseren fast 9 jährigen Kater die Möglichkeit ergeben würde, dass er endlich ein Freigänger sein kann. Bisher war er eine reine Wohnungskatze mit Zugang zum Balkon.
Nun meine Fragen dazu:
- Ist es in diesem Alter für den kleinen Kerl überhaupt noch zumutbar? Oder sollte er lieber eine Hauskatze bleiben? Leider hat unser neues Haus keinen Balkon, evtl könnten wir ihm einen "Auslauf" auf dem Garagendach bauen...
- Gäbe es die Möglichkeit, ihm beizubringen, dass er auf unserem Grundstück bleibt und nicht ewig weit wegläuft?

Ich freue mich auf eure Erfahrungen!
Viele Grüße

Blurchen

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Ich denke so pauschal kann man das nicht sagen - jede Katze hat ja ihr eigenes Wesen.

Ich würde es auf jeden Fall versuchen, mit ihr zusammen in den Garten geh'n und schauen wie sie sich verhält.
Wobei zu beachten ist, das draussen ja unbekannte Gefahren lauern, die sie noch gar nicht kennt und dadurch auch nicht einschätzen kann (Verkehr, andere Tiere)

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Ungesicherter Freigang würde für mich nie in Frage kommen.

Es ist eine faule Möglichkeit, dass Tier vor die Tür zu setzen und ist gesellschaftlich akzeptiert.

Trotzdem steht das Tier draußen, läut Gefahr Platz gefahren zu werden, verletzt zu werden, gequält zu werden usw.
Andere „eingesessene“ Katzen teilen ihr Revier nicht gern. Das bedeutet Stress, Prügeleien und eventuell Verletzungen.

Hinzu kommt, dass Freigänger eine weitere Belastung für die (eh stark belastete) Fauna darstellt. Hunde haben im Frühjahr Leinenzwang, Katzen werden bejubelt, wenn sie Jungvögeln oder Babykaninchen ankommen.

Ihr habt ein eigenes Grundstück. Lesteuch zu Möglichkeiten ein, dies gegen Ausbruch zu sichern (ggf. halt teilweise) und ihr habt einen schönen (allerdings nicht kostenneutralen) Kompromiss gefunden.

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Huhu,

eine kurze Rückfrage - du bist generell gegen ungesicherten Freigang?

VG

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Ich erkenne an, dass man Katzen, die seit vielen Jahren Freigang haben nicht so leicht auf Wohnung umgewöhnen kann. Und das deren Besitzer nicht immer die Möglichkeit haben, gesicherten Freigang anzubieten.

Und ich erkenne an, dass Katzen als Nutztiere auf Höfen gehalten werden.

Aber abgesehen davon gibt es für mich keinen Grund, eine Jungkatze oder wie hier, eine langjährige Wohnungskatze nach draußen zu schicken.

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Hallo!

Wie ist er denn vom Charakter her? Hat er überhaupt so wahnsinnig viel interesse an "draußen"?

Noch dazu kommt es stark auf die Gegend an: wie weit ist die nächste Durchgangsstraße weg, fährt man im Umreis von 300 Metern wirklich nur 30 oder doch eher 70 mit dem Auto? Sind landwirtschaftliche Betriebe in der Nähe, wo es ungeimpfte Katzen gibt, die ihm alles mögliche an Krankheiten und Würmer anhängen? Haben die Bauern Gift gegen Mäuse ausgelegt und mähen sie so, dass Tiere besser flüchten können? Viele Mähen Spiralförmig auf die Mitte zu, womit sie leider viele Tiere erwischen. Und vergiftete Mäuse sind halt auch für Katzen tödlich.

Du musst damit rechnen, dass er sich mit Autoverkehr sehr schwer tut und natürlich kann er sich gegen halb so alte Bauernhofkatzen nicht gut wehren.

Zieht erst mal um, nutzt die ersten Monate, um genau zu beobachten, lauft ein paar Parallelstraßen ab, was es da für Gefahrenstellen gibt. Fragt Nachbarn, wie viele Katzen es schon gibt, und schaut genau, ob die verheulte Augen oder aufgedunsene Wurm-Bäuche haben.

Auf jeden Fall die Impfungen auffrischen lassen, und wenn ihr in drei Monaten immer noch meint, die Gegend ist auch für eine ältere Katze gut geeignet, könnt ihr ihn immer noch raus lassen.

Sei Dir aber bitte klar, dass es auf dem land nicht zwangsläufig sicherer ist, schon alleine weil auf dem Dorf die nächste Durchgangsstraße oft nicht weit weg ist, und da auch jeden Morgen 1000 PKW durch müssen zur Arbeit - und in kleinen Dörfern gehen die kaum vom Gas.

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Hallo,

meine Katze war 7 - 8 Jahre Wohnungskatze, bis sich durch einen Umzug die Möglichkeit zum Freigang ergab.
Sie war immer sehr interessiert, nach draußen zu kommen, liebte es vorher auch schon, aufm Balkon zu sitzen und die Welt zu beobachten usw.
Nachdem sie sich in der neuen Wohnung eingewöhnt hatte, ging ich gemeinsam mit ihr in den Garten. Sie war sehr vorsichtig, sodass sie auch anfangs nicht schnell oder weit weglief. Wir blieben die ersten Tage so ca. 30 Min zusammen draußen, ich bin ihr anfangs gefolgt, dann einfach nur auf der Terrasse sitzen geblieben.

Danach durfte sie allein raus. Besonders absichern konnte man den Garten nicht und der Katze beibrigen, dass sie nicht vom Grundstück darf, ist ja auch irgendwie schwierig...

Bei meiner Katze war das alles kein Problem. Tatsächlich war sie nie so weit weg, kam anfangs alle 15 - 20 Minuten wieder zur Terrasse gelaufen bzw. kam kurz rein zu mir und ging dann wieder raus. Im Sommer fing es dann an, dass sie auch mal mehrere Stunden unterwegs war, bevorzugt abends. Oft lag sie auch einfach unter ner Hecke oder mitten aufm Rasen und hat gepennt. Ich hab es immer so beschrieben: Sie betrachtet den Garten als weiteres Wohnzimmer.

Ein richtiger krasser Draußentiger ist sie irgendwie nie geworden, aber sie hat es sehr geliebt, in der Natur rumzustromern, Mäuse zu fangen, Hunde zu jagen, Katzen zu beobachten...