Ektopischer Urether Hündin

Hallo ihr Lieben,


ich lese hier immer gerne und viel mit, und möchte mich doch jetzt mal selbst auch zu Wort melden und euch unsere kleine Geschichte erzählen.
Meine Familie hatte in meiner Kindheit immer Hunde, und letztes Jahr stand nun auch für meine eigene Familie die Frage an: Hund ja oder nein? Und wenn ja, woher soll er kommen?
Wir haben uns in viele Richtungen aus vielen Quellen informiert, unter anderem habe ich auch hier im Tierforum etwas kreuz und quer gelesen (auch die alten Beiträge).

Unsere Entscheidung fiel dann auf eine 1 Jahr alte Hündin aus dem Tierschutz. Als alle Formalitäten abgewickelt waren und wir die Hündin abholten dauerte es nicht lange bis wir feststellten dass mit ihr gesundheitlich etwas nicht stimmte.
Sie verlor tröpfchenweise aber konstant Urin, sowohl wenn sie aktiv war als auch (und dies war besonders auffällig) während des Schlafens in ihrem Körbchen.
Zudem war ihr eigentlich weisses Fell hintenrum gelb verfärbt.
Ich stellte sie der Tierärztin meines Vertrauens vor und nach einer Ultraschall Untersuchung war recht schnell die Ursache des Problems gefunden: ein ektopischer Ureter. Einer ihrer Harnleiter verlief nicht von der Niere in die Blase, sondern von der Niere am Schließmuskel vorbei direkt in die Harnröhre. Sie konnte den Urin aus dieser Niere nicht halten und der tröpfelte unkontrolliert.
Meine Tierärztin formulierte die Diagnose sehr schön mit den Worten "Die schlechte Nachricht ist, man muss etwas tun. Aber die gute Nachricht ist, man kann etwas tun"
Wir informierten uns also über die Erfolgsaussichten der OP, die Kosten, den Genesungsverlauf und so weiter, und entschieden uns für die Operation, bei der der Harnleiter an der falschen Stelle entfernt und an die richtige Stelle gesetzt wird.

Und wir haben es nicht bereut. Das Tröpfeln ist weg, die OP gelang.
Sie ist eine ganz liebe Hündin und ein festes Familienmitglied geworden.
Ihre Blase ist weiterhin ihre Schwachstelle, aber wir wurden vor der OP gut aufgeklärt und wussten über dieses Risiko Bescheid. Circa 6 Monate nach dem Eingriff tröpfelte sie noch einmal ein paar Tage. Organisch ist jetzt ja alles in Ordnung, aber sie hat eine leichte Schließmuskelschwäche entwickelt. Dafür bekommt sie jetzt eine sehr niedrige Dosierung Caniphedrin, damit kommen wir sehr gut zurecht und alles ist in Ordnung. Wenn sie ängstlich ist oder aufgeregt kann schon mal ein kleines Pfützchen passieren, dies ist aber meistens draußen im Hof z.b. beim Anleinen für den Spaziergang. Wir können damit sehr gut leben und wir sind sehr froh uns so entschieden zu haben.


Vielleicht hat ja jemand ein Haustier mit ähnlicher Krankengeschichte, oder steht vor einer ähnlichen Entscheidung und unsere Geschichte hilft vielleicht ein wenig.
Oder jemand hat einfach Lust auf Austausch.

Liebe Grüße