Stillen....warum tu ich mir das an???

    • (1) 07.01.11 - 09:24

      Heute war eine dieser Nächte. Eine dieser Nächte in denen ich mich ernsthaft gefragt haben:
      Stillen, warum tu ich mir das an?

      Schon das einschlafen war ein wenig anders als sonst. Meine Tochter dachte nicht daran sich in den Schlaf stillen zu lassen sondern hat fleißig mit mir mitgesungen als ich sie in den Schlaf summte. So weit, so süß. Leider konnte ich nicht mit einschlafen. Im eisigen Griff der Erkältung wußte ich nicht wie liegen, wie schlucken und überhaupt. Alles ein Krampf. Also nochmal aufstehen und vor die Glotze haun. Halb elf, jetzt MUSS ich aber ins Bett. Um halb zwölf bin ich dann auch eingeschlafen…bis um 0.30 alles begann.
      Meine Tochter verkündete mir ziemlich nachdrücklich das doch der Nuckel doof sei und bitteschön nur die Brust helfen würde wieder einzuschlafen. Ihr gutes Recht nach 4Std. Schlaf. Also brav mein Kindchen in den Schlaf gestillt. Dann gleich aufgestanden. Nasenspülung. Schlafen war eh erstmal vorbei weil der Hals so weh tat. Nach einer geschlagenen Std. hab ich endlich wieder in den Schlaf gefunden. Naja, bis 2Uhr. Mein Töchterchen will die Brust *gähn* Naja, sie ist ja auch erkältet und hat bestimmt auch halskratzen. Dann trinke ich ja auch immer. Ich wache um 3Uhr wieder auf, Dimmerlicht noch an, Barbusig mit verkrampfter Schulter. Leise leise vom Kind weglegen….denkste.
      3.15h „mamaaaaaaaaaa, bitteeeee, Brust“, habe ich zumindest so in das gebrabbelt meiner Jüngsten interpretiert. *seufz* Also doch wieder auf die linke Seite. Danach gleich nochmal aufstehen. Nasenspülung. Irgendwann muss doch wenigstens der Hals mal aufhören zu schmerzen, wenn schon der Eisenring um den Kopf nicht lockerläßt.
      4.00 Uhr, grad bin ich am einschlummern, als dieser geliebte kleine Quälgeist neben mir rumhapst in der Hoffnung die Brustwarze zu erwischen. Nun denn, sei es so. Aber mal ehrlich. Scheiß Idealismus. Wer hat denn behauptet Muttermilch sei besser als Pre? Vielleicht sollte ich das mal lieber selbst überprüfen.
      4.30Uhr. Huch, schon wieder mit Licht eingeschlafen. Meine Kleine grunzt seelig vor sich hin. Naja, immerhin noch 75Minuten bis ich aufstehen muss. Sollte reichen für ein PowerNapping…denkste. Dauernuckeln will sie jetzt. Ich kann sie doch nicht weinen lassen! „Warum nicht“ sagt das Teufelchen auf der linken Schulter „neben dir liegt Ohropax“ ein teuflisches grinsen. Verzieh dich du Lump!!! Aber über die Sache mit dem PRE, da denke ich doch nochmal nach, soll sich doch mein Mann um diesen kleinen Gierschlund kümmern. Ich will schlaaaaaaaaafeeeeeeeeeennnnnnnnn!!!!!!
      Ah, sie ist eingeschlafen. Ein Glück, dann dreh ich mich nochmal um…stelle mir gleich den Wecker auf 6Uhr. 15Minuten gewonnen. DENKSTE!
      Punkt 5.30Uhr. Ich lieg eh noch wach. Hatte ich erwähnt das ich Halsschmerzen habe??? Also soll se doch trinken. Jetzt ist mir eh alles wurscht. Aber ab morgen, da gibt es PRE. Ist ja schön das Stillen das beste fürs Kind ist. Aber nach Schwangerschaftsstreifen, Krampfadern, Hämorieden und nem labberigen Beckenboden will ich einfach auch einmal an mich denken. SCHLAAAAAAAFFFFF! Und dieses gierige Kind das mir meine letzten Kräfte nimmt, das soll gefälligst sehen wie es mit der Industrienahrung zurande kommt.
      6.00Uhr, aufstehen, duschen, mein Mann wartet mit Frühstück auf mich. Abpumpen nicht vergessen. Mama sein verpflichtet! Und dann habe ich doch sage und schreibe bis 7.30Uhr Zeit in Ruhe zu frühstücken und sogar Nachrichten zu gucken. Wow!!! Und dann, das Babyfon. Meine gute Erziehung verbietet mir ein stöhnen. Ist doch meine Tochter die da ruft. Also ab ins Schlafzimmer. Da liegt das kleine hilflose bündel Menschlein und….strahlt mich an. Mit ganz müden Augen strahlt es übers ganze Gesicht, nur weil die Mama reingekommen ist. „na, magst du nochmal an „deine“ Brust“ frage ich zärtlich. Kaum habe ich mich hingelegt lacht mein Sonnenschein und dreht sich glücklich Richtung Brust. Zufrieden grunzend, schmanzend und singend fängt sie an zu trinken und ich bin ganz gerührt. Mit einem letzten seeligen seufzer schläft meine Tochter ein. Die Brust rutscht ihr aus dem Mund und ein letzter feiner Milchfaden rinnt aus ihrem halb geöffneten Mündchen.
      Um nocheinmal auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: Stillen, warum tu ich mir das an?
      Weil es unglaublich schön ist. Weil es eine Nähe schafft die es so nicht noch einmal gibt und weil es für meine Tochter das aller aller größte ist!!!

      • Guten Morgen,

        Sehr schön geschrieben. Es Zaubert einem ein grinsen aufs gesicht.
        Ich kann es soooooo gut nachvollziehen.
        Aber es ist und bleibt das schönste.

        LG Yvi

        • Guten Morgen,

          das hast du aber schön geschrieben. An manchen Tagen geht es mir auch so, dass ich mir wünsche, der Papa könnte jetzt mit der Flasche mal eine Schicht übernehmen. Aber das sind nur kurze Momente. Ich stille gerne.

          Gute Besserung für dich.

          LG mamakw

      Hallo Du,
      das hast Du wunderbar geschrieben! #verliebt Ich kann es voll und ganz unterstreichen!!!! :-) Ich kenne auch solche Nächte, wo ich mich frage wann sie denn bitte schön endlich abstillt :-p und plötzlich überkommt mich dann so eine Liebe und stillen ist einfach nur wieder schön. Ich kann Dir voll zustimmen und hätte es nicht besser ausdrücken können! :-)
      Danke für den super Beitrag!!!!! #pro

      Liebe Grüße,
      Chris mit Frieda Lina 30 Monate ( die auch noch sehr gern stillt )

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