Mutter: Laktoseunverträglichkeit / verträgt das Baby die Muttermilch?

Hallo Ihr!

Ich habe in 4 Tagen Entbindungstermin und bisher konnten mir noch kein Arzt und keine Hebamme eine Antwort auf meine Frage geben. Vor einer Woche habe ich dieselbe Frage auch schon einmal im Schwangerschaftsforum gestellt und den Tipp zu diesem Forum hier bekommen. Also:

Ich habe, neben diversen Allergien (weswegen ich auch stillen möchte), eine Laktoseunverträglichkeit. Womöglich erbt mein Baby dies also.
Nun habe ich bereits erfahren, dass man während des Stillens dann wirklich sehr strikt auf Milchzucker verzichten sollte, da der Milchzucker sonst über die Muttermilch auch ans Baby weitergeht. Ich selber richte mich nicht 100% nach einer laktosefreien Ernährung, weil die Beschwerden sich für mich in Grenzen halten. (Kaufe aber Minus-L-Milch usw.) Natürlich hätte ich aber kein Problem damit, dem Baby zuliebe disziplinierter zu sein.
Aber: Enthält die Muttermilch nicht auch Laktose? Und ist diese Art des Milchzuckers für das Baby dann auf jeden Fall verträglich?
Im Libase-Forum schreiben einige, dass Babys die Muttermilch vertragen und dann später erst eine Unverträglichkeit gegen Kuhmilchlaktose entwickeln...
Hat jemand von Euch Erfahrungen? Wie habt Ihr das mit dem Stillen gemacht?
Möchte sehr gerne stillen, will dem Kleinen aber unnötiges Bauchweh ersparen.

Danke und viele Grüße,
Evaluise

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Hallo Evaluise,
wie ich in einem Ernährungsseminar gehört habe, entwickeln Erwachsene eine Lactoseintoleranz, weil sie eben keine Säuglinge sind und Milch nur etwas für Säuglinge ist. Deshalb meine ich, dass Säuglinge natürlich Muttermilch vertragen.

Lass dich aber nicht davon irritieren, wenn dein Baby Bauchweh bekommt, das ist am Anfang normal und hat etwas mit der Umstellung auf Nahrung überhaupt oder mit deiner Ernährung zu tun. Das musst du aber selbst ausprobieren.

Mein Baby verträgt aber alles, wovon ich auch keine Blähungen bekomme. Wenn du also keine Milchprodukte verträgst , wird es v i e l l e i c h t beim Baby Schwierigkeiten geben, wenn du sie während der Stillzeit zu dir nimmst. Ansonsten trinke ich Stilltee, das hilft auch gut gegen Blähungen. Du könntest dir gleich SAB Simplex Tropfen für das Baby gegen Blähungen besorgen, die nahm jeder, den ich kenne, am Anfang und die haben keine Nebenwirkungen.

Kann ich dir übrigens nur empfehlen, gleich mit Stilltee anzufangen, vor allem, sofort wenn das Baby da ist literweise. Ich hatte nie Probleme mit zu wenig Milch und habe bis heute keinen Tropfen zufüttern müssen.

Ich wünsche dir alles Gute für die Geburt und viel Freude mit deinem Baby, liebe Grüße,
Simone

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Hallo Evaluise,

Lactose ist ein natürlicher Bestandteil der Muttermilch, so dass es bezüglich des Lactosegehaltes in Deiner Milch (!) wenig Sinn machen dürfte, auf bei Deiner Ernährung auf Lacose zu verzichten. In Muttermilch ist immer Lactose, die bekommst Du da nicht raus. Dass Du keine Lactose zu Dir nimmst, da Du (!) damit Probleme hast ist erst einmal unabhängig davon.

Die Kernfrage ist aber doch: Hast Du diese Lactoseintoleranz von Geburt an (Angeborener (absoluter) Laktasemangel) oder erst später bekommen (Physiologischer (natürlicher) Laktasemangel)??????

Hat Dir diese Frage bisher niemand gestellt? Ich fange an, mich zu wundern ...

Also: in Asien und Afrika haben 90 % der Erwachsenen einen Lactoseintoleranz. Das ist ganz "natürlich". Auf dem Rest der Welt liegt der Anteil bei ca. 10 %. Wahrscheinlich gehörst Du dazu, wenn die Unverträglichkeit bei Dir erst später auftrat und sich Deine Beschwerden in Grenzen halten. Bei angeborener absoluter Laktoseintoleranz sind die Symptome bedeutend schwerer als bei der 'natürlichen' mit dem Alter zunehmenden Form.

Es ist demnach ein völlig natürlicher Prozess, dass bei Erwachsenen die Lactasemenge (Lactase ist das Enzym, das Lacotse in Galactose und Glucose spaltet) abnimmt und die Lactoseunverträglichkeit zunimmt. Bei allen Säuglingen wird dieses Verdauungsenzym normalerweise in ausreichender Menge produziert.

Also, lehne Dich zurück, entspanne Dich und stille Dein Kind :-)

Weitere Infos in verständlicher Form findest Du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Laktose
http://de.wikipedia.org/wiki/Lactoseintoleranz

Liebe Grüße

Anja

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hallo evaluise,

du hast ja schon 2 meinungen erhalten, aber ich möchte dir dennoch antworten.

es ist so, daß bestandteile der kuhmilch, welche für den menschen ungesund ist, was ja in der natur der sache liegt, in die muttermilch übergehen und viele babys darauf mehr oder weniger reagieren.
kuhmilch ist eben für kälber und nicht für menschen! :-)
deine muttermilch ist extra von der natur für DEIN baby geschaffen, es wird die milch auf jeden fall vertragen!
nur die kuhmilch in deiner milch, wenn du milchprodukte zu dir nimmst, vielleicht nicht.

daher würde versuchen soweit es geht milchfrei zu leben, für dich und vor allem für dein baby.

hier habe ich noch eine aufschlußreiche seite für dich.
http://www.milchlos.de/


lg und eine schöne geburt wünsche ich!

Miriam

4

Hallo Evaluise,

wollte Dir nur kurz Mut machen zwecks Allergien allgemein:
Bei uns hat der Papa so ziemlich alle Allergien, die man so haben kann (auch Laktoseintoleranz, aber natürlich ist das was anderes, weil er nicht still ;)), aufzählen lohnt nicht.
Ich hatte vor der Geburt auch die PANIK, dass mein Kleiner alle möglichen Allergien bekommt. Und was war? Weder Blähungen, noch Pickelchen, noch sonstwas. Mittlerweile ist er 14 Monate, isst so gut wie alles und verträgt auch alles (ich übrigens auch wieder, stille noch 1 Mahlzeit). Also: mach Dir keine Sorgen, vielleicht habt Ihr auch einfach Glück!

Vom literweisen Trinken von Stilltee möchte ich Dir übrigens abraten: warte bitte erst den Milcheinschuss nach ca. 3 Tagen ab, danach siehst Du, wieviel Milch Du hast und ob Du Stilltee trinken darfst/musst. Ich hatte immer genug Milch, wenn ich noch Stilltee getrunken hätte, wäre ich geplatzt! Aber die Hebis haben das ganz gut im Gefühl.
Lg und alles Gute für die Geburt,
halte uns auf dem Laufenden
katha

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Hallo,

bei meiner Tochter wurde erst mit ca 5 Monaten eine Laktoseintoleranz festgestellt. Sie hatte extrem schlechte Haut mit starken Ekzemen. Es wurden sämtliche Allergietests unternommen ohne Befund, bis dann mal auf Laktoseintoleranz getestet wurde und siehe da positiv.
Habe sie aber auch ganz normal gestillt und mich auch gewundert, weil in der MuMi ja auch laktose ist. Emilia hatte keine Probleme mit Bachschmerzen, nur die Hautprobleme.

Seit der Diagnose bekommt sie ihren Milchbrei nur noch mit Humana SL, das ist ein Milchpulber auf Sojabasis und vollkommen Milchfrei. Ich habe sie aber weiter noch gestillt. Meine Kinderärztin meinte, es ist zwar Laktose drin aber Muttermilch ist nun mal das beste für ein Baby und deshalb soll ich weiterstillen.

Es wäre auch sehr ungünstig von Mutter Natur, wenn Babys nicht in der Lage wären Muttermilch mit der darin enthaltenen Laktose abzubauen. Meine Ärztin meinte auch, dass Emilia wohl noch das Enzym Laktase im Darm hat und es aber weniger wird und die eigentliche Laktoseintoleranz dann erst zwischen 2 und 10 Jahren ausbricht. Wir müssen dann einfach mal schauen, was sie wirklich so verträgt. Jedenfalls ist nach der Umstellung auf Kuhmilchfreie Nahrung ihre Haut super geworden. SIe bekommt Laktose wirklich nur noch über die MuMi.

Ausserdem haben wir auch unsere nahrung umgestellt, unser Müsli gibt es jetzt mit lecker Sojamilch und mir geht es dadurch auch besser, kein Völlegefühl mehr.
Hoffe konnte dir helfen.

Liebe Grüße
Anne

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Hallo noch einmal!

Wollte mich ganz herzlich für die vielen hilfreichen und netten Antworten bedanken.
Jetzt bin ich nicht mehr so verwirrt und werde mich während der Stillzeit einfach laktosefrei ernähren. Das scheint der sicherste und gesündeste Weg zu sein.

Und was danach passiert, muss man wohl abwarten und vorsichtig ausprobieren. Hauptsache mein Baby hat einen guten Start :-D

Danke Euch, alles Gute und liebe Grüße,
Evaluise