Gewaltsames Abstillen .....

Es geht mir gerade nicht besonders gut und ich muss mich einfach mal nur ausheulen.

Mein Sohn ist jetzt zwei Jahre alt und ich stille ihn noch, wir beide genießen es total. Meine große Tochter hat sich mit 13 Monaten von alleine abgestillt, was ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge akzeptiert habe. Aber das Ende hat sie bestimmt, und das hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Meine zweite Tochter habe ich jahrelang gestillt. Sie war so ein richtiger Busenjunkie. Wobei ich finde, wenn das Stillen mal in die Phase des seelischen Stillens übergeht, hat das nochmal eine ganz andere Qualität für die Mutter-Kind-Bindung. Sie ist sowieso von allen meinen Kindern die schüchternste und ängstlichste in ihrem Wesen und hat das wirklich noch lange gebraucht. Ich weiß nicht, wie lange es dann so war, dass meinem Gefühl nach irgendwie gar keine Milch mehr kam, wenn sie gezuzelt hat. Irgendwann war sie gefestigt in ihrem Dasein und dann hat sie sich von der Brust gelöst.

Und jetzt mein Sohn. Er ist vom Wesen her so zwischen seinen Schwestern. Er braucht Mamas Busen auch noch, aber ich habe das Gefühl, wohl nicht gar so lange wie seine "kleine" Schwester. Eigentlich war mir klar, dass er bestimmen wird, wann Ende ist mit Stillen.

Und jetzt macht es mich total fertig, dass es wohl doch nicht so sein wird. Mich hat vor zwei Wochen bei einem Ausflug eine Zecke erwischt. Dieses Biest hat sich am Bauch in eine Narbe verkrochen, so dass ich sie erst am späten Abend entdeckt habe. Da war sie schon etwa zehn bis zwölf Stunden drin gewesen. Ich hab sie selber rausgemacht, sie war schon ordentlich prall #schock Eine Woche später wurde die Haut um den Biss etwas rosa, und jetzt am Mittwoch hatte die perfekte Wanderröte. Ich bin natürlich am Donnerstagmorgen gleich zum Hautarzt. Für ihn war ganz klar, Borreliose, und ich muss jetzt drei Wochen lang dieses heftige Antibiotikum nehmen (Doxycyclin). Ich fragte gleich wegen dem Stillen - natürlich darf ich in der Zeit nicht stillen. Aber er meinte, eine Alternative gebe es nicht. Punkt. Es gebe zwar noch ein Antibiotikum, das man in Schwangerschaft und Stillzeit nehmen darf, aber das sei nicht so gut. Manchmal helfe es gar nicht. Und außerdem könne ich ja abstillen. Er ist ja schon zwei.

Die Apothekerin meinte in etwa dasselbe. Etwa die Hälfte des Wirkstoffes gehe in die Muttermilch über. Und auch wenn ich ihn nur noch ein bißchen stille und denke, es kommt eh nicht mehr viel Milch, da täusche man sich oft, wie viel das noch ist. Und die Hälfte des Wirkstoffes auf so einen kleinen Körper .... Sie erklärte mir auch genau, welche Schäden mein Sohn haben kann, wenn ich trotzdem stille. Sie meinte, die Schäden werden erst nach Jahren ans Tageslicht kommen. Störungen im Knochenwachstum und Schäden an den bleibenden Zähnen. Hohe Kariesanfälligkeit. Das will ich ihm doch nicht antun?

Nein, natürlich nicht. Blöde Frage.

Ich hab im Internet recherchiert und finde auf hundert Seiten hundert verschiedene Ansichten von "total harmlos, macht alles gar nichts" bis "total schrecklich, tu`s bloß nicht". Die Ärzte, die ich bisher dazu gefragt habe, sagen nur: Stillen Sie doch ab. Sogar meine Hebamme sagt das!

Meine nächste Sorge ist noch eine andere. Wenn der Wirkstoff so in die Milch geht, gehen dann auch die Borrelien in die Milch? Ich meine, ich habe ihn jetzt zwei Wochen lang normal gestillt und hatte die Erreger schon im Körper. Ich hab ja auch voll Beschwerden. Die Wanderröte wird jeden Tag größer, juckt wie Sau, schmerzt, und ich habe seit zwei Tagen heftige Muskelschmerzen in den Oberschenkeln, so dass ich nur unter höchsten Schmerzen gehen kann. Dazu bin ich heftig müde und abgeschlagen. Gestern hatte mein Sohn auch so einen merkwürdigen Ausschlag am Hals, es sah irgendwie aus wie eine Halskette. Heute ist der Ausschlag wieder weg. Aber ich mache mir Gedanken, ob er auch die Borrelien in sich hat und Antibiotika braucht?

Wäre es dann nicht sogar praktisch, wenn er das Antibiotika über die Milch bekommt?

Ich habe auch dazu das Internet gewälzt und alle Facetten von Antworten gefunden. #schein

Die Ärzte, die ich überhaupt heute erreicht habe, wußten keine Antwort!!! Auch meine Hebamme nicht. Ich hab dann noch im KH in der Gyn angerufen und den diensthabenden Arzt gefragt, der aber leider fast kein Deutsch verstand und mir sagte, die Borrelien gehen nicht in die Milch und unter Doxycyclin kann man uneingeschränkt stillen.

#kratz

Obwohl ich heute morgen schon ein Riesentheater hatte, klar, habe ich beschlossen, vorsichtshalber mit dem Stillen zu pausieren, aber ich glaube, es wird das Abstillen bedeuten. Kommt nach drei Wochen Abstinenz überhaupt noch Milch? Wird mein Sohn es überhaupt nach der Zeit noch wollen, wenn er mit Gewalt drei Wochen lang daran gehindert wird? Es ist für mich schwer zu ertragen, ihm die Brust zu verweigern. Er sitzt heulend vor mir, will seinen Busen, ich darf ihn nicht ranlassen, und das zerreißt mir das Herz.

Wäre ich doch auf diesen blöden Ausflug nicht mitgegangen. #schmoll

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Hallo,

Dein Kind ist zwei Jahre und wird es überleben, wenn Du abstillst. Du wirst es übrigens auch überleben. Ich verstehe das Theater nicht - Du wurdest von einer Zecke gebissen, hast Borreliose und mußt halt Medikamente einnehmen. Sei froh, daß Du in einem Land mit einem guten Gesundheitssystems lebst und die Borreliose rechtzeitig erkannt wurde.

LG
Lexy

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Es gibt scheinbar immer noch Frauen die nicht verstehen was stillen bedeuten kann. Schon mal bemerkt das die TE sehr gern ihr Kind stillt!? So eine unqualifizierte Antwort kann man sich doch dann sparen.

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Klar, werden wir es überleben. Wäre schlimm, wenn nicht.

Aber darum geht es nicht. Jetzt hab ich mir so Mühe gegeben, zu erklären, warum ich das Stillen wichtig finde, und irgendwie scheinst Du es doch nicht erfasst zu haben.... #kratz

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Hallo, ich habe dir mal ein Screenshot von dem Medikament auf embryotox.de eingefügt. Lg

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Dankeschön!

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Hallo,

Echt blöd mit den Zecken, tut mir voll leid für dich.

also bei mir wars so, dass ich auch einen Zeckenbiss hatte, den ich vor lauter Schwangerschaftsbauch nicht entdeckt hab ;-) die Zecke ist von selbst abgefallen, entdeckt wurde das ganze unter der Geburt von der Hebamme, eben auch son roter Fleck mit Ringen, und die ham auch direkt Blut abgenommen ( also wo der Kleine dann da war) und ich hatte auch Borreliose oder wie des heißt, nur noch keine Symptome, so wie du...
Ich hatte auch Sorgen wegen Stillen, und dem Antibiotikum, aber alle ham gesagt, des is kein Problem, also der Arzt im Krankenhaus, die Frauenärtin und die in der Apotheke ;-)
Also wenn du nicht abstillen magst, hol dir doch da mal de zweite Meinung, ob du nicht auch n anderes Antibiotikum nehmen kannst (z.B. Deine Frauenärztin, wenn du die magst, die kann dir auch sowas verschreiben)
Viel Glück euch!
Lg kratzbürsti
(Mit zwei Stillkindern fast 1 und 2 3/4)

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Werde dann doch am Montag nochmal versuchen, meinen Gyn zu erreichen und die Kinderärztin. Die hab ich halt heute nicht erreicht.

Ist schon doof, wenn jeder Arzt halt was anderes sagt. Da läßt man sich so verunsichern.

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Sag mal, findest Du Dein Verhalten normal? Das Stillen eines Kleinkindes erfolgt meist 2, 3 mal am Tag, bevorzugt morgens und abends. Es hat in einer Mutter-Kind-Beziehung nicht mehr den Stellenwert wie während der Säuglingsphase.
Du bist nun mal von einer Zecke gebissen worden. Selbst wenn Du den Ausflug nicht gemacht hättest, hätten Dir andere Sachen passieren können. Akzeptiere, daß die Infektion mit den entsprechenden Mitteln behandeln werden muss. Und dass damit ein Abbruch des Stillens einher geht. Wo genau ist das Problem? Deinem Kind kannst Du erklären, dass Du wegen der Krankheit es nicht mehr die Brust geben kannst. Stattdessen hast Du andere Alternativen es zu trösten und ihm nahe zu sein. Ich würde nur wegen des Stillens nicht das Risiko eingehen dem Kind diese Medikamente durch die Muttermilch zu übertragen.
Nun willst Du noch andere Ärzte, die wichtigere Fällen haben, verrückt machen wegen des Stilles eines ZWEIJÄHRIGEN KINDES! Du solltest dringend Deine Prioriäten überdenken. Brauchst Du das Stillen so dringend? Dein Kind wird lernen ohne das Stillen auszukommen. Diese Phase kannst aber nur Du erleichtern oder es Euch beiden schwer machen.

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Embryotox sagt doch eindeutig man kann unter doxicyclin stillen. Verstehe jetzt den ganzen Stress nicht. Würde Einfach weiterstillen. Borrelien gehen natürlich übrigens nicht in die Milch über.

Und Alternativen gäbe es bei Borreliose natürlich auch. Siehe Leitlinien der deutschen Borreliose Gesellschaft. Manchmal sollten sich Ärzte vielleicht besser informieren.

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Okay, da schau ich gleich mal nach....

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hi!

kann dich verstehen! konnte leider nicht alles lesen.... aber bei kindern, schwangeren und stillenden ist clavamox (so heißt es in österreich = amoxicilllin mit clavulansäure) bei borreliose in diesem stadium das mittel der wahl! ich musste dieses antibiotikum während der gesamten schwangerschaft nehmen und auch 10 tage in der stillzeit.

alles gute!

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und ignoriere einfach gewisse kommentare;-)

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Ne Freundin hat auch noch 1 Jahr nach dem Abstillen Mich. Ohne Pumpen oder sonst was .das kann dir also niemand prophezeien, wie es bei dir ist. Du kannst aber zwecks Beibehalten der Milch pumpen. Aber halt verwerfen.

Ob er dann wieder will, ist auch offen. Bleibt nur, es zu probieren!

Ich wünsche euch ne gute Besserung, und dass es so klappt, wie du es dir wünsht!!!

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Ich kann dir nur raten nimm das Antibiotikum. Und ja es muss doxy sein.

Ich hatte/ habe selber Borreliose. Und das habe bezieht sie darauf dass ich das Antibiotikum zu spät und auch erst Penicillin bekommen habe. Das doxy erst nach 6 Wochen.

Mir ging es ein halbes Jahr richtig schlecht. Ich gehe nicht ins Detail. Will jetzt kein Symptom
Ping Pong machen. Dann würde es besser. Aber ich habe hier und da immer noch Schübe.

Ich kann dir nur raten. Nimm das Antibiotikum. Deine Kinder können keine Mutter unter Schmerzen oder schlimmstenfalls mit neurologischen Aussetzern gebrauchen.

Ich weiß du stillst gerne aber ich finde aber im Ernstfall, solltest du deine Gesundheit über das stillen deines Sohnes stellen.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute!
Lg

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Hallo psycholotte

lass dich erstmal drücken

Es tut mir echt Leid, wie du hier runtergemacht wirst, nur "weil du dein Kind stillst"
Ich schreib Dir allg. Empfehlungen, was die Borreliose angeht.

Erstmal darfst du , sollst du, möchtest du bitte stillen, solange du und dein Kind es brauchen! PUNKT. KEINE Diskussionen mit Hebammen, ärzten oder hier mit den Leuten, die die Frage nicht verstanden haben!

Die Borreliose MUSST du antibiotisch behandeln. Es mussNICHT ZWINGEND DOXY sein, bei Stillenden oder Ss wird Amoxi empfohlen, und das Antibiotikum sollst du bitte 6-8 Wochen einnehmen und dann noch mal deinen Antikörper Status kontrollieren lassen.

Borrelien gehen nicht in die Mm über

Wenn du Fragen hast, kanst du PN schreiben

Liebe Grüße, und ich drück die die Daumen ganz fest #herzlich#herzlich#herzlich#herzlich

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Hallo,

Aaaalsoooo....Ich kann auch nicht wirklich verstehen was einen dazu bewegt so lange zu stillen..Für mich wirkt es auch von deiner seite aus etwas zwanghaft.Aber das geht mich auch nix an
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Wenn es deinem Kind beim stillen auch primär um Nähe geht ist es ja 1.egal wenn die Milch nach 2 Wochen verschwunden sein sollte, wobei 2.eine Relactation auch dann noch möglich sein sollte und du 3.die Möglichkeit hättest in den 2 Wochen abzupumpen um den Milchfluß zu erhalten.

An erster Stelle steht jetzt deine Gesundheit.Dein Kind ist gross,du kannst es ihm erklären und mit Sicherheit auch alternativen finden um euer Ritual (für zwei Wochen oder dann auch langfristig) zu ersetzen

LG