Stillmüdigkeit

Hallo!
Ich stille sonst wirklich gern und tat es auch bei meinem Großen vor fünf Jahren das erste Lebensjahr doch recht erfolgreich. Die ersten Tage damals musste ich zufüttern, mein Milcheinschuss kam und kam nicht, dann nach sieben Tagen die Erlösung - ich hasste Flaschen auskochen, Pulver abmessen, das Equipment überall mit hinnehmen zu müssen...

Damals hatte ich allerdings keinen Kontakt zu meiner Mutter, die überzeugte Flaschenmutter ist.

Unsere Kleine ist sieben Wochen alt und ich stille voll. Nach dem notwendigen Kaiserschnitt war es doch schwieriger als gedacht, (sie hatte Saugprobleme und ließ sich kaum anlegen die ersten 24 Stunden) aber ich habe sie die ersten drei Tage dauergestillt und dann lief es problemlos.

Letzte Woche waren wir bei meiner Mutter zu Besuch, ich habe die Kleine gestillt und sie dockte an und ab, an und ab, und stieß sich mir den Beinchen ab - das macht sie immer, wenn sie gegen Abend ihre Bauchweh bekommt oder sie müde wird, (Einschlafstillen funktioniert bei ihr leider nicht) und meine Mutter sagte das erste Mal diesen Abend, "die kriegt wohl nicht genug Milch".

Wir gingen rüber ins Schlafzimmer und ich wollte sie zum Schlafen legen, da kam meine Mutter und meinte, sie möchte es mal versuchen. Nach einer Viertelstunde kam sie raus und sagte, "die Kleine hat Hunger, die saugt so verzweifelt am Schnuller". (Einschlafen tut sie mit Schnuller und Summen/Fön/Streicheln)
Mein Mann nahm die Kleine hoch und sie schlief auf seiner Brust nach zehn Minuten ein. Ich war in der Zeit kurz im Bad, mein Mann erzählte mir, in der Zeit hat meine Mutter ihm sehr eindringlich erklärt, dass die arme Kleine so Hunger leidet.

Das war am Wochenende, ursprünglich wollten wir dort übernachten, wir sind am selben Abend wieder gefahren. Mein Mann versteht nicht, warum mich das so mitnimmt und versteht auch nicht, weswegen ich mir jetzt anfangen Gedanken zu machen und befürwortet, dass sie voll gestillt wird. Für mich ist stillen das natürlichste der Welt - ich kann mir immer noch nicht vorstellen, ihr Kunstmilch zu füttern, und genug Milch, dachte ich, habe ich auch. Selbst nach der Stillmahlzeit kann ich problemlos Milch ausstreichen. Grübeln tue ich jetzt trotzdem. Übrigens habe ich keinen ihrer Anrufe bisher beantwortet noch werde ich in naher Zukunft dort anrufen. Irgendwie fand ich das absolut respektlos.

Habt ihr sowas auch schon erlebt, wie geht ihr damit um, was macht das mit euch?

Liebe Grüße

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Hallo, ich stille mittlerweile mein drittes Kind und höre immer noch, dass die Milch nicht reichen würde. Meine Mutter sagte erst vor wenigen Tagen, warum ich noch so viel stille, das könnte ich doch viel einfacher haben.
Auch nach drei Enkelkindern nichts gelernt. Was es mit mir macht? Nichts, ich weiß ja, das es klappt. Mein Sohn ist sieben Monate alt, bekommt mittags Brei und wird sonst gestillt. Ich rechtfertige mich keinem gegenüber, warum auch?
Einige Menschen sind da leider etwas begrenzt im Verständnis, auch wenn es die eigenen Eltern sind.
Meine Mutter konnte es nicht glauben, dass mein Sohn noch nicht durch schläft. Muss man doch mit sieben Monaten schon machen *Ironie off*.
Mir ist das egal. Schlicht und ergreifend, weil ich es besser weiß. LG

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Ich bin mir sicher, dass du genug Milch hast!

Beim ersten habe ich immer im Wechsel von meiner Mutter, die natürlich nicht stillen konnte, das er nicht genug bekommt oder, wenn er gespuckt hat, dass er überfüttert ist.

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Ich frage mich ja eher warum du da nicht einfach drüber stehst wenn du ein Kind bereits voll gestillt hast.. Lass sie doch reden ?

Finde es etwas extrem sich deshalb nicht zu melden. Früher wären die Meinungen eben so und die wissen es einfach nicht.

Still doch einfach weiter nach bedarf. Ich persönlich denke es ist ganz ganz selten das die Milch nicht reicht die meisten lassen sich rein reden oder haben so einen Grund abzustillen.

Meiner wird jetzt 7 Monate und wird fast komplett gestillt.

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Als erstes möchte ich sagen, dass ich aus deinem Text heraus lese, dass du weiter stillen willst, kannst und wirst.

Ich denke, die eigene Mutter ist bei den meisten die Person, die einen am schnellsten und wirkungsvollsten verunsichern kann.

Ich habe von so vielen Leuten, inklusive Hebamme gehört, dass mein Baby nicht richtig satt wird. Keiner hat es böse gemeint, aber mich hat es sehr genervt. Mein Partner und ich sind Flaschenkinder, es war ganz normal in den 80ern. Meine Oma hat ihren Kindern die Flasche gegeben, weil sie den ganzen Tag im Laden stand und nicht immer selbst das Füttern übernehmen konnte. Und natürlich war keines der Kinder so unzufrieden wie unser Kind, alle haben besser geschlafen usw
Im Grunde wollten also alle uns und dem Baby mit ihren Erfahrungen helfen. Und das muss man einfach sehen und sich nicht zu sehr davon beeinflussen lassen, wenn man wirklich hinter dem Stillen steht und weiß, dass es dem Baby gut geht/das Baby satt wird, so wie es ist. Kontakt vermeiden finde ich etwas drastisch.

(Da mein Kind abgenommen hat, musste ich mir eingestehen, dass in meinem Fall wohl was dahinter steckt (hab ihn wochenlang dauer gestillt, Malzbier getrunken ohne Ende etc usw). Mit dem Zufüttern wurde bei UNS wirklich alles besser)