Einfach nur traurig

Hallo ihr lieben, mein kleiner ist knapp 4 Monate alt, er war 4 Wochen zu früh weshalb das stillen Anfang ziemlich schwierig war, da er noch nicht genug Kraft hatte. Mit einer stillberaterin haben wir es dann aber hinbekommen! Ich muss zugeben das stillen war nie einfach mit ihm, oft hat er so unruhig getrunken das er wahnsinnig gespuckt hat und meist war er nach dem trinken nicht wirklich zufrieden. Seit 2 Wochen verweigert der kleine Mann stets die Brust.. es fing damit an, dass ich abends zuvor Rückbildung hatte und mein kleiner abgepumpte Muttermilch bekommen hat per Flasche. Danach begann der Kampf! Auch wenn das stillen immer anstrengend war und oft ein Kampf mit stillwiegen etc wollte ich ihn weiterhin stillen! Einfach auch weil es das beste fürs Baby ist! Da er die Brust immer wieder angeschrien hat und ich mit dem Pumpen den ganzen Tag einfach nicht hinterherkam und meine Milch dadurch schon weniger wurde, bekommt er jetzt auch Pre.. 1-2 Fläschchen mit Muttermilch kann ich am Tag Pumpen mehr leider nicht! Ich habe immer wieder versucht in nochmal anzulegen, manchmal hat er eine Brust getrunken, die andere aber leider nur angeschrien - satt war er nach einer Brust nicht! Es macht mich so so schrecklich traurig, auch wenn ich weiß das es mir momentan damit besser geht , da das stillen immer wieder mit vielen Tränen verbunden war und außerhalb stillen sowieso nicht möglich war! Jetzt bin ich deutlich flexibeler! Das Gefühl mich ständig rechtfertigen zu müssen kommt noch dazu!
Ich hätte so gerne weitergestillt, aber nach 2 Wochen habe ich den Kampf jetzt dann doch aufgegeben aber mein schlechtes Gewissen frisst mich auf!
Kennt ihr das? Hört das bald wieder auf?
Ich bin so so traurig

Liebe Grüße
Lisa mit Moritz (4 Monate)

1

Huhu,

dass du traurig bist, kann ich sehr gut verstehen. Das wird mit der Zeit vergehen. Denk dich mal 18 Jahre in die Zukunft: bei seinem Schulabschluss wird NIEMAND mehr danach fragen, wie lange er denn gestillt wurde! 😉

Du hast überhaupt keinen Grund für ein schlechtes Gewissen. Du hast deinem Kleinen trotz Schwierigkeiten den bestmöglichen Start ermöglicht und so lange durchgehalten wie es ging. Das ist eine tolle Leistung, die Respekt verdient.

Zu einer Stillbeziehung gehören immer zwei Parteien und beide müssen damit zufrieden sein. Da dies bei euch nicht mehr der Fall ist, ist die Entscheidung zum Abstillen doch absolut vertretbar. Und du musst dich überhaupt nicht rechtfertigen! Vor niemandem!

Denk daran: Dein Kleiner wird sich toll entwickeln... auch mit Flasche - und das ist die Hauptsache!!!

Liebe Grüße

2

Vielen Dank für deinen lieben Worte! Das tut gut sowas mal zu hören!

3

Hey,
Ich kann so gut mit Dir fühlen. Bei uns war das zu Beginn auch nicht so einfach mit Stillen, aber wir haben es hinbekommen. So habe ich sie 3 Monate voll gestillt was wunderschön war. Es gab auch Schwierigkeiten, dass sie die rechte Brust nicht wollte und hat auch geschrieen aber im großen und ganzen liebte sie Brust und für mich war das auch sehr schön. Bis uns der Kinderarzt bei der U4 sagte dass ich zufüttern muss, weil sie nur 100 gr pro Woche zugenommen hat. Und das Zufüttern war der Anfang vom Ende! Irgendwann wollte sie die Brust nicht mehr und mit Pumpen kann ich meine Milch nicht aufrecht erhalten. Ich habe fast gar keine Milch mehr und hatte in der Stillzeit so viel dass ich bis 3 mal am Tag die stilleinlagen gewechselt hab.
Es gab keinen Tag an dem ich nicht bereut habe, ihr die Flasche gegeben zu haben. Ich bin mir sicher dass ohne Flaschen hätten wir es weiter gut hinbekommen. Sie ist eine zierliche Maus und trinkt nicht sehr viel auch mit Flasche nicht, und sie hat zugenommen auch wenn es keine 500 gr pro Woche war.
Es ist traurig und ich mache mir ständig Vorwürfe dass ich so schnell das Vollstillen aufgab. Beim zweiten Kind mache ich das anders.
Du bist nicht alleine damit.

4

Bei mir war das schlechte Gewissen, weil ich mein Kind quasi zum Vollstillen gezwungen habe und sie schlecht zunahm. Also dass ich sie quasi auf Diät gesetzt hatte.

Sie trank zwar ausreichend und gut, aber nahm nicht zu. Also die Kalorien waren zu wenig. Durch die Flasche kann ich ihr sie Nährstoffe geben, die sie braucht um zu gedeihen.

Vielleicht hilft dir diese umgekehrte Ansichtsweise etwas. Also das du durch die Flasche kein schlechtes Gewissen haben brauchst. Babys wissen schon, was sie wollen und brauchen.

lg lene

5

Bei uns klappte es auch nicht und in der heutigen Zeit ist das doch kein Problem mehr. Wir haben es probiert, andere probieren es nichtmal und sind auch keine schlechteren Mütter.
Rechtfertigen brauchst du dich deshalb vor niemandem 😄 freu dich an deinem Schatz, ich konnte mich nachdem ich nicht mehr pumpen musste erst so richtig am Mama-sein erfreuen und dem kleinen entspannt beim trinken zugucken. Für uns war stillen purer Stress, nicht jeder ist gleich.

LG

6

Ein schlechtes Gewissen hätte ich dann wenn ich mein Baby zum Stillen zwingen würde. Dass dein Sohn auf den Geschmack der Flasche gekommen ist ist doch nicht so tragisch. Er bekommt ja noch weiterhin mumi. Ich finde das beste was du tun kannst ist die Sache zu akzeptieren. Sieh es mal so - dein Baby wurde gestillt und scheint mit Pre und mumi klar zu kommen. Es scheint ihm gut zu gehen.
Andere Mütter haben wirklich große Probleme bei der Ernährung ihres Kindes. Versteh mich nicht falsch! Es ist doof dass es dir danit so mies geht, aber ist es nicht toll dass dein Baby gesund und munter wächst?