Vegane Eltern - Literaturempfehlungen, Tipps,...?

    • (1) 21.02.19 - 10:40

      Hallo ihr lieben,

      ich habe den Beitrag gerade schonmal im Babyforum geteilt, erhoffe mir aber ggf noch mehr Erfahrung durch den Post hier im Kleinkindforum.

      Wir sind stolze Eltern von einem 11 Monate altem Sohn, pflegen selbst eine vegane Lebensweise und möchten diese auch mit unserem Nachwuchs teilen, solang er noch nicht selbst entscheiden kann.
      Wir sind uns der Sache sehr sicher, fragen uns aber zb, wie es dann im Kindergarten mal sein wird.
      Hat evtl jemand Tipps oder Literaturempfehlungen?
      Vielen Dank schonmal im Voraus.

      PS: ich weiß, dieses Thema wird von manchen Leuten nicht gut verstanden. Ich bitte aber, von Anfeindungen abzusehen und bei offenen Fragen lieber erstmal nachzufragen :-)

      • (2) 21.02.19 - 10:55

        Ich kenne mich da nicht aus, würde aber an eurer Stelle einen guten Ehrnährungsberater, der sich mit dem Thema "vegan im Kindesalter" auskennt, aufsuchen. Und auch dann regelmäßig den Hämoglobin-Wert von eurem Kind bestimmen lassen. Ansonsten könnt ihr es ja so machen wie ihr wollt, warum auch nicht.

        (3) 21.02.19 - 10:58

        Ich geh mal davon aus, dass ihr die pflanzlichen Lebensmittel für Eiweiß und Eisen kennt. Dass ist ja meist was bei einer veganen Ernährung wichtig ist. Jetzt weiss ich nicht, wie es mit b12 aussieht. Wir sind zwar keine Veganer, haben aber einen sehr geringen Fleischverbraucher, und meine Tochter hat die ersten 14 Monate sich nahezu vegan ernährt, aus eigener"Überzeugung".😂 Sie hat aber sehr viel gestillt, deswegen hab mich da auch keine Gedanken gemacht. Und bei uns in der Nähe gibt es ein Montessori KiGa, der auch vegane Ernährung unterstüzt.

        • (4) 21.02.19 - 11:04

          Ja genau, mit den Lebensmitteln selbst kennen wir uns gut aus. B12 ist das einzige, was aufgrund der Ernährung supplementiert werden muss. Er wird aber auch noch viel gestillt und solange braucht er es noch nicht zusätzlich.
          Gut zu wissen, dass man bei Montessori auf offene Ohren stoßen könnte. Uns ist auch klar, dass man es nicht vermeiden kann, dass die Kinder sich gegenseitig was zu essen zustecken, was wir ihm nicht gebe würden. Aber man wünscht sich eben doch Erzieher, die "mitarbeiten" und man einfach ein gutes Gefühl hat, wenn wir ihn abgeben

          • (5) 21.02.19 - 13:13

            Hallo, ist das denn ein Kindergarten, wo die Kinder auch essen (abgesehen von Zwischenmahlzeiten) oder verbringt euer Kind nur wenige Stunden dort und nimmt die Hauptmahlzeiten zuhause ein. Falls dies nicht der Fall sein sollte, wird das whs schwierig, dh ihr müsstet ihm immer sein veganes Essen mitgeben, das müsste aufgewärmt werden etc. Was verstehst du unter "mitarbeitenden Erziehern"?

            Mal ganz unabhängig davon, dass das für die Erzieher ein doch erheblicher Aufwand ist, finde ich, dass solche "Sonderbehandlungen" Kinder ausgrenzen - sowieso, wenn nicht ein medizinischer Grund dahinter steckt. Einfach das Fleisch weglassen, ist ja noch recht einfach, aber kaum ein zubereitetes KIGA Essen wird den veganen Ansprüchen gerecht werden.

            Meine Meinung ist, dass man solche "Ideologien" zuhause durchaus praktizieren und den Kindern vorleben kann (vorausgesetzt natürlich, man ist wirklich fit in den ernährungstechnischen Fragen!), sodass sie im Verlauf aus freien Stücken entscheiden können, ob sie das für sich auch praktizieren möchten. Im Kindergarten würde ich die Kinder damit nicht ausgrenzen.

            • (6) 21.02.19 - 19:33

              Hi, das kommt aber tatsächlich auch auf den Kindergarten und die Erzieher an. Unser Kindergarten ist seit neuestem vegetarisch. Davor war unsere Tochter das einzige vegetarische Kind und es wurde für sie ein extra vegetarisches Essen beim Caterer bestellt. Die Erzieher haben da kein großes Ding draus gemacht und es gab nie Probleme mit Ausgrenzung oder so. Jetzt wird dort selbst gekocht, ausschließlich vegetarisch, so dass sich auch in Zukunft keine Probleme ergeben werden, zumindest im Kindergarten nicht.
              Wir haben aber auch mit den Erziehern besprochen, dass unsere Tochter das nicht-vegetarische (als es das noch gab) essen darf, bevor sie gar nichts isst. Falls sie ein Problem mit ihrer "Extrawurst" gehabt hätte. Kam aber wohl nie vor, soweit wir wissen...
              Liebe Grüße! Pamil

          • (9) 21.02.19 - 20:21

            Mit den "mitarbeitenden Erziehern" meine ich, dass es möglich wäre, mitgebrachtes essen erwärmen zu lassen. Genau, da kaum ein kiga-essen vegan sein wird, würde ich eben auch das essen mitgeben und ggf auch in Anlehnung daran kochen, was es im Kindergarten gibt, also ähnliche Gerichte kochen, nur ohne tierische Produkte.
            Ich denke aber nicht, dass das Kind damit ausgegrenzt wird. Es würde ihm auch nicht verboten werden, anderes zu essen.
            Genau wie alle anderen Eltern auch, wollen wir nur das Beste für unser Kind und haben uns massiv mit dem Thema der Ernährung auseinander gesetzt. Deshalb wünscht man sich natürlich auch, dass es möglich ist, das Kind guten Gewissens betreuen zu lassen und dass es zumindest sichergestellt ist, dass das Kind sich nach unseren Vorstellungen ernähren DARF und in der Kita nicht zu tierischen Lebensmitteln greifen MUSS

    (10) 21.02.19 - 19:38

    Hallo,

    Wahrscheinlich ist der beste Tipp, sich nicht von anderen verrückt machen zu lassen#schein. Wahrscheinlich bekommt ihr ständig Ratschläge oder auch nicht mehr ganz so gut gemeintes von außen zu hören, zumindest sobald es ums Kind geht. Zumindest war das bei uns so. Solange nur wir uns vegan bzw überwiegend vegan und selten vegetarisch ( vor allem mein Mann) ernährt haben, war das gar kein Problem. Als es dann ums Kind ging, gab es plötzlich riesige Diskussionen.

    Bei uns in der Kita habe ich mich schon ein paar mal sehr geärgert. Muslimische Kinder bekommen ganz selbstverständlich vegetarische Kost. Wenn man es aber nicht mit der Religion begründet, hat man nur mit ärztlichem Attest eine Chance, dass bestimmte Dinge nicht gegeben werden. Ich finde es vollkommen okay, dass man aus religiösen Gründen bestimmte Dinge nicht ist und die auch in der Kita nicht gegeben werden. Warum das dann aber bei Vegetariern oder veganen nicht geht, ist mir nicht ganz schlüssig. Allerdings haben wir auch gar nicht erst versucht, dass er in der Kita Sonderkosten kommt. Mein Ärger bezieht sich eher auf das Prinzip ;-) Bei uns wird sämtliches Essen in der Kita zubereitet und ausgegeben, wir dürfen nichts mitgeben. Inzwischen praktizieren wir es so, dass wir ihn in der Kita einfach essen lassen was er möchte, zu Hause aber nach wie vor so leben, wie wir das wollen. Wir beobachten auch, dass er überwiegend zu pflanzlicher Kost greift, auch wenn er frei wählen kann und wir woanders sind. Wir lassen ihn generell frei wählen und versuchen ihn nicht zu beeinflussen. Ein bisschen hege ich schon die Hoffnung, dass er sich irgendwann freiwillig für diese Ernährungsform bzw Lebensweise entscheidet. Aber wenn nicht, möchte ich ihm diese Entscheidung trotzdem freistellen.

    Alles Gute!

    • (11) 21.02.19 - 20:09

      Vielen vielen vielen Dank für deine Antwort und dafür, dass ich mich verstanden fühle! Ja, der Tipp, sich generell nicht zu viel reinreden zu lassen, war auch der allerbeste, den ich in der Schwangerschaft damals bekommen habe.
      Ich bin absolut bei dir! In meinen 4 vegetarischen Jahren bin ich schon auf allerhand Unverständnis gestoßen und bin dabei wirklich so, dass ich nie jemanden meine Meinungen und Lebensweisen aufzwingen wollte. Bzw. hab ich es auch nie an die große Glocke gehängt. Dann kam der Umstieg auf vegan und sobald iiiiirgendwo nur das Wort fällt, wurde uns so oft sofort eine so abwertende Haltung entgegen gebracht. Und nochmal, wir wären sehr glücklich, wenn die Welt morgen vegan wäre, sind aber beide (mein Mann und ich) Niemand, die anderen in ihr essen und in ihre Lebensweise reinreden. Und irgendwann fing das Umfeld an, zu verknüpfen, dass unser Kind ja später auch mal "richtige" Nahrung essen wird. Und ja, es ist nicht lustig, was da kommt. Wie aufgebracht die Leute sein können und wie abwertend. Es wird unendlich diskutiert, aber niemals auf wissenschaftlicher Basis. Man selbst muss ruhig bleiben und muss sich dabei so viel anhören. Dass wir, genau wie alle anderen dabei nur das Beste für unser Kind wollen, uns mehr als umfangreich informiert haben, niemandem was böses wollen, das sieht keiner. man kann es selbst nur schwer sehen, was andere so essen, aber aus Respekt hält man die Klappe.
      Genau, ich finde es auch nicht richtig, dass es einen Unterschied gibt, aus welchen Gründen man dies oder jedes nicht geben möchte. Wie kann ich mein Kind abgeben, wenn ich das Gefühl habe, gar nicht mitentscheiden zu können, was es essen wird? Man gibt sein Kind ja auch nicht irgendwohin, wo zb eine ganz andere oder generell eine Religion vermittelt wird, zu der man selbst nicht steht. Du wirst vermutlich auch mehr als nur die ethischen Gründe für vegane Ernährung kennen, die neben dem Umweltaspekt nun Mal ganz groß der gesundheitliche Nutzen ist. Und wenn man gut darüber aufgeklärt und überzeugt ist, klar möchte man dann gerne, dass sein Kind sich so ernährt, wie man selbst auch. Ich möchte ihm es auch nicht verwehren, anderes auszuprobieren und möchte auch nicht verbieten. Aber klar, ich möchte ihm mit gutem Beispiel voran gehen und wie gesagt, ich möchte auch nur das Beste für mein Kind und wäre deshalb über ein Entgegenkommen, bzw. einen offenen, toleranten Umgang der Erzieher dankbar.

      • (12) 21.02.19 - 23:20

        So wie ihr das praktiziert, finde ich das sehr vernünftig und die Wahrscheinlichkeit, dass ihr in diesem Bereich eine Vorbildfunktion für euer Kind habt und es diese Lebensweise freiwillig übernimmt, ist gross.

        Es ist schade, sind da die Fronten so verhärtet. Wir haben mehrere Vegetarier-Freunde, das ist total relaxed. Daneben eine Veganer-Kollegin - da finde ich die Zusammenkünfte, die ja häufig mit Essen einhergehen - recht unentspannt. Da werden jedesmal etliche Dosen mit irgendwas ausgepackt. Für Nichtveganer ist es sehr schwierig, so jemanden zu Besuch zu haben, da man mit all diesen Alternativprodukten einfach nicht ausgestattet ist. Ja, es gibt tausende tolle Veganer-Rezepte, aber wir haben weder Mandelmuss noch Hafermilch in unserer Küchengrundausstattung...

        Ich finde diejenigen Ideologien-Gruppen sehr anstrengend, die dauernd auf Sendungsbereitschaft sind und dich - ungefragt - missionieren. Häufig leider auch mit völlig unzureichendem wissenschaftlichem Background...

        Bei Euch klingt das sympathisch - ergo werdet Ihr hoffentlich auch kein Buch oä benötigen, sondern einfach aufgeschlossene nette KITA-Mitarbeiter, die hoffentlich die Extrazeit zum Aufwärmen aufbringen können.

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