Breiverweigerung - Erfahrungen?

    • (1) 06.08.19 - 15:19

      Hallo zusammen,
      meine Kleine (übermorgen 7 Monate) verweigert aktuell wieder jeglichen Brei. Wir haben angefangen mit ca 6 Monaten, weil sie sich angefangen hat fürs Essen zu interessieren, auf den Teller gelangt hat, auch sonst schon gut sitzen konnte (mit 6,5 Monaten hat sie sich selbstständig hingesetzt und saß schnell frei) und auch sonst alles an Reifezeichen hatte. Nach ner Woche waren wir bei knapp ner 3/4 Portion (mal Gläschen, mal selbstgekocht) angekommen. Dann kam die komplette Verweigerung, in der Zeit hat sie das sitzen gelernt, nach dem Motoriksprung ging es wieder ne Woche ganz gut. Dann wieder gar nicht, seit fast 2 Wochen. Ich hab die Uhrzeit variiert, Temperatur variiert, Sorte und Gläschenmarke variiert, aber nichts geht. Weil ich dachte vielleicht mag sie richtig süßes lieber hab ich es mit dem Milch-Getreidebrei versucht und mit dem Obst-Getreidebrei- keine Chance.
      Fingerfood- zeitweise ein bisschen, aber überwiegend auch nicht. Obwohl sie hellwach ist, fasst sie sich beim Versuch ihr was zu geben ins Gesicht, reibt sich die Augen, kaut auf ihren Fingern rum. Ich zwing sie dann auch nicht dazu. Muttermilch vom Löffel funktioniert, am Löffel liegt es nicht. Ich hab auch schon versucht Mumi und Brei zu mischen oder ihr erst nen Löffel Milch und dann nen Löffel Brei zu geben- keine Chance.

      Motorisch ist grade wieder was los (krabbeln und in den Stand ziehen), Zähne sind auch unterwegs- der erste ist durch, der zweite fast.
      Habt ihr Erfahrungen, Ideen, bei wem war es auch so und wann hat es mit dem Brei wieder geklappt? Ich mach erst mal konsequent 2 Wochen Pause und seh das ganze noch entspannt, aber: Ich hab echt Schiss dass ich bei jedem Zahn und jedem Motoriksprung wieder voll stille .. irgendwann muss sie ja mal essen? Ich weiß dass Milch theoretisch reicht und auch im ersten Lebensjahr Hauptnahrungsmittel sein sollte. Aber der Eisenvorrat geht ja auch langsam weg. Und irgendwann mal ein ganz bisschen weniger stillen wäre auch toll :(
      Liebe Grüße und danke schon mal!!

      • 🙋🏼‍♀️ Ja hier!

        Wir hatten so eine Zeit, als meine Tochter 8 Monate alt war. Vorher hat sie toll gegessen und wir hatten schon eine Menge eingeführt. Sie mochte eigentlich alles.
        Dann aß immer weniger und nach ein paar Tagen hat sie alles verweigert. Das ging 3,5 Wochen so. Ich habe in der Zeit viel versucht: verschiedene Lebensmittel, kochen, Gläschen, Fingerfood, süß, herzhaft, warm, kalt, ein paar Tage Pause... hat alles nichts gebracht. Ganz plötzlich ging’s dann wieder. Erst Obstbrei, dann Gemüsebrei, Getreidebrei und Milchbrei und zum Schluss auch der Gemüse-Fleisch-Brei. Woran es lag... 🤷‍♀️ Keine Ahnung. Sie hat in der Zeit keine Zähne bekommen, hatte laut meiner App keinen Schub und hat auch sonst keine motorischen Meilensteine erreicht.... ich hatte nur das Gefühl, dass sie in der Zeit gewachsen ist.

        Das kann dauern, bei uns hat es bis zum ersten Geburtstag gedauert, bis unsere Tochter Mahlzeiten komplett ersetzt hat. Solche Phasen mit Totalverweigerung hatten wir ab und zu mal. Ich würde es einfach regelmässig anbieten ohne Zwang.

        So funktioniert eben die Entwicklung - insbesondere bei kleinen Kindern. Wie du das ja auch schon beobachtest: Mal ist die Motorik dran, dann wird laufen gelernt und alles andere ist unwichtig, der Körper nutzt jede Ressource dafür. Dann ist mal die Sprache dran und motorisch tut sich nichts oder geht sogar wieder einen Schritt "zurück". Ich merke bei meinem Sohn, dass wenn gerade kognitiv es irgendwo im Sprung weitergeht, er sich sprachlich wieder etwas primitiver ausdrückt.
        Ist dein Kind da gerade in einem Sprung und hat ein riesen Interesse und Motivation und das wird durch äußere Umstände gebremst dadurch, dass sie eben anderweitig gefordert wird, schadet es ihrer Entwicklung. Denn das hat schon so alles seinen Sinn und jedes Eingreifen wirkt sich nur negativ aus.
        Daher kann eine zu frühe oder zu schnelle Beikosteinführung eben auch zu Entwicklungsverzögerungen führen, es ist ja nicht nur das essen, sondern auch das rein körperliche Verdauen und auch die kognitive Verarbeitung der Geschmäcker, der Konsistenz etc. - das fordert unheimlich viele Ressourcen.

        Damit will ich sagen: lass sie einfach.
        Der Eisenvorrat KANN zur Neige gehen, er kann aber auch locker anderthalb Jahre reichen. Hattest du extremen Eisenmangel in der Schwangerschaft? Ich denke, wenn sie einen Mangel hätte, würde ihr der Körper das auch signalisieren und sie würde anfangen zu essen. Selbst wenn nicht, würde ich eher Eisentabletten geben, als mit Ablenkung/Manipulation etc sie zum essen zu bewegen.
        Wenn du weniger stillen möchtest, kannst du natürlich überlegen, ob ihr jemand anderes eine Flasche mit Pre-Milch geben soll.

        • Ja, ich mach jetzt auch erstmal zwei Wochen Pause und versuche es dann wieder. In der Schwangerschaft war alles gut, bei der Geburt hab ich massig Blut verloren (da war die Kleine aber schon da und Nabelschnur zeitgleich weg), Kreislaufschock, zwei Blutkonserven (bei Hb 6,0), aber hab zu den Konserven auch noch Eisen bekommen und nach drei Wochen waren die Werte wieder gut.

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