Wie läuft "echtes Vollstillen" ab?

Hallo, ich habe Mal eine etwas andere Frage...
Und zwar kann ich wegen tubulären Brüsten nicht Vollstillen, möchte aber trotzdem gerne stillen und das so lange wie möglich.

Die Große stillte ich 15 Monate und sie hatte keinen Schnuller. Zugefüttert wurde viel zu spät, wäre zu Beginn der ersten Woche bereits nötig gewesen. Wir hatten Abpumpen probiert, Clusterdeeding von 30h und einen Horrorstart und sie hatte ziemlich Untergewicht, aber es glücklicherweise schnell aufgeholt. Habe nach jeder Mahlzeit zugefüttert, aber versucht vorher immer 2 links, zwei rechts zu stillen und auch Mal Clustern zugelassen, besonders in der Nacht (das wurde mir zum Verhängnis!). Wir hatten sehr viele Mahlzeiten (8-10).

Bei der Zweiten wusste ich womit ich es zu tun habe, dass ich eh nicht vollstillen kann und erkennen muss, wann ich zufüttern muss (3. Lebenstag). Eigentlich hatte ich total Abneigung zu stillen, wegen der ersten Stillgeschichte, aber ich wollte dann doch und es war auch richtig. Allerdings habe ich mich dieses Mal für den Schnuller entschieden. Ich habe es wegen der Großen und der Still und Flaschenfütterzeit nicht geschafft mehr als beide Seiten einmal zu stillen und dann die Flasche zu geben. Dementsprechend hatten wir von Anfang an 6-7 Mahlzeiten, dementsprechend wenig war die Milch, Dauernuckeln in der Nacht war ein No Go, das ertrage ich nicht erneut. Leider habe ich sie nur 4 Monate gestillt, dann kam der RS Virus und es war nur eine Quälerei mit dem vorher stillen, dazu hatte sie keine Kraft, ist eingeschlafen. Meine Milch ging komplett weg, habe es sehr bereut es danach nicht nochmal probiert zu haben, es hat mir gefehlt, diese Nähe...

Dementsprechend möchte ich das dritte Mäuschen nun versuchen länger zu stillen, außer es geht einfach nicht. Ich möchte keine Milchpumpe oder Brusternährungsset oder so, nur normal stillen, so lange wie wir möchten. Einen Schnuller muss ich aber geben, das ist mir sonst zu extrem.
Meine Milch schießt erst super spät ein, bildet sich nur sehr langsam nach zwischen den Mahlzeiten und ist halt nicht super viel.
Wie läuft bei euch das Stillen ab inklusive Clusterfeeding, wann und wie oft und wie lange geht dieses? Was habt ihr sonst für Tipps oder so?
lg

Bei der Großen habe ich das nächtliche Dauernuckeln nicht mit eingerechnet, und es waren 8-12 Mahlzeiten, nicht 8-10.

Erst mal ne neugierige Frage: wie hast du bemerkt, dass du tubuläre Brüste hast? Erst beim Stillstart oder vielleicht schon vor der Schwangerschaft?

Ich habe bis vor kurzem Vollgestillt. Mindestens alle 3 Stunden, beidseitig. Nachts Einschlafstillen mit clusterfeeding. Nachts alle 2-3 Stunden (manchmal Stundenlanges Geschrei, inkl Clusterfeeding). Sagen wir es mal so: ich bin froh, dass jetzt Breizeit ist :)

Ich habe mein leben lang gedacht, ich sehe anders aus am Vorbau, aber mir nichts weiter gedacht. Dann war ich 5 oder 6 Monate nach der Geburt der Ersten in der Stillambulanz und da hat die Beraterin das direkt gesagt, mir den Kopf gewaschen, dass ich mehr als Alles gegeben habe und die Zeit ab jetzt genießen soll. Sie sagte, dass ich damit erstmal klarkommen muss, es dann aber die Erlösung ist, es endlich zu wissen, dass ich nichts falsch mache. Dem war auch so. Meine Gyn hatte ich dann beim nächsten Termin direkt darauf angesprochen, die meinte vor der Geburt nur immer, mit kleinen Brüsten könne man auch Stillen... Nun ja, sie sagte mir dann eiskalt, dass sie das wusste, mir das aber bewusst nicht gesagt hat.. Das war für mich erstmal ein Schock und großer Vertrauensbruch, aber ich habe mich trotzdem entschieden bei ihr zu bleiben. Sie hätte mir aber vorab sooo viel Druck abnehmen können, es wäre nicht zu dem extremen Untergewicht gekommen, ich hätte mir die Depression erspart und alles drum und dran... Versucht zu stillen hätte ich so oder so und gekämpft, aber nicht auf diese Weise, meine Tochter und Ich haben wegen der Sache bis heute was mitgenommen aus der Sache... Naja nun ist es so.

Danke dir für deine Antwort. Stressig ist stillen alle Male, aber auch ein segen was die Bindung angeht. Wie läuft denn das Clusterfeeding ab? Wie oft wechselst du die Brust ohne Pausen dazwischen, wie lange dauert eine Brust ungefähr und ist es täglich? lg

Ich hatte zum Glück keine Probleme mit dem Stillen, nur Abpumpen geht bei mir so gut wie gar nicht. Daher habe ich meist auf mein Bauchgefühl vertraut. Eine Brust solange bis es sich angefühlt hat als käme nichts mehr, also so ein unangenehmes Ziepen beim Saugen und dann Wechsel. Beim nächsten Mal mit der anderen Brust begonnen. Gestillt wurde nach Bedarf, von stündlich bis 5 Stunden Abstand war alles dabei. Teils phasenweise, teils tageszeitabhängig. Geclustert wurde auch, in dem Maße, wo ich es ertragen konnte. Sprich, wenn es mir zu unangenehm wurde, gab es eine Pause.

Lustig finde ich deinen Satz "Ich habe mich für den Schnuller entschieden." Man kann sich gegen einen Schnuller entscheiden, aber nicht für. Das kann nur das Baby. Meine Babys haben sich ab Tag 1 nach der Geburt gegen den Schnuller entschieden. Da war nichts zu machen. 😏

Ich stille schon bald ein Jahr nicht mehr, hatte meine Tochter aber 10 Monate voll gestillt.
Wir hatten eine traumhafte Stillbeziehung, dass ist wahrscheinlich nicht der Maßstab, weil es doch häufiger Schwierigkeiten gibt.
Ich hatte bereits in der 20. SSW Vormilch und musste in der Nacht Stilleinlagen tragen, da sonst alles nass war. Meine Milch war mit der Geburt da, ich habe keinen Milcheinschuss gespürt und konnte gleich im Kreißsaal stillen. Meine Tochter hat nach der Geburt kaum abgenommen, wir wurden nur mit 50g weniger als zur Geburt entlassen.
Clusterfeeding kenne ich nicht, hat meine Tochter einfach nicht gemacht 😊 Mit zwei Wochen hat sie den Schnuller akzeptiert, die Brust zum Beruhigungssaugen brauchte sie nicht.
Sie hat alle 2h tagsüber getrunken, in der Nacht alle 4-6h. Pro Stillmahlzeit habe ich eine Brust gefüttert und meine Tochter hat 10min gebraucht, um sie leer zu trinken. 2h später war dann die andere Brust dran. Ich habe auch regelmäßig abgepumpt, damit der Papa eine Flasche füttern konnte, wenn ich nicht da war.
Ich war wirklich mit viel Milch gesegnet, hatte aber auch einen starken Milchspendereflex, was mich manchmal sehr gestört hat. Dadurch hat sich meine Tochter oft verschluckt oder die Milch schoss eben durch die Gegend, wenn meine Tochter abgedockt ist.
Alles in Allem will ich mich aber nicht beschweren 😊 Ich vermisse das Stillen noch heute und war sehr traurig, als sich meine Tochter selbst abgestillt hat...

Hallo rosa-lila-blau,

es tut mir leid zu lesen, das du so eine kräftezehrende Stillzeit hast/hattest.

Ich glaube zum erfolgreichen Stillen gehört paradoxer Weise eine gehörige Portion Naivität (vorausgesetzt physisch ist alles in Ordnung, da hast du ja leider das Problem der tubulären Brüste).

Für mich selbst heißt das: Gutes Grundwissen in Sachen stillen sollte man haben und dann nicht weiter drüber nachdenken.

Meine erste SS war eine Zwillingsschwangerschaft, für mich war damals klar, das ich stillen möchte.. die beiden kamen dann 3 Monate zu früh und es stand erst wirklich schlecht um beide... man hat mir direkt die Milchpumpe in die Hand gedrückt und siehe da.. trotz extremer Frühgeburt und Not-KS... direkt war die Milch da.... Wäre sie nicht da gewesen: So what…. ob Muttermilch oder nicht … wir hatten grad weitaus größere Probleme... so gingen die Wochen dahin und ich hab einfach ohne weiter nachzudenken, immer alle 4 std gepumpt und den Mädels dann die Milch über die Flasche gefüttert... zum selbst trinken waren sie erst zu schwach und als sie dann nach Hause durften wussten sie mit der Brust nicht so viel anzufangen.. haben immer mal wieder gestillt, aber über die Flasche zuende gefüttert.... so lief es dann 6 Monate, danach habe ich langsam abgestillt, weil ich mit den Mädels alleine war und mit zunehmender Mobilität der beiden nicht mehr so gut zum abpumpen kam...

8 Jahre später kam dann unser Nesthäkchen... auch da hab ich nur für mich gewusst dass ich stillen möchte... er kam knapp 4 Wochen zu früh aber hatte keinerlei Probleme...
Haben vom ersten Moment an gestillt.... 2 Tage später kam der Milcheinschuss. In diesen Tagen hat man mir im KH immer angeboten zu zu füttern... ich bin das aber einfach übergangen... Ab Tag 2 war dann ja die Milch da und der kleine kam anfangs zwischen 1-2 stunden, nachts ebenso...Clusterfeeding hatten wir auch... ich vergesse nicht wie ich nach 2,5 Wochen mit ihm Abends bei Freundinnen war und er 4 Stunden lang von links nach rechts, von rechts nach links gewandert ist (an anderen Tagen zuhause auch, aber dieses Erlebnis bleibt mir so bewusst, weil ich halt den ganzen Abend immer eine Brust ausgepackt hatte während die anderen mit ihrem Weinchen da saßen :D ) Clustern kam immer wieder mal vor... aber so war es dann....
Wir hatten wunde bis blutende Brustwarzen, sehr schmerzenden Milchspendereflex--ich hab stellenweise geweint und geflucht, Milchstau, starken Milchrückgang (als der kleine mal kurzzeitig meinte durchzuschlafen, ist aber wieder vorbei ;D ) , 2 tägigen Stillstreik und vor 2 Wochen den RS Virus (braucht kein Mensch!!!! )… irgendwie haben wir immer einfach weiter gemacht unter den Voraussetzungen die wir grad hatten... ich muss wohl zugeben das ich dann wenn er schlecht getrunken hat (Stillstreik und RSV) ich zudem abgepumpt habe...

Ich hab mich nie gestresst (und sonst stresse ich mich schnell mit allem möglichen), hab mir immer irgendwie gedacht; joa, so ist es jetzt halt... das gehört dazu...

DAS meine ich mit Naivität.... ich war immer aufgeklärt, kannte verschiedene Stillpositionen, wusste was Clustern ist, wie ich mir bei einem Milchstau helfe, was ich essen darf und was nicht.... nur Sorgen, die hab ich mir in Sachen stillen nie gemacht...

So ein Verhalten würde ich mit von mir selber in vielen anderen Lebenslagen wünschen... immerhin beim stillen hat es geklappt...

Morgen starten wir mit der ersten Beikost... der kleine ist jetzt 5 Monate alt.. mal sehen wie es weiter geht... ich bin guter Dinge.


Dir wünsche ich alles gute und das es bei deinem dritten Mäuschen deutlich stressfreier für dich wird

Ich habe 4,5 Monate vollgestillt und stille jetzt noch teilweise. Am Anfang hat der Zwerg alle 1,5 Stunden getrunken so ca 20 Minuten aber er wollte immer nur eine Brust. Erst so mit 3 Monaten hat er immer beide getrunken und dann nur 10 Minuten pro Seite. Schnuller gabs hier von Anfang an. Die Clusterfeedingphase war mit ca. 4-6 Wochen. Da hing er nachmittags bis abends vier Stunden an der Brust. Das hörte dann von selbst wieder auf. Wenn ich eine Pause brauchte gabs kurz den Schnuller. Deck dich für diese Zeit mit Snacks und trinken ein, schaue vielleicht leise TV oder lies ein Buch. Wichtig sind Multimam-Kompressen für schmerzende Brustwarzen.
So mit 2 Monaten kam er nachts nur einmal und tagsüber alle 2 Stunden. Mit 4 Monaten kam er nachts alle Stunde bis zwei Stunden und tagsüber auch. Mittlerweile stille ich neben Beikost noch zweimal und nachts gar nicht.