Versteht doch einer die Gesellschaft

Muss mir mal Luft machen.
Manchmal frage ich mich was heutzutage los ist.
Mein Sohn wird 7 Monate alt, dennoch kommt immer noch die Frage stillst du. Wenn ich selbstbewusst sage das ich ihn überhaupt nicht stille, kommt das nervige:
Wieso?
Warum hast du es nicht versucht?
Das Kind wird fett von 1er und Brei deswegen wäre stillen besser....!
Wie kannst du nur, das arme Kind bekam die Brust verwehrt!
Still beim nächsten Kind! Wenn ich antworte es gibt kein weiteres, fängt eine erneute Diskussion an warum ein zweites besser wäre.

Ich denk mir was das stillen angeht, das der Drop doch eh gelutscht ist. Er ist 7 Monate, Zeitmaschinen gibts nicht und die meisten Babys sind eh indem Alter abgestillt. Mein Kind ist nicht mal im Ansatz zu dick, der Kinderarzt findet ihn ok und würde manchmal gern 200-500 gramm mehr sehen.
Genauso daa Thema zweites Kind. Ich bin 30 mein Mann 33 wir fühlen uns seitdem er da ist zu alt für ein weiteres, außerdem denken wir logisch mit. Ein zweites würde ich nicht wuppen, erneute Risikoschwangerschaft, zudem wenn wir ehrlich sind herrscht Kitaplatzmangel, Wohnraummangel und es ist auch nen finanzieller Hintergrund. Ein Kind reicht uns deswegen vollkommen. War zwar selbst Einzelkind und hätte auch gerne ein Geschwisterchen gehabt aber es sollte nicht sein.
Dennoch frag ich mich immer wieder wo in der Gesellschaft die Grenzen sind des persönlichen Erfragens. Ob jemand stillt oder nicht oder ob jemand 10 Kinder oder nur 1 will geht ja letztendlich nur einen selbst was an.
Thema stillen ist ja eh so ein empfindliches Thema, aber ich finde das da viele Stillmütter zuweit gehen mit ihren Rabenmuttergehabe. Ich bin der Meinung das stillen nichts an der Bindung ändert. Mein Sohn ist dennoch ein sehr Mutterbezogenes Kind und glücklich. Mein Vater sagt schon immer da er noch nicht im eigenen Zimmer schläft sondern gerade so im Beistellbett das es auch ein Stillkind sein könnte was die Nähe betrifft.
Genauso die Unterschwelligen Blicke wenn man sagt er mochte kein Tragetuch.
Geht euch das auch manchmal audb Zwirn?

5

Am besten zurück fragen, wie es der Person mit ihrer Inkontinenz geht. Du hättest da einen guten Tipp in der Apotheken Umschau gelesen. Dann merken die, dass fragen auch zu intim sein können.

1

Sobald du Mutter bist, denken sämtliche Leute, dass sie sich in dein Privatleben einmischen und dir ungefragt Ratschläge geben dürfen.

Unser Sohn ist 14 Monate alt. Ich stille ihn noch. Ja, IMMER NOCH, wie ich gestern einer entsetzen Mutter versichert habe, die meinte, dass man mit einem Jahr doch abgestillt haben muss. Ich frage mich, was sich Mütter anhören dürfen, die wirklich lange stillen.

Also: Wir sollen stillen, weil das das beste für unser Baby ist, aber nicht zu lange, weil das bedeuten würde, dass wir nicht loslassen können.

Ins eine Ohr rein, ins andere wieder raus ...

2

*aus dem anderen wieder raus

Tut mir leid, das Kind schläft nicht und ich bin müde 😴 Da hab ich natürlich auch was falsch gemacht. Er müsste ja längst durchschlafen, so wie die Babys von den alten Leuten damals, die mir ungefragt an der Haltestelle erzählt haben, dass ihre Kinder VON ANFANG AN durchgeschlafen haben.

32

Ja genau. Und die konnten abends einfach feiern gehen 1960, weil das Baby durchgeschlafen hat ab Geburt. Das sagte mir so unsere 80-jährige Nachbarin. Und im selben Atemzug, ist mit ihrem Sohn alles in Ordnung? Der weint ja nie.

Versuche nicht hinzuhören und denk dir deinen Teil ;-).

weitere Kommentare laden
6

Hallo.

// aber ich finde das da viele Stillmütter zuweit gehen mit ihren Rabenmuttergehabe. //

Ja solche und ähnliche Aussagen gehen mir sehr auf den Zwirn. Dann schau ich meine glücklichen und zufriedenein Kinder an, und sofort wird mir klar alles richtig gemacht zu haben. 😏

Lg

7

Oh ich. Herr Wurm ist nun 5 Monate und 2 Tage alt und ich werde seit 5 Monaten gefragt wann denn das zweite kommt 🙄🙄🙄 wir wollen nur eins.
Ja aber... Einzelkinder sind verzogen.
Ihr habt doch das Geld.
Dann baut man halt nochmal neu.
Zwei sind doch viel schöner.
Er braucht doch wem zum Spielen.
Ihr seid doch noch jung.
Nur um ein paar Beispiele zu nennen😐

Ich habe mir vorgenommen, das erste Lebensjahr zu stillen.
Da kommen dann Sachen wie:
Das ist doch viel zu lange.
Da ist das Kind doch schon.
Da hat er doch schon Zähne.
Willst du nicht mal wieder was allein machen.
So kann er ja aber gar nicht bei mir schlafen.
Ich konnte endlos so weiter machen.

Schön sind auch immer die Aussagen von den Leuten die gar keine Kinder haben. 🙈

40

😂 Ja, die Kinderlosen haben immer die meiste Ahnung 😆 vorallem die Kinderlosen Ü80 in unserer Familie 🙄

8

Hier das gleiche, mit dem Unterschied das ich am Anfang gestillt habe und sie nicht genug zunahm und der kinderarzt zum zufüttern riet.
Trotzdem wird einem unterstellt, dass man es nur nicht genug versucht hätte...🙄
Ich hätte wirklich gerne gestillt und habe einiges versucht, aber irgendwann habe ich mich entschieden das es nun reicht, dass Kind endlich satt sein soll und wir beide nicht so viel Stress brauchen...
Kind hat daraufhin in zwei Wochen 1,4 kg zugenommen. Das sagt glaube ich alles.
Fett ist sie übrigens überhaupt nicht. Sie bleibt sich seit der Schwangerschaft schon kurz über dem 50 Prozent Durchschnitt treu 🤷🏼‍♀️
Fehlen tut ihr auch nichts 🤷🏼‍♀️
Krank war sie auch nicht öfter als gestillte Kinder 🤷🏼‍♀️
Ich finde das geht auch einfach niemandem was an! Muss jede Frau selber entscheiden.
Wir haben aus genau den gleichen Gründen ein Kind. Sie ist jetzt knapp 10 Monate und wir sind dieses Jahr 40 und 45 geworden.
Für mich war die Schwangerschaft nicht so schön, ich hatte zum Schluss trotz Medikamente einen Blutdruck von 150/100. Die Gyn sprach von Präeklamsie, wollte keine Verantwortung mehr übernehmen und wollte das eingeleitet wird. Die Klinik hat gesagt, dass alle anderen Werte unauffällig sind und sie das deshalb mixt nötig finden.
Da ich keine Einleitung wollte, habe ich das ausgesessen, aber glaube nicht, dass ich mich nicht total beschissen dabei gefühlt habe und gebangt habe es geht bald los.
Nach der Geburt blieb der Blutdruck so hoch, was laut Hausarzt für die Präeklamsie sprechen würde.
Ich werde das nicht freiwillig noch mal machen, denn da sind sich alle einig, dass das beim nächsten versuch mit Problem einhergehen wird.
Interessiert keinen, schließlich braucht mein Kind ein Geschwisterchen, sonst lernt es nicht teilen und ist ganz alleine wenn wir sterben.
Mag sein, ich für meinen Teil wünsche mir, dass meine Tochter länger eine Mutter hat als bis zum Ende der Schwangerschaft ihres Geschwisterchens🤦🏼‍♀️

10

Knapp unter dem 50 Prozent nicht darüber...🤦🏼‍♀️

11

das ist so typisch deutsch... egal wie du es machst: genörgelt wirrd immer!
ich habe alle lange gestillt, und bekam ab spätestens dem 4. monat zu hören "stillst du immernoch? der muss doch mal was anderres haben"
und bei jedem weiteren kind hieß es: war das geplant? meint ihr? noch eins gibts aber nicht oder?

und mein bindung ist zu allen kindern unterschiedlich, obwohl ich alle mindestens 8 monate gestill hatte..

Ein grund mehr sich nicht reinreden zu lassen. ich bin ja froh für jede gute meinung um mich herum. die kann ich mir angucken, mir meine eigene dazu bilden, und es dann amchen wie ich es für am besten halte.

mein erstes kind hat auch mit 6 wochen im eigenen zimmer geschlafen. für ihn war es ok, r hat ja durchgeschlafen, für mich war es schlimm, hab mich total amputiert gefühlt... zu ihm hab ich heute die geringste bindung, bzw er zu mir... ob es zufal ist? wer weiß... für seine geschwister wäre es der horror gewesen... die hätten im eigene zimmer ja nur geplärrt...

ich bleibe dabei: immer gucken was in DER situation, in DER familie und für DIESEs kind das beste ist. und den einen einzig richtigen weg gibt es sowieso nicht. genaus wie den einen immer richtigen...

also: nein, wirklich drüber aufregen tu ich mich auch nicht (mehr) aber beim ersten kind konnten sie mich eine weile verunsichern und ins grübeln bringen. ich hab vielen dann einfach gar nichts mehr erzählt.

12

Schade. Tut mir leid , das du solche Situationen erleben musst.
Allerdings muss ich auch mal berichten, das es das nicht ausschließlich gibt.
Denn ich habe sowas bisher nicht erlebt.
Ich bekomm eigentlich nur positives Feedback.

13

"...die meisten Babys sind eh indem Alter abgestillt..."

Das glaube ich nicht.

14

Mein Sohn und seine 4 babykumpels wurden da alle noch voll gestillt. Beikoststart ging da grade erst los.

18

Tatsächlich habe ich kürzlich eine Statistik gesehen - vll fällt mir wieder ein wo - dass ein Teil nach 4 Monaten und ein großer Teil nach 6 Monaten abstillt. Mit 1 sind dann fast alle abgestillt in D. Aber der Großteil wohl bereits mit 6 Monaten. War mir so nicht bewusst.

weitere Kommentare laden
16

Daran kannst du dich tatsächlich schon mal gewöhnen. Es wird immer jemanden geben, der weiß was für dein Kind am besten wäre.
Ob das Kind zu schnell in der motorischen Entwicklung ist („als Mutter solltest du da aber nicht so drängen“) oder zu langsam („da solltest du aber wirklich mehr hinterher sein“), ob das Kind Familienkost bekommt („Uuuhh, da hätte ich ja Angst, dass es erstickt“), oder Brei („Uuuhhh, das ist aber garnicht gut für die Entwicklung der Kaumuskeln“). Gläschen („diese Chemiepampe“) oder selbstgekocht („Hätte nicht gedacht, dass ihr so Ökos seid“).
Später dann die Betreuungsform: Kita („Wozu kriegt man ein Kind, wenn man es gleich wieder weggibt“), zuhause („Und das ist wirklich erfüllend für dich? Ich brauche ja Kontakt zu Erwachsenen. Das arme Kind braucht doch auch soziale Kontakte und was ist mit deiner Rente?“) Und so weiter.

Das hört leider NIE auf. Klar kann man jedem einen blöden Spruch drücken und wenn es immer von den gleichen kommt, sollte man da auch mal eine Grenze ziehen. Aber im Normalfall lohnt es sich garnicht. Einfach lächeln und winken 👋