Fütterstörung- wir wissen nicht mehr weiter

Hallo, wir sind momentan sehr verzweifelt. Unser kleiner ist jetzt 6 Monate alt. Ich habe problemlos gestillt. Jedoch mit Beikostbeginn begann bei uns das Drama. Er trank immer schlechter an der Brust, ich dachte es wäre nur eine Phase, weil er auch zu dem Zeitpunkt gezahnt hat. Dann verweigerte er oft komplett die Beikost und auch immer häufiger das Stillen. Nun war es so schlimm, dass er plötzlich weder trinken noch essen wollte und unsere Kinderärztin hat uns ins KH eingewiesen. Als er dort nach zwei Tagen immer noch nicht trinken wollte, bekam er eine Magensonde. Die Flasche verweigert er komplett und hat er auch noch nie genommen . Heute am 9. Tag im Krankenhaus fängt er wieder etwas an zu trinken aus der Brust, ich muss abpumpen und das was ihm fehlt bekommt er über die Sonde. Er trinkt 70 ml und ist total zufrieden und freut sich, jedoch ist das natürlich viel zu wenig. Mittags und abends sollen wir es weiterhin mit Brei versuchen. Ich bin der Verzweiflung wirklich sehr nahe. Alle organischen Ursachen wurden ausgeschlossen, der Arzt meinte es gäbe eine große Bandbreite an Fütterstörungen. Ich weiß nicht wie wir es hinbekommen, dass er ordentlich dann frühs und einmal in der Nacht seine Milch bekommt wenn wir irgendwann wieder zuhause sind und er nur so wenig trinkt . Hat irgendwer Erfahrungen mit Fütterstörungen und wie lange hat es bei euch gedauert?

1

Erfahrung hab ich keine. Aber das klingt absolut anstrengend! Ihr Armen! Ich hoffe, es wird bald besser!!

2

Hallo, wir haben hier einen langen Leidensweg hinter uns mit mehreren KH Aufenthalten wegen kompletter Nahrungsverweigerung. Mein Sohn ist mittlerweile fast 4 Jahre alt und noch immer knapp unter der ersten Perzentile und zu leicht. Er isst aber mittlerweile so gut, dass wir keine so großen Sorgen mehr haben. Es hat jedoch lang gedauert, auch wenn es nicht das ist was du bestimmt gern hören würdest :(
Auch bei uns wurde alles ausgeschlossen, sogar die ungewöhnlichsten Sachen wurden getestet. Im Krankenhaus gab es öfter Vorwürfe, ich soll ihm doch was "leckeres" kochen und es kamen Schwestern mit "Keksbrei" an. Er hat es natürlich nicht gegessen. Er hat absolut nix gewollt, egal ob süß oder was auch immer. Immer wieder gab es dann kleinere Fortschritte, absolut niemals haben wir Druck ausgeübt. Sobald er krank war, 1 mal kurz schniefen reichte schon, hat er wieder alles verweigert. Mit dem Älter werden wurde es langsam etwas besser, er aß aber nur miniportionen und nur Kartoffeln oder Brot, sonst nix. Sobald irgendwas anderes probiert wurde, hat er es schreiend "ausgebrochen". (Er hat selbst freiwillig probiert, immer) Er bekam komische Gewohnheiten, hat sein Essen nie angefasst und nur Häppchen mit Gabel gegessen, auch das Brot. Jetzt fängt es mit fast 4 an sich zu geben und er isst auch ohne Gabel. Langsam erweiterte er den Speiseplan. Wir testen immer mal wieder seine Versorgung, mittlerweile ist es gut. Es hört wirklich irgendwann auf so ganz übel zu sein. Das Alter hilft doch irgendwie mit. Er wächst jetzt auch konstant knapp unter der ersten Perzentile, rutscht also nicht weiter ab. Glaub der einzig sinnvolle Tipp den ich euch auf dem Weg mitgeben kann, absolut niemals Druck ausüben! Das riet uns auch die Ernährungsberatung im Krankenhaus. Also übees essen generell keine Kommentare. Hilfreich war bei der Speiseplanerweiterung immer und immer wieder dasselbe hinstellen, bis es probiert wird und iwann auch mal schmeckt. Kinder müssen Dinge bis zu 7 mal kosten bis sie es akzeptieren. Das traf bei unserem Sohn tatsächlich zu. Ich würd auch bei Breien nicjt immer was neues testen oder anbieten. Immer und immer wieder dasselbe, das hilft irgendwie bei der Akzeptanz.
Ich wünsche euch viel Geduld und Kraft auf dem Weg, und dass es bei euch vielleicht schnell vorbei geht!
Liebe Grüße

3

Wann fing das bei euch an? Am Anfang hab ich immer gedacht, er wird doch mal ein Hungergefühl entwickeln irgendwann aber ganz im Gegenteil

4

Bei uns fing es schon vor dem Beikoststart an. Ich glaube die ersten Probleme traten schon mit 2 bis 3 Monaten auf. Er verweigerte die Brust oder trank zu wenig. Das legte sich aber immer wieder. Ab Beikoststart wurde es dann extrem und wir waren mehrmals im Krankenhaus. Ein Hungergefühl schien unser Kleiner auch nicht zu haben. Aber er hatte eins, als er älter wurde kristallisierte sich das raus. Er schien jedes Leid auf Hunger zu schieben und schrie ständig nach "Quetschie". Er aß fast nur selbstgemachte Quetschies aus ungesüßtem Müsli mit Hafermilch. Er fiel hin - Quetsche, er hatte Angst - quetschie. Echter hunger war das nie, er aß dann auch kaum, aber er glaubte jedes schlechte Gefühl ließe sich mit Essen beseitigen, daher glaube ich er "litt"hunger und der Quetschie beseitigte oft sein Leid, sodass er das übertrug. Bis heute fragt er manchmal noch nach Quetschies, wenn er zu doll hunger kriegt, weil er z.b. das kita essen ganztags verweigert hat. Im großen und ganzen isst er aber eher irgendwas, und wenns nur eine Kartoffel ist.

weitere Kommentare laden
5

Mein Großer hat gefühlt von 1-3 von Luft und Liebe gelebt. Auch schon im ersten Lebensjahr war das Essen total unwichtig. Ich hatte auch immer den Eindruck er hat keinerlei Hungergefühl.
Was habe ich mich am Anfang verrückt gemacht. Geholfen hat es nicht.
Was geholfen hat war die Zeit und Geduld. Möglichst keinen Druck ausüben. In der Kita hat er immer besser gegessen wie zu Hause (Futterneid).
Ab 3 Jahren wurde es merklich besser und heute mit fünfeinhalb habe ich manchmal das Gefühl er frisst mir die Haare vom Kopf.
Was geblieben ist, dass er nur eine Auswahl an Lebensmitteln isst. Wir bieten regelmäßig Neues an, es dauert aber sehr lange bis er es probiert und nicht alles wird in den Speiseplan aufgenommen.
Euch viel Glück und Geduld.

7

Auch wir kämpfen bei jeder Flasche. Geboren bei 24+1, jetzt 8 Monate alt, korrigiert 4.
Es ist ein ewiges auf und ab. Es gibt gute Tage mit 700-800ml (bei 6kg) und Tage wie heute mit 350ml.
Für die Kalorien bekommt er Duocal zugesetzt. MuMi hat er plötzlich verweigert, jetzt gibt es Pre. Tut mir wenigstens nicht so weh beim ständigen Wegschütten.
Ich bekomme ständig gesagt ich soll ruhig bleiben, ohne Druck. Wenn er den Kopf wegdreht, aufhören..wenn ich das mache, trinkt er nie!

So wird geschrien wenn die Flasche in den Mund kommt und nach ca 1 Minute trinkt er dann doch. Organisch ist nichts gefunden worden. Wir geben sogar Antireflux Pulver in die Milch...

Ich versuche es auszusitzen. Solange er nicht dehydriert und einigermaßen zunimmt, lasse ich es so laufen. Und freue mich über jede gute Flasche

Ich drück dich! Kann dich gut verstehen und habe auch Angst dass wir wieder an der Sonde hängen

8

Wir haben auch versucht ihm mal die Flasche anzubieten , aber da ist absolut kein rankommen. Die Verweigert er komplett.Unser ganzer Alltag dreht sich nur noch darum, dass der kleine isst. Beim großen gab es solch Probleme nicht.

9

Hast du mal diese Magiccup von Nuk probiert? Das wurde uns von einer Ärztin geraten, aber unserer ist mit den korrigiert 4 Monaten noch zu klein.. oder aus dem Becher sollten wir auch mal testen. Ein weiterer Tipp war einfach die Milch anzudicken und per Löffel zu geben...vlt klappt bei euch etwas davon

weiteren Kommentar laden
10

Ich Kann dich so gut verstehen. Wir haben hier auch wo einen Kandidaten. Wir freuen uns über jede Flasche die er trinkt. Für sein Alter 4 1/2 Monate trinkt er auch viel zu wenig. Jede Flasche ist ein Kampf und man muss ihn dafür ablenken oder versuchen ihm noch in Schlaf zu füttern. Wir hoffen das wir es irgendwie mit Geduld wieder hinbekommen aber es ist wirklich ein Kampf 😔
Fühl dich gedrückt ❤️
Falls du den ultimativen Tipp irgendwie bekommst gib bescheid 💙

11

Oh ja, definitiv. Es zerrt auch ganz schön an den Kräften. Den ultimativen Tipp haben wir noch nicht bekommen, außer das wir Geduld haben müssen . Wir sollen es mal mit einem camocup probieren meinte eine Hebamme hier im Krankenhaus.