Ist Stillen wirklich der heilige Gral? (Fragen einer Flaschenmuddi)

Guten Morgen :-D

Ich erwarte mein zweites Kind und stehe nun vor der Frage, ob ich es erneut mit dem Stillen versuche oder gleich abpumpe und mit Pre zufüttere. Ich erhoffe mir etwas weitreichendere Antworten als "Stillen ist das beste", eher in die Richtung "Stillen ist das beste, weil...".

Bei meinem ersten Kind war ich überzeugt zu stillen. Das hat nicht geklappt und bevor ich das Kind abgelehnt habe, habe ich abgepumpt und mit Pre zugefüttert. Das Vorgehen hat für mich aktuell (10 Monate) deutliche Vorteile gegenüber des Stillens. Ich weiß aber noch, dass mich die Zeit des abpumpens wahnsinnig gemacht hat (es ist doppelte Zeit: Baby füttern und zusätzlich pumpen + Hygiene). Wenn ich mich jetzt auf meine nächste Pump-Zeit vorbereite, komme ich ins grübeln, ob nicht einfach ein neuer Versuch des Stillens ratsam wäre.

Für Stillen spricht für mich:
- anfänglich unkompliziert, da keine Milch besorgt werden muss und die Flaschen nicht ausgekocht werden müssen
- viel Kuschelzeit (die ich aber auch mit der Flasche haben kann- oder nicht haben kann, je nachdem wie fertig ich z.B. nachts bin)
- abpumpen ist teuer (Flaschen müsste ich neu anschaffen, dieses mal würde ich eine andere Pumpe haben wollen, Milchpulver, Pump-BH,..), allerdings wären das nur einmalige Ausgaben (etwa 200-300 €)

Gegen das Stillen spricht für mich:
- Ich mochte mein Kind nicht an meiner Brust haben und war so froh meinen Körper wieder für mich zu haben! Über diesen Punkt würde ich aber hinwegsehen, wenn die Vorteile überwiegen
- Ich bin für ein Jahr komplett für das Kind verantwortlich, mein Mann kann, wenn ich nach Urbia und den Erfahrungen im Bekanntenkreis gehe, kaum das Kind ins Bett bringen. Darauf habe ich, für so einen langen Zeitraum, keine Lust. Das wäre ein absolutes Ausschlusskriterium
- Flaschenmilch (Pre) ist unkompliziert, ich konnte das Baby im Halbschaf füttern und hatte unterwegs immer etwas dabei, musste keine Stillzeiten abwarten (um das draußen stillen zu vermeiden)
- ich kann mir nicht vorstellen ein so großes Kind wie meine Tochter an meiner Brust lutschen zu lassen #hicks
- Einige Stillkinder, die ich kenne, nehmen keinen Schnuller, was dazu führt, dass Mutti immer mit ins Bett muss und wirklich ständig das Baby an der Brust hängen hat. Das wäre für mich ebenfalls ein absolutes Ausschlusskriterium

Ratschläge zur Medela Symphony, zu Stillberaterinnen usw. möchte ich nicht. Damit habe ich komplett abgeschlossen. #danke

Was habe ich übersehen? Was würde noch für das Stillen sprechen?

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Nein. Meine Meinung. Stillen ist nicht der Heilige Gral. Der Heilige Gral für dein Baby ist eine psychisch und physisch gesunde Mama.

Ich musste auch zufüttern schon als sie 15 Wochen alt war. Parallel habe ich abgepumpt. Das war für mich die schlimmste Zeit und das waren nur fünf Wochen, dass ich das durchgehalten habe. Immer dieser furchtbare Druckpunkt stillen. Rest zufüttern. Muttermilch aufwärmen. Abpumpen. Und während diesem ganzen Prozedere sollte sie natürlich mitspielen.

Ich persönlich, sollte es zu einem zweiten Kind kommen, werde Anfang versuchen wieder zu stillen. Sollte das aber nicht funktionieren, zögere ich nicht meinem Baby eine Flasche zuzubereiten.

Was anfangs natürlich absolut für das Stillen spricht, ist, dass du das Baby binnen kürzester Zeit an deiner Brust beruhigt bekommst. Nahezu die komplette wochenbettzeit hing sie an mir. Das war auch vollkommen in Ordnung. Ich war froh, dass sie die Brust angenommen hat und ich sie so direkt beruhigen konnte.

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Ich glaube du verstehst meinen Zwiespalt ganz gut: Die Zeit des Pumpens war großer Mist (für mich), aber so mit zeitlichem Abstand überwiegen für mich die Vorteile der Flasche, einfach weil es so viel bequemer scheint als das, was stillende Mütter machen. Aber der Gedankengang ist egoistisch und das stört mich schon, weil ich eigentlich nicht egoistisch bin. Allerdings war ich beim ersten Kind eben auch an dem Punkt, wo ich realisiert habe, dass wenn wir es noch weiter versuchen, ich das Kind ablehne, weil es mich fertig macht, dass nichts geklappt hat.

Das Beruhigen ging im Wochenbett aber auch mit der Flasche sehr einfach. Sie hat aber auch sofort den Schnuller genommen. Und das ist gerade schon ein Luxus, den ich nicht missen möchte. Dafür sind die Stillkinder im Kinderwagen auch ohne Schnuller zufrieden. :-(

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„Dafür sind die stillkinder im Kinderwagen auch ohne Schnuller zufrieden“
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Hahahaha, wo hast du denn das her? Meine erste Tochter war so ein Stillbaby, dass keinen Schnuller genommen hat, da ich wegen stillproblemen erst viel zu spät einen angeboten habe.
Sie hat Kinderwagen und Autofahren so so SO sehr gehasst! Ich denke eben auch, da sie nur meine Brust hatte zum beruhigen und nuckeln und die war in diesen Momenten eben nicht verfügbar bzw zu weit weg.
Meine zweite hat dann sofort den Schnuller bekommen und bei ihr ist das jetzt beides kein Problem.
Daher: ich persönlich finde stillen praktisch und schön, aber es ist ein so harter Kampf gewesen. Gepumpt habe ich nur drei Wochen, danach konnte ich nicht mehr, ich fand es einfach zu anstrengend.

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Ich finde du hast da ja schon einige gute Punkte angesprochen. Ich finde das ist etwas sehr persönlich und jede hat vielleicht auch andere Gedanken.

Ich habe meinen Sohn sehr gerne 14 Monate gestilt (die letzten Monate aber nur noch nachts).

Ich habe gestillt, weil ich es einfach unkompliziert und viel einfacher war. Außerdem war ich zu geizig für Pulvernahrung und Flaschen und zu faul für die ganze Hygiene.
Gerade nachts war es viel einfacher: Shirt hoch und weiterschlafen (Familienbett).

Schnuller hat unser Sohn auch keinen genommen. Groß genuckelt hat er trotzdem nie. Es war immer eher eine Druckbetankung.

Mein Mann konnte ihn trotzdem ins Bett bringen. Ich habe ihn halt vorher im Wohnzimmer gestillt.

Am Anfang hatte ich Probleme und war verzweifelt, weil es nicht gleich funktioniert hat.

Ich konnte die Nähe mit Baby auch nicht richtig zu lassen, habe es immer sofort meinem Mann in die Arme gedrückt, sobald er da war. Da hat mich das Stillen bindungsmäßig echt gerettet. Das musste ich ja machen.

Kurzum: Ich würde immer wieder stillen. Ich sehe das aber lange nicht mehr so dogmatisch, wie vorher.
So etwas wie Pumpstillen oder wochenlang mit dem Brusternährungsset rumprobieren,würde ich glaube ich nicht machen. Ja, Stillen ist das Beste fürs Kind, aber Flaschenkinder werden auch gesund groß und das allerbeste ist sowieso eine zufriedene, ausgeglichene Mutter.

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Wann habt ihr begonnen das Stillen vom Einschlafen zu entkoppeln? Die Vorstellung, dass der Papa das Kind nicht ins Bett bringen kann, ist mein absoluter Alptraum (Nummer 1 bringt er standardmäßig ins Bett und ich habe frei. Das ist ein Luxus, den ich nicht mit Anlauf aufgeben möchte, wobei das bei zwei Kindern wohl so oder so passieren wird. ;-))

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Er hat von Anfang an immer mal wieder beim Papa auf dem Bauch geschlafen.

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Ich bin ab dem 9. Monat ca auf Flaschengabe gewechselt und es war die ultimative Erleichterung. Psychisch, physisch alles. Wir hatten aber nie eine unkomplizierte Stillbeziehung. Dennoch werde ich das 2. Wieder stillen. Grad zu Beginn das ultra häufige anlegen ,die Unsicherheit wann Hunger wann Nähe. Ich hab zu flaschenzeiten echt viel Milch weggekippt und da kannten wir uns gut. Clusterstillen und nachts alle 30min teilweise. Insgesamt auch aus praktischen Gründen überwiegt für mich zumindestend zu Beginn das stillen. Das ist aber individuell:). Die gesundheitlichen Vorteile sind bei mir aber ausschlaggebend es zumindestens 4 -6Monate wieder voll stillend durchzuziehen. Und dann freue ich mich auf die Zeit danach sehr !! Ins Bett bringen lassen von meinem Mann war hier übrigens nie ein Problem "trotz" stillen. Darf man sich halt nicht ans einschlafstillen gewöhnen. Darauf habe ich sehr geachtet. Stillen nicht mit einschlafen zu kombinieren.

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Wie und wann habt ihr das Stillen vom Einschlafen entkoppelt? Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen, denn ich würde auch gerne auf ein warmes Wasserbett gebettet mit Strohhalm im Mund einschlafen. :-D Und gerade zu Beginn wird doch quasi nur geschlafen.
Ich muss tatsächlich gestehen ein Jahr (oder länger) für das Zubettbringen verantwortlich zu sein, würde mich wahnsinnig machen und ich würde es körperlich auch nicht durchhalten.

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Ich hab ihn extrem konsequent wach abgedockt und dann alles mögliche unternommen um ihn in den Schlaf zu begleiten nur eben keine Brust gegeben :). Oder mein Mann hat ihn bekommen und ist mit ihm gelaufen ,gestreichelt,gesungen oä. Es hat sich sooo gelohnt. Er hat mit 4 Monaten neben uns im Bett gelernt ruhig allein einzuschlafen ( oder nur neben meinem Mann ). Mit 9 Monaten sogar komplett allein und wenn er nachts wach wird schläft er auch allein wieder ein. Angefangen hab ich erst nach ein paar Wochen am Anfang schlafen die kleinen ja wirklich nur . Und ich glaube da ist auch noch kein großartiger Lerneffekt zu erwarten.

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Für stillen würde noch sprechen, das du die Milch fürs Baby immer und überall dabei hast, die Milch hat immer die richtige Temperatur und Zusammensetzung

Du musst nicht dran denken alles mit zunehmen wenn du unterwegs bist.

Nachts nicht aufstehen müssen um die Flasche zu zubereiten

Kein lästiges Flaschen waschen , auskochen etc.

Aber ich kann deine Bedenken verstehen. Wir konnten auch nicht stillen weil es beidseits Probleme gab.

Ich hab etwas über 6 Wochen Tag und Nacht aller 2 bis 4 stünde abgepumpt, mit pre zugefüttert, dann das ganze sterilisieren von allem, der Stress man eigentlich gerade mit allem fertig ist und schon wieder pumpen muss damit man ausreichend Milch da hat.

Ich konnte dann nervlich und Körperlich nicht mehr, mein Baby war zunehmen unruhig und genervt weil es oft nicht so schnell ging etc.

Danach gab es nur noch die Flasche und alles war entspannter für uns alle.

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So ungefähr hat sich dass Pumpstillen für mich auch angefühlt! Es war der ständige Druck in X Minuten wieder zuhause an der Pumpe sitzen zu müssen, dann noch abwaschen usw. #gruebel Mein Partner hat das anfangs nicht verstanden, bis ich mir Wecker gestellt habe, die er auch gehört hat. Dann hat er realisiert, dass es tatsächlich anstrengend (psychisch) ist. Nachts habe ich den Wecker auf oft überhört (das Kind aber auch..).

Ich habe nur gerade den Eindruck, dass ich nach fast einem Jahr Muttersein viel leidensfähiger bin, Sachen zu machen, die einfach gemacht werden müssen. Da hatte ich bei Kind 1 wirklich andere Voraussetzungen.

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Hallo,
ich habe meine beiden Söhne genau aus den von Dir aufgelisteten Gründen nicht gestillt, ich habe es auch erst gar nicht versucht, da für mich von Anfang die Vorteile der Flasche wichtiger waren. Und Kuscheln kann man auch ohne zu stillen!
Das Flaschen auskochen war nie ein Problem. Ich hatte einige Flaschen, die ich zwischendurch gespült habe und einmal am Tag alle gespülten Flaschen in so einen Mikrowellen-Sterilisator gepackt habe. Das ging ruckzuck.
Ich finde, das Wichtigste ist die Entscheidung, womit Du Dich wohler fühlst. Denn wenn Du nur stillst, weil "frau" das halt so macht und Dich damit nur stresst, merkt es auch Dein Kind. Deinem Kind ist eine zufriedene, ausgeglichene Flaschenmama bestimmt lieber als eine gestresste Stillmama.
Und wenn Du gut organisiert bist, ist ein Flasche schnell (auch unterwegs) zubereitet.
LG
Elsa01

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Hast du im Kreißsaal direkt die Abstillpille genommen?
Ich würde gerne bis zur ersten Impfung Muttermilch geben - für ein Gewissen. Aber auf der anderen Seite könnte ich mir diesen ganzen nervigen Anfang auch schenken und wäre dann von Beginn an entspannter.
Fand Flaschen für unterwegs vorzubereiten und mitzunehmen auch nie anstrengend/nervig. Das war einfach so. Ich gehe ja auch nicht ohne Schlüssel aus dem Haus. :-) Mich hat nur das reinigen der Pumpe wahnsinnig gemacht, weil die Teile der Symphony so verwinkelt waren, dass ich sie nicht richtig sauber bekommen habe. Mittlerweile würde ich sie aber auch eiskalt in die Spüli werfen.. #schein

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Ja, die habe ich bei beiden Jungs direkt im Kreißsaal bekommen.
So, wie ich es beurteilen kann, haben meine Söhne, die heute 17 und 12 sind, keine Schäden vom Nichtstillen bekommen. Auch der Kinderarzt war bei den U-Untersuchungen immer sehr zufrieden mit den beiden.
LG
Elsa01

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Ich hatte beim ersten Kind auch das Drama mit stillen, abpumpen, abgepumpte MuMi geben, Pre geben. Horror. Ich habe mir geschworen, das nie wieder zu machen.

Eigentlich wollte ich beim 2. Kind von vorneherein stillen, wenn das klappt, und zusätzlich Flasche (gern mit abgepumpter Milch, aber kein muss), um nicht so 100% alleine zuständig zu sein.
Als es dann soweit war, hat stillen problemlos geklappt. Die zusätzliche Flasche einzuführen habe ich mich nicht getraut, aus Angst, daß das Stillen dann doch nicht klappt. Selbiges gilt für einen Schnuller, auch den habe ich mich dann nicht getraut.

Jetzt stille ich seit 7 Monaten voll.

Ich finde immer noch, daß die Variante Stillen + Flasche die beste wäre. Wenn man sich denn traut. Kann halt auch schief gehen.
Gerade nachts ist das ja echt so eine Sache. Wenn das Kind oft wach wird, ist stillen viel einfacher. Aber gleichzeitig kann der Mann nie übernehmen. Ich bin also seit 7 Monaten total übernächtigt und überlege ernsthaft, ob ich nicht doch endlich die zusätzliche Flasche einführe. Hab aber immer noch Angst, daß ich dann plötzlich nachts alle 1,5h eine Flasche machen muß.

Also großes pro für das Stillen ist für mich, daß es nachts sehr einfach ist. Flasche machen kann man nachts auch optimieren, aber es wird nie wie stillen sein.

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Oh toll, du hast beides gemacht! Was fandest du an der nächtlichen Flasche anstrengend? Wir haben einfach Wasser und Pulver vorportioniert, schütten es zusammen und dann ab ins Kind. Sie bekommt von Beginn an nur raumtemperaturwarme Milch gefüttert (und nimmt diese problemlos). Wenn ich mir vorstelle, dass es beim nächsten Kind nicht so easy klappt, dann wird das Problem wahrscheinlich das warme Wasser sein, oder?

Klappt es bei euch ohne Schnuller gut oder denkst du, dass es mit Schnuller leichter wäre für dich?

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Ich hab nie die Erfahrung mit Schnuller gemacht, darum weiß ich es nicht genau. Beide Kinder haben den Schnuller nicht mehr nehmen wollen, da ich ihn nicht direkt nach Geburt eingeführt hatte. Ich kann mir gut vorstellen, daß die Nächte mit Schnuller besser wären. Daß quasi beim Schlafphasenübergang der Schnuller hilft, und wenn er nicht da ist, kurz reinstöpseln einfacher ist als Brust geben. Dafür fährt meine Maus tatsächlich tagsüber problemlos ohne Schnuller im Kiwa. Einschlafen hat sie tagsüber die ersten 6 Monate in der Trage gemacht, ob es mit Schnuller auch anders gegangen wäre, das weiß ich nicht. Seit sie 6 Monate ist, schläft sie tagsüber im Kiwa ein, auch ohne Schnuller.

Nachts stillen heißt, man hört im Halbschlaf das Baby schmatzen, man dreht sich in Position, schiebt Shirt hoch, Baby dockt an, man schließt die Augen und schläft im besten Fall direkt wieder ein. Funktioniert, wenn das Baby wirklich nur trinkt und dann wieder einschläft.
Flasche machen war halt doch immer mit hinsetzen, schrauben, schütteln, etc verbunden. Bei uns war es zumindest so, da war man ganz anders wach.

Und noch ein Punkt pro Stillen ist, daß es in den ersten Monaten signifikant das Risiko vom plötzlichen Kindstods verringert. Tut Schnuller aber auch.

Also ganz ehrlich, würde ich ein 3. Kind wollen (was nicht der Fall ist), würde ich das Ganze nochmal neu überdenken. Jetzt seit 7 Monaten jeden Abend zwischen 19 und 20 Uhr ins Bett gehen und (seit sie 4 Monate alt ist) nachts oft alle 1,5h stillen, das schlaucht sehr. Und es geht einem einfach massiv die "self-care" Zeit verloren. Wenn mal wenigstens eine Nacht pro Woche der Papa das Kind nehmen würde, würde das so ungemein helfen.

Lessons learnt: Risiko der Saugverwirrung eingehen und Schnuller und/oder Flasche einführen. Glaube ich.

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Stillen hat immer Vorteile und Nachteile... ich fand es immer sehr praktisch, dass ich unseren kleinen im Bett im Liegen stillen konnte und wir beide danach direkt/zt währenddessen wieder eingeschlafen sind. Ich konnte mir nicht vorstellen erst aufzustehen und ein Fläschchen warm zu machen 😄 aber das ist wahrscheinlich auch Gewohnheit. Irgendwann nach einem halben Jahr fand ich es auch blöd, dass ich ihn ständig zu Bett bringen und stillen musste. Leider hat er keine pre Milch angenommen und nur ganz selten mal abgepumpte Milch aus der Flasche angenommen. Das war dann halt so und ich habe es auch irgendwie überlebt, obwohl man wirklich gerne mal wieder mit einer Freundin ins Kino gegangen wäre o.ä. da ist aber jedes Kind unterschiedlich und viele pumpen dann einfach genug für den Abend ab und Papa übernimmt das füttern. Einen Schnuller hat er erst mit 5 Monaten genommen, was es manchmal leichter gemacht hat mit dem Schlafen. Trotzdem musste ich das gesamte erste Jahr mit ihm "zu Bett gehen", beim Papa hat das Schlafen legen nicht funktioniert, auch nicht mittags 🤷🏼‍♀️

Ob jetzt das stillen der heilige Gral ist oder nicht, muss jeder für sich individuell mit dem Kind und der Situation entscheiden. Ich musste ganz zu Anfang abpumpen und mit einer kleinen spritze zufüttern, weil unser kleiner Probleme mit dem Trinken hatte. Ich fand das einfach nur richtig zeitaufwendig und nervig 🙈 und sehr anstrengend, weil man beim ersten Kind ja sowieso erstmal in die "Mutterrolle" reinfinden muss

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Haben für dich die Vorteile des Stillens letztendlich überwiegt? Vom Gefühl her würde der Pessimist in mir deinen Beitrag so formulieren: "Anfangs harte Arbeit, um dann lange Zeit Nachteile zu haben."
Die harte Arbeit anfangs würde auf mich wohl auch zukommen. Ich bin wehleidig und nach der ersten Geburt konnte ich mein Kind nicht einmal halten, es also auch nicht richtig anlegen (Kontrolle durch Hebammen und Schwestern gab es, aber ich konnte die Bewegungen nie verinnerlichen und jeder hat es anders gezeigt - im Nachhinein denke ich, ich hätte das Kind einfach konsequent an der Brust halten müssen und alles wäre einfacher gewesen, aber ich sollte im Krankenhaus z.B. nur alle 3 Stunden anlegen. Das würde ich jetzt definitiv anders machen. So hatte keiner von uns beiden die Chance Milch zu bekommen oder satt zu werden). Wenn es beim zweiten auch so wäre, müsste ich mich körperlich immens zusammen reißen.

Habt ihr Flaschen und Schnuller von derselben Firma? Hier überlege ich auch, ob es sinnvoll ist das gleiche Modell (brustähnlich) für den Schnuller zu nehmen, in der Hoffnung, dasss später die Flasche auch angenommen wird.

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Naja was heißt Nachteile... ich habe mich irgendwann damit arrangiert und dann war es auch ok für mich. Ich muss aber auch dazu sagen, dass unser kleiner ein sogenanntes high need Baby war und wir uns in vielen Punkten zurücknehmen mussten um den Bedürfnissen von unserem mini gerecht zu werden 🙈 da war das zu Bett bringen und Stillen inklusive und kein grsonderter Nachteil an sich. Die ersten 4 Monate hat er sich zb nicht ablegen lassen und wollte kaum zum Papa, er hat mit 4 Monaten (bis er 14 Monate alt war)auch nur noch max 30 Minuten am Stück geschlafen (tagsüber). Er hat nie im Auto geschlafen oder im Kinderwagen, nur in unserem Bett und im komplett dunklen Raum. Den Kinderwagen hat er gehasst und babytrage natürlich auch.... usw usw.
Beim Schnuller und Sauger an der Flasche hat er nur die symmetrischen angenommen, die gab es zu der Zeit nur von avent.
Ich habe ihn 13 Monate gestillt und sogar die ganze Zeit Stillhütchen verwendet. Wir hatten anfangs auch richtig Probleme, weil er nicht richtig trinken konnte (lag schief im Becken und hatte die Muskeln am Hals nur einseitig richtig ausgebildet) und mit den Hütchen ging es super. Da war auch die Position und das anlegen viel einfacher, weil die länger sind als die Brustwarzen

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Hallo :-),

Ich finde es toll, dass du dir so viele Gedanken machst, obwohl dir das Thema "Stillen" bei deinem ersten Kind leider nicht in guter Erinnerung geblieben ist.
Das zeigt, dass du eine Mutter bist, die das Beste für ihr Baby möchte...und DAS ist für mich der "heilige Gral".;-)

Mir fällt auf, dass bei dir das Thema "Abpumpen" immer wieder aufkommt und bei dir eher negativ belastet ist. Aber vielleicht ist das bei deinem nächsten Kind gar kein Thema mehr.
Weißt du, an deiner Stelle würde ich es so machen:

Direkt nach der Geburt gibst du erst einmal die Brust (so bekommt dein Baby auch die wertvolle Anfangsmilch) und dann schaust du einfach von Tag zu Tag wie es läuft. Vielleicht ist dieses Mal alles ganz anders und du musst gar nicht erst abpumpen oder zufüttern.#klee
Und wenn doch, kannst du ja immernoch zur Flasche wechseln.
So würde ich es machen, aber das soll nur ein Vorschlag sein.:-)

Ich selbst habe gestillt.
Meine Kleine war immer eher leicht, aber ich hatte nie das Gefühl, dass sie nicht satt wird. Allerdings musste ich sie sehr häufig anlegen und sie hat viel geclustert.
Das war erst mal sehr anstrengend, das gebe ich zu. Auch die Brustwarzen waren anfangs öfter mal blutig und das Anlegen schmerzhaft.

Doch nach ca. einem Monat wurde es viel besser.

Ich genoss es, dass ich sie nachts nur zum stillen zu mir rüberrollen musste und quasi weiterschlafen konnte, während sie trinkt.
Auch unterwegs muss man nichts mitnehmen oder sich irgendwelche Gedanken machen.
Einmal standen wir 4 Stunden im Stau! Meine Tochter war da 1 ½ Jahre alt und ich war so froh, dass ich noch stillen konnte, denn wir hatten (bis auf etwas Wasser) nichts dabei, weil es eigentlich nur eine kurze Strecke mit dem Auto war.

Stillen zu können, gab mir immer Sicherheit.

Einen Aspekt denn du nicht aufgeführt hast, ist die Zusammensetzung der Muttermilch. Sie ist immer genau auf dein Baby abgestimmt und enthält auch all die Abwehrkräfte, die du selbst in dir trägst.
Klar, geht's auch mit Pulvermilch, aber für mich war es immer schön zu wissen, wie viele "Extras" in der Muttermilch stecken. (Kann man ja alles googeln.)

Da ich nie die Flasche gegeben habe, ist mein Beitrag sicherlich etwas einseitig. Dennoch hoffe ich, dass es dir -so wie die vielen anderen Beiträge hier- etwas weiterhilft.

Alles Liebe für euch #blume

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Für mich persönlich ist Stillen die optimale Lösung, aber, ich muss dazu sagen, mein Kind ist im Mai 2020 geboren, unter Corona und ständigen Lockdowns konnte ich sowieso nicht groß wohin. Ich hätte nie und nimmer Lust Flaschen zuzubereiten, zu waschen, auszukochen usw. Mein Kind wär in der Nacht verhungert. Auch dieses immer alles einpacken für unterwegs, furchtbar. Für mich war immer klar, alles dafür zu geben, die Flasche zu vermeiden. Da ging’s nicht mal um Pre Nahrung, sondern um die Flasche. Vor dem Pumpstillen hab ich höchsten Respekt, das ist nämlich doppelt anstrengend. Ich finde die intensive Stillzeit ist so eine kurze Zeit im Leben des Kindes, da kann ich den nötigen Verzicht in Kauf nehmen. Der Heilige Gral ist es nicht, sondern eine Entscheidung die jeder selbst nach seinen Maßstäben treffen muss.