Was denkt ihr euch, bei der Frage "stillst du"?

Hallo ihr lieben!

Vielleicht wird das hier auch ein kleiner Silopo :) Aber mich interessiert es trotzdem.

Mein kleiner ist nun 12 Wochen alt und ich habe mich die ersten beiden Wochen wirklich gequält was das stillen anbelangt. Die Milchmenge wurde nur langsam mehr, ich hatte immer Schmerzen weil die Brustwarzen extrem wund und "kaputt" waren und der kleine war sehr zierlich wo es auch hieß er tut sich schwer. Nach zwei Wochen hab ich dann noch weitere 2 Wochen voll abgepumpt bis ich einen Milchstau hatte und dann entgültig demotiviert war was das ganze Thema anbelangt. Im Nachhinein habe ich oft das Gefühl, dass meine Hebame mich hier auch nicht richtig unterstützt hat und ich vielleicht doch vorschnell aufgegeben habe aber im Nachhinein ist man immer besser informiert und klüger.

Aber zu meiner eigentlichen Frage:-)

Man wird ja oft gefragt (beim Arzt zb) ob das Baby gestillt wird. Wenn ich das dann verneine, komme ich mir oft so schlecht vor. Ich möchte keine Mama verurteilen die sich von vornherein entscheidet nicht zu stillen, jeder hat seine Gründe und darf zum Glück selbst entscheiden! Aber ich finde schon, dass das "nicht stillen" einen negativen touch hat und man vielleicht ein wenig schief angeschaut wird, oder geht das nur mir so? Was denkt ihr euch wenn jemand sagt, das Baby wird nicht gestillt sondern bekommt die Flasche? Oder denkt ihr euch dabei eh gar nichts?

Ich finde, leider wird das Thema des nicht-stillen-könnens zu wenig thematisiert, auch in den Geburtsvorbereitungskursen. Für mich war es vorher nicht nachvollziehbar warum man nicht stillt, außer weil man es halt nicht will. Aber jetzt weiß ich es besser :-/

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Ich hatte dasselbe Gefühl, musste aber feststellen, dass ich in etwa der Hälfte der Fälle die erwünschte Antwort gegeben habe (habe kaum gestillt, also nein) und es in der anderen Hälfte der Fälle lediglich darum ging eine Sachinformation einzuholen. Das Problem saß also zwischen meinen Ohren und bestand in meinem Anspruch an eine vermeintlich "gute Mutter", dem ich in diesem Punkt nicht gerecht werden konnte. Die Fragen kamen in diesem Fall von Ärzten oder Frauen über 50.

Aber noch jetzt (11 Monate nach Geburt) triggern mich Fehlinformation über die Formula-Mamis, weil ich es von jungen Müttern tatsächlich als Prüfung meiner mütterlichen Fähigkeiten wahrnehme. #aerger

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Jetzt musste ich auch deinen Text lesen. ;-)
Als aussenstehende (was ich bei mir selber leider nicht so leicht sehen kann 🤪) ist es völlig egal ob muttermilch oder pulvermilch. Wichtig ist das eine Mutter sich bestmöglich um ihr Kind kümmert.

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Hi,

mach dir da doch kein so einen Kopf.
Heutzutage kann jede Frau selbst entscheiden, ob sie stillt oder nicht und wie viele würden gerne stillen aber es klappt nicht. Also ich bewerte es nicht, bzw finde es eher belanglos.
Da gibt es viel wichtigere Sachen, die mich zum grübeln bringen was Babys und Kinder angeht.

Liebe Grüße

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Ich verstehe genau was du meinst.
Mein Sohn ist jetzt 9 Wochen alt. Es gab von Anfang an nur Probleme. Ohne Stillhütchen hat er gar nie getrunken, dann war oft Theater an der Brust, und dann hatte ich auch noch in diesen wenigen Wochen wo er jetzt erst auf der Welt ist schon 3 Brustentzündungen. Jedesmal mit fast 40 Grad Fieber und lag fast eine Woche flach. Das geht einfach nicht mit Baby. Somit entschloss ich mich, nach und nach abzustillen. Hat jedoch schneller geklappt, als gedacht. Aber ständig bekomme ich die frage, ob ich denn Stille. Und wenn ich jetzt die letzten male verneine, habe ich schon gemerkt, dass die Leute mich komisch angeschaut haben. Als ob ich eine Rabenmutter bin. Finde sowieso, dass die Frage niemanden etwas angeht. Ist es denn so wichtig, ob man sein Kind stillt oder nicht? Liebt man es dadurch weniger? Die Leute haben ja keine Ahnung, was wirklich dann dahinter steckt. Bei mir war das mit dem Stillen ein Kampf und ich selber habe mich gerade die ersten Tage nach dem abstillen, total mies und schlecht gefühlt und diese Nähe vermisst.
Aber egal ob Stillen oder Flasche. Jede Mutter liebt doch ihr Kind und sie ist trotzdem eine tolle Mutter!

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Ich denke mir da gar nichts. So lange das Baby eine adäquate Säuglingsnahrung erhält, ist doch alles gut.
In meinem Umfeld scheint Stillen auch nicht so wichtig zu sein.

Aber generell habe ich schon das Gefühl, dass "Nicht stillen" oder nur "zu kurz stillen" etwas schräg beäugt wird. Genauso wie "zu lange stillen". Optimalerweise stillt man mindestens 6 Monate, aber maximal 12. Sonst ist irgendwas "komisch".

In den 1960er bis 1980er Jahren war es total merkwürdig wenn man überhaupt gestillt hat. In den letzten Jahren hat das irgendwie schon ins Gegenteil umgeschlagen.

Ich finde das sehr schade. Heutige Säuglingsnahrung ist wirklich sehr gut.
Man sollte weder schräg angeschaut werden wenn man gar nicht stillen will, einem das stillen nicht wichtig ist, es einem so wichtig ist, dass man sehr darum kämpft, noch wenn man noch zum Schuleintritt stillt.
Das sollte doch wirklich der Mutter und später dem Kind überlassen werden. So lange das Kind altersgerecht ernährtvwird und gut gedeiht, passt doch alles.

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Beim Arzt ist es ja rein informativ und die sind sich meistens auch nicht einig was sie besser finden. "Rein theoretisch ist stillen super aber halt so schlecht zu kontrollieren...."

Ob ich frage kommt immer drauf an, wann und bei wem.

Unbekannte oder flüchtige Bekannte würde ich da nicht fragen, geht mich nichts an. Manche teilen es aber halt auch ungefragt mit.

Bei Freundinnen schon. Aber auch nur quasi direkt nach der Geburt. Ich habe es jetzt schon mehrfach mitbekommen, dass die Mädels falsch informiert wurden und es deshalb nicht richtig funktionierte bzw. sie aufgeben wollten. Clustern etc. hatten die wenigsten gehört.

Ich finde es blöd, wenn Ausreden fürs nicht stillen gesucht werden. "Ich würde ja so gerne, aber..." und wollen aber auch keine Tips bzw. erklären, warum man das gar nicht erst ausprobieren will... da fände ich persönlich es besser zu sagen:" mich stresst das zu sehr, mit der Flasche geht es uns besser." Oder von Anfang an einfach "ich möchte nicht stillen". Muss ja keiner begründen.

Was ich tatsächlich verurteile, auch wenn es mich im Grunde überhaupt nichts angeht, aber für meine Gedanken (und nach Gedanken wurde ja gefragt) kann ich dann auch nichts :"Ich will nicht stillen, damit ich endlich wieder saufen kann"

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Ich denke garnichts dabei. Solange das Baby überhaupt was zu essen bekommt , ist alles tutti 😄
Mach dir kein Kopf . Jeder soll es so machen , wie es für einen passt.
Meine Ärztin z.B will mich immer zum abstilleb zwingen 😅 und redet alles schlecht.
Alles Liebe

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Beim Arzt ist die Frage ja angebracht.
Bei allen anderen denke ich mir eigentlich immer "Wieso interessiert dich das?"
Finde das eigentlich sehr privat. Vorher hat mich ja auch keiner zu meinen Brüsten und Körperflüssigkeiten befragt.
Ich frage auch nie, außer es ist wirklich ein interessierter gegenseitiger Austausch wie zum Beispiel bei den Müttern in unserer Krabbelgruppe.
Bei Bekannten die schwanger sind oder Babys haben frage ich meist nur wie es geht und wie es läuft, dann kann das Gegenüber selbst entscheiden ob es da ins Detail gehen möchte oder nicht.
Viele fragen auch wie das Baby schläft, wie oft es trinkt, wie lange man stillen will, ob es bei den Eltern schläft etc. pp. Ich finde das sind alles eher private Dinge.

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Kommt sehr darauf an, wer fragt. Beim Arzt ist das natürlich eine legitime Frage. Als Mutter darfst du viele Medis nicht nehmen, wenn du stillst und ein gestilltes Kind hat zb anderen Stuhl als ein Flaschenkind. Also da ist es eine reine Sachinformation, die inhaltlich vermutlich gar nicht bewertet wird.
Ich persönlich stelle diese Frage nur anderen befreundeten Müttern und das tatsächlich aus reiner Neugier. Also eigentlich bewerte ich die Antwort gar nicht, es interessiert mich einfach so weil ich mich gerne mit anderen Müttern austausche.

Wer sonst außer Ärzten und befreundeten Müttern stellt dir denn diese Frage?
Ganz egal wer, du brauchst dich auf jeden Fall nicht schlecht zu fühlen!