Pumpe seit Monaten ab und bin kurz vorm Durchdrehen *silopo*

Hallo :)

mein Frühchen hat sehr lange sehr schlecht getrunken und hat beim Stillen und an der Flasche nie lange durchgehalten.
Nachdem er anfangs per Magensonde ernährt wurden, sind wir jetzt heilfroh, dass er inzwischen die Flasche nimmt und auch seine ganze Mahlzeit (ca 120ml) am Stück schafft. Ich lege ihn auch immer wieder an die Brust. Andocken klappt gut. Er saugt ein paar Mal leicht... Und hört dann wieder auf. Saugt wieder leicht, hört wieder auf... Das Vakuum ist sehr schwach und ganz selten ist es mal, dass er 10x oder mehr hintereinander hörbar schluckt.
Natürlich wird er so nicht satt und deshalb pumpe ich seit über einem Viertel Jahr 6x am Tag Muttermilch ab. Das macht mich total fertig und ich hasse es einfach nur noch. Anderseits ist es ja gerade bei Frühchen so wichtig, dass sie die Abwehrstoffe bekommen und es ärgert mich, dass ich genug Milch habe und mein Baby trotzdem nicht satt bekomme ohne technische Hilfe.

Ich weiß, dass mir niemand so richtig hier helfen kann und die Hebamme/Stillberaterin hat mich auch nicht weiter gebracht. Aber ich wollte es mir mal von der Seele schreiben.

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Hallo!
Das klingt sehr anstrengend. Und ich bin ehrlich: ich würde Abstillen an deiner Stelle. Und zwar ganz ohne schlechtes Gewissen. Dein Kind hat jetzt 3 Monate lang Muttermilch bekommen. Das ist super! Die wichtigste Zeit wegen der Abwehrstoffe ist schon vorbei und Pulvermilch ist doch inzwischen auch von sehr hoher Qualität...

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Du musst dir keine Vorwürfe machen, wenn du abstillen möchtest. Dieses ständige Abpumpen ist wirklich schrecklich.
Die meisten Pump-Mamas, die ich kenne, haben nach maximal 3 Monaten abgestillt, weil es so kräftezehrend ist.

Dein Baby hat schon mehrere Monate Muttermilch bekommen, das ist doch super! Du kannst stolz auf dich sein, dass du es so lange durchgezogen hast.

Vielleicht wäre es auch eine Alternative für dich, anstelle von 6x z.B. nur noch 3x am Tag abzupumpen und den restlichen Bedarf mit Pre aufzufüllen. Das wäre bestimmt etwas stressfreier.

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Ich kann dir nur von mir berichten. Mich hat das Abpumpen, und ich habe es nur 5 Wochen gemacht, auch mental total runter gezogen. Ich war nur gestresst. Am Stück. Immer wieder das richtige Zeitfenster finden. Dieses sauber machen usw usw...

Ich habe mich dann entschieden abzustillen und habe nur noch pre gegeben.

Mir ging es schlagartig besser.

Dein Baby braucht zusätzlich nichts dringender als eine physisch und psychisch gesunde Mama.

Und pre Nahrung ist mittlerweile so gut, da musst du dir keine Gedanken machen.

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Bei mir ganz genau das gleiche.Nur 5 Wochen gepumpt, als unsere Tochter mit 4 Monaten eine ganz furchtbare Mundverletzung hatte und nicht mehr von der Brust trinken konnte. Es war die Hölle. So zeitintensiv dazu leider ein sehr, sehr forderndes Baby. Ich war am Ende. Als ich endlich aufgehört habe (unter Tränen) war es eine Erleichterung. Es war fast wie ein neues Leben. Ich konnte endlich die Zeit genießen und war nur für meine Kleine da. Der Schritt aufzuhören bräuchte so viel Überwindung und rückblickend ist es so unverständlich warum ich mir den Mist so lange angetan habe 😝

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Ja genau meine Gedanken und mein Gefühl. Heut würde ich bei einem zweiten Baby wieder mit Stillen versuchen, aber aufhören, sobald es Schwierigkeiten gibt bzw mich nicht so anstellen, als wäre pre Gift.

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Hey, ich fühle mit dir.
Habe zwar kein Frühchen, aber meiner (6 Wochen) trinkt trotzdem immer nur sehr kurz und schläft dann ein. Liegt gerade schlafend auf mir...

In 2 Wochen verbringe ich ein paar Tage bei der Oma und habe deshalb vorgestern mal abpumpen mit einer handpumpe versucht - finde ich viel besser. Bin viel flexibler und es kommt fast genau so viel raus.
Vielleicht ist das ja eine Option für dich.

3 Monate ist aber sowieso schon lange, finde ich. So lange werde ich das vermutlich nicht durchhalten.

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Noch eine Idee - Vielleicht trinkt er mit stillhütchen länger? Hab ich heute versucht und hat funktioniert.
Hab das eigentlich gemacht um meinen Brustwarzen mal ne Pause zu gönnen.

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Mach dich nicht unnötig fertig.
Ich selbst habe auch 4 Monate abgepumpt, weil wir es mit der Brust nicht geschafft haben. Milchstau, Fieber, zerfetzte Brustwarzen, Blut schlucken und spucken etc.
Das abpumpen war so Zeit aufwendig. Morgens Wecker stellen damit man in Ruhe abpumpen kann bevor das Kind wach wird, abends spät ins Bett damit man kein Milchstau nachts bekommt. Dieses füttern, Kind in den Schlaf kriegen, dann 30 min pumpen, alles sauber machen und dann geht es quasi schon wieder von vorne los. Man kann kaum das Haus verlassen. Und das für gerade 1-2 Flasche am Tag die man zusammen bekommt.

Das will mein Mann diesmal auf keinen Fall.

Du hast dein Soll erfüllt, 3 Monate ist mehr als das was andere Babys je bekommen haben.

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Ich verstehe dich sehr gut. Hab den sch** auch fast 6 Monate gemacht. Aber nach drei bis vier Monaten die Anzahl reduziert, sonst wäre ich durchgedreht! Vielleicht wäre das eine Idee für dich, langsam weniger zu pumpen und pre dazuzugeben?

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Hallo,

ich kenne das. Voll-Pumpen ist mega anstrengend. Und dabei hatte ich nie die Sorgen um ein Frühchen wie du.

Ich habe das bei meinem ersten Kind 9 Monate durchgezogen. Alle 2-3 Stunden, auch nachts, hatte nie soo viel Milch. Den ganzen Tag um die Pumpzeiten herum geplant. Ich war genervt und konnte doch nicht aufhören. Muttermilch ist schließlich das beste für's Kind. Heute denke ich: eine entspannte Mutter ist wichtiger. Ich hätte früher die Reißleine ziehen sollen.

Du wirst merken, wenn du soweit bist. Für mich war das das erste "loslassen" meines Kindes. Es kann sich ohne mich ernähren. Es kann ohne mich überleben. Das sagt nichts über meine Qualitäten als Mutter aus.

Alles Gute!
mavikelebek

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Hallo Anderling,

Respekt vor deiner Leistung! Du kannst wirklich stolz auf dich sein. Ich bin seit 11 Wochen dabei 6x am Tag abzupumpen und halte nur durch, weil mein Mann nachts füttert. Hast du schon mal Stillhütchen von einer anderen Marke oder in einer anderen Größe probiert? Eine andere Passform könnte bezüglich des Vakuums helfen. Wir haben hier das gleiche Problem: Kind lässt sich gut anlegen, trinkt aber bedeutend weniger als aus der Flasche. Also wird voll abgepumpt und einmal am Tag gestillt in der Hoffnung es klappt doch noch ("gestillt"...naja...es ist eher ein Snack...ein Snackchen...nach 10-30 min. hat sie wieder Hunger)

Alles Gute für euch.

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Ich habe jetzt erst dein Beitrag gelesen. Ich hoffe du hast noch nicht abgestillt. Ich war letztes Jahr in der gleichen Situation. Frühchen, Magensonde, trinkschwäche..... ich habe lange alle 3h abgepumpt. Erst nach 6 Monaten etwas weniger, also nachts dann nicht mehr da er durchschlief dann. Aber solche Tage hatte ich auch. Und war dann immer wieder froh es durchgezogen zu haben. Leider war einfach nach 9 Monaten die Milch alle sonst hätte ich das weiter gemacht. Ja es war sehr anstrengend und kräftezehrend. Aber die Entwicklung des kleinen Mannes hat mir immer wieder Antrieb gegeben es weiter zu machen. Den muttermilch ist nunmal das beste. Klar ist die Pulvermilch auch gut, aber muttermilch ist muttermilch.

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Noch halte ich durch :)