Ich komme mit der Beikost nicht zurecht

Hallo ihr Lieben,

ich wende mich an euch weil ich nicht mehr weiter weiß.
Meine Tochter ist 7 Monate. Sie zeigt sehr starkes Interesse am Essen. Reifezeichen sind auch alle erfüllt.
Nun, ich habe mich mit dem Thema BLW beschäftigt und für MICH macht das Konzept schon Sinn.
Habe in einem Buch gelesen, dass stückiges nicht so schnell verschluckt wird als Brei... Bzw kann stückiges besser abgehustet werden.

Nun.... Wir haben schon einiges probiert... Meine kleine ist sehr interessiert und führt auch fast alles zum Mund.... Rührei, Banane, weiche birne, Butter Brot, Avocado.... Usw....

Das Problem ist, sie würgt sooooooo sehr dass ich Angst bekomme. Sie wird rot, bekommt tränende Augen und kämpft so sehr dass es mir den Anschein macht dass sie sich "quält".
Ich versuche mir meine Panik nicht anmerken zu lassen, aber ich sterbe jedes Mal tausend Tode.... Für mich ist das purer Stress und absolut nicht schön.
Ich weiß auch, dass es normal ist zu würgen am Anfang.... Aber sooooo krass?!

Meine Jungs haben damals Brei bekommen und da ging alles prima.

Zu meinen Fragen....

1. Wie lange dauert es denn bis die kleinen nicht mehr so schlimm würgen?
2. Kann es sein dass es einfach nichts für sie ist.
3. Wenn ich jetzt einfach Brei gebe und der Würgereiz da nicht so ausgeprägt ist, kann es sein, dass es dann bei stückiger Nahrung trotzdem wieder so anfängt?


Hat jemand einen Tipp für mich?

Viele Grüße und danke fürs Lesen

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Warum muss man solche Sachen eigentlich so dogmatisch angehen?

Ja, BLW kann Sinn machen, ist aber eben auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich halte es übrigens für ein Gerücht, dass Brei eine neuzeitliche Erfindung ist. Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass die Eltern früher die Nahrung vorgekaut haben, so wie es auch im Tierreich häufig der Fall ist. Oder sie haben sie eben irgendwie zerquetscht. Alleine die Nahrungsmittel, die es früher gab, sprechen ja schon dafür. Also haben die meisten Menschen mit breiähnlichen Konsistenzen angefangen.

Du hast mit Brei gute Erfahrungen gemacht, mit BLW eher weniger gute. Dann gib doch einfach Brei. Die anderen Kinder haben doch auch gelernt feste Nahrung zu essen, oder?

Das Würgen ist am Anfang normal, aber wenn du da solche Panik bekommst, dann ist es für euch einfach nicht das richtige. Das ist ja auch nicht schlimm. Es ist kein Versagen deinerseits oder sonst was. Essen soll Spaß machen und nicht zu Stress führen. Der überträgt sich nämlich auf das Kind.
Man muss auch nicht das eine ODER das andere machen, man kann auch einfach beides parallel machen.

Also entspanne dich und mache das was für euch am besten funktioniert, komplett unabhängig davon was gerade die angesagtere Methode ist.

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Wie geht es denn deinem Baby damit? Isst sie danach mit Freude weiter, oder findet sie das Würgen doof und wäre vielleicht mit Brei zufriedener?

Ansonsten hat Würgen ja nicht wirklich was mit verschlucken oder gar ersticken zu tun (außer, dass es ein Schutz davor ist). Erkennst du bei ihr den Unterschied dazwischen, wann sie würgt und wann sie sich verschluckt? Bei uns war das immer sehr deutlich und während ich meinen Sohn sehr genau beobachtet habe, wenn er sich verschluckt hat, habe ich mir beim würgen nie Gedanken gemacht.

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Naja so richtig erkenne ich es nicht... Hab gelesen dass die kleinen beim verschlucken oder ersticken keinen Ton mehr raus bekommen und beim würgen halt schon noch....
Ich finde schon dass es ihr keinem Spaß macht.... Beim Brei ist alles gut....
Sie isst alles, obwohl sie ein Gesicht macht als würde sie in ne Zitrone beißen...

Die Frage ist halt, wenn sie den Brei gut schluckt und ich das ne Weile machen würde, könnte ich ihr dann etwas stückiges geben und sie hätte wieder die gleichen Probleme? Oder könnte es gut sein, dass sie es dann besser koordinieren kann?
Es nützt ja am Ende nichts wenn ich nun brei gebe, aber nach paar Wochen dann trotzdem wieder mit dem Problem da stehe des extremen würgens....

Sie hat schon echt zu kämpfen und hat tränende Augen und es macht ihr zu schaffen.... Das möchte ich natürlich nicht auf Teufel komm raus durchziehen...


Meine Frage war halt ob es sich bessert wenn man ne weile einfach brei einführt.

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Wenn es euch beiden mit Brei mehr Spaß macht, dann gib ihr ruhig öfter Brei. Wir haben auch Baby led weaning im wahrsten Sinne des Wortes gemacht: "babygeleitet". Mein Sohn hat mir schnell gezeigt, dass er breiförmige Nahrungsmittel ganz toll findet, also hat er mehr davon bekommen. Ich habe ihn also durchaus auch gefüttert, ihn aber nie zu irgendwas genötigt oder überredet.

Vielleicht ist bei deiner Tochter der Würgereflex besonders stark ausgeprägt. Das bedeutet, dass sie besonders gut vor dem verschlucken geschützt ist, weil ihre Reflexe gar nicht zulassen, dass das Essen zu weit hinten in den Mund gelangt. Es wird mit der Zeit weniger. Da er aber ein wichtiger Schutzmechanismus ist, solltet ihr nicht warten, bis er zu wenig geworden ist. Also ruhig regelmäßig mal Fingerfood anbieten und bei den anderen Mahlzeiten eben Brei. So bleibt sie in Übung.

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Ich verstehe das Problem nicht recht. Glaubst du, dass es dein Baby schwieriger haben wird mit dem festen Essen, wenn du erst Brei oder eine Kombi aus Brei/Festem gibst?
Bei deinen anderen Kindern hat es doch auch funktioniert.
Brei ist doch dazu da, dass die Babys sich ans Essen und Geschmäcker gewöhnen. Wenn ich darauf warten würde, dass mein Baby das mit dem selbst zerdrücken und schlucken versteht, dann wäre seit 2-3 Monaten einfach nichts mit Substanz in Babys Magen gelandet. Brei ist für alle Beteiligten stressfreier und alles andere bekommt er zum Test ab und an mal gereicht. Irgendwann demnächst wird er es schon begreifen.

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Hallo,

Wir haben von Beginn an eine Kombination gemacht. Brei und Fingerfood. Der Brei war zum satt werden und das Fingerfood zum testen und naschen. Nach ein 4 Monaten hatte sich der Brei erledigt. Unsere Tochter hat mit der Zeit die Lust am Brei verloren.

Es gibt nicht den Weg bei der Beikost, sondern eine Million verschieden Varianten. Eine Freundin lebt in Spanien, als ich ihr sagte, dass wir mit Gemüsebrei anfangen schaute sie mich an als würde ich unsere Tochter vergiften. In Spanien kommt der Gemüsebrei als 3er oder 4er Brei ins Spiel.
Im Endeffekt entscheidet das Kind was der richtige Weg ist. Denn das Kind zeigt einem was es wie essen will.

LG Morgain

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Also unsere Tochter hat sich kein einziges Mal an ihrem Brei verschluckt. Mit stückiger Kost, konnte sie aber erst so mit 8 bis 10 Monaten umgehen. Ich habe immer langsam gesteigert. Ich hätte Angst, dass ich meinem Baby so ein bisschen den Einstieg zur Beikost kaputt mache, weil ich eine Idee umsetzen will, mit der mein Baby ggf. noch nichts anfangen kann. Es ist ja nicht schön, wenn sich beim Essen so oft verschluckt wird. Sowas gab es bei uns wie gesagt gar nicht, auch dann später bei Einführung der Familienkost nicht.
So wie es sich anhört, hat dein Kind ja großes Interesse und möchte Essen. Ich würde Brei anbieten. Der wird ja auch immer stückiger. Du merkst dann schön wenn dein Baby bereit für Familienkost ist.

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Ich würde an deiner Stelle einfach Brei geben. Nächsten Monat siehz die Sache vielleicht schon anders aus.
Bei uns ist es eher so, dass es mit Brei die übelste Sauerei gibt und auch nicht wirklich was im Bauch landet. Stücke, rumkauen und so ging bei uns von Anfang an, ein, zwei Mal verschluckt und das wars. Also bin ich faul und spare mir die Breisauerei :-)
Aber wenn das Kind mit Brei besser klar kommt mach es lieber erstmal so. Und man kann auch mischen. Wir Erwachsenen essen ja auch mal ne Suppe, Kartoffelbrei, Polenta oder Grießbrei etc.
Ursprünglich wird für Babys glaube ich das Essen auch vorgekaut. Also es ist mitnichten so, dass es "Brei" nur in unserer westlichen Gesellschaft gibt.