Ich habe jetzt keine Lust mehr.

Hallo,

Mein Kind wird Ende August ein Jahr alt. Mir war es immer wichtig, ein Jahr lang zu stillen, eine Weile dachte ich sogar, ich mache es vielleicht länger als ein Jahr.

Diese Gedanken hatte ich allerdings, bevor ich wusste, dass das bedeutet, dass ich ein Jahr lang teils alle zwei bis drei Stunden stille. Ich hab wirklich gedacht, es wird irgendwann weniger. Es sah auch mal ganz gut aus und meine Tochter kam nachts nur noch zwei Mal, aber das hat sich leider geändert.

Mittlerweile kann ich nicht mehr. Ich gehe wieder arbeiten und muss irgendwann mal mehr als 2,5 Stunden am Stück schlafen.

Letzte Nacht hat mein Kind erst recht spät in den Schlaf gefunden und hat gegen 21:30 Uhr geschlafen. Dann war es um 22:00 Uhr, um 0:00 Uhr, um 2:00 Uhr und um 4:30 Uhr wach und ist dann um 8:00 Uhr aufgestanden. Jedes Mal MUSSTE ich sie stillen. Es ist unmöglich, sie nachts ohne zu stillen wieder zum Einschlafen zu bewegen.

Mittlerweile bin ich nachts einfach nur noch genervt und schlecht gelaunt, wenn sie wieder mal nach zwei Stunden wach ist und ich ganz genau weiß, dass ich sie stillen muss, sonst brüllt sie die ganze Nachbarschaft zusammen.

Es geht mir dabei nicht darum, dass ich denke, dass sie durchschlafen soll. Ich weiß, dass man von so kleinen Kindern nicht erwarten kann, durchzuschlafen. Aber ich denke, ein fast Einjähriges braucht nachts nicht mehr alle zwei, drei Stunden Nahrung, davon bin ich überzeugt. Es wäre so mega schön, wenn ich mich nachts einfach ein einziges Mal umdrehen und weiter schlafen könnte, während mein Partner mein Kind zurück in den Schlaf begleitet. Da Stillen aber zwingend notwendig ist, damit hier überhaupt jemand zurück in den Schlaf findet, ist das nicht möglich.

Mittlerweile verbinde ich das Stillen dadurch leider nur noch mit etwas Negativem. Ich hab einfach keine Lust mehr. Eigentlich war ich ursprünglich auch dazu bereit, über ein Jahr hinaus zu stillen, aber das war, bevor ich wusste, dass mein Kind sich nachts ausschließlich durch Stillen beruhigen lassen wird und man nach einem Jahr nachts ungefähr so viel stillt wie ein paar Wochen nach der Geburt.

Habt ihr Tipps, wie ich jetzt abstillen kann, ohne, dass das auf beiden Seiten zu Frust führt und ohne, dass mein Kind die ganze Nacht wach ist (denn ohne Stillen lässt sie sich nachts ja nicht beruhigen und schreit und schreit und schreit)?

Vielen Dank.

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Hallo,

den ultimativen Tipp habe ich noch nicht. Kann Dir aber sagen, daß ich das gleiche Problem habe (Kind ist allerdings erst 10,5 Monate alt). Dafür kommt es nachts stündlich und braucht jedes Mal stillen zum Weiterschlafen.

Wir überlegen jetzt, ob wir nicht als Rythmus vorgeben, daß es alle 3h trinken kann, und dazwischen muß mein Freund sie in den Schlaf zurück bringen.
Dafür müßte ich evtl. das Zimmer verlassen und woanders schlafen und dann nur, wenn mind. 3h vergangen sind, zurück kommen. Ob das so funktioniert, weiß ich nicht. Die Erfahrung sagt aber, wenn er sie abends ins Bett bringen muß und ich bin nicht dabei, dann klappt es auch ohne stillen.
Vermutlich wären die ersten 2-3 Nächte trotzdem anstrengend, weil das nicht von jetzt auf gleich klappt. Das Kind muß sich ja umgewöhnen. Und es kann dann sein, daß es auch erstmal richtig wach wird und das dann auch 1-2h bleibt. So habe ich es gelesen.

Aber das wäre jetzt erstmal der Plan. Vermutlich gehen wir das erst nach den Ferien an, weil wir nochmal zu den Großeltern fahren und da eh alles anders ist.

Komplett abstillen wäre für mich die letzte Notlösung, die ich erstmal aber nicht plane.

Meine Nichte hat übrigens mit 13 Monaten abends vom Papa die Flasche bekommen (Mama war gar nicht im Haus), und das Ganze mit kuscheln und tragen dann gut akzeptiert. Von da an hat sie 7h am Stück geschlafen. Mein Neffe, gleiches Alter, akzeptiert das nicht.

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Ich hatte genau dasselbe Problem mit meinem Großen. Wir haben uns dann entschlossen in den sauren Apfel zu beißen und er ist in sein eigenes Zimmer umgezogen. Der Papa hat ihn dort ins Bett gebracht und mit ihm dort geschlafen.
Das ging anfangs leider nur mit ausgiebigen Protest zum Einschlafen (ca 2 Wochen mit viel Geschrei am Abend), aber dafür ist er fast vom ersten Tag an nachts nicht mehr aufgewacht.

Viel Erfolg und Durchhaltevermögen!

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Ich habe seit ca 3 Wochen das gleiche Problem. Habe schon vor ca 4 Wochen tagsüber abgestillt und da Baby nachts so oft kommt, hab ich jetzt auch nachts keine Lust mehr. Muss aber dazu sagen, dass ich nie vor hatte, super lang zu stillen.
Ich denke, dir ist klar, dass es bei dieser hohen Frequenz nicht um Hunger geht. Abstillen bedeutet also nicht zwangsläufig, dass die Nächte besser werden. Höchstens insofern, als dass Mann mal ran kann. Man liest immer wieder, dass man eine Alternative zur Brust finden muss. Also entweder die Eltern oder das Kind allein.. Einschlafstrategie.
Eine zeitlang habe ich auch versucht, dass Stillen nachts bloß zu reglementieren, ging voll nach hinten los.
Nun bin ich seit 2 Nächten dabei, vor dem Einschlafen und 1x mitten in der Nacht eine Flasche statt Brust zu geben. Baby hat länger am Stück geschlafen und insgesamt glaub 3x gestillt. Das ist zu vorher 7-8x auf jeden Fall eine Verbesserung. Um dann auch nachts abzustillen reduziere ich einfach weiter.
Ob das weiter klappt, ob das nicht auch je weniger Brust es gibt dann Riesengebrüll gibt, und wo es letztendlich hinführt.. Ob die Flasche genauso blöd ist wie die Brust, weil die dann am Ende 7-8x nachts verlangt wird.. keine Ahnung.

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Hallo,
wir sind zwar noch nicht so weit (Mini erst 6 Monate) aber ich bin mir sicher, dass es bei uns auf dasselbe hinauslaufen wird...
Schau mal auf stillkinder.de, da gibt es ein 10 NÄCHTE PROGRAMM, vielleicht wäre das was für euch.
Starke Nerven und viel Durchhaltevermögen wünsche ich uns allen ;)

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Hallo,

wir haben es damals einfach durchgezogen. Am Tag war er bereits abgestillt und nahm bei Bedarf die Flasche, Abends und in der Nacht akzeptierte er die Flasche nicht. Ich gab ihm die Brust einfach nicht mehr, blieb aber bei ihm, hielt ihn im Arm und sang ihm vor. Nach drei Tagen Protest funktionierte das neue Einschlafritual problemlos und er wachte nur noch einmal in der Nacht auf (bekam dann eine Flasche).

Liebe Grüße

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Ich weiß nicht ob dir meine Geschichte weiter hilft da meine Tochter einige Monate älter ist aber vielleicht ist was hilfreiches dabei. Meine Tochter ist jetzt 21 Monate alt und ich hab sie bis vor einigen Wochen auch gestillt.
Ich hab immer gesagt bis 2 Jahren gebe ich ihr Zeit dann ist auch langsam schluss.
Ich bin aktuell in der 14ssw und meine Tochter kam nachts IMMER und meistens hab ich nicht länger als 2 Stunden am stück geschlafen. War bis vor kurzem auch tagsüber arbeiten und es hat langsam wirklich an meinen kräften gezerrt. Bei ihr war es sowieso eher nuckeln als trinken. Meine Milch war auch weniger weil wenn sie dann mal getrunken hat hab ich gemerkt sie muss bisschen mehr saugen und da kommt nicht mehr soviel. Kann natürlich an der Schwangerschaft liegen.
Manchmal wollte sie die halbe Nacht nur an die brust und irgendwann ist bei mir der Knoten geplatzt und ich hab mitten in der Nacht gesagt jetzt reicht es.
Hab ihr einfach die brust verweigert. Sie hat geschrien, ist aber immer wieder eingeschlafen. Hab sie natürlich nicht allein gelassen sondern hab sie beruhigt, mit ihr geredet und sie versucht in den Schlaf zu schaukeln. Morgens hat sie immer wieder nach der brust verlangt aber hab ihr erklärt das sie leer sind und sie war auch 2 tage lang wirklich zickig. Hab ihr dann immer alternativ die Flasche angeboten, bis zu dem Tag hat sie höchstens 50 ml getrunken, nachdem sie ihre brust nicht mehr bekam hat sie ihre 180 ml weg getrunken.
Nachts hatte ich noch 2 Nächte ein Theater wo sie mehrmals wach wurde, ich habs ihr erklärt und bot ihr die Flasche an. Hat sie akzeptiert.
Jetzt fragt sie zwar manchmal immernoch nach der brust aber akzeptiert ein Nein ohne Theater.
Nachts kommt sie jetzt zwar und will 1-2 Flaschen haben aber schläft danach direkt wieder ein. Kein Vergleich zum dauernuckeln davor. kommt sogar vor das sie 5 Stunden am stück schläft. Hat sie vorher nie gemacht. Manchmal kommt sie nur 1 mal in der Nacht, will ihre flasche und schläft dann bis morgens weiter. Manchmal ist sie unruhiger aber nie fragt sie nachts nach brust. Meine Tochter war zudem immer zierlich, nahm langsam zu, jetzt mit der Flasche nimmt sie besser zu und sie isst am Tisch auch besser mit.

Ich denke in erster Linie musst DU bereit sein abzustillen. Wie Du sie abstillst liegt natürlich an Dir und an Deinem Kind.
Vllt nimmt sie dann doch noch den Schnuller oder die Flasche. Weil es natürlich sein kann das sie doch noch Hunger hat. Bei meiner Tochter musste es radikal passieren weil sie es anderst einfach nicht verstanden hätte.