Bereits abstillen? Baby ist 9 Wochen alt

Liebe Alle - sorry für den langen Text

Vor neun Wochen ist unsere Tochter auf die Welt gekommen. Es war eine traumatisierende Geburt, da ich wegen Einleitung Wehenstürme hatte, notfallmässig in ein grösseres Spital eingewiesen werden musste und noch einige Dinge die mich da durchgeschüttelt haben.
Sobald die Kleine aber untersucht worden war und man sah, dass sie gesund war, wurde sie mir auf die Brust gelegt und sie fing an gleich zu trinken.
Es war für mich ein unbeschreiblich schönes Gefühl, zusätzlich wegen der Tatsache, dass ich wegen sexuellem Missbrauch in meiner Kindheit immer Mühe mit Bilder vom Stillen (Menschen und Tier) hatte und zwar stark an dem Thema gearbeitet hatte, aber nicht wusste, ob es schlussendlich für mich gehen würde. Und es ging, ich fand es sehr schön und es erinnerte mich auch nicht an die schlimmen Erlebnisse aus der Kindheit.

Am selben Tag kam es dann leider dazu, dass unsere Tochter beim Stillen blau anlief. Es war ein riesen Schock und es schien als ginge das traumatische Erlebnis weiter. Von da an hatte ich Angst vor dem Stillen. Meine eine Brustwarze verzog sich sogar nach innen, was ich in meinen 40Jahren noch nie hatte. Ab dem Moment rief ich jeweils eine Pflegerin zur Unterstützung, auch aber da ich starke SChmerzen durch den KS hatte.

Zurück im ersten Spital haben sie mir dann eine Stillberaterin zur Seite gestellt, welche bei jedem Stillen dabei war, auch wurde meine Milchproduktion unterstützt, da auch diese durch den Schock sich zurückgezogen hatte.

Daheim war ich immer noch nicht ganz fit, auch immer noch unter Antibiotika (hatte einen starken Infekt durch die vielen Medis etc.) und wegen meiner grossen Brust und die Unruhe/Ungeduld unserer Tochter und der Tatsache dass ich nur noch mit Stillhütchen stillen konnte, konnte ich nur noch mit Unterstützung stillen. D.h. ich bereitete mich vor, machte die Umgebung bereit (Kissen um mich, etwas unter die grosse Brust, hielt das Stillhütchen etc. und Jemand legte mir die Kleine an). Dadurch konnte ich nachts nicht gut stillen, als mein Mann wieder arbeiten musste. Pumpen ging soso lala, ich hatte so dolle Schmerzen, dass ich nicht allzu lange meine schweren Brüste halten konnte und auch da aber, einen Tag hatte ich Milch, einen Tag nicht.

Irgendwann konnte ich es arrangieren, dass ich zumindest ca. dreimal täglich stillen konnte (wenn Jemand da war) und da sie sowieso auch nach dem Stillen jeweils einen Schoppen brauchte, da zu wenig Milch, bekam sie an den restlichen Mahlzeiten auch den Schoppen.
Bald war es dann so, dass ich nur noch abends vor dem TV stillen konnte, da tagsüber niemand mehr da war und ich sie immer noch nicht alleine anlegen konnte. Aber immerhin einmal täglich und die Milch kam, wenn auch nicht mega viel, aber die Kleine genoss es auch wenn weniger Milch da war.

Dann kam die Lebensmittelvergiftung, ich war auch einen Tag im Spital, durch die Medikamente konnte ich nicht stillen, musste also abpumpen und die Milch wegwerfen. Dadurch dass ich sehr schwach war, konnte ich nicht nur ca. 15 Min. abpumpen, zu mehr hatte ich keine Kraft.
Danach hatte ich endlich meinen Termin bei einer Stillberaterin.
Die Stillberaterin fragte, ob mir einmal täglich stillen genügt, dann könne ich so weiter machen, möchte ich jedoch mehr, würde sie mir anraten das Cluster-Pumping für einige Tage zu machen. Sie erwähnte auch, dass seitliches Stillen für grosse Brüste eine gute Variante sei, aber bezüglich Stillhütchen nicht mehr brauchen, haben wir nicht gesprochen oder ich habe es vergessen.

Das Clusterpumping habe ich dann tatsächlich eine ganze Woche durchgezogen, bei der Pumpe sieht man auch leicht Milch (keine ML oder so, eifnach das was kommen würde, die Warzen sind auch feucht gewesen etc. aber mehr nicht. Durch das die Kleine natürlich grösser ist habe ich jetzt auch tatsächlich es geschafft sie selber anzulegen wenn ich z.B. seitlich im Bett liege. Auf dem Sofa mit Stillkissen etc. geht es nicht immer, da mir immer wieder das Stillhütchen rutscht, sie dann anfängt ungeduldig zu werden etc. und es immer schlechter geht. Aber einmal habe ich es auch geschafft.

Nun ist es so, es kommt keine Milch mehr, auch nicht mit Pumpen, auch nicht mit Trinken der Kleine, einmal hat es geklappt, aber da ging es ca. 20Min. bis endlich Milch kam. Ich habe es weiter versucht, pumpe auch länger, lege sie an, sie hat mega Freude, schon nur wenn sie meine nackte Brüste sieht fängt sie an zu lächeln :-) aber es kommt nicht. Mehr Pumpen oder auch täglich schaffe ich irgendwie nicht, der Tag hat zuwenige Stunden, merke einfach dass es mit Schoppen einfacher geht aber wenn ich daran denke, dass das Stillen jetzt passé sein sollte könnte ich weinen. In vier Wochen muss ich auch wieder arbeiten gehen, müsste also auch dort abpumpen etc. und weiss nicht wie ich das alles schaffen soll, wenn ich schon jetzt es nicht schaffe, aber trotzdem möchte ich nicht aufgeben, wie gesagt könnte ich beim Thema einfach nur weinen.
Erstens weil es einfach ein schönes Gefühl ist, die Kleine das sooo liebt, trotz Schoppen kommt sie gerne an die Brust, beruhigt sich toll, dann ist natürlich die Muttermilch was tollen, Immunsystemstärkung etc.
Ich bin einfach hin- und hergerissen, merke mir geht es mit beiden Varianten nicht gut und weiss auch nicht wieso ich das schriebe, evtl. einfach um zu hören wie es anderen damit ging? Wie habt ihr das gemacht?
Wieso sind die ersten 8 Wochen so schwierig bis es sich einpendelt und dann wenn es sich einpedenln würde hat man einfach keine Milch mehr :-(.
soll ich zu einer weiteren Stillberaterin?

Vielen lieben Dank fürs Lesen.

1

Oh du Arme Liebe!

Ich kann mich zwar nicht wirklich in deine Situation hineinversetzen aber ich möchte gerne dass du weißt, wie sehr ich dich und deinen Einsatz bewundere!

Egal wie du dich entscheidest, du entscheidest dich richtig!

Fühle dich gedrückt du starke Löwemama.

2

Hallo,
Zuerst vorweg: Ich finde es bewundernswert, dass du trotz aller Widrigkeiten und Schwierigkeiten schon 9 Wochen durchgehalten hast! Das ist eine starke Leistung und bleibt es, egal wie du weiter vorgehst. Und die wichtigste Frage ist, was du möchtest und womit es dir gut geht, denn das ist der richtige Weg für euch. Und je nachdem was du möchtest, ist ein anderes Vorgehen sinnvoll.

Beim Lesen deines Beitrags kamen mir spontan zwei Gedanken, wobei ich ja wie gesagt nicht weiß wie du weitermachen willst:
1. Zum Stillen bräuchtest du eine Möglichkeit deine Tochter alleine und ohne großen Aufwand anzulegen. Auch mit großen Brüsten ist das möglich. Das kann z. B. durch Stillen im Liegen sein oder noch eine andere Position oder auch durch ein anderes Stillkissen. Ich kam z. B. mit den Kissen mit Kügelchenfüllung nie zurecht, aber es gibt auch andere mit Schaumstofffüllung, die nicht so nachgiebig sind. Unser Zwillinge kann ich damit nach ein etwas üben alleine anlegen, gleichzeitig stillen und habe dabei die Hände frei. Das klappte nicht auf Anhieb, aber ich hab erstmal mit Hilfe geübt und dann konnte ich es irgendwann alleine. Google mal Zwillingsstillkissen. Vielleicht wäre das für dich auch hilfreich, es ist ja egal ob ein oder zwei Kinder darauf liegen. Und vermutlich hilft es auch, wenn du die Stillhütchen abgewöhnen könntest, aber damit kenne ich mich leider nicht aus und würde nochmal eine Stillberaterin aufsuchen.

2. Was spricht dagegen non-nutriv zu stillen, wenn abpumpen um zum Vollstillen zu kommen zu zeitintensiv und anstrengend ist (was ich aus Erfahrung gut nachvollziehen kann)? Hieße erst die Flasche und danach die Brust zum nuckeln und kuscheln oder einschlafen. Dann hättest du den Stress mit dem Pumpen nicht, müsstest dir keine Gedanken um die Milchmenge machen und es wäre auch nicht so schlimm wenn das Anlegen etwas länger dauert. Es könnte natürlich sein, dass deine Tochter dann irgendwann nicht mehr an die Brust möchte, das kann man vorher nicht wissen, aber es könnte auch sein, dass ihr so monatelang stillt.

So oder so schadet eine weitere Stillberatung vermutlich nicht und sei es damit du mit jemandem deine Gedanken sortieren kannst um herauszufinden welcher Weg für euch der beste ist.

Ich wünsch euch auf jeden Fall alles erdenklich Liebe!