Brusternährungsset bei Trinkschwäche

Hallo zusammen,
mein Sohn ist ein SGA-Baby (geringes Gewicht für Schwangerschaftswoche), er kam bei 38+5 mit nur 2480g auf die Welt.
Von Anfang an war es schwer mit dem Stillen, deshalb wurde gleich zugefüttert.
Morgen wird er 4 Wochen alt und inzwischen füttere ich mit dem Brusternährungsset zu.
Eine Zeit lang habe ich versucht, so wenig wie möglich damit zuzufüttern und ihn überwiegend ohne Schlauch an der Brust saugen lassen. Das führte allerdings dazu dass er nach 45 Minuten immer noch nicht richtig satt war, aber immer müder wurde.
Meine Hebamme meinte nun, dass ich die zufütter-menge wieder steigern soll und auch schon gleich zu Beginn bzw. Nach paar Minuten den Schlauch öffnen soll.
Wenn zugefüttert wird, saugt er ähnlich stark wie ohne Zufüttern, aber dafür viel ausdauernder, mit weniger Pausen und schluckt häufiger.
Ich pumpe zudem regelmäßig ab, um die Milchproduktion anzuregen. Leider reicht die abgepumpte Milch allerdings nicht, um allein diese zuzufüttern, sondern ich muss noch mit Pre aufstocken.

Lange Rede, kurzer Sinn.
Wer hat Erfahrungen mit dem BES bei Trinkschwäche? Wie habt ihr es angewendet? Und seid ihr wieder davon los gekommen und wenn ja, wann?

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Hallo Pippilotta,

Ich habe bei unserem kleinen Zwilling das BES genutzt, weil er große Schwierigkeiten an der Brust und noch mehr an der Flasche hatte. Von der Flasche wollten bzw mussten wir so schnell wie möglich weg. Er kam als Frühchen bei 28+1 mit 810g, bei uns hieß es SFGR, severe fetal growth restriction, ähnlich wie SGA. Als er etwa bei 38+3 ankam, (da war er schon 10 Wochen alt) wog er 2.270g.

Ich wusste durch das abpumpen, dass ich definitiv genug Milch hatte, er bekam es einfach nicht raus. War zu müde oder von meinem Milchspendereflex überwältigt. Nachdem also sowohl Hebamme, als auch diverse stillberaterinnen und zwei Nachsorgeschwestern das ganze beobachtet hatten, habe ich folgendes gesagt bekommen:
Die trinkschwäsche muss eine Ursache haben. Also sind wir zu einer Osteopathin, sie hat viel Druck im Kopf- und Mundbereich festgestellt. Er war fast 3 Monate über den Mund sondiert und zündete da ständig dran rum. Stell dir vor, du hättest 24/7 einen Zahnstocher im Mund, mit dem du permanent rumspielen würdest. Da verkrampft schon einiges. Nach ein paar Sitzungen wurde es besser, aber noch nicht gut. Wir probierten die kleinste Flussrate beim BES, ich musste vorher abpumpen, damit er sich nicht verschluckte, und danach nachpumpen bzw ausstreichen. Nach Wochen wurde es nicht besser. Auf Empfehlung der Nachsorgeschwester sind wir zu einer anderen Osteopathin, die auch Orthopädin ist. Sie konnte die Diagnose der voherigen bestätigen und erklärte, dass seine Gaumennaht verschoben und alles in seinem Mund total verspannt war. Darum wurde er schnell müde und bekam die Brust auch nicht gut zu fassen. Sie meinte aber auch, dass diese Spannung im Mund und die verschobene Gaumennaht viel häufiger vorkommt, das sieht man von außen nämlich nicht. Man kennt bei Stillproblemen ja eher das Zungenbändchen. Eine bekannte hat von ähnlichen Problemen wie wir sie hatten berichtet und ich habe ihr die Ärztin empfohlen, und tatsächlich hatte ihre Tochter das gleiche und konnte danach vollgestillt werden.
Nach der ersten Sitzung trank er das dreifache seiner eigentlichen Menge in der Hälfte der Zeit, ohne zu weinen. Nach einer Woche sind wir vom BES und vom zufüttern weg. Zwei Wochen später habe ich aufgehört zu pumpen. Da war er korrigiert 3 Monate alt. Ich musste eine Zeit lang noch etwas abpumpen bevor ich ihn anlegte, da ich zu viel Milch hatte. Ich habe ihn einfach in allen möglichen stillpositionen immer wieder angelegt wenn er sich beschwerte, dann ging das. Manchmal fand er das einfach kacke und es gab nochmal die Flasche, zB vor dem Schlafengehen, das kam aber sehr selten vor und hatte sich schnell erledigt. Insgesamt habe ich das BES etwa 4 Wochen verwendet.

Habt ihr schon mal anderweitig drüberschauen lassen, ob denn physiologisch alles in Ordnung ist? Meine Hebamme konnte nämlich nicht erkennen, dass da was nicht stimmt.
Und warum glaubst du, deine Milch würde nicht reichen? Und was ist dein Wunsch? Vollstillen?

Freue mich über Austausch!
Liebe Grüße
Limo mit 💚💛 (11 Monate, korr. 8)

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Hallo Limo,

vielen Dank für's Teilen deiner Erfahrung!
Wir waren bisher auch einmal bei einer Osteopathin. Sie hat aber nur eine Verspannung in der Wirbelsäule feststellen können.
Die Kinderärztin hat gar nicht weiter drauf geschaut und die Hebammen (sowohl im KH als auch meine Nachsorgehebammen) sowie eine Stillberaterin auch nicht.
Wir hatten schon überlegt, ob wir Mal zum Logopäden sollen, weil wir auch die Ursache rausfinden wollen. Aber bisher wurde uns immer gesagt, dass er bestimmt besser trinkt wenn er mehr Gewicht hat.
Ich habe einfach immer das Gefühl dass er total ineffizient saugt. Das variiert aber auch je nach Tageszeit und je nachdem wie wach er ist. Manchmal fängt er total gut an, das hält er dann aber keine halbe Minute durch. Außer eben am BES, aber da tropft es ja auch einfach in seinen Mund.

Wir benutzen ja Stillhütchen (falls ich das noch nicht erwähnt habe) und oft wenn er abdockt, sehe ich da keine Milch drin. Manchmal läuft sie hingegen richtig rein sodass es raustropft.
Irgendwie hab ich deswegen das Gefühl zu wenig Milch zu haben.. und auch weil die Brüste sich nie voll anfühlen und auch fast nie einfach so Mal was raustropft, ganz selten beim Stillen an der anderen Brust. Das war aber anfangs deutlich mehr und häufiger.

Mein Wunsch ist voll zu stillen und das am liebsten über längere Zeit (mindestens 1 Jahr aber eher mehr, solange es uns beiden gefällt).

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Für mich klingt das tatsächlich eher danach, dass er nicht effizient saugt. 🤔 woe organisierst du das mit dem abpumpen? Mir hat es am meisten geholfen, wenn ich beim stillen die andere Brust abgepumpt habe. So konnte ich mehrere Milchspendereflexe auslösen. Und die Seite wechseln, damit du die angetrunkene Brust leerpumpen kannst.
Das Stillhütchen hattest du nicht erwähnt, das macht das trinken wohl umso schwieriger... erkundige dich mal nach einer Stillberaterin von La Leche Liga, die bieten das auch kostenlos an. Ich bin ja auch nur Mama und kann das so schlecht aus der Ferne beurteilen.😅
Stillhütchen hatten wir aus dem Krankenhaus auch, die bin ich aber schnell losgeworden. Damit kann der milchspendereflex durchaus schlechter ausgelöst werden und die trinktechnik ist auch eine ganz andere. Ich habe immer wieder versucht, ohne stillhütchen anzulegen, dann mit Stillhütchen und sie zwischendurch mal gemopst. Besonders im Halbschlaf hat das gut funktioniert.
Vielleicht solltest du beim BES die Flasche tiefer hängen? Dann kommt da nicht so viel raus.

Dass die Brust nicht spannt oder ausläuft hat nichts zu sagen. Bei mir ging das 12 Wochen, dann hatte sich der Bedarf reguliert. Eine Freundin hatte nie Probleme mit auslaufenden Brüsten und nach dem milcheinschuss auch keine Spannungen mehr

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