Weniger/kein Industriezucker essen - Erfahrungen und Alternativen gesucht

    • (1) 01.01.16 - 17:57

      Hallo,

      Ich möchte gerne aus gesundheitlichen und gewichtstechnischen Gründen (10 Kilo sollen noch weg) versuchen, weitgehend auf (industriell hergestellten) Zucker zu verzichten.

      Nun lese ich dies und das zu Alternativen und zur Umsetzung und hätte gerne praktische Erfahrungen von Menschen die Zuckerverzicht schon länger betreiben und evtl. auch abgenommen haben.

      Was esst ihr nicht mehr, was esst ihr noch, was benutzt ihr als Alternativen (Agavendicksaft, Honig, Ahornsirup, Stevia ...) oder nutzt ihr gar keine Alternativen und süßt wenn überhaupt mit frischen Früchten o.ä.?

      Ich bin etwas verwirrt, die einen sagen man könne ruhig z.B. mit Agavendicksaft z.B. Den Quark etwas süßen, andere sagen: bloß nicht, sonst kommt der Körper ja nie vom Süßkram weg ...

      Also falls ihr positive oder negative Erfahrungen und praktische Tipps habt, immer her damit. ;-)

      Danke und ein frohes neues Jahr,
      Tina

      • Hallo Sternentage,

        vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich den gleichen Vorsatz wie Du.

        Ich war damals sehr, sehr krank und dachte mir, dass ich den Zuckerverzicht ja mal ausprobieren kann (als letzten Strohhalm) und siehe da:

        Ich lebe jetzt seit einem Jahr industriezuckerfrei - dies bedeutet auch künstliche Süßstoffe und Sirupe usw. Da fast überall Industriesüße drin ist, kaufe ich kaum noch verarbeitete Lebensmittel - dies hat sich aber nach und nach erst entwickelt.

        Nach ganz kurzer Zeit war ich schon wieder gesund und hab auch problemlos und ohne es eigentlich zu wollen 10 kg abgenommen - das floss einfach nur dahin.

        Mein Geschmackssinn hat ich auch drastisch anders entwickelt - Dinge, die ich früher total lecker fand (Snickers zum Beispiel) spucke ich heute nach dem ersten Bissen aus, weil sie viel zu süß und künstlich schmecken.

        Man stelle sich nur mal vor, dass die normale Tafel Schokolade ca. 55 % Zuckeranteil hat. Das ist ekelhaft!

        Ich mache leckere, gesunde Schokolade selber und selbst mein Sohn - der ist 9 - verzichtet dafür freiwillig auf Süßigkeiten. Er ist seit dem viel, viel besser in der Schule.

        Nur zur Info: Ich arbeite Vollzeit und habe "nebenbei" letztes Jahr noch zwei erfolgreiche Bücher geschrieben und war auch ansonsten nebenberuflich recht erfolgreich in Sachen Ernährungsberatung und Vorträgen usw. über ein zuckerfreies Leben.

        Ich kann Dir eines sagen: Zucker"verzicht" ist kein Verzicht im eigentlichen Sinne, dass Dir also dann was fehlt. Es ist viel mehr die Entscheidung für ein gesundes und längeres und aktiveres Leben.

        Agavendicksaft enthält super viel Fructose (über 90 %). Da Fructose der Fettmacher Nr. 1 weltweit ist, sollte er GAR NICHT verzehrt werden.

        Honig enthält 76 % Sacchharose (= Zucker). Zwar enthält Honig gesunde Aminosäuren und Vitamine, aber eben sehr viel Zucker.

        Mit allen anderen Dicksäften verhält es sich ähnlich.

        Stevia ist entgegen der Werbung ein Kunstprodukt, genau wie Xylitol, welches nur dazu da ist, die Menschen zu verwirren und die Lebensmittel noch süßer zu machen.

        Es gibt zwei Süßungsmittel, die ich empfehlen kann:

        Kokosblütenzucker und Datteln

        Beides enthält viele Vitamine und Mineralien. Beides, Datteln dabei noch mehr, enthalten natürliche Ballaststoffe, die den "Zucker" binden. Das bedeutet, der Zucker ist - wie bei jedem Obst - in den Ballaststoffen gebunden.

        Man schmeckt die Süße, aber der Körper kann während der Verdauung den Zucker nicht sofort auslösen wie bei isoliertem Zucker, sondern muss ihn während des Verdauungsprozesses langsam verwerten. Die enthaltenen Ballaststoffe sorgen für eine schnelle Verdauung.

        Wissenschaftler haben auch herausgefunden, dass isolierter Zucker im Gehirn die Hormonausschüttung verändert (dauerhaft negativ) und Dopamin (süchtig machendes Glückshormon) ausschüttet, welches auch bei Drogengebrauch ausgeschüttet wird.

        Zucker in Ballaststoffen hingegen hat diesen Effekt im Gehirn nicht - ist also insgesamt besser.

        Trotzdem muss man zusätzlich auch darauf achten, den Süßgeschmack auch in anderen Speisen aus dem Leben zu verbannen (Eiersalat schmeckt zum Beispiel irre süß), denn warum sind die Lebensmittel, die wir essen so süß?

        Weil wir gemästet werden! Der Süßgeschmack bedeutet in der Natur: schnelle, leichte Kalorien und viele Vitamine = Fressreflex wird ausgelöst.

        Im Klartext: Die Sättigungsschrank wird ausgehebelt durch süßen Geschmack und wir "fressen" mehr.

        Das Ergebnis sieht man an den über 60 % dicken Deutschen! Oder dass Milchzahnkaries jetzt die häufigste Kinderkrankheit ist.

        Ohne Industriesüße wirst Du nicht zum essen verleitet, Du merkst wieder leichter, wann und vor allem wie viel Du Hunger hast und Dein Geschmackssinn leitet Dich ganz von alleine zu gesunden Lebensmitteln (Obst, Gemüse usw.), die viel besser schmecken, als wenn unser Geschmackssinn durch die übertriebene Süße verfälscht ist.

        Ich wünsch Dir viel Erfolg!

        sbl

        PS: Das Gehirn braucht ca. 3 Monate, um sich an eine Ernährungsumstellung zu gewöhnen. Wenn Du also bis Ende März konsequent durchhältst, hast Du es geschafft. Richtige Entzugserscheinungen hatte ich aber nur die ersten 2 Monate (Schwächeanfälle zuerst, später unkontrolliertes Zittern für 2 Monate) - danach ging es mir erheblich besser und ich kam gut klar.

        Alles Gute Dir!

        Die Lebensmittelindustrie nutzt Süßmacher jeglicher Art (auf Zutatenlisten haben Süßungsmittel über 80 Namen in Deutschland, damit die auch ja nicht alle entdeckt werden), um Lebensmittel zu versüßen und uns mehr essen zu lassen.

        Auf Zucker zu verzichten ist also eine klasse Sache - aber man braucht Informationen, damit man überhaupt weiß, was man tut.

        • Wow, vielen herzlichen Dank für deinen ausführlichen Bericht! #pro#pro#pro Da bekomme ich wirklich Lust das durchzuziehen.

          Hast du vielleicht Tipps für Internetseiten, Bücher o.ä. Quellen die ich mir weiterführend ansehen könnte?

          Und hast du vielleicht Rezepte? Wie und wo nutzt du den Kokosblütenzucker ( wo kauft man den??? Und schmeckt der sehr nach Kokos, den Geschmack mag ich nämlich eigentlich nicht ...) und die Datteln und wie machst du die Schokolade?

          Wenn das jetzt zu viele Fragen sind, dann entschuldige, ich kann verstehen wenn du nicht auf alles antworten magst.

          Danke und liebe Grüße, Tina

          • Hallo,

            nein, der Kokosblütenzucker schmeckt nicht nach Kokos - keine Angst :-).

            Er schmeckt karamellig süß und ist damit ideal zum Beispiel für rohe Schokolade oder auch Schokokuchen, selbst gemachtes Nutella usw.

            Kokosblütenzucker bestelle ich im Internet, weil der Preis geringer ist. Jeder gute Bioladen führt davon aber auch kleine Päckchen (ca. 400 g) zum probieren. Der Preis liegt dann bei ca. 10 Euro - aber zum probieren, ob es einem schmeckt, ist das ja ok.

            Als Dattelart nutze ich Medjool - das Kilo kostet zwischen 20 und 25 Euro. Ich kaufe aber immer einen 5 kg-Karton. Datteln halten sich ja eeeewig und dann liegt der Preis bei ca. 13 Euro.

            Für alles weitere schreibe ich Dir gleich eine PN :).

            sbl

      • Super Beitrag.#pro

        Es geht auch weniger konsequent.;-) Für Anfänger :
        Tee/Kaffee ohne Zucker/Süßstoff.
        Quark/Joghurt auch ( Zimt reicht meist ).
        Süssigkeiten redzuieren oder direkt nach dem Essen konsumieren.
        Ab und zu ein Stück dunkle Schokolade genießen.
        Kuchen nur zu besonderen Anlässen u.s.w.
        Zucker brauche ich nur zum Backen.
        Nach einem Jahr Zuckerausschluß ( damals konsequent ) erledigt sich das Problem weitgehend. Die Geschmacksnerven stellen sich um, Heisshunger/Jieper auf Süssigkeiten geht weg oder taucht nur selten auf.

        Man sollte sich nicht unter Druck setzen.
        Eine normale Lebensführung ( Einladungen, Essen gehen etc. ) und der Genuss sollen zumindest für mich, nicht auf der Strecke bleiben.
        Meine Familie wollte nicht mitziehen, nach und nach ( gut hat schon einige Jahre gedauert ) ist auch ihr Bewusstsein gewachsen.Sie merken wie blöd dieser Heisshunger auf ständig süßen Nachschub ist.

        L.G.

        • Danke liebe asbo,

          genau so hab ich es auch angefangen - nimm dich zum backen einfach Kokosblütenzucker. Geht genau so gut, ich würd sogar sagen, dass es besser schmeckt!

          Viele Grüße

          sbl

          • Kokosblütenzucker habe ich sogar, dachte der wäre zum Backen zu schwach süß.
            Werde es mal probieren.
            Das native Kokossöl z.B.schmeckt beim Kochen etwas durch.

            #herzlich

            Hattst du mal einen anderen Nick??

            • Jupp, genau wie Du. Ich war früher entichen - aber ich glaub diese Frage hast Du mir schon mal gestellt :-p.

              Kokosöl schmeckt ja aber auch nach Kokos - das bleibt bestimmt auch beim backen so. (Hmmm, ich liebe Kokos).

              Aber ich hab auch gerade wieder mit Kokosblütenzucker gebacken - leckeren Mississippi Mud Pie. Der schmeckt total himmlisch - mal was besonderes zum Jahresanfang :-D.

              sbl

              • vergesslich, werde alt#schwitz

                • :-p

                  Hast du schon mal gleichaltrige Leute angesehen und dir gedacht: "Es kann doch nicht sein, dass ich auch so alt aussehe!"? Genau das, ist mir nämlich kürzlich passiert.

                  Ich saß neulich im Wartezimmer vor meinem ersten Termin mit dem neuen Zahnarzt. An der Wand hing sein Diplom, auf dem sein voller Namen stand. Plötzlich erinnerte ich mich an einen großen, gut aussehenden, dunkelhaarigen Jungen aus meiner Oberstufenklasse von vor 30 Jahren. Könnte es sich um denselben Jungen handeln, den ich damals so scharf fand? Als ich ihn sah, habe ich diese Gedanken allerdings sofort begraben. Da stand ein alternder Mann, dessen graue Haare ausgingen, mit tiefen Falten im Gesicht - der viel zu alt war, um mein ehemaliger Klassenkamerad zu sein.

                  Nachdem er meine Zähne durchgeschaut hatte, frage ich ihn aus lauter Neugier doch, ob er auf die Albert-Einstein-Schule gegangen sei.

                  Völlig überrascht antwortete er: "Ja ... ja ... , ich da bin ich zur Schule gegangen" "Wann haben Sie denn Abi gemacht?" fragte ich. ,,1979. Warum fragen Sie?" war seine Antwort. "Dann waren Sie in meiner Klasse" sagte ich. Er schaute mich etwas verwirrt an... und dann hat mich dieser

                  alte, hässliche, grauhaarige, fast glatzköpfige, zerknitterte, fettarschige, Kerl doch glatt gefragt ...

                  "Was haben Sie denn damals unterrichtet?"

                  #rofl#rofl#rofl

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