Fat-Akzeptanz

    • (1) 16.12.16 - 11:49

      Hallo, in einem anderen Unterforum wurde gerade eine ganze Diskussion gelöscht weil sie anscheinend von einem Troll initiiert wurde. Ich fand die Diskussion trotzdem interessant. Wieweit glauben Menschen dass Dicksein eine Krankheit ist wo man leider nichts machen kann? Warum werden Adipöse eher bemitleidet, während Raucher und Alkoholiker eher verabscheut? Mir ist klar, es gibt Fälle, wo man durch eine Krankheit zunimmt (z.B. Hormonbehandlung), aber meistens ist es eine Umstellung der Lebensart, die zum Übergewicht führt. Übergewicht ist keine Krankheit, sondern macht krank. Insofern finde ich wichtig dass das Thema "Fresserei" angesprochen wird, natürlich nicht von einem Troll. Hier wird richtigerweise öfters erwähnt dass der Energiebilanz stimmen muss, also wer abnehmen will, muss weniger als sein Grundumsatz an Kalorien zu sich nehmen. Warum also beim Adipositas ein Auge zumachen, besonders in der Familie, während beim Rauchen oder Alkohol eher diskutiert wird. Als ob der Fettschicht an den armen Menschen ohne ihr Zutun wachsen würde. Ich finde Menschen, die endlich schaffen, durch Lebensumstellung wieder normalgewichtig zu werden, bewundernswert. Sie gewinnen ja auch mächtig an Lebensqualität. So wie Raucher und Alkoholiker nach erfolgreicher Entwöhnung.

      • (2) 16.12.16 - 12:12

        "Hier wird richtigerweise öfters erwähnt dass der Energiebilanz stimmen muss, also wer abnehmen will, muss weniger als sein Grundumsatz an Kalorien zu sich nehmen."

        Das ist eine Fehlinformation, die ich so nicht stehen lassen möchte. Man darf nicht längere Zeit weniger als den Grundumsatz an Kalorien zu sich nehmen, sonst gerät man in einen Hungerstoffwechsel und wird sicher nicht dauerhaft abnehmen (Jojo-Effekt). Was Du meinst, ist der Leistungsumsatz, also der Grundumsatz + die Kalorien, die durch körperliche Aktivitäten (dazu gehört aber z.B. auch Lernen) zusätzlich benötigt werden.

        Beispiel: Grundumsatz entspricht 1500 Kalorien, Leistungsumsatz sind 2000 Kalorien, also nimmt man ab, wenn man überwiegens nur um die 1600 Kalorien zu sich nimmt.

        • (3) 16.12.16 - 12:16

          Laut neuesten Forschungen gib es kein Hungermodus. Wenn man bei Diäten darauf achtet dass man genug an Vitaminen und Mineralstoffen zu sich nimmt, wird man sich mit wenig Kalorien eventuell sogar gesünder ernähren als ohne Fiät.

          • (4) 16.12.16 - 12:23

            Hast Du einen Link dazu? Den Zusammenhang zwischen Vitaminen und Mineralstoffen und gesundem Essen kann ich erfassen, aber was den Rest betrifft, kann ich nicht folgen. Vor Allem bin ich an Links interessiert, die Deine These mit dem Grundumsatz unterstreichen.

            • (5) 16.12.16 - 12:33

              Ich habe hier im Forum über das Buch von dr.Nadja Hermann erfahren (Fettlogik überwinden). Sie hat sich diesem Thema intensiv gewidmet und zitiert im Buch mehrere Forschungsergebnisse dazu. Sie war selbst quasi ihr ganzes Leben schwer adipös und hat in den ersten 6 Monaten 500 Kcal ohne Sport (war nicht möglich) zu sich genommen. Sie berichtet auch über ihre eigenen Erfahrungen. Auch der sogenannte Jojo -Effekt wird analysiert und widerlegt. Ich war und bin nicht übergewichtig, aber es gibt genug Menschen in meiner Nähe, die sich Richtung Adipositas steuern. Ich finde,in dem Buch werden so viele falsche Mythen widerlegt und gleichzeitig so klar gezeigt, bei wem alleine die Verantwortung liegt.

              • (6) 16.12.16 - 13:07

                Aber warum sollte man nur 500 Kalorien zu sich nehmen, wenn man auch mit 1600 Kalorien abnehmen und dabei noch normal und vor Allem genussvoll essen kann? So ein Blödsinn.

                Das ist wieder so ein Hype-Buch von einem Menschen, der ein Problem mit einem anderen zu kaschieren versucht. Also von einer Essstörung in die Nächste bzw. ins andere Extrem zu rutschen ist ganz sicher keine Lösung. Essen ist keine Religion, sondern Genuss und Freude und man sollte es nicht anders behandeln.

                Danke für die Info, aber so einen Unfug sollte man bei gesundem Menschenverstand und grundlegenden medizinischen Kenntnissen ja wohl ablehnen. :-)

                • (7) 16.12.16 - 13:34

                  Ich glaube, bevor Du das Buch nicht kennst, solltest Du solche Schlussfolgerungen nicht machen. Die Autorin musste schnell abnehmen. Ich z.B.möchte nur 3 kg abnehmen und wähle ein anderes Tempo. Befreiend fand ich auch dass es jedem frei zusteht wie schnell und mit welchen Mitteln man abnehmen möchte, es gibt nicht den einen richtigen Weg.

                  • Much interessieren bei dieser Diskussion weniger die verschiedenen Methoden oder Diäten. Ich würde gerne über die Beobachtung schreiben dass die Bevölkerung immer dicker wird und wie dieses Phänomen mehr oder weniger breite Akzeptanz genießt.

                    • (9) 16.12.16 - 13:54

                      Und worauf willst Du hinaus? In meinem Umfeld gibt es viel mehr Menschen, die ihr Übergewicht nicht akzeptieren und dagegen vorgehen bzw. Leute, die erfolgreich ihr Gewicht halten.

                      Und wenn jemand sein Gewicht gut findet, auch wenn er oder sie 20 Kilo zu viel hat, dann ist das doch dessen Angelegenheit.

                  (10) 16.12.16 - 13:50

                  Ich muss kein Buch lesen, um zu wissen, dass 500 Kalorien am Tag nicht ausreichen, um den Grundumsatz zu decken. Das hab ich früher schon gelernt. Vor Allem hab ich echte Erfahrungsberichte gelesen, in denen steht, wie jemand dadurch sehr krank wurde oder knapp dem Tod entronnen ist. Die gute Frau hatte einfach nur riesiges Glück, dass ihr nichts passiert ist.

                  "Befreiend fand ich auch dass es jedem frei zusteht wie schnell und mit welchen Mitteln man abnehmen möchte, es gibt nicht den einen richtigen Weg. "

                  Das ist ja nun auch keine Erkenntnis, aus der man gleich ein ganzes Buch stricken muss. Dafür gibt es ja nun wirklich mittlerweile genug Abnehmmethoden, die nichts mit Diäten und Hungern zu tun haben. :-)

      (11) 20.12.16 - 10:38

      "Hier wird richtigerweise öfters erwähnt dass der Energiebilanz stimmen muss, also wer abnehmen will, muss weniger als sein Grundumsatz an Kalorien zu sich nehmen."

      Das ist schlicht und ergreifend überholt.

      lg thmye

Hallo,

ja das stimmt.

Im Wesentlich haben die Menschen mehr auf den Rippen, weil sie zu viel und das Falsche essen.

Zu viel Zucker, zu viel schlechte Fette, zu viele Geschmacksverstärker, zu viele Zutaten...

Dicksein und leider meistens mit Folgeerkrankungen (Gelenke, Hormone, Diabetes, Herzkrankheiten, Depressionen usw. usf.) dem Gesundheitssystem mächtig auf der Tasche liegen sind die Folge.

Ca. 60 % der Deutschen sind zu dick. Wir sind den USA also gut auf den Fersen, was die Dicken-Quote anbelangt.

Wenn man sich aber mal anguckt, was die Industrie in unser Brot, Aufstriche und Getränke rein mixt, ist das kein Wunder: Zucker, Salz, Fett und Chemikalien sind nahezu überall drin.

Alles das macht süchtig, dick und krank. Zwar kann jeder Einzelne gesund kochen und dann auch gesund essen, aber in der Masse funktioniert das eben nicht. Die Versuchungen sind zu zahlreich und das Essen geht zu schnell.

Dazu habe ich mal was interessantes gelesen, ich weiß gar nicht mehr wo:

"Der Mensch ist das einzige Tier, welches ohne Not im Gehen frisst!"

Und genau so ist es auch, denn das Verschlingen von chemisch angereicherter "Nahrung" hat nichts mehr mit Genuss zu tun. So zahlreich wie man unnatürliche Essen aber bekommen kann, so schwer ist es auch, davon loszukommen.

Nimm mich zum Beispiel:

Ich backe mein Brot selber, esse keinen Zucker, mache eigene Aufstriche usw., mixe mein Müsli aus Rohzutaten, nutze ein Rohkost-Dörrgerät und koche IMMER* selbst.

(*mit Ausnahmen, versteht sich ;-) )

Das macht einen großen Anteil in meinem Leben aus - ich arbeite Vollzeit, habe kein Haus an der Backe und nur ein Kind, daher ist das machbar. Auch Kuchen, Schokolade usw. mache ich komplett selbst - da wird es zeitlich schon manchmal eng, wenn was ansteht (Geburtstag usw.).

Ich bin also so eine bio-öko-Kräuter-Tante, über die hier immer so herzlich gelacht wird.

Das war aber nicht immer so - ich war vor einigen Jahren (nach 20 Jahren krankhaftem Leidensweg) schwer krank und konnte keine Nahrung mehr verdauen. Dieser Zustand öffnete mir die Augen für mein Leben.

Aber wäre ich nicht so schwer krank geworden, hätte ich wohl weiter gefressen. Allein die Aussicht, keine 35 Jahre zu werden und mein Kind nicht aufwachsen zu sehen, konnte bewirken, dass ich mich eisern zusammen gerissen und mein Leben umgekrempelt habe.

Das bedeutet aber auch, dass Dinge wie "oh der tolle Weihnachtsmarkt" eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Fressbuden sind, die ich eher meide, ebenso wie die meisten Supermarktregale, Snackautomaten, ALLE Bäckereien usw.

Darauf ist unser Gesellschaftsleben ja gar nicht ausgerichtet. Ganz im Gegenteil: macht man den Mund auf über diese Dinge, wird man sofort als Öko-Mutti verschrien und kann sich einsargen lassen. Gesellschaftliches Leben adé.

Darum halte ich auch meistens meine Klappe und denk mir meinen Teil.

Vielleicht interessiert Dich ja eine tolle Doku:

rbb - Was uns wirklich nährt!

Hier sind viele tolle Ansätze für ein nährstoffreicheres, schlankeres Leben zu finden und es wird auch ein kritischer Blick auf unsere heutige Fütter- und Futtergesellschaft geworfen.

LG

jg

  • Danke, ich unterschreibe 100 % , was Du sagst. Besonders Deine Beschreibung von "Fressbuden " am Weihnachtsmarkt empinde ich genauso. Warum "tut man sich was Gutes" wenn man sich mit Süßigkeiten oder Fleisch unbekannter Herkunft vollstopft? Und noch mal-warum ist es irgendwie zufällig passierte dass 60% der Menschen zu dick sind?

(17) 17.12.16 - 02:47

Du übersiehst einen wichtigen Punkt. Adipositas ist eine Krankheit. Es ist eine Essstörung/ Esssucht. Während dem Alki zugestanden wird, dass er einfach süchtig nach Alkohol ist oder dem Drogenabhängigen nach Drogen, wird dicken unterstellt, dass sie einfach so, just for fun fressen und es ja einfach lassen könnten.

Dem ist mitnichten so!

Kein gesunder Mensch isst so sehr über seinen Bedarf, dass er 50 Kilo Übergewicht hat.

Und nein, ich bin nicht dick. Eher das Gegenteil. Aber nur weil ich nicht übergewichtig bin, heißt es noch lange nicht, dass ich mich nicht in andere hineinversetzen kann.

  • (18) 17.12.16 - 09:44

    Ich glaube sehr wohl dass man schleichend 50 kg Übergewicht zunehmen kann.

    • (19) 17.12.16 - 11:02

      Du scheinst dich null mit dem Thema auszukennen. Informiere dich mal lieber ordentlich, bevor du hier solche Halbwahrheiten verbreitest.

      • (20) 17.12.16 - 21:07

        Danke. Also alle sind krank, die mit großem Übergewicht kämpfen?

        • (21) 17.12.16 - 21:48

          Ja, kein gesunder Mensch hat Adipositas. Das gibt es nicht. Und nein, ich rede nicht von organischen Krankheiten. Es ist meist psychisch.

          • (22) 18.12.16 - 18:48

            Bestimmt hat es psychische Gründe. Aber meinst Du nicht dass es auch mit dem Wohlstand zu tun hat? Und dass man vergleichsweise sehr billig sehr viel zum Essen kaufen kann und über die Qualität denkt keiner nach? Manchmal denke ich, die meisten sorgen sich mehr über die Marke ihrer Klamotten als über die Herkunft ihres Essens.

            • (23) 18.12.16 - 19:26

              ich sehe das anders. Ich denke, es ist eher Armut. Solange Fertiggerichte weniger kosten als frisches Gemüse und Fleisch, wird sich nix ändern. Jemand der nicht viel Geld hat, wird halt eher Nudeln und Kartoffeln essen als frisches Gemüse, Geflügel und Obst. In einem
              Land, in dem ein Burger schon ab 99 Cent zu haben ist, muss man sich nicht wundern. Oder?

              • Hallo,

                ich denke nicht, dass es Armut ist - eher Unaufgeklärtheit/Dummheit.

                Zwar kostet das Essen im Moment des Essens weniger - Medikamente, Krankheiten, Arbeitsunfähigkeit zahlt der Mensch dann aber ganz teuer aus eigener Tasche.

                Ich weiß da genau, wovon ich spreche - zwar gebe ich heute das Doppelte an Geld für Lebensmittel aus. Das ist aber immer noch billiger, als zu meinen Krankheitszeiten, wo ich verschreibungsfreie und -pflichtige Medis nehmen musste und arbeitstechnisch nicht mehr belastbar war..

                DAS war teuer - jetzt ist es eher billig, denn wer gesund isst, betreibt automatisch Gesundheitsvorsorge und spart sich Leid und Krankheitskosten.

                Krankheit gehts ins Geld - wer genau überlegt, sollte dann eher nicht zum pseudo-billigen Fertig-Fraß greifen, oder?

                Aber die Menschen wissen das nicht besser, oder viele wollen es auch nicht wissen. Denn dann wäre ja handeln gefragt - dafür fühlen sich viele schon viel zu krank.

                jg

                • Das was du beschreibst sind ja langfristige Ausgaben. Die Menschen, die nur ein paar Euro für eine Mahlzeit haben, sehen das nicht so. Und wie soll ein alg2 Empfänger dieses gute Essen bezahlen? Da fängt es schon an. Und dann gibt es natürlich Menschen, die sich das locker leisten könnten, aber genau an dieser Stelle Geiz ist geil walten lassen. Natürlich ist man, was man isst.

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