Fat-Akzeptanz Seite: 3

        • Ich glaube, Raucher werden immer mehr ausgegrenzt, die Gesetze sind viel strenger geworden, Tabakpreise haben sich vervielfacht. Mit Recht! Der Statistik über rauchende Jugendliche hat sich deutlich verbessert. Es ist leider noch nicht so eindeutig in die Öffentlichkeit gedrungen dass z.B.Zucker süchtig macht. Ich weiß nicht ob es jemals passieren wird, aber die Lebensmittelindustrie müsste per Gesetz viel strenger kontrolliert werden. Bis dahin müssten sich die Menschen selber informieren. Es ist aber nicht wirklich einfach.

      (52) 19.12.16 - 09:40

      Medscape Deutschland: Herr Professor Hauner, wie schätzen Sie die generelle Situation zum Thema „Adipositas als Krankheit“ in Deutschland ein?

      Prof. Hauner: Ich denke, darüber sind sich die deutschen Fachleute einig: Adipositas ist eine Krankheit, ebenso wie Hypertonie und Typ-2-Diabetes. Die Schwierigkeit bei dieser Erkrankung ist die Tatsache, dass die Lebensweise bei der Entwicklung von Adipositas eine große Rolle spielt und Adipositas gerne als alleiniges Lebensstil-Problem abgetan wird. Dabei wird unterschätzt, wie wichtig die genetischen Ursachen sind.

      Adipositas ist eine polygene Erkrankung, über 30 beteiligte Genabschnitte konnten bisher beschrieben werden. Daneben gibt es auch, wenngleich seltener, monogenetische Formen der Adipositas, wie z.B. eine Leptindefizienz oder Mutation im MC-4-Rezeptorgen.

      • (53) 19.12.16 - 09:45

        Zu schnell.

        Ich persönlich finde, das es fremden Menschen egal sein sollte, wie andere aussehen.
        Wenn man einen adipösen Menschen sieht, denken immer gleich alle....oh man frisst einfach weniger.

        Mich macht das traurig, kümmert euch um euer eigenes Leben und macht es anderen nicht noch schwerer. Das gleiche meine ich auch anders herum, es gibt soviel zu dünne....Auch da wird gelästert.

        Auch ich beginne bald eine Hormontherapie und habe Angst (ja, Angst) das ich dicker werde.

        Warum habe ich Angst?

        Ich sollte froh sein das es eine Therapie gibt, die meine Leiden einschränken könnten und nicht darüber nachdenken ob andere mich zu fett finden.

        Gruss

    (55) 19.12.16 - 16:22

    Hallo,
    was du schreibst erlebe ich ganz und gar nicht so!

    Dicke Menschen werden ausgelacht, ausgegrenzt und beschimpft.
    Das werden weder Raucher noch Trinker.

    Es gibt keine Akzeptanz für Dickleibigkeit.

    Dein Beitrag ist Beweis dafür.
    Gruß

    • (56) 19.12.16 - 17:47

      Hallo, ich habe ein keiner Stelle behauptet dass ich dicke Menschen ablehne oder Buche akzeptiere. Es geht für mich um ein soziales Phänomen so wie einige Vorschreiberinnen super formuliert haben. Natürlich sollte jeder so rumlaufen wie er will, aber die erwähnten dicken Kinder? Sie haben schon eine kürzere Lebenserwartung! Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse der Forscher. Ich bin der Meinung dass es den Kindern z.B.überall Gummibärchen, Lutscher angeboten wird, vor 30 Jahren war es noch nicht so. Es ist verdammt schwer Nein zu sagen.

      • hi,

        das stimmt so nicht. beim bäcker gab es immer ein brötchen, beim metzger die scheibe wurst und in anderen geschäften gab es den lutscher oder bonbons--und ich bin von 1975.
        auch waren in meiner grundschulklasse einige kinder übergewichtig...in kleinsohns 1. klasse ist grade mal ein kind übergewichtig.

        lg

        (58) 20.12.16 - 07:53

        "Ich bin der Meinung dass es den Kindern z.B.überall Gummibärchen, Lutscher angeboten wird, vor 30 Jahren war es noch nicht so. Es ist verdammt schwer Nein zu sagen."

        Das ist doch völlig unreflektierter Unfug. Die Menschen, die viel im Discounter einkaufen, sind ja wohl eher diejenigen, die auch häufiger unüberlegt Essen kaufen und kaum Wert auf Qualität legen bzw. auf Fertig- und Schnellnahrung setzen. Und in welchem Aldi oder Lidl bekommen Kinder Gummibärchen oder Lutscher kostenlos angeboten? Das müssen die Eltern dann schon bewusst kaufen. Die Wurstscheibe beim Metzger bekommst Du dort auch nicht, da es keinen Metzger gibt. Also wo genau ist bei Dir "überall"?

        Wenn ein Kind dick wird, liegt das auch kaum daran, dass es einen Lutscher zugesteckt bekommt, sondern daran, dass die Eltern insgesamt nicht darauf achten, was sie den Kindern anbieten.

        Und ich komme von "vor 30 Jahren" und bin viel mit meinen Großeltern und meiner Mutter einkaufen gegangen und bekam immer wieder etwas zugesteckt. Trotzdem war ich nie dick als Kind, eben genau das Gegenteil.

        • Das ist aber jetzt echt Quatsch, dass Menschen, die im Aldi oder Lidl einkaufen gehen, per se wenig Wert auf Ernährung legen! Wie kommst du denn darauf? Und wie begründest du das? Würde micht echt mal interessieren.

          • Ich schrieb nicht "per se", sondern "eher".

            • Das beantwortet nicht die Fragen, die ich dir gestellt habe #gruebel

              • Haben die sich nicht erledigt, weil ich nicht das geschrieben und gemeint hatte, was Du wissen wolltest? Ich habe nicht gesagt, dass Menschen, die im Aldi oder Lidl einkaufen per se keinen Wert auf Ernährung legen. Aber Du wolltest wissen, wie ich darauf komme und das begründe. Das kann ich nicht, da ich das nicht behauptet habe. :-)

                • Gut, bleiben wir bei deiner Wortwahl "häufig"--wie kommst du darauf und wie begründest du das? :-)

                  • Menschen, die viel im Discounter einkaufen tun dies, weil sie Zeit oder Geld sparen wollen. Und im Discounter gibt es eher weniger Bioware, bei uns kann man froh sein, wenn man z.B. FairTrade Bananen bekommt. Bio-Obst und -Gemüse ist selten und nur punktuell zu finden. Also zumindest bei uns gibt es keine Metzgertheke mit regionalen Waren im Aldi, sondern nur dieses abgepackte Massentierhaltungsfleisch.

                    • Das kann ich hier überhaupt nicht bestätigen! Grade Aldi hat ein üppiges Sortiment an Bio Ware und ein Metzger ist weiß Gott kein Garant für Bioware!

                      Wir achten sehr auf unsere Ernährung,die Qualität und fragen auch nach, wo die Sachen herkommen. Wir kaufen bunt gemischt im Discounter, Vollsortimenter und bei unserer Landfleischerei, wo der Metzger die Kühe und Schweine quasi persönlich kennt.
                      Von daher finde ich deine abwertenden Äußerungen sehr anmaßend--weil das steckt ja hinter deinen Zeilen.

                      • "Von daher finde ich deine abwertenden Äußerungen sehr anmaßend--weil das steckt ja hinter deinen Zeilen."

                        Äh nein, gar nicht. Aber wenigstens verstehe ich jetzt, warum Du so hartnäckig auf eine Antwort beharrt hast. Du hast Dich angegriffen gefühlt, weil Du öfter im Aldi einkaufst. Ich übrigens auch, da komme ich sogar gerade her. Nur habe ich kein Fleisch dort gekauft und auch kein Obst und Gemüse. ;-)

                        Und da Du ja selbst schilderst, dass Du in mehreren verschiedenen Läden einkaufst, trifft mein ursprünglicher Satz, der Dich so aufgebracht hat, gar nicht auf Dich zu.

                        Übrigens habe ich auch nicht geschrieben oder gemeint, dass ein Metzger ein Garant für Bioware ist, auch das ist eine Interpretation auf mein Geschriebenes. Ich schrieb beim Fleisch über regionale Waren.

                        Du regst Dich total umsonst auf, weil Du mich missverstanden hast. :-)

Ich war ganz lange Adipös ( BMI 39 ). Ich weiß nicht ob ich das als Krankheit bezeichnen kann.
Irgendwie schon, es war halt ein Zwang nach Essen. Ich hatte immer Hunger.
Aber ich habe nie in der Öffentlichkeit gegessen. Die Scham war zu groß, die Fette die ständig isst...
JA, genau so war es, aber heimlich.
Meine Tochter ist für mich zum Bäcker gegangen. Nach dem Einkaufen musste ich schon die Packung Kekse im Auto auf dem Weg nach Hause essen.
Wasser habe ich nie getrunken, aber Literweise Cola und andere Softdrinks.
Schon im Frühling habe ich geschwitzt, ohne Bewegung. Das hat mich frustriert. Also schnell ein Eis mit fett Sahne zum Trost und zur Abkühlung.
Meine Kinder wollten mit mir ins Schwimmbad. Konnte ich mich aber nicht zu überwinden, also wieder Frust und Traurigkeit. So eine Tafel Schokolade war da mal ganz schnell weg.

Ein Teufelskreis.
Unzählige Diäten haben es immer schlimmer gemacht. Alle haben gegessen, waren glücklich. Nur ich nicht.
Jetzt kann ich sagen das mich Essen glücklich gemacht hat. Und fett, und traurig und einsam.

Vor ziemlich genau 2 Jahren habe ich wieder eine halbherzige Diät begonnen. Ich wollte mich wieder gut fühlen, shoppen gehen.
Dran geglaubt das es klappt habe ich da noch nicht. Aber der Ehrgeiz war da.
Ich wollte mich ändern. Ins Schwimmbad gehen, und noch soviel mehr.
Am Anfang habe ich mit 1000Kcal abgenommen. Aber wie lange zieht man das durch? DAs klappt nicht.
Also angefangen normal zu essen und Sport zu machen.
In einem Jahr habe ich 50 Kilo abgenommen, und bin jetzt mit einem BMI von 22 so glücklich wie schon lange nicht mehr.
Meine Gedanken kreisen nicht den ganzen Tag ums Essen, ich trage Kleidung in normalen Größen.

Bemitleidet wurde ich nie wegen meinem Gewicht, wirklich gemobbt oder blöde angemacht aber auch nicht.

  • (68) 20.12.16 - 10:09

    "Bemitleidet wurde ich nie wegen meinem Gewicht, wirklich gemobbt oder blöde angemacht aber auch nicht. .."

    Da hast du aber echt Glück gehabt...

    Ich betreue einige adipöse Mütter mit ihren (teilweise auch adipösen) Kindern, dazu Gruppen mit adipösen Teenagern....

    Ich arbeite mit den Therapeuten und Ernährungsberatern zusammen - mein Bereich ist der Sport.

    Du glaubst nicht, wie manche Kinder - teilweise u 10 Jährige - leiden, gemobbt werden, und zumindest bei denen , die ich bisher betreut habe, waren die meisten betroffen.

    Sogar die eigenen Ehepartner /Eltern oder andere Familienmitglieder sind da teilweise die "Mobber"... :-(

    Die sind noch keine 10 und haben Suizidgedanken....

    Gerade auch die Teenies...allein die Überwindung, mit mir und den anderen ins Wasser zu gehen , in einer Gruppe Sport zu machen - was die teilweise erzählen, was sie für eine Leidensgeschichte in Sachen Mobbing hinter sich haben - treibt einem die Tränen in die Augen und die Wut in den Bauch.

    Du musst tolle Menschen um dich herum haben :-)

    • (69) 20.12.16 - 13:50

      Ja, es ist furchtbar und ich bin Dir und den anderen Therapeuten dankbar dass Ihr euch um diese Kinder kümmert. Als ich Kind war( nicht in Deutschland), gab es Sportgruppen extra für dicke Kinder. Ich habe mit ihnen trainiert obwohl ich nicht dick war. Es war nie ein Thema zwischen uns, wir waren gute Freunde. Als ein Mädchen mich zum Geburtstag eingeladen hat, habe ich gesehen was sie essen und trinken, z.B. Cola, literweise. Ich hatte es nicht zu Hause. Sie hat Jahre später erfolgreich abgenommen, hauptsächlich mit Absetzen der Limonaden.

Danke für diesen Beitrag und Hut ab! Es War sicher nicht einfach, aber ich glaube, Du weisst es am besten, wieviel Du gewonnen hast.

Ich persönlich verachte und verabscheue Alkoholiker und letztens ist ein ehemaliger Kettenraucher an COPD gestorben, ich bringe kein Mitleid auf, sorry.

Dafür gehe ich jetzt mal in den Keller und hole mir noch von den Plätzchen....

(72) 21.12.16 - 01:48

Genauso, wie ich meine rauchende Freundin akzeptiere, akzeptiere ich meine Freundinnen, die stark übergewichtig sind. Das Gewicht ist bei uns natürlich auch Gesprächsthema, aber eher, um mal Frust abzuladen. Im Leben würde ich nicht auf die Idee kommen, meinen Freundinnen Vorträge zu halten.

Was ich jedoch in diesem Zusammenhang recht "skandalös" finde, ist, dass Hausärzte m.E. viel zu selten auf die gesundheitlichen Risiken von Übergewicht aufmerksam machen. Ich denke da z.B. an meinen Vater, der 20kg Übergewicht hat und zusätzlich unter extremem Bluthochdruck leidet. Ich kann es nicht verstehen, dass der Hausarzt ihm nicht eindringlich ins Gewissen redet. Bei meinem Vater würde das nämlich ziehen! So ist er überzeugt davon, dass sein Gewicht noch völlig in Ordnung ist.

Auch ein guter Bekannter bekam nie ein Sterbenswörtchen vom Arzt zu hören, mit einem BMI von 30. Das ist etwas, das ich nicht verstehe. Wir alle wissen, dass Übergewicht ungesund ist. Aber es macht einen Unterschied, ob der Arzt einen darauf anspricht oder ob man von einem Fachmann im Glauben gelassen wird, dass alles im grünen Bereich ist. Ein Arzt sollte das Übergewicht seines Patienten nicht einfach kommentarlos akzeptieren, sondern ihn zumindest aufklären und ihm im besten Fall geeignete Wege aufzeigen, sein Gewicht zu regulieren.

Grüße

  • (73) 21.12.16 - 13:34

    Und dann gibt es dazu das Gegenproblem: Die Übergewichtigen, deren Symptome von absolut KEINEM Arzt ernstgenommen werden, weil "Nehmen Sie erst mal ab, das ist bestimmt nur eine Folge ihres Übergewichts". Als ob Übergewicht vor allen anderen Krankheiten schützen würde...

    Ich habe mich eine Weile in einem Forum für stark Übergewichtige rumgetrieben, weil ich einen Freund mit einem BMI jenseits der 60 habe und verstehen wollte.
    Was man da regelmäßig an Horrorstories über Ärzte gehört hat, die nur das Fett gesehen haben und sonst gar nichts mehr, ist unfassbar. Die waren für jeden einzelnen Arzt dankbar, der das Gewicht eben nicht zum Hauptthema gemacht hat, der das nicht bei JEDEM Besuch angesprochen hat. Denn... dass sie übergewichtig waren, teils lebensgefährlich, war ihnen bewusst. Und das waren eben oft Menschen, die seit Jahrzehnten mit ihrem Übergewicht kämpfen, die zig Kuren und Diäten etc. gemacht haben, teils schon seit ihrer Kindheit.

    Damit will ich nicht die Hausärzte entschuldigen. Das war nur der Aufhänger, um von der komplett anderen Seite zu berichten.

    • (74) 22.12.16 - 00:12

      "Als ob Übergewicht vor allen anderen Krankheiten schützen würde..."

      Das nicht, aber ein BMI über 60, das bedeutet über 200kg auf 1,85m. Dafür ist unser Körper tatsächlich nicht gemacht. (Lebensbedrohliche) Erkrankungen sind da vorprogrammiert. Trotzdem kann ein übergewichtiger Mensch schlichtweg eine Virusinfektion bekommen. Das ist natürlich frustrierend, wenn man da nicht ernst genommen wird. Das kann ich verstehen.

      Grüße

      • (75) 22.12.16 - 19:49

        In dem Fall geht es aber oft tatsächlich um Krankheiten, die nichts mit dem Gewicht zu tun haben.

        Jener Freund kam mal mit starken Schmerzen im Hoden zum Arzt. Der meinte, da wäre schon nix, er würde ja eh nix sehen können. "Eine Ihrer Speckschichten hat bestimmt bei Sitzen draufgedrückt. Kein Wunder, soviel wie sie wiegen." Der Freund kam ein paar Tage später mit lebensgefährlichem Fieber ins Krankenhaus und verließ es mit einem Hoden weniger.

        Lungenentzündung - Ach, da drückt nur ihr eigenes Gewicht auf den Brustkorb.
        Entzündete Eileiter? Blinddarm? So tief geht der Ultraschall nicht, nehmen sie erst mal ab, das macht es bestimmt schon besser.
        Psychotherapeuten tun das wohl auch gerne.

        Und dann gibt es Krankheiten, die zwar vielleicht ursächlich durch das Gewicht begünstigt wurden, die dennoch nicht einfach mit einer Abnahme geheilt werden können. Die aber als Allheilmittel hingestellt wird.

        Jener Freund ist übrigens inzwischen auf einem sehr guten Weg. Mit Mitte 30 hat es Klick gemacht, dann kam ein guter Arzt dazu, dann ein guter Therapeut und inzwischen sind über 50 Kilo gepurzelt. (Und ja, in seinem Fall tatsächlich gepurzelt.)

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