Brust OP - so Angst!

    • (1) 23.01.19 - 07:30

      Hallo,

      ich habe nach 4 Schwangerschaften und langen Stillzeiten eigentlich keine Brust mehr, sondern nur noch zwei ausgelutschte Hautlapen die runter hängen.

      Ich bin zusätzlich von Haus aus eher schlank und jetzt seh ich aus wie ein Mann.

      Das ist wirklich deprimierend und ich würde mir gerne die Brüste machen lassen.
      Ein A Körbchen würde schon reichen. Es braucht echt nicht viel, aber wenigstens als Busen erkennbar sein.

      Jetzt zu meinem Problem.

      Ich habe sooo Angst vor Ärzten, OP's etc.
      Gar nicht vor den Schmerzen, sondern vor der Sache an sich.
      Wie läuft so etwas ab? Von der Sache her weiß ich Bescheid, hab mich schon viel erkundigt.
      Aber wie läuft das gefühlt ab?
      Wie lange muss man im Krankenhaus bleiben, bzw. wie lange dauert die OP?

      Wer hat das schon machen lassen und kann berichten?


      Danke!!!

      • Hallo!

        Ich hatte keine Brust-OP, sondern eine große Bauchstraffung. Ist glaube ich recht ähnlich von der "Intensität" her.

        Ich hatte auch echt Angst, zumal ich auch noch nie zuvor eine Vollnarkose hatte. Da hatte ich richtig Schiss davor - einfach nicht mehr aufzuwachen.. #zitter

        Trotzdem, ich wollte das einfach unbedingt machen, um mich in meinem Körper wieder wohl zu fühlen (hatte von den Schwangerschaften einen Schwimmreifen (sonst schlank), massive Streifen, eine Rektusdiastase und einen Nabelbruch davongetragen).

        Habe recht schnell den Arzt meines Vertrauens gefunden. Das ist das Wichtigste, denke ich. Jemanden finden, bei dem man sich denkt "in dessen Hände lege ich mich gerne".
        Hatte da wirklich sofort ein absolutes Urvertrauen und es war dann eigentlich schon nach dem Erstgespräch klar, dass ich es machen lasse.

        Im Endeffekt war die OP wirklich gar nicht schlimm. Ich wachte nach der Vollnarkose auf und es ging mir blendend (hatte Bedenken, weil ich sonst recht Schwindel-anfällig bin - aber nichts).

        Ich hätte am selben Abend noch nach Hause gehen dürfen, habe aber entschieden, eine Nacht drin zu bleiben (Privatklinik, das war quasi ein Hotelzimmer. Und so ein tolles Bett!). Beim ersten Mal Klo gehen konnte mir dann auch eine Schwester helfen, was gut war.

        Am doofsten war der Drainageschlauch mit angehängtem Fläschchen. Das musste ich die ersten 3 Tage immer mit mir rumschleppen und sah diese eklige Flüssigkeit dauernd drin herumschwappen. #putz

        Keine Ahnung, ob man bei der Brust-OP auch eine Drainage gelegt bekommt?! Schätze aber schon.

        Die Heilungsphase war dann schon ziemlich fies. Die erste Woche lag ich fast ausschließlich im Bett, mein Mann hatte sich freigenommen.
        Die Bauchhaut war so stark nach unten gestrafft worden, dass ich die ersten zwei, drei Wochen nach vorne gebeugt unterwegs war. Die erste Woche noch rechtwinklig (was haben sich meine Mitmenschen amüsiert #klatsch), dann wurde es von Tag zu Tag besser.

        Aber auf eine fiese Heilung war ich vorbereitet, ich wusste ja, das geht vorbei und das Ergebnis zählt.
        Meine Wundheilung war übrigens super, mit der Narbe oder so gab es keinerlei Probleme.

        Richtig fies war das ziehen der Drainage (was für ein mieses Gefühl!) und der Verbandswechsel am 3. Tag.
        Da sah ich auch den Bauch zum ersten Mal. Mein Mann rief "cool, das sieht ja schon super aus!" und ich fand es schrecklich und hab geheult.
        War noch alles geschwollen, an den Seiten hatte ich riesige Blutergüsse, der Bauch war taub, ich fand es einfach nur furchtbar.

        Und ich war in der ersten Woche sowieso total dünnhäutig. Was wahrscheinlich eine Begleiterscheinung von einem so großen Eingriff ist, könnte ich mir vorstellen. Wenn der Körper so angegriffen ist, schlägt sich das wohl auch auf die Seele.

        Als ich nach einer Woche schön langsam wieder am normalen Leben teilnehmen konnte, hat sich das aber wieder gelegt und es ging mir gut.

        Nach 2 Wochen wieder arbeiten, nach 6 Wochen wieder Sport, nach 8 Wochen konnte ich das Stützmieder abnehmen. Heute, nach über einem Jahr, ist alles perfekt.
        Noch ein wenig taub um die Narbe, aber insgesamt ein voller Erfolg. Ein neues Lebensgefühl!

        Mein Busen hat komischerweise gar nicht gelitten unter Schwangerschaften und Stillen. Im Gegenteil, dank ein paar Kilos mehr ist er schöner denn je.
        Hab aber jetzt schon zu meinem Mann gesagt: wenn sie mir mal nicht mehr gefallen, mach ich gleich einen Termin, bei dem Arzt, dem die Frauen vertrauen... #schein

        So, das wurde jetzt ein Roman.
        Wenn du noch was wissen möchtest, frag ruhig!

        LG Claudi

        • Super, vielen Dank für deine tolle und ausführliche Antwort!

          Ja genau davor hab ich Angst. Von der Narkose nicht mehr aufwachen, Schwindel, oder ein schlechtes Ergebniss...
          Wenn es überstanden ist, dann schreckt es mich gar nicht.
          Aber das vorher... #zitter

          Mal schauen. Ich weiß ja eh das ich es machen muss. Weil so wie es ist, fühl ich mich einfach nur unwohl.
          Aber ein bisschen Leidensdruck brauch ich wohl noch, damit ich mich endgültig durchringen kann :-)

          Aber es freut mich sehr, das du so zufrieden bist!

          Vielen Dank und Liebe Grüße

      (4) 24.01.19 - 12:26

      Hallo,

      ich habe mir meine Brust im Sept. 2016 vergrößern lassen. Nach 2 Kindern und insg. 3 Jahre Stillzeit hatt ich auch nur noch 2 hängende Hautlappen. 35 Kg Gewichtszu- + -abnahme kamen dazu. Hatte mich auch lange mit dem Thema auseinander gesetzt und informiert. Ich mache viel Sport. Aber das ging nur mit OP.
      Da ich selber als Krankenschwester arbeite, und auch selber in der Anästhesie gearbeitet habe, hatte ich von der Seite her überhaupt keine Angst.
      Es war eine Prvivatklinik. 1 Nacht musste ich dort bleiben. Hatte das 2-Bettzimmer für mich alleine. War eher wie im Hotel.
      Morgen um halb 9 Uhr dran gekommen. Die OP an sich hat ca. 1 Std. gedauert in Vollnarkose. Kurze Zeit noch im Aufwachraum verweilt. Dann aufs Zimmer. Ich hatte mich den Tag ausgeruht und bin im Zimmer geblieben. Mal 1 Tag nix tun, nur faulenzen. Nachmittags musste ich mich 1 x Spucken. Aber danach war gut. War von Anfang an selbständig und konnte mich alleine versorgen. Schmerzen keine. Die kamen erst ab dem nächsten Tag.
      Ich hatte in jeder Brust auch eine Drainage, Redon heißen die. Die wurden am Folgetag gezogen. Das fand ich als überhaupt nicht schlimm. Da hatte ich am meisten Angst vor.
      Am Entlassungstag hatte ich so ein tolles Frühstück. Dann Visite, Redons raus, BH an und Stuttgarter Gürtel. Dann ab nach Hause.
      Das Gefühl zu gehen mit den Implantaten war schon gewöhnungsbedürftig.
      Das schlimmste für mich war, dass man wirklich Wochenlang nur auf dem Rücken schlafen durfte.

      Die Schmerzen fühlten sich dann so ab Tag 2-3 an wie sehr starker Muskelkater. Oder so, als wenn ein Elefant auf einem sitzt.Aber lange nicht so schlimm wie erwartet.
      Habe selten mal eine Schmerztablette genommen.
      Die Arme darf man Anfangs nicht hoch heben. Und es ist schon schwer, einen Knopf an der Hose zu zu machen:-p

      Aber das Ergebnis ist dafür TOP. Ich habe es nie bereut. Ich hatte Gott sei Dank 4 Wochen frei.
      Ausser zu Hause mit den Kids war etwas umständlich,aber sie waren sehr verständnisvoll.
      Ich habe auch heute noch so ein leichtes Taubheitsgefühl um die Narben. Das wird auch so bleiben. Aber das war es mir Wert.
      Jeden Tag gucke ich voller Stolz in den Spiegel.

      Anfangs war ich erschrocken, wie doll die doch noch angeschwollen waren. Aber das gab sich dann wieder.
      Kühlen, kühlen, kühlen.

      Viel Glück #winke

      • (5) 24.01.19 - 16:01

        Vielen Dank für deine nette und ausführliche Antwort!!!

        Gewöhnt man sich an die Implantate, oder hat man immer ein Fremdkörpergefühl?

        Und darf ich fragen, welche Größe du gemacht hast?

        Vielen Dank und liebe Grüße

        • (6) 28.01.19 - 12:00

          Hallo,

          die ersten Tage waren sehr komisch mit den Implantaten.
          Ich fühlte richtig, wie die Implantate umher schwingen beim gehen.
          Aber das war nur kurz das Gefühl.
          Jetzt so wo ich drüber nachdenke, merke ich die überhaupt nicht mehr. Sie sitzen unter dem Brustmuskel und werden gut gehalten.
          Ich sehe sie auch nicht als Fremdkörper an.
          Ich kann alles machen wie vorher auch. Mache 2-3 × die Woche Sport. Zumba und Fitness Studio. Ausdauer und Krafttraining. Tauchen gehe ich auch.
          Trage beim Sport halt einen Sport BH mit sehr gutem Halt.
          Die sind halt teurer, berappe dann immer so um die 50 Euro.
          Was sich komisch anfühlt sind Übungen, die auf Arm-&Brustmuskulatur gehen.

          Ich hatte vor den Kindern 75 B, Schwangerschaft und Stillzeit D Körbchen.
          Nach dem Abstillen hängende Haut.
          A Körbchen.
          Habe 310 ml Implantate drin, runde Form wegen Sport.
          Habe jetzt entweder 75 D oder 80 C.
          Von der Firma Hunkemö....
          Kommt ja auch immer von der Firma an.
          Mehr hätte es aber auch nicht sein dürfen.

          Wenn du noch Fragen hast, dann gerne.

          LG

Top Diskussionen anzeigen